E-Book, Deutsch, 350 Seiten
George Words in progress
1. Auflage 2026
ISBN: 978-3-6957-2343-0
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Gedicktes - Gedicht - Gedeck
E-Book, Deutsch, 350 Seiten
ISBN: 978-3-6957-2343-0
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Michael George wurde 1970 in Bremerhaven als Sohn geboren. 1976 bestand er an der Städtischen Nadischule im Münchner Olympiadorf die Schulreifeprüfung. Künstlerisch ist der Physiker ein unbeschriebenes Blatt, wenn man von seinen Gehsangsversuchen im frühen Schwermut Forest und der brandaktuellen Akte G absieht. Der Maxvorstädter haust in Schwabing Wildwest und lebt seit dreissig Jahren im Körper eines Fünfzigjährigen. Seine Doktorarbeit hat George nie abgegeben
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
ATEM
Buchbesuch
Ich war in einem Buch zu Besuch
Zarte Seiten war’n mein Tuch
Sie hüllten mich ein
Und knüllten mich klein
Darum bilde ich mir ein
Zartbesaitet zu sein
Ich nickte ein, sie knickten ein
Dann schickten sie mich heim
Sprachgefühl
Ich hab für manche Sprachen Gefühle
Doch für manches Gefühl keine Sprache
Wir mischen Zischen zwischen zwei Stühle
Fühlen Leere, besprechen die Brache
Skizzieren als würden wir Tusche tuscheln
Und wollen eher kuschen als kuscheln
Fragmentenfrage
Ich frage nach Fragmenten
Das Ganze ist mir zu groß
Zerreisse mit Zähnen und Händen
Den im Halse steckenden Kloß
Zitiere zitternd den Zierrat
Schöne Worte bar jeglichen Sinns
Erdmännchen sind eine Tierart
Und sind keine auf Erden - ich bins
Hunde die literabellen
Geschwollenes Heulen vom Wolf
Im Schafspelz auf Eisbärenfellen
Sind sie Generation X oder Golf?
Kleingedrucktes7
Steckt in diesem Briefe Tiefe
Oder sind die Zeilen flach
Bunte Bilder oder schiefe
Stille Wünsche oder Krach
Fensterumschlag spricht für Kühle
Produkte der Verwaltungsmühle
Sperr den Kasten wieder zu
Was bleibt bleibt?
Ein kleiner Druck im Schuh
Gedankenlaser (Lied)
Ich lass mir die Gedanken lasern
Aber nicht von Dir
Alle Tassen soll’n im Schrank okay sein
Vor allem voll von meinem Bier
Doch da ein edler Gegenstand
Klebt innen an der Schädelwand
Eine Plakette mit zwei Seiten
Einer echten, einer zweiten
Doch was ich am schönsten fand
Steht eingraviert am Riffelrand
Auf der Taille der Medaille
Auf der Metall-Medaillentaille
Ich lass mir meine Sinne schärfen
Dafür bin ich hier
Lern Eindrücke nach innen werfen
Und Ausdrücke raus zu Dir
Ich lass mir - Ich fass mir
In den Kopf
Alles zu - Ganz dicht
Dass nichts tropft
Das Zitat (Lied)
Ich zitiere - ich zitiere Deinen Atem
Ich zitiere Dein Ein und Aus
Ich zitiere Dein Ein und Alles
Inhallation - Inhallation
Inhallation - in Halluzination
Ich vermute, dass die Wörter, die uns weiter treiben
Manchmal unartikuliert in unserer Mitte bleiben
Dass die Wahrheit - ob in dicken oder dünnen Scheiben
Manchmal besser ist, als sie zu Krumen klein zu reiben
Information - in Formation
Information - in Form von Ton
Sagen wir, haben wir gewusst
Haben wir, klagen wir keine Lust
Stradivariweiss
Kunta Kintes Kantersiege kennt kein kleingehacktes Kind
So wie sowieso das meiste Meisenhirngespinste sind
Käthe Kollwitz soll was zeichnen
Was noch keiner je gesehn
Oder ihre Geige streichen
Stradivariweiss wär schön
Echolotzelot
Ich senke recht viel Lot
Um auch ohne Echo zu wissen, wo unten ist
Ich denke, ich seh Not
Wenn der senkbleierne Faden verschwunden ist
Ist Schwimmen tausend Meter über dem Grund
Wie Besteigen des Berges – und auch so gesund
Ist Betrachtung immer nur relativ tief
Und unter Talaren noch tausend Jahr Mief
Morgenlied (Lied)
Morgens um vier, wenn der Kopfhörer schrillt,
wenn die Stille nicht stillt, sondern mich grillt,
dann erscheint dieses Bild,
wird auf die Platte gerillt.
Die Saphiernadel zuckt wild,
wenn sie wieder die Lieder spielt.
Die Tätowiernadel zielt,
sticht ein Innenaugenbild,
öffnet die Schotten im Kilt,
damit vielleicht etwas schwillt.
