George | Gefährliches Spiel mit Dr. Price | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 130 Seiten

Reihe: Digital Edition

George Gefährliches Spiel mit Dr. Price


1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7337-2981-3
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 130 Seiten

Reihe: Digital Edition

ISBN: 978-3-7337-2981-3
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Partygirl Daniella Danatello will eins ganz bestimmt nicht: Noch einmal mit einem Skandal in die Schlagzeilen kommen! Also Finger weg von den Jungs aus Daddys Rugbyteam. Aber Mannschaftsarzt Zac Price gehört ja nicht dazu, oder? Denn mit ihm würde Dani am liebsten spielen ...

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1. KAPITEL

Daddy, du schuldest mir etwas. Und zwar einiges.

Daniella Danatello blieb vor dem Vorraum des Ballsaals stehen und achtete darauf, sich nicht die frisch lackierten Fingernägel am Messinggriff zu ruinieren. Nervös drückte sie den Rücken durch. Du schaffst das schon.

Diese war nur eine der hundert Hürden, die sie in den nächsten Wochen überwinden musste, im vollen Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit, das sie so sehr hasste. Die Öffentlichkeit, nach deren Aufmerksamkeit der Rest ihrer Familie süchtig war wie ein Junkie auf Entzug.

Sie überzeugte sich noch einmal, dass ihre Frisur perfekt saß, strich sich das bodenlange Kleid aus silbergrauer Seide glatt und ging auf ihren mörderisch hohen glitzernden High Heels los. Fest entschlossen, auch dies durchzustehen. Sie hatte schon Schlimmeres überlebt.

Dani setzte ihr schönstes Lächeln auf, drehte den Türknauf und wappnete sich für ein grelles Blitzlichtgewitter.

Sie wurde nicht enttäuscht.

„Dani? Dani Danatello?“

„Hey, Miss Danatello, hier drüben!“

New Zealand News. Eine Frage bitte …“

Die Meute der Fotografen und Journalisten schob sich geschlossen auf sie zu, Kameraverschlüsse klickten.

„Dani, glauben Sie, dass die Jets gewinnen werden?“

„Dani, haben Sie einen Tipp für die endgültige Team-Auswahl?“

Sie atmete tief durch, dann langsam wieder aus und bemühte sich, ruhig zu sprechen. „Tut mir leid, ich kenne keine Einzelheiten. Da müssen Sie meinen Vater fragen. Oder Desiree.“ Ihre ältere Schwester Desiree war mit dem rechten Flügelstürmer verheiratet. „Oder Deanna, vielleicht redet sie ja mit Ihnen, wenn Sie ihr mindestens eine Doppelseite versprechen.“

Deanna, die jüngste der Danatello-Schwestern, hatte sich kürzlich mit einem der Zweite-Reihe-Stürmer der Auckland Jets verlobt und sich eine exklusive Reportage über seinen Heiratsantrag in intimer Umgebung gut bezahlen lassen. Kyle und Deanna in einem privaten Hot Tub mit Blick aufs Meer, in Nahaufnahme, nur umgeben von reiner Natur und Vogelgesang – und von einem Kamerateam, einer Stylistin und einer Visagistin. So romantisch.

Überraschenderweise hatte Daddy dabei gefehlt, aber er hatte die ganze Show initiiert. Genau wie heute die Meute Paparazzi auf dem exklusiven Spendenball, bei dem nur geladene Gäste Zutritt hatten. Für Davide Danatello, den erfolgsverwöhnten Unternehmer und Präsidenten von Neuseelands bestem Rugby-Team, gab es keinen Unterschied zwischen Geschäft und Familie. Wenn das eine dem anderen nutzen konnte, nur zu! Er scheute auch nicht davor zurück, seine Töchter als Köder auszulegen, um die weltbesten Spitzenspieler in sein Team zu locken. Und trotz aller Widerstände hatte er es jetzt geschafft, auch Dani einzubinden.

