Liebe Besucherinnen und Besucher,
aufgrund unseres Sommerfestes sind wir am 03. September 2026 bis 14 Uhr erreichbar. Am 04. September 2026 sind wir wieder wie gewohnt für Sie da. Vielen Dank für Ihr Verständnis.
Ihr Team von Sack Fachmedien
E-Book, Deutsch, 308 Seiten
Reihe: tredition GmbH
Gerhard Lapin Flambé
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-347-27514-0
Verlag: tredition
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
(Flambiertes Kaninchen)
E-Book, Deutsch, 308 Seiten
Reihe: tredition GmbH
ISBN: 978-3-347-27514-0
Verlag: tredition
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Geboren als Hesse und früh in den Norden verschlagen, war Kindheit und früheste Jugend frei von wirklichen Sorgen bis zur Scheidung der Eltern. Dann begann die Gratwanderung zwischen Absturz und Normalität. Sie dauerte viele Jahre an. Sie war häufig grenzwertig und nur Zufälle ermöglichten mir ein normales Leben. Nach vielen Frauen, die die Auswirkungen der zu frühen Trennung von meiner Mutter, das Ausbleiben von Erziehung und Wertevermittlung und die damit verbundene Beziehungsunfähigkeit erleiden mussten und der intensiven soziologischen und psychologischen Auseinandersetzung mit mir selbst als Verwundetem, begegnete ich der Frau, mit der ich ewig leben wollte. Eine tolle Ehe, ein unfassbar traumhaft großartiges Kind und eine tiefgreifende Trennung später waren es wieder die Soziologie und die Psychologie, die mir helfen wollten, das Tal der neu entstandenen, verbitterten Einsamkeit zu verlassen. Wesentlich ruhiger und noch viel empathischer als je zuvor gestaltet nun Kreativität mein Leben und lässt mich weit über bisherige Grenzen hinaus Dinge denken, tun und schaffen. Läuft!
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Der Auserwählte
Die Begegnung
Ein ganz normaler Abend im Dezember, kaum gleich einem vorhergegangenen, wie sich später auf verwirrende Art und Weise herausstellen wird; und es geschieht das Unvermeidliche, das nie für möglich gehaltene, aber doch immer vorherbestimmte, erwartete, verfluchte Glück des Augenblicks in der Gestalt des tiefsten Unglücks. Und wie es geschieht, ist es wie die Erfüllung allen Sehnens, ist es der einzige Augenblick allen Wollens, der gemeinsame Sinn aller bisher gedachten Gedanken und das einzig gültige Argument für das Sein an sich und aller Werte des Lebens.
Aber, so wie die Geschicke des Lebens geregelt sind, zerstört so vortreffliches Glück jeden unglücklichen Menschen, der ohne sein wirkliches Zutun in den Bann der Gegebenheit an sich, in das Inferno der ihm fremden Gefühle und in den nicht enden wollenden Strudel der unverständlichen Wahrheit eines anderen bereits geraten ist. Und letztlich hat doch jede dieser armen Seelen die Möglichkeit der Anpassung und eigener Sichtweisen, die Chance des Reflektierens noch weit vor der endgültigen Verdammnis, deren schwarzes Schild die brutale Ignoranz allen Seins gegenüber allem Sein, in gleichgültiger Demut und für alle Ewigkeit ist.
Als ich aus dem Albtraum der Realität erwachte, war es vielleicht zu spät, um den betroffenen Menschen, es waren nicht viele, aber doch einige, das unvorstellbare Glück meines Erfahrens zu erläutern. Und so finde ich mich also, an diesem ganz normalen Abend im Dezember, ohne jeden Erklärungsversuch, in meinen Gedanken gefangen, nicht ahnend und nicht wissend, wer ich vor dieser Zeit war, was ich begehrte, kaum mich erinnernd an meine Rolle im Leben, doch immer träumend von ihr und haltlos treibend in einem Universum, das mir real bislang verborgen war und gleichgültig.
