E-Book, Deutsch, 130 Seiten
Reihe: Digital Edition
George Süße Versuchung für Schwester Gabby
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7337-1949-4
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 130 Seiten
Reihe: Digital Edition
ISBN: 978-3-7337-1949-4
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
'Max ist ein Herzensbrecher!' Trotz der Warnung kann Gabby ihrem Chef nicht widerstehen: Dr. Max Maitland setzt sie mit einem Lächeln schachmatt. Sie gibt sich ihm hin - und bereut das schon am nächsten Morgen. Denn mit einem Playboy wie Max kann es keine Zukunft geben ...
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1. KAPITEL
Im The Shed, dem Klub in der Nähe des Krankenhauses, dröhnte Techno-Musik. Tiefe Bassrhythmen brachten Max’ gesamten Körper zum Vibrieren. Laut. Hart. Heftig. Durch eine Glastür, die auf die Tanzfläche führte, sah er die Silhouetten der Tanzenden, die bei ihren wilden Moves in die Luft boxten. So wie Max es jetzt auch gern getan hätte. Wie immer, wenn eine Operation gelungen war. Aber was er heute geschafft hatte, dazu gab es nichts Vergleichbares.
Mission erfüllt.
Bill, der Barkeeper, wies mit einem Nicken auf die Flaschen hinter sich. „Hey, Max. Das Übliche?“
„Klar doch. Immer her damit.“
„Gibt’s was zu feiern?“
„Ich denke schon.“ Da musste man vorsichtig sein. Die ersten vierundzwanzig Stunden waren oft entscheidend. Er hatte es Mitch und Jodi genau erklärt. Durch die Operation hatte Jamie jetzt zwar eine funktionierende Niere, aber es konnte immer noch vieles schiefgehen. Viel zu viel.
Doch daran wollte er lieber nicht denken. Gefühle hatten bei der Arbeit eines Chirurgen nichts zu suchen. Bisher hatte Max das auch gut geschafft. Aber seinem Neffen das Leben zu retten, war eine ganz andere Sache.
Bill schob ihm eine Bierflasche über die Theke zu. Das hervorragende selbstgebraute Bier und die Tatsache, dass die Mitarbeiter hier nie irgendwelche Fragen stellten oder Ratschläge erteilten, waren der Grund dafür, dass Max The Shed als sein zweites Zuhause betrachtete. Nach einem anstrengenden Operationstag genoss er die Chance, den Stress so gut wie möglich in vertrauter Umgebung abzubauen. Danach am besten noch irgendeine Form schweißtreibender, körperlicher Betätigung – vorzugsweise im Bett.
Hier in der Bar waren außer ihm nur noch ein Pärchen aus der Laborabteilung und eine einzelne Frau, die ein paar Hocker weiter mit dem Rücken zu ihm am Tresen saß. Dichte, dunkle Locken fielen ihr bis über die Schultern.
Max musterte ihren geraden Rücken, wobei sein Blick an der schwarzen, langärmligen Bluse hängen blieb, die sie trug. Ihre Kleidung erinnerte eher an eine Beerdigung als an Spaß. Er fragte sich, weshalb sie sich ausgerechnet eine solche Party-Bar ausgesucht hatte. Die meisten Frauen hier zeigten sehr viel nackte Haut. Interessiert ließ er den Blick über ihre schmale Taille und den Rock wandern, der ihre runden Hüften perfekt betonte.
Er stellte sich vor, wie seine Hände über diese Kurven gleiten würden.
Stattdessen fuhr er sich mit kühlen Fingern über den Nacken, um die Anspannung in seinen Schultern zu lockern. Mann, nach der achtstündigen Operation brauchten seine verkrampften Muskeln dringend Entspannung. Und er wusste auch schon genau, welche.
Zuerst einen schnellen Drink. Dann auf die Tanzfläche und danach vielleicht …
Wer konnte das schon wissen? Die Nacht war ja noch jung.
