Gerhardt | Nordseeküsse und Meeresrauschen | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch

Gerhardt Nordseeküsse und Meeresrauschen

Ein Sylt-Liebesroman
1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-98778-164-3
Verlag: dp DIGITAL PUBLISHERS GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Ein Sylt-Liebesroman

E-Book, Deutsch

ISBN: 978-3-98778-164-3
Verlag: dp DIGITAL PUBLISHERS GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Eine neue Chance auf die Liebe … mit Meerblick
Der herzerwärmende Liebesroman vor der bezaubernden Kulisse Sylts

Die alleinerziehende Lehrerin Melanie hat keine Lust auf Beziehungen. Seit ihr Ex-Freund sie mit dem Baby sitzengelassen hat, glaubt sie nicht mehr an die wahre Liebe. Doch ihr Plan den Männern abzuschwören, gerät ins Wanken, als der attraktive neue Lehrer an ihrer Schule ihr Herz schneller schlagen lässt. Weil Robert neu auf Sylt ist, bittet er Melanie ihm die Insel zu zeigen. Dabei sind romantische Picknicks am Strand und salzige Küsse das Letzte, was Melanie gerade braucht … oder? Neu verlieben will sie sich auf keinen Fall. Und schon gar nicht in einen Kollegen!

Erste Leser:innenstimmen
„Zauberhafte Liebesgeschichte vor der wunderschönen Kulisse der Nordsee. Must Read für Sylt-Fans!“
„Ein echter Wohlfühlroman, der mein Herz hat höher schlagen lassen.“
„Die Gefühle von Melanie und Robert werden sehr einfühlsam beschrieben, schöner Liebesroman!“
„Versetzt in Urlaubsstimmung und sorgt immer wieder für ein Lächeln auf dem Gesicht.“



J. Gerhardt, Jahrgang 1988, liebte das Lesen bereits in ihrer Kindheit. Vor allem romantische Romane mit einem Hauch von Drama haben es ihr angetan. Da war es kein Wunder, dass sie über kurz oder lang selbst mit dem Schreiben anfing und ihre Gedanken einen Weg in den eigenen Roman gefunden haben. J. Gerhardt lebt mit ihrer Familie in einem Haus am Waldrand in einer Kleinstadt Niedersachsens.
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Kapitel 1


»Mama! Jetzt wach endlich auf. Ich komme zu spät zur Schule!«

Die Stimme meiner Tochter dringt wie durch einen Nebel zu mir hindurch. Ihre kleinen Hände rütteln an meiner Schulter, sodass ich nun vollends aus dem Schlaf gerissen werde. Müde drehe ich mich zu ihr um.

»Guten Morgen, mein Schatz. Wie spät ist es?«

Ich kann die Uhrzeit auf meinem Wecker nicht sehen, da Nina davorsteht und mir die Sicht versperrt. Schmunzelnd betrachte ich ihre blonden Zöpfe, die zerzaust und schief von ihrem Kopf abstehen. Heute hat sie sich die Haare selbst gemacht.

»Halb acht«, antwortet sie sofort. Erschrocken schlage ich die Decke zurück und falle beinahe aus dem Bett. Kichernd tritt Nina einen Schritt nach hinten.

»Mist. Ich habe den Wecker nicht gehört«, brumme ich und verziehe mich sogleich ins Badezimmer, wo ich mir notdürftig Wasser ins Gesicht spritze und meine Haare zu einem Knoten am Hinterkopf frisiere. Dann schminke ich mich in Windeseile, damit ich auf der Arbeit nicht zu übernächtigt aussehe. Meine Tochter kommt zu mir und setzt sich auf den Wannenrand. Mit der Zahnbürste im Mundwinkel drehe ich mich zu ihr um.

»Hast du dir die Zähne geputzt?«, frage ich sie. Nina nickt. »Und Frühstück?«

»Müsli«, antwortet sie sofort. Mit einem wehmütigen Lächeln betrachte ich meine Kleine. Sie ist mit ihren fast sieben Jahren viel zu erwachsen. Manchmal stimmt es mich traurig, weil meine Tochter schon früh gelernt hat, selbstständig zu sein. Dann bin ich wiederum verdammt stolz auf sie. Ich spucke die Zahnpasta ins Waschbecken, dann gehe ich zu Nina rüber und nehme sie fest in den Arm.

»Ich bin stolz auf dich, mein Schatz«, flüstere ich ihr ins Ohr und küsse ihre Stirn. Nina grinst mich breit an.

»Ich auch auf dich, Mama«, erwidert sie und drückt ihr Gesicht an meine Brust. Einen Moment verharren wir so, dann entlasse ich sie aus meiner Umarmung, sonst kommen wir tatsächlich zu spät zur Schule.