„Kommen Sie, Dani, Sie wissen doch mehr als wir, oder?“

Sie setzte ihr Plastiklächeln auf. „Nein, mein Interesse an den Jets ist rein professionell.“

Women’s News. Heißt das, Sie sind nur an ihren Körpern interessiert?“

„Natürlich interessiere ich mich sehr für ihre Körper.“ Ihre Wangen röteten sich. „Wie ich schon sagte, rein professionell.“

„Und Sie haben dabei nicht einen bestimmten Spieler im Auge? Nicht interessiert, Spielerfrau zu werden wie Ihre Schwestern?“

„Nein.“ Das würde ihr nie wieder passieren!

Wieso nur musste es immer privat werden? Sie blickte in Richtung Ballsaal. Auf der anderen Seite der Glastür wirkten die Menschen entspannt, plauderten und lachten, untermalt von den klassischen Klängen eines Streichquartetts. Zehn Schritte über den roten Teppich. Das ist alles. Zehn Schritte vom Chaos in eine Oase der Ruhe.

Als sie den ersten Schritt tat, klickten die Kameras schneller.

Neun Schritte. Denk an deine Haltung. Bleib gelassen. Lächle höflich.

Die Ratschläge ihrer verstorbenen Mutter schossen ihr durch den Kopf. Von klein auf an, das erste Mal im Taufkleid, von den Medien belagert, hätte sie längst gelernt haben müssen, mit diesen Belästigungen zu leben. Aber schon immer hatte sie die neugierigen Blicke, die Blitzlichter, die drängenden Stimmen verabscheut. Mit drei Jahren versteckte sie sich den Fotos nach hinter dem Rock ihrer Mutter, mit sieben streckte sie den Leuten die Zunge heraus. Manchmal wünschte sie sich, wieder sieben zu sein.

Aber es war schon fast geschafft. Die Medienleute machten auch nur ihren Job. Dani atmete wieder tief durch, lächelte.

„Noch eine Frage, Dani!“

„Ja?“

Der Reporter stieß ihr fast das Mikrofon in die Vorderzähne, als er vorwärtsdrängte. „Erzählen Sie uns von Ihrer Therapie, Dani! Haben Sie Ihre Erschöpfung …“ Er betonte das Wort bedeutungsvoll. „… ein für alle Mal überwunden?“

„Bitte?“ Sie drehte sich um, starrte in die Masse aus schwarzen Objektiven, und ihr Lächeln verblasste. Herzlichen Dank für die Frage! Damit sich auch jeder wieder an die beschämenden Details erinnerte, die zu ihrem Aufenthalt im Inner Sanctum geführt hatten.

Schweigen breitete sich aus. Alle starrten sie an.

„Also, Dani – irgendein Kommentar?“

Sicher. Leider hätte sie sich damit eine Beleidigungsklage eingehandelt – vor Millionen von Fernsehzuschauern.

Obwohl sie beschlossen hatte, dieses dunkle Kapitel ihres Lebens mit Humor und freundlicher Geduld zu behandeln, bedachte sie den lästigen Frager mit einem verächtlichen Blick. „Ich fühle mich großartig.“ Gedankenverloren wickelte sie sich eine Haarlocke um den Finger. „Danke der Nachfrage, aber das ist lange her.“ Fast fünf Jahre.

Dani merkte, dass sie die Schultern hängen ließ, riss sich zusammen und wandte sich Richtung Tür. Acht Schritte.

„Schön für Sie, dass die Polizei damals die Anschuldigungen fallen gelassen hat. Sehr prakt…“

„Vielen Dank, Ihnen allen. Für heute Abend waren das genug Fragen.“ Eine tiefe, befehlsgewohnte Stimme erklang, dann wurde Dani am Arm ergriffen und von den Reportern weggezogen. Wieder klickten die Verschlüsse, blitzten noch mehr Lichter auf.