Doch die Symptome sind mild –
bin wohl nicht gewillt.
Rolle runter (Lied)
Ich finde immer einen Weg,
schließlich sind die Ebenen schräg.
Und wenn ich mich mal beweg’,
ist das dafür ein Beleg.
Ich rolle runter
und fall mir vor den Fuß,
mal mein Profilbild bunter –
doch es ist nur das meines Schuhs.
Willst du auch mal malen – tu’s!
Ich hab die Wurzeln in der Luft,
doch ich blühe in der Gruft
und versprühe leichten Duft –
versprühe leichten Leichenduft.
DoReMi – morbido.
Ich finde immer einen Pfad
Über Gräben hilft Spagat
Oder ich bind mich aufs Rad
Mit einem heissen Draht
Ich rolle weiter
Hab mich längst überholt
Mal' mein Profilbild breiter
Fühle mich wie neu besohlt
Doch die Sohle ist verkohlt
Und mein Kompass umgepolt
Verkohlt - Verpolt
Was dann?
Hallo Storchkalifen
Euer Ort heißt Mutabor
Hallo ihr Schlaucholiven
Haltet dicht und stellt Euch vor:
Wenn Wüsten wüssten,
Was Wässer wissen,
Was Wälder wollten
Und Gelder sollten –
Dann … was dann?
Farbseher
Ich kann Millionen Farben sehn
Ein paar auch unterscheiden
Ich kenne grau und anthrazän
Und Mischungen von beiden
Ich gebe zu - es hängt auch ab
Von einer Laune die ich hab
Doch meistens hab ich keine
Dann kenn ich nur die eine
Finderfarben
Während Finderfarben variieren
Bleibt der Fund unscheinbar grau
Ein Spatz gefunden beim Spazieren
Macht den Finder nicht zum Pfau
Trotzdem kann er sich mit schmücken
Auch mit Spinnen und mit Mücken
Finderfarben, die entstehn
Wenn wir mit ihren Augen sehn
Wetterwette
Das Wetter hatte Glück mit mir!
Ich hatte kein Gespür dafür
Es war da draußen vor der Tür
Und ich weder im Jetzt noch Hier
Die Watte hatte mich in sich
Ach Wattebäuschlein: Täusch dich nicht
Du hülltest nur die Hülle ein
Ach was verstehst du schon vom Sein
Die Wette gilt: Nicht mehr als ich
In etwa gleich unter dem Strich
Ein Unentschieden krieg ich hin
Obwohl ich unentschieden bin
Verschwundert
In der Welt der waidwunden Wunder
Musst du achtsam beim Staunen sein
Scharfer Blick versenkt – sie gehen unter
Heiße Tränen – und sie gehen ein
Spitze Finger können sie zerkratzen
Lautes Loben lässt sie zerplatzen
Die Scherbenhaufen um mich sind tief
Sag: Wie bewundert man non-invasiv?
Mondmondmond
Der Mond steht im Zenit
Und strahlt hart wie Granit7
Das bin ich so vom Mond
Eigentlich nicht gewohnt
Beim letzten Mal da hatte
Sein Strahlen was von Watte
Das Weich von dichtem Staub
So ist es auch, ich glaub
Doch tut er nun so hart
Als wär das seine Art
Vogelhochzeit
Ich bin ein Synthizeisig mit Autotune,
gegen Zwischentöne autoimmun.
Fünfzig Schatten von Grau
sind mir fünfzig zu viel.
Meine Welt knallt lautbunt - wie Schablumen von Pril.
Ich bin die Schwalbe, die keinen Sommer macht,
die Lachmöwe, die nur im Keller lacht.
Traps, traps!
Ich bin die Nachti ohne Gallenstein,
die neben Bach stelzt – und andre fallen rein.
Näbel im Nebel
Die Nebel die wallten
Um die Näbel der Welten
Drumrum kalte Gestalten
Germanen und Kelten
Und Hunnen, die stellten
Sich auf - stolz - zur Nebelnabelschau
Doch im Nebel sind alle Näbel gleichgrau
Kausal oder der letzte Grund
Kausal ist kein Speiseraum
Kausal ist der Reisetraum
Mit Temperament verknüpft
Ein Frosch, der aus der Brühe hüpft
Widerwind
Wenn der Wind als Widersacher
Frisch tut weil er dagegen ist
Hol aus dem Spind der Liedermacher
Das was den Sinn von Wegen misst
Leg die Lieder auf die Lippen
Mach verständlich was verstaubt
Mit Leichtchritt gleich Gewichte wippen
Selbst verstanden selbst geglaubt
Brauoption
Nicht alle Biere, die ich nicht trank,
Wurden auch gebraut
Nicht jeder Blick, dem ich nicht standhielt,
Wurde auch geschaut
Nicht jeder Scheiß, den ich nicht...