»Komm, ich richte mal deine Frisur. Danach müssen wir los.«

Nina nickt und löst einen ihrer Zöpfe, damit ich ihr die Haare kämmen und neu frisieren kann. Dann verlässt sie das Bad und holt den Schulranzen aus ihrem Kinderzimmer. Ich flitze zurück ins Schlafzimmer und zerre Bluse und Hose aus dem Schrank, schlüpfe hinein und greife nach meiner Handtasche.

»Willst du nichts essen?«, fragt Nina mit einem besorgten Gesichtsausdruck. »Ich habe dir ein Brot geschmiert.«

»Das nehme ich mit zur Arbeit«, erwidere ich und hole mir mein Frühstück aus der Küche, das ich in die Handtasche stecke. Gemeinsam mit Nina verlasse ich die Wohnung. Unten im Hof schließe ich mein Fahrrad auf und will mich schon zu meinem Kind herunterbeugen, um sie in den Kindersitz zu heben, als mir auffällt, dass sie ihren Helm nicht dabeihat.

»Oh, Mist. Warte kurz hier, ich hole deinen Helm.« Sofort stürme ich wieder die Treppen hinauf bis zur Dachgeschosswohnung, die meine Tochter und ich bewohnen. Im Flur finde ich ihren Helm unter einem Stapel Jacken und Pullover, die ich letzte Woche nicht weggeräumt habe. Nach Feierabend sollte ich endlich mal Ordnung schaffen, denn seit Tagen suche ich vergebens Notizbücher und Hefte, die ich für die Arbeit benötige. Auch Nina hatte sich beklagt, weil sie ihr Lieblingsstofftier nicht finden konnte. Als alleinerziehende Mutter ist es nicht immer leicht, Job, Haushalt und Kinderbetreuung unter einen Hut zu kriegen. Bisher habe ich die Situation jedoch irgendwie gemeistert, auch wenn mir manchmal alles über den Kopf wächst.

Seufzend schließe ich die Tür hinter mir und gehe zurück in den Hof. Bis Unterrichtsbeginn bleiben uns nur noch zehn Minuten, weshalb ich noch schneller als üblich in die Pedale trete. Vor dem Eingang der Grundschule verabschiede ich mich von meiner Tochter, die sogleich ins Innere des Gebäudes läuft.

Gähnend steige ich wieder aufs Fahrrad. Meine Schüler werden noch ein wenig auf mich warten müssen, auch wenn das Gymnasium, an dem ich unterrichte, nur wenige Minuten von Ninas Grundschule entfernt ist. Wäre ich gestern nicht über dreiundzwanzig verschiedenen Interpretationen von Goethes eingeschlafen, dann hätte ich heute bestimmt nicht verschlafen. Weil ich die Nachmittage mit meiner Tochter verbringen möchte, lege ich die Nacharbeit für meinen Unterricht stets in die späten Abendstunden.

Auf dem Schulhof angekommen, stelle ich das Fahrrad ab und eile durch die Flure zu meinem Klassenraum. Noch bevor ich von zu Hause losgefahren bin, habe ich einer Kollegin Bescheid gegeben, damit sie meine Klasse während meiner Abwesenheit vertritt.

»Guten Mo-«, beginne ich meine Begrüßung, die mir jedoch beim Betreten des Klassenraumes im Hals stecken bleibt. Ich mache zwei Schritte rückwärts, glaube schon, mich in der Tür geirrt zu haben, denn es ist nicht meine Kollegin Sabine, die ich im Raum antreffe, sondern ein mir unbekannter Mann.

»Ähm, Entschuldigung«, murmele ich und wende mich schon zum Gehen.

»Frau Konrad, wo wollen Sie denn wieder hin? Sie sind sowieso heute viel zu spät dran«, höre ich die Stimme des Schulleiters hinter mir. Er drängt sich an mir vorbei durch die Tür und bedeutet mir mit einem strengen Blick, ebenfalls den Klassenraum zu betreten. Irritiert sehe ich zwischen Werner und dem Fremden hin und her, der mir seinerseits seine Aufmerksamkeit schenkt. Ist er der neue Kollege, von dem alle vor den Sommerferien gesprochen haben?

