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Gerhardt | Traummänner bleiben nicht zum Frühstück | E-Book | www.sack.de
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Gerhardt Traummänner bleiben nicht zum Frühstück


1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-98637-547-8
Verlag: dp DIGITAL PUBLISHERS GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

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Kuchen, Küsse und andere Katastrophen
Der humorvolle Liebesroman mit viel Herz und Gefühl

Emma ist über ihren Exfreund hinweg. Wirklich. Diesem Mistkerl weint sie keine Träne mehr nach. Na ja, vielleicht noch eine. Oder auch zwei. Doch von Männern hat sie vorerst die Nase voll und eine neue Beziehung kommt sowieso nicht in Frage. Mit diesem felsenfesten Entschluss sollte ihr eigentlich der unbekannte Typ in der WG-Küche nicht gefährlich werden, der Emma plötzlich ins Wanken bringt. Paul stellt sich nämlich nicht nur als gewitzt und ziemlich gutaussehend heraus, er ist auch der letzte One-Night-Stand von ihrer Mitbewohnerin. Zum Glück ist er gar nicht Emmas Typ, denn er würde ihr vermutlich das Herz brechen. Doch als die beiden sich immer wieder über den Weg laufen, scheint es wie ein Wink des Schicksals …

Erste Leser:innenstimmen
„Der locker-leichte Schreibstil und die humorvolle Liebesgeschichte bieten ein großes Lesevergnügen!“
„Charmanter Liebesroman voller Chaos, Humor und Romantik.“
„Verliebt in den One-Night-Stand deiner Mitbewohnerin – witzige Romantic Comedy mit super sympathischen Charakteren.“
„Schöner Wohlfühlroman für entspannte Lesestunden.“



J. Gerhardt, Jahrgang 1988, liebte das Lesen bereits in ihrer Kindheit. Vor allem romantische Romane mit einem Hauch von Drama haben es ihr angetan. Da war es kein Wunder, dass sie über kurz oder lang selbst mit dem Schreiben anfing und ihre Gedanken einen Weg in den eigenen Roman gefunden haben. J. Gerhardt lebt mit ihrer Familie in einem Haus am Waldrand in einer Kleinstadt Niedersachsens.
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Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


Kapitel 1


-Emma-


»Also, ich an deiner Stelle würde ihn vergessen und aufhören, ihm nachzuweinen«, meint Rebecca, während sie einen perfekten Lidstrich zeichnet. So gut wie meine beste Freundin bekomme ich das nie hin. Ich kann froh sein, wenn ich mir bei dem Versuch nicht den Kajalstift ins Auge bohre.

»Ich weine ihm nicht nach«, wehre ich mich und verschränke die Arme vor der Brust.

»Machst du, Süße.« Rebecca dreht sich zu mir um und zeigt mit der Mascarabürste in meine Richtung. Seufzend lasse ich mich auf ihrem Bett nach hinten in die Kissen sinken, breite die Arme aus und starre an die Zimmerdecke. Ich weine wirklich nicht mehr. Zumindest ist es in den letzten Wochen deutlich besser geworden als zu Anfang, nachdem ich frisch von Stefan getrennt war.

»Wenn du ihn schon vergessen hättest, dann würdest du ganz sicher nicht in meinem Zimmer hocken, sondern heute Abend mit mir mitkommen. Es wird bestimmt lustig auf Lauras Party!«

Mit meint meine Freundin die alte Jogginghose und den Hoodie mit dem Glitzereinhorn, den ich trage. Und klar, Lauras Partys sind immer lustig, das bezweifle ich nicht, denn ich habe meine Mitbewohnerin und beste Freundin schon oft genug begleitet. Doch heute ist mir einfach nicht nach Ausgehen. Außerdem bin ich mit meinem Kumpel Marius verabredet. Er hat mir versprochen, einen Filmabend zu machen, um mich wegen der Trennung abzulenken. Einen gemütlichen Abend auf der Couch mit meinem besten Freund, dem ich die Ohren vollheulen kann. Okay, jetzt fürchte ich, Becks könnte doch recht haben. Ich sollte aufhören, mir so viele Gedanken wegen Stefan zu machen, und ihn endlich vergessen.

Ich drehe mich auf die Seite, stütze mein Gesicht in die Handfläche und beobachte Rebecca dabei, wie sie in ein hautenges, rotes Kleid steigt, das ihr nur ganz knapp bis zu den Knien reicht.

»Ich habe heute schon etwas vor, Becks. Das habe ich dir doch bereits gesagt«, bleibe ich standhaft. Aktuell Habe ich wirklich keinen Nerv dazu, mich genauso aufzubrezeln wie meine Freundin.