Scheinbar erwacht, gelöst und gerissen aus der bekannten Welt, beginne ich nach nicht bestimmbarer Zeit und langer Ohnmacht, endlich zu fühlen und zu denken. Und so ist es immer wieder betörend, wie sie meinen harten Stoß, begleitet von rhythmischem Wimmern, in eine weiche, weibliche Körperwelle der Leidenschaft überführt, um ihn dann endlich in ihren wohlgeformten Brüsten, als Beben der Liebe ausklingen zu lassen.
Ohne ihre Gelenkigkeit wäre dieses Erlebnis der Sinne kaum möglich, steht sie doch mit ihren fest geschlossenen Beinen fast senkrecht vor dem Tisch, mit ihrem knackigen Po an die Tischkante gelehnt und ihrem Oberkörper auf der Tischplatte liegend. So dringe ich in sie ein, von vorn, geführt von den Innenseiten der Schenkel, vorbei an ihren rosigen Lippen, hinein in ihre feuchte Spalte der völligen Hingabe, bald tief genug, um sicher die Bewegung zu spüren und bald vorsichtig zögernd, zur Liebkosung ihres Zentrums der Lust.
Verloren schweben wir dahin, um uns herum verschwimmen die blassen Gesichter und wir ergeben uns in unseren Taumel der Ekstase, wiegen uns im Glück der Vereinigung unserer Körper und Seelen, umhüllt von einer Mischung aus dem Duft unserer Liebe und dem Geruch französischer Küche. Losgelöst von allem Irdischen, nicht fähig, das Reale zu erleben, allein inmitten der vielen Menschen, die um uns herum sich geschart haben und teilweise zeternd, teilweise verstummt, stierend oder sich abgewandt lauschend, unserem Schauspiel hingeben müssen, sind wir eins mit den Tieren, sind wir eins mit den Engeln, eines klaren Gedankens nicht fähig, im Rausch der Sinne vergehend.
Es war nur ein Blick, ein einziger, kurzer Blick, über die Schulter meiner Frau und über das Feuer eines flambierten Kaninchens am Nachbartisch hinweg, hinüber zu diesem Wesen, nicht von dieser Welt, geboren aus der Tiefe der Sehnsucht und die Erfüllung aller Träume verheißend, in die sinnlichen Augen dieser elfengleichen Gestalt, die das Leben Vieler verändern sollte. Ich war in Gedanken schon längst auf sie zugegangen, nachdem sie meinen Blick erwidert hatte und nach ihrem Lächeln der Verheißung, das mich sofort nicht nur profund in meinem Herzen, sondern auch direkt im Zentrum meiner Lust getroffen hatte.
Eben noch in stumpfsinnige Gespräche verwoben, war ein neues, völlig unbekanntes „wir“ geboren, von einer Sekunde zur anderen gab es keine Menschen, keine bekannten Werte, keine Scham und keine Zurückhaltung mehr, sondern nur noch nacktes Verlangen und Gier nach Körper und Haut; den Wunsch zu sein, in ihr und nur noch in ihr, sofort.
Es vergingen nur wenige Minuten, die mir wie Stunden erschienen und in denen wir unsere Augen nicht mehr voneinander lösen konnten, gefangen waren in unseren Gedanken an ersten, zärtlichen Sex, als ich fast schmerzhaft das tierische Verlangen in mir wachsen spürte und fühlte, wie Unmengen von Blut in meinen Penis schossen. Dann stand sie auf, unerwartet, aber doch so sehr ersehnt, kam mit langem, wiegendem Schritt zu uns herüber, nicht eine Sekunde den Blick von meinen Augen weichend, wischte mit einer schwungvollen Bewegung das Geschirr von unserem Tisch und stellte sich, ich war inzwischen aufgesprungen und fühlte mein Herz hämmernd in den Schläfen, mit dem Rücken zum Tisch vor mich hin, die Lippen zum Kusse bereit.