Kein Wunder. Dani sah den Mann an, der neben ihr aufgetaucht war. Selbst in ihren Stilettos reichte sie ihm nur knapp bis zur Schulter. Sie legte den Kopf zurück und blickte in dunkelbraune Augen und ein aufrichtiges Lächeln. Breite Schultern versprachen Schutz, und einen Moment lang war sie versucht, der Verlockung nachzugeben und sich anzulehnen. Um sie herum explodierten Blitzlichter wie Neujahrsraketen. Und in ihrem Bauch brannte ein ähnliches Feuerwerk ab. Prickelnd und verwirrend …

„Kommen Sie, haken Sie sich bei mir unter, dann ist gleich alles vorbei“, sagte er ruhig.

„Mir geht es gut, danke“, wehrte sie mit einem aufgesetzten Lächeln ab. Sie wollte sich nicht von einem sexy Rugbyspieler den Kopf verdrehen lassen. Zweifellos hatte ihr Daddy auch dies eingefädelt.

Dani war fest entschlossen, nicht nur diese Situation, sondern auch alles andere allein durchzustehen. Nach dem Fiasko ihrer gescheiterten Verlobung verließ sie sich auf niemanden mehr.

Aber ihre Füße wollten ihr nicht gehorchen. Na toll! Widerspenstige Füße und ein edler Retter. Sie wollte nicht gerettet werden. Auch nicht von einem Adonis im Smoking, wie toll und stark er auch aussehen mochte.

„Dani, ist das Ihr neuer Freund?“

„Nein!“ Schon sah sie die fetten Überschriften vor sich. Dani Danatellos Superdate. Sie versuchte seinen Arm abzuschütteln, jedoch vergeblich, der Mann hielt sie fest. Und dann wurde ihr klar, dass er kein Rugbyspieler sein konnte. Nicht weil er die Statur nicht gehabt hätte, denn die hatte er. Aber seine Ohren waren unversehrt, die gerade Nase hatte noch nie Schaden genommen, und auch sonst waren nirgends irgendwelche Narben zu sehen. Auf dem Flug hierher hatte sie sich die Spielerporträts angesehen, und er war nicht dabei gewesen. An diese Augen hätte sie sich erinnert.

„Wir sollten uns nicht vor den Kindern streiten“, flüsterte er ihr zu. Sein warmer Atem streifte ihre Wange, und Dani rieselte es heiß über den Rücken. Sie wich zurück, aber er beugte sich vor, seine Lippen berührten fast ihr Ohr. „Wenn man vor einer solchen Meute steht, hilft nur eins – man stellt sie sich alle nackt vor.“

„Meinen Sie das ernst?“ Beinahe hätte sie losgelacht, als sie einen Blick auf den zerknautschen Reporter der News warf. Dagegen sah ihr Großvater jünger aus. Dani drehte sich zu ihrem Retter um. Stell ihn dir nackt vor.

Was? Nein!

Doch der Gedanke ließ ihr keine Ruhe. Wie mag er unter dem teuren Smoking aussehen?

Dani hatte plötzlich einen trockenen Mund. Ihr stieg das Blut in die Wangen, und sie verscheuchte die sinnlichen Fantasien. Als sie einen Schritt zurücktrat, sah sie den Mann lächeln. Edler Ritter hin oder her, er schien die Aufmerksamkeit zu genießen, schüttelte einigen Fernsehleuten die Hand und winkte ein paar Fotografen zu. Noch einer, der sich unbedingt produzieren muss, dachte sie verärgert. Als hätte sie nicht schon genug erlebt mit Leuten, die sie benutzten, um an ihren Vater heranzukommen oder ein Mal für eine Viertelstunde im Rampenlicht zu stehen. Oder beides.

Er legte ihr die Hand auf die Taille und zwinkerte Dani verschwörerisch zu. Das genügte, dass ihr Ärger sich in...



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