So still war es in meiner Klasse noch nie, denn es murmelt eigentlich immer jemand. Doch jetzt ist das wilde Klopfen meines Herzens das einzige Geräusch, das ich wahrnehme. Ich bin aufgeregt, weil es mir vor meiner Klasse peinlich ist, zu spät gekommen zu sein. Das offene Lächeln des Mannes sorgt nicht gerade dafür, dass ich mich entspanne. Sein kantiges Kinn wird von einem Dreitagebart bedeckt, der das Lächeln noch attraktiver macht. Kleine Lachfältchen bilden sich um die dunkelbraunen, beinahe schon schwarzen Augen des Mannes, die mich sein Alter schwer schätzen lassen. Er ist groß und trägt ein dunkelblaues Hemd, dessen Ärmel er bis zu den Ellbogen hochgekrempelt hat. Dazu eine Jeans und Sneakers. Was mich an ihm jedoch am meisten beeindruckt, ist sein braunes Haar, das ihm in krausen Locken bis auf die Schultern fällt.

»Ich habe die Zeit Ihrer Abwesenheit genutzt, um Herrn Schuster vorzustellen. Er wird diesen Jahrgang zukünftig in Mathe und Biologie übernehmen, weil Frau Michels wegen längerer Krankheit ausfällt«, erklärt mir der Direktor, dem ich jedoch nur mit halbem Ohr zuhöre. Zu sehr bin ich von dem Anblick des fremden Mannes gefangen, der mir seine Hand entgegenhält.

»Freut mich wirklich. Ich bin Robert Schuster«, stellt er sich vor und sein Lächeln wird noch eine Spur breiter.

»Mel- Melanie Konrad«, stammele ich immer noch verwirrt. Seine Hand ist warm, der Händedruck fest, sodass meine Handinnenfläche direkt zu schwitzen beginnt. Beschämt lasse ich ihn los und wische mir die Hand so unauffällig wie möglich an meiner Hose ab.

»Gut, dann werden wir Sie nun nicht weiter stören und Sie Ihrer Klasse übergeben. Es ist sowieso schon zu viel Zeit verstrichen«, meint der Schulleiter, verschränkt seine Arme hinter dem Rücken und geht an mir vorbei zur Tür. »Kommen Sie, Herr Schuster, ich werde Sie auch noch den anderen Schulklassen vorstellen.«

»Ich freue mich auf jeden Fall auf die Zusammenarbeit.« Auch Robert will bereits zur Tür, dreht sich jedoch nochmals zu mir um. »Sie haben da noch Zahnpasta.«

Erschrocken wische ich mir mit dem Handrücken über den Mund, was Robert lachen lässt. Röte schießt mir in die Wangen, als wir uns einen Moment länger als nötig in die Augen sehen. Im Hintergrund höre ich verhaltenes Kichern meiner Schüler. Gott, wie peinlich!

Räuspernd trete ich einen Schritt zurück und auch Robert strafft die Schultern, bevor er den Klassenraum hinter dem Direktor verlässt. Im Kopf zähle ich bis zwanzig, um wieder zur Ruhe zu kommen, danach gehe ich zum Pult und lege meine Tasche drauf, als hätte es die vergangenen Minuten gar nicht gegeben. Dann stütze ich mich mit beiden Händen an der Tischplatte ab. Einerseits, um mich von diesem plötzlichen Herzklopfen abzulenken. Andererseits, um mehr Autorität auszustrahlen. Die Schüler sehen mich teilweise amüsiert, teilweise neugierig an, sodass ich mich nochmals räuspern muss.

»Guten Morgen«, begrüße ich sie endlich und ziehe die Hefte mit den Aufsätzen aus der Tasche. »Wir haben genug Zeit vergeudet. Nun sollten wir uns dem Ernst des Lebens stellen. Heute ist euer Glückstag, denn ich habe die Gedichtinterpretationen durchgesehen.«

Unzufriedenes Murren geht durch die Tischreihen und sofort ist mein peinlicher Auftritt von eben vergessen.

***

»Hast du ihn schon gesehen?«, fragt mich meine Kollegin Sabine während der großen Pause, nachdem ich mit meinem wohlverdienten Kaffee aus der angrenzenden Küche ins Lehrerzimmer komme. Seufzend lasse ich mich auf meinen Stuhl am Schreibtisch fallen, den ich mir mit Sabine teilen muss.

»Ja«, antworte ich knapp. Es ist offensichtlich, dass sie von Robert spricht.

»Und ist er nicht wahnsinnig attraktiv? Wäre ich bloß zehn Jahre jünger …« Sabines Augen bekommen dieses Funkeln, das ich nur zu gut kenne. So sieht sie immer aus, wenn sie ins Schwärmen gerät. Dabei ist das Objekt ihrer Begeisterung jedes Mal ein anderes. Ein schöner Mann, ein niedlicher Hundewelpe, eine neue Handtasche oder ein besonders interessantes Buch.

»O ja …«, entgegne ich bloß und puste in meinen Kaffeebecher. Robert ist unglaublich nett, unglaublich attraktiv, unglaublich sympathisch, unglaublich – keine Ahnung! Ich...



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