„Barkeeper? Hey!“ Die Lockenmähne schimmerte, als die Frau die Hand hob. „Entschuldigung. Noch einen Mojito, bitte.“
Verblüfft lehnte Bill sich über den Tresen und raunte Max zu: „Ist seit einer Stunde hier und hatte schon drei.“
Max erhaschte einen kurzen Blick auf ihr Gesicht – und spürte eine intensive, drängende Regung in seiner Magengrube. Es war lange her, dass er so stark auf eine Frau reagiert hatte.
Ihr Haar umrahmte ein sanftes Gesicht. Volle Lippen mit einem Hauch von rotem Lippenstift. Beinahe perfekte Züge, dazu eine Stupsnase und ein paar Sommersprossen. Die Art Frau, der jeder Mann einen zweiten, wenn nicht sogar dritten Blick gönnen würde. Doch der knappe Tonfall in ihrer Stimme zeigte, dass man ihr lieber nicht in die Quere kommen sollte.
Selbstverständlich wurde Max’ Interesse dadurch nur noch angeheizt. Feurige Frauen stellten immer eine Herausforderung dar. Und er liebte Herausforderungen. Nicht ohne Grund war er Aucklands erfolgreichster Transplantationschirurg.
Sie bemerkte seinen Blick, schaute jedoch nicht weg.
Was für Augen, wow. Große, dunkle, mandelförmige Augen, in denen ein Glitzern lag. War es Kummer? Oder eher Ärger?
Max lehnte sich über den Tresen zu Bill hin. „Wartet sie auf jemanden? Ist sie versetzt worden?“
Bill schüttelte den Kopf. „Nee, glaube ich nicht. Sie hat weder aufs Handy noch auf die Uhr geguckt.“
Gut, dachte Max. Also würde er niemandem auf die Füße treten. Diesen Männercode brach er nicht so leicht wie Mitch. Er hob sein Bier in ihre Richtung. „Harter Tag?“
„Und er wird von Minute zu Minute härter.“ Sie nahm ihr frisch aufgefülltes Glas und drehte ihm erneut den Rücken zu.
„Verstehe. Sie wollen also nicht reden, ja?“, meinte Max.
Sie fuhr herum und starrte ihn böse an. „Ach, wie kommen Sie denn darauf? Tut mir leid, aber mein Rücken ist heute nicht zum Plaudern aufgelegt.“ Wieder wandte sie sich ab, allerdings nicht ganz so weit wie zuvor.
„Passen Sie auf, dass Sie von all dem Hin-und-her-Drehen kein Schleudertrauma kriegen.“ Max betrachtete ihr Profil. Das erhobene Kinn, die zusammengepressten Lippen.
Aber auch die Andeutung eines Lächelns.
Eigentlich hatte er gehen wollen, doch das schwache Lächeln zog ihn an.
Da er sich grundsätzlich nicht gerne geschlagen gab, setzte er sich auf den Hocker neben sie. „Ist schon okay. Wir müssen nicht reden.“
„Ach, wirklich?“ Ihr Brustkorb hob und senkte sich schnell, als sie sich ihm zuwandte. Dabei berührte sie mit ihren schlanken Fingern einen Diamanten in Herzform, den sie an einer schmalen Silberkette um den Hals trug.
Mit ihren dunklen Augen musterte sie ihn von Kopf bis Fuß. „Sagen Leute so was tatsächlich? Kommt das aus ‚Billige Anmachsprüche für Anfänger‘?“ Sie hob die Hand. „Nein, warten Sie. Es ist eine Smartphone-App, richtig? ‚Lahme Sprüche, um jemanden abzuschleppen‘.“
„Autsch, wie grausam. Ich bin tödlich verletzt.“ Theatralisch griff sich Max ans Herz. „Eigentlich ist es von der Webseite ‚Versuche bloß, freundlich zu sein.com‘. Aber vergessen Sie’s. Ich lasse Sie in Ruhe.“
Sie wirkte erstaunt. „Nein, tut mir leid. Geben Sie mir noch einen Spruch.“
„Das war schon mein bester. Mehr habe ich nicht zu bieten.“ Mit einem Augenzwinkern holte er sein Handy heraus und flüsterte: „Schnell, helfen Sie mir. Wie hieß die App noch gleich?“
„Ja, klar. Als ob Sie das nötig hätten.“ Sie lachte. Das Glitzern in ihren Augen wirkte jetzt humorvoll. Ihre Mundwinkel zeigten klar nach oben. Obwohl sie es zu unterdrücken versuchte, hatte Max ihr dennoch ein Lächeln entlockt.