»Natürlich hast du das«, entgegnet Rebecca grinsend, dann kommt sie zu mir rüber.  »Hilfst du mir bitte mit dem Reißverschluss?«

Ich setze mich auf und schließe das Kleid.

»Ja, habe ich«, entgegne ich mit Nachdruck, denn das ist die Wahrheit. Ich freue mich, meinen besten Freund wiederzusehen.

»Sicher, Emma, ich kann mir deine Abendplanung schon bildhaft vorstellen. Du wirst dir mit Marius irgendeinen schlechten Liebesfilm ansehen und Kuchen essen. Ich kenne dich. Du solltest lieber rausgehen, um dich zu amüsieren, solange du noch jung bist. Wenn du immer nur mit Marius rumhängst, findest du keinen Mann fürs Leben.«

Ich schnaube. Einen Mann fürs Leben! Den hatte ich, bis ich vor zwei Wochen rausgefunden habe, dass er mich mit einer anderen betrügt. Stefan hat mich wirklich enttäuscht, weshalb ich erst mal die Nase voll von Beziehungen habe. Der Mann fürs Leben kann mir echt gestohlen bleiben.

Rebecca steigt in ihre roten High Heels und schnappt sich die Handtasche.

»Wer sagt, dass ich mit Marius nicht ins gehe?«, entgegne ich trotzig. Nur ungern würde ich zugeben, dass sie mit ihren Worten genau ins Schwarze getroffen hat.

»Natürlich! Aber da findest du eher einen passenden Mann für ihn als für dich selbst, Em.« Becks kichert, während sie sich noch einmal im großen Spiegel betrachtet. Da hat sie vermutlich recht. Aber das ist mir gleich, ich habe die Nase voll von Beziehungen! Ich erhebe mich vom Bett und folge meiner Freundin in den Flur, um sie zu verabschieden.

»Hab viel Spaß, aber übertreib es nicht wieder«, ermahne ich sie, während sie mich kurz umarmt.

Rebecca lacht. »Keine Sorge, Süße. Diesmal musst du mich nicht abholen. Ich nehme ein Taxi.«

»Meinst du, der Taxifahrer hält dir die Haare, wenn du dich übergeben musst?«, necke ich sie, und zum ersten Mal seit Wochen ist da wieder so etwas wie ein Lächeln in meinem Gesicht. Jetzt lacht meine Mitbewohnerin noch mehr.

»Nein. Das würde nur eine beste Freundin machen. Grüß mir Marius. Und wehe, morgen ist nichts von seinem Kuchen da, wenn ich ausgeschlafen habe!« Sie winkt, dann stöckelt sie schon die Treppe hinunter. Kopfschüttelnd ziehe ich die Wohnungstür hinter Rebecca zu und gehe in mein eigenes Zimmer.

Prüfend werfe ich einen Blick in den Spiegel und zupfe den Einhornpulli zurecht. Hat meine Freundin recht und ich sollte wirklich etwas Anderes anziehen? Ach was, für Marius muss ich mich nicht herausputzen. Marius mag mich auch in ausgebeulten Jogginghosen, mit zerzausten Haaren und Ringen unter den Augen. Genau deshalb ist er ja mein bester Freund.

Ich fahre mir mit den Fingern durch meine roten Haare, dann fasse ich sie zu einem Pferdeschwanz zusammen. Das Klingeln an der Wohnungstür kündet bereits meinen besten Freund an.

»Hey, Em«, begrüßt er mich und tritt in den Flur. »Du siehst richtig gut aus, dafür, dass du vor Kurzem verlassen wurdest. Ich hab’s mir schlimmer vorgestellt, als du ins Telefon geheult hast.«

»Ich habe nicht geheult, sondern geflucht«, korrigiere ich ihn. »Das ist ein kleiner Unterschied.« Wie sehr mich die Trennung immer noch mitnimmt, versuche ich mir nicht anmerken zu lassen. Natürlich habe ich geheult, mich jedoch bemüht, dies vor meinen Freunden zu verbergen, damit sie sich nicht allzu sehr um mich sorgen. Haben sie aber trotzdem. Marius war gerade im Urlaub auf Mallorca, als ich ihn mitten in der Nacht heulend aus dem Bett geklingelt habe. Und ich fürchte, ich habe ihn gestört, denn er war damals nicht allein auf seinem Hotelzimmer.

»Natürlich, Süße.« Marius zwinkert mir zu, während er mir ins Wohnzimmer folgt. »Aber keine Sorge, ich habe das beste Mittel gegen Liebeskummer dabei. Danach vergisst du den Kerl sofort.«

Fragend schaue ich ihn an. Erst jetzt bemerke ich, dass er einen Korb in der Hand hält, den er auf dem Couchtisch abstellt. Neugierig linse ich hinein.