Behutsam begann sie ihren kurzen, schwarzen Rock nach oben zu schieben, immer höher und höher, bis ich sehen konnte, dass sie, da sie nicht nur keine Strumpfhose, sondern auch keine Unterwäsche trug, rasiert war.
Ohne ein Wort öffnete ich meine Hose, ließ sie fallen und drang ein in die Verkörperung der Unendlichkeit des weiblichen Seins, behutsam, aber bestimmt, als sie mich zunächst küsste und dann ihren Oberkörper langsam nach hinten bog, bis er vollständig auf der Tischplatte lag.
Ich öffne ihre Bluse, sehe und berühre ihren traumhaft schönen Busen, während ich immer und immer wieder, begleitet vom leisen Beifallsklatschen unserer Körper, in sie eindringe.
Der Drink
Ich erinnere mich an meinen letzten Drink, es war ein „Mexicana Quemada“. Wie gern wäre ich dabei gewesen, als der spargeldünne Franzose ihn, meinen absoluten Favoriten, zubereitete. Ich lasse das Rezept noch einmal vor meinem inneren Auge erscheinen:
Zutaten:
| 2 cl | Tequila Gold |
| 2 cl | Tequila Silver |
| 3 cl | Orangensaft |
| 3 cl | Granatapfelsaft |
| 2 cl | Limonensaft |
| ½ cl | Rum (72%) |
| 1BL | Brauner Zucker |
| ½ BL | Chilipulver |
| 4 Blatt | Minze gehackt |
| 1 Prise | Muskat |
Minze im Shaker zerdrücken. Beide Sorten Tequila, O-Saft und Granatapfelsaft hinzugeben. Shake it. Glas (ca. 0,2 l) zu einem Drittel mit Crushed Ice, Chili- und Muskatpulver füllen. Die Mischung aus dem Shaker (ohne Minze) in das Glas geben. Halbe Limettenschale umstülpen und als Schiffchen aufsetzen. Zucker und Rum in das Schiffchen füllen. Anzünden. Servieren. (Der Drink schmeckt erst, wenn man das Schiffchen versenkt und den Drink gerührt hat.)
Und ich muss feststellen, kurz bevor ich aus der Erinnerung in das Leben zurückkehre, meine Augen wieder zu sehen beginnen und ich meiner Situation, in der ich zweifellos bin, wieder bewusstwerde, dass Franzosen keine Drinks zubereiten sollten, keine Drinks, niemals, und mit jeder Sicherheit nicht diesen.
Flambiertes Kaninchen
Wie unfassbar leidenschaftlich sie meine Bewegung aufnimmt und eins ist mit mir und meinem Gefühl, wird mir erst bewusst, als ich den Geruch gebratenen Kaninchenfleischs wahrnehme und fühle, wie unsere Körper auch diesen Geruch in gleichmäßige Schwingungen versetzt und wellenförmig durch den Raum treibt.
Diese Frau ist reines Glück. Aus ihr strömt die alles ergreifende Energie der Liebe und ihre Fähigkeit, den Körper wohl nach Belieben formen zu können, macht mich staunen. So dringe ich in sie ein, von vorn, geführt von den Innenseiten der Schenkel, erlebe intensivste Berührung nicht allein für mich, sondern mit ihr, durch sie und gleichsam gemeinsam.
Wie unwirklich selbst die Lampe über uns zu schimmern beginnt, fast mag ich denken, sie stellt sich ein auf unser Tun; will leuchten, wenn der Körper meiner Göttin zu beben beginnt und will ermatten, wenn sanfte Ruhe unsere Körper umspült.
Träumend schweben wir dahin, vergessen ist der Ort, an dem wir uns befinden, verloren ist die Zeit, die wir uns nicht hatten und nichts ist wirklich wahr, außer der Vereinigung unserer Körper und Seelen. Schemenhaft die Menschen, gefangen in ihren Welten, erfüllt von allen Zwängen, die sie nicht anders sein lassen...