Er war richtig stolz darauf. Offenbar hatte sie ihren Spaß an solchen kleinen Wortgeplänkeln. Genau wie er. Die Wirkung ihres Lächelns auf seine Libido war geradezu verblüffend.
Sie zog die Augenbrauen hoch. „Sie haben doch sicher noch mehr Sprüche auf Lager? Ich sag Ihnen was: Probieren Sie sie an mir aus, und ich bewerte sie auf einer Skala von eins bis zehn. Dann muss keine andere Frau mehr unter den miesen Versionen leiden.“
„Na schön.“ Max trank einen großen Schluck Bier. Wenn das bedeutete, noch ein paar Minuten länger mit ihr zu lachen, warum nicht? Danach würde er auf die Tanzfläche gehen. „Der absolute Lieblingsspruch eines meiner Freunde war: ‚Hey, Süße, tun dir nicht die Beine weh, weil du die ganze Nacht durch meine Träume gelaufen bist?‘“
„Nein. Nein, auf keinen Fall. Wahrscheinlich ist sie vor einem Albtraum davongelaufen.“ Mit gespielt angewiderter Miene senkte sie den Daumen. „Das ist gruselig. Eine knappe Drei. So was sagt doch keiner, oder?“ Den Kopf leicht zurückgeneigt, lachte sie.
Wie gebannt hing sein Blick an ihrem zarten Hals. Max stellte sich vor, wie er die Mulde küsste, in der die Silberkette lag. Als die Unbekannte sich vorbeugte, fing er einen feinen Blumenduft auf.
Kopfschüttelnd meinte sie: „War das Ihr bester Versuch? Sie sind wirklich unglaublich schlecht in solchen Sprüchen.“
„Zum Glück hatte ich noch nie welche nötig.“
„Der schlimmste, den ich je gehört habe, war: ‚Ist dein Vater Bäcker? Weil du so hübsche Brötchen hast.‘“ Sie schnaubte verächtlich, nahm einen Schluck von ihrem Drink und zeigte dann auf ihr Gesicht. „Hey, Augen hierher!“
„Offenbar war er ein guter … Menschenkenner.“ Widerstrebend hob Max seinen Blick von der Rundung ihrer Brüste unter der schwarzen Bluse zu ihrem Mund mit seinem Lächeln. Die Schatten von eben waren verschwunden, und ihre Augen glänzten. Er hatte seine Aufgabe erledigt. „Im Ernst, vorhin haben Sie tatsächlich ausgesehen, als könnten Sie etwas Aufmunterung gebrauchen.“
„Und da wollten Sie den Job übernehmen? Wie süß.“ Ihre Augen verengten sich, während sie mit dem Finger auf ihn zeigte. „Aber ich bin ganz gut ohne Ihre Hilfe klargekommen. Sie sollten jetzt gehen. Vielen Dank.“
Hm, das war mal was Neues. Max hatte schon sehr lange keine Abfuhr mehr einstecken müssen.
Er spürte den Adrenalinschub in seinen Adern. Sein Instinkt sagte ihm, dass er und diese schöne Unbekannte eine Menge Spaß miteinander haben könnten. Und sein Instinkt irrte sich nur sehr selten. Also musste er sich wohl noch ein bisschen mehr anstrengen.
„Und trotzdem lächeln Sie gerade.“ Er streckte die Hand aus. „Ich heiße Max.“
„Max.“ Sie überlegte, wobei sie mit den Fingern schnippte. „Max … Max Maitland. Ah ja, dachte ich mir doch, dass ich Sie schon irgendwo gesehen habe.“
„Wo denn?“ Ihm war sie jedenfalls...