»Eis, Alkohol und eine Schnulze«, verkündet er mit breitem Grinsen, als er den Korb auspackt. Er hat extra mein Lieblingseis von Ben & Jerry’s mitgebracht. Das mit den Keksen drin. Dazu eine Flasche Sekt und auf DVD. Gott, ich habe bei dem Film schon im Kino geheult wie ein Schlosshund, weil mich die Liebesgeschichte von Rosie und Alex so bewegt hat. Danach hat sich Marius gleich die DVD bestellt, da ihm der Film ebenfalls gut gefiel.

»Marius?« Ich sehe ihn mit großen Augen an.

»Ja?«

»Heiratest du mich?« Tränen steigen in mir auf, die ich nur schwer herunterschlucken kann. Er ist so lieb, dass es mir die Kehle zuschnürt. Nur ein wahrer Freund kommt mit Eis vorbei, um einen über seinen Liebeskummer hinwegzutrösten.

»Würde ich auf der Stelle, wäre ich nicht schwul. Dir fehlt da ein entscheidender Körperteil zwischen den Beinen, schon vergessen?«, antwortet er sanft und schließt mich in seine Arme. Schluchzend presse ich mein Gesicht in sein Shirt. Seine Wärme und Nähe tun mir gerade verdammt gut. Erneut lasse ich meinen Tränen freien Lauf und heule wie ein kleines Kind, um all den Kummer endlich loszuwerden. Ich habe Stefan wirklich geliebt …

Marius streicht mir beruhigend über den Rücken. »Komm, Em, setzen wir uns, ja? Wenn du dein Eis nicht bald isst, schmilzt es.«

»Ich mag’s sowieso lieber, wenn es ein wenig matschig ist«, entgegne ich und ziehe geräuschvoll die Nase hoch. Mein bester Freund kramt in seiner Hosentasche nach einem Taschentuch. Was würde ich dafür geben, einen Mann wie Marius kennenzulernen. Doch so einen gibt es vermutlich kein zweites Mal auf der Welt. Die besten Männer sind nun mal alle schwul oder schon vergeben.

»Alternativ hätte ich auch noch Brownies dabei, falls du kein Eis magst. Außerdem könnte ich uns heiße Schokolade mit Pfefferminzlikör machen. Schmeckt dann so wie heiße After Eight«, zählt Marius mit einem besorgen Blick auf, weil ich nicht aufhöre, zu schluchzen. Ich schenke ihm ein schiefes Lächeln und wische mir mit dem Handrücken über die Augen.

»Ich nehme den Likör. Ohne die Schokolade.«

»Zum Glück hast du deinen Humor nicht verloren, Em.« Lachend zaubert er den Likör aus seinem Korb, bevor er in der Küche verschwindet, um trotzdem Kakao für uns zu kochen. Ich stibitze einen Brownie und das Eis, dann setze ich mich mit meiner Beute aufs Sofa. Ich liebe es, wenn Marius jedes Mal leckeren Kuchen mitbringt. Er ist eben der beste Tortenbäcker, den ich kenne.

»Schmeckt himmlisch!«, schwärme ich nach dem ersten Bissen.

»Oh, das freut mich wirklich.« Er kommt zu mir rüber und drückt mir eine Tasse mit heißem Kakao in die Hand. »Dann merkt man also nicht, dass ich Avocado in den Teig gemischt habe?«

Fragend hebe ich eine Augenbraue und schaue erst ihn und dann den Brownie in meiner Hand an.

»Avocado?«

»Ja«, verkündet er stolz und setzt sich zu mir. »Habe das Rezept von der Arbeit. Mein Chef war auch ganz begeistert.« Marius backt für sein Leben gern, nicht nur auf der Arbeit. Sein Traum ist es, eine eigene Konditorei zu eröffnen. Deshalb macht er eine Lehre zum Konditor und nutzt seine Freizeit, um die tollsten Torten zu backen. Ein wenig beneide ich Marius darum, dass er schon so einen perfekten Plan hat, was seine Zukunft betrifft. Ich hingegen weiß noch nicht so recht, was ich mit meinem Leben anfangen soll. Mein Job als Buchhalterin in dem kleinen Malerbetrieb wird mich vermutlich auf Dauer nicht glücklich machen.

»Dass du auch immer Gemüse hineinmogeln musst.« Ich schüttele lachend den Kopf und stecke mir das letzte Stück Brownie in den Mund. Dann öffne ich die Eispackung und nehme...



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