Gerland | The Anatomy of Snowflakes | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 357 Seiten

Gerland The Anatomy of Snowflakes

Fake Dating New Adult Romance im winterlichen Amsterdam
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-646-61180-9
Verlag: Cove Story
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Fake Dating New Adult Romance im winterlichen Amsterdam

E-Book, Deutsch, 357 Seiten

ISBN: 978-3-646-61180-9
Verlag: Cove Story
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



**Fake Dates, Schneeflocken und Gefühle, die alles verändern**  Clara und Xeno sind beste Freunde - definitiv kein Paar. Die Bitte ihrer WG-Mitbewohnerin, eine Fake-Beziehung einzugehen, um ihren eifersüchtigen neuen Freund zu beruhigen, scheint deshalb mehr als absurd. Und doch stimmen Clara und Xeno zu ... Was kann schon schief gehen? Zwischen gemeinsamen Stunden im Amsterdamer Weihnachtsdorf, inszenierten Doppeldates und Nächten im selben Bett knistert es dann aber plötzlich gefährlich echt ...  Eine mitreißende New Adult Romance im winterlich-weihnachtlichen Amsterdam.  //»The Anatomy of Snowflakes« ist ein in sich abgeschlossener Einzelband.// 

Lisa Gerland wurde 1997 in einem Dorf in NRW geboren und lebt dort mit ihrem Mann und Sohn. Ideen zu neuen Geschichten sammelt sie am liebsten bei langen Spaziergängen. Ihre Bücher leben von unvollkommenen Figuren, atmosphärischen Settings, Drama und einer Prise Spice. Wenn sie nicht schreibt, bloggt sie auf ihrem Instagram-Account @lisascupoftea über Bücher, fotografiert oder postet auf ihrem TikTok-Kanal @lisagerland Videos.
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Autoren/Hrsg.


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Kapitel 1 Clara


»Lass uns ehrlich sein: Das mit uns wird nichts. Da ist kein Funke«, sagt er, während sich neben uns die Weihnachtsbeleuchtung in der Gracht spiegelt.

Es hätte der perfekte Abschluss eines romantischen Abends sein können. Doch so ist es leider nicht.

»Findest du?«, frage ich, obwohl ich weiß, dass er recht hat. 

Dass die Chemie zwischen uns nicht stimmt, habe ich schon bei unserem ersten Date bemerkt. Beim zweiten und dritten Treffen mit Abel wurde es nur umso klarer, und allein, dass dieses vierte und offenbar finale Date stattgefunden hat, grenzt schon an ein Wunder.

Warum noch mal habe ich eingewilligt? Allerdings … welche Wahl hatte ich schon? Mich erneut in das Haifischbecken der Dating-Apps zu stürzen, zum hundertsten Mal in Chats Fragen zu meinem Studiengang, meiner Lieblingsfarbe und der Anzahl meiner Geschwister zu beantworten, um das Ganze dann in einem mittelmäßigen Treffen gipfeln zu lassen? Ewig auf der Suche nach der großen Liebe? Ich bin es leid. So, so leid. Doch allein zu sein, nervt mich noch viel mehr.

Vielleicht geht es Abel genauso, denn in seinem Blick liegt echtes Bedauern.

»Tut mir leid, Clara. Ich denke bloß«, er macht eine Pause, »wir sollten unsere Zeit nicht mit einer Person verschwenden, mit der wir uns keine langfristige Beziehung vorstellen können.«

Wie viel Zeit will sich der Richtige denn für mich lassen? Bei meinem Glück lebt mein Seelenverwandter nicht in Amsterdam, sondern auf einem anderen Kontinent oder gar Planeten.

»Ich weiß.« Es widerstrebt mir, es auszusprechen, doch leider liegt er völlig richtig.

Neben uns läuft ein Pärchen Hand in Hand. Das Mädchen kichert und hält ihrem Freund ihre mit Schokolade und Marshmallows überzogene Stroopwaffel zum Abbeißen hin.

Nur mit Mühe vermeide ich ein Augenverdrehen. Es ist nicht so, dass ich Romantik nicht mag. Eigentlich bin ich ein bekennendes RomCom-Fangirl, aber jetzt und hier, zu Beginn der Weihnachtszeit, während Abel mit mir Schluss macht, obwohl wir nie zusammen waren … da kotzen mich alle Verliebten einfach nur an.

Ich atme durch, versuche, den Neid in mir zu bündeln und aus meinem Körper zu schwemmen, doch es reicht nur für eine winzige Erschütterung, als würde man einen Stein ins Wasser der Singelgracht werfen. Mein Blick fällt kurz auf den von Lichtern gesäumten Kanal direkt vor der Haustür unserer WG. Vielleicht ist dessen Name schuld an meinem katastrophalen Dating-Leben.

»Wir sollten uns nicht mehr treffen.« Abel wechselt unruhig von einem Bein aufs andere. Offenbar ist ihm das Gespräch unangenehm. »Aber du bist wirklich wahnsinnig toll!«

»Danke, du auch«, antworte ich. Ich kann kaum noch zählen, wie häufig ich diesen Satz in den letzten Jahren bereits gehört habe. Wenn ich angeblich so toll bin, wieso bin ich trotz zahlreicher Dates dann immer noch single? Ich unterdrücke ein Seufzen. Jetzt ist nicht der Zeitpunkt, um in Selbstmitleid zu versinken. 

»Ich sollte dann mal hochgehen. Mir wird kalt.« Demonstrativ verschränke ich die Arme vor der Brust.

»Ja klar. Ich möchte dich nicht länger aufhalten.« Abel zögert, sieht mich an und umarmt mich dann halbherzig. »Es war schön, dich kennengelernt zu haben, Clara. Ich hoffe, du findest jemanden, mit dem du glücklich werden kannst.«

»Das wünsche ich dir auch«, antworte ich, und es ist vermutlich das Aufrichtigste, was ich an diesem Abend zu ihm gesagt habe. Auf dem Papier stimmt bei Abel vieles: Er ist empathisch, intelligent, hat einen Job, eine Wohnung und ein Herz für Hunde, doch unsere Dates haben sich immer eher wie Geschäftsmeetings angefühlt. Auch wenn es mit uns nichts wird, wünsche ich ihm nur das Beste. »Schönen Abend noch.«

Abel wartet, bis ich den Schlüssel ins Schloss gesteckt habe und eingetreten bin.

Ich schenke ihm noch ein letztes Lächeln, bevor ich die Tür zwischen uns zufallen lasse, schließe die Augen und fahre mir über die eiskalten Wangen, bevor ich einen kurzen Fluch ausstoße.

Obwohl Abel und ich nicht zusammenpassen, habe ich mir erhofft, wenigstens dieses Weihnachten einen Partner an meiner Seite zu haben. Denn eines ist klar: Es ist zwar die schönste, aber für manche auch die einsamste Zeit des Jahres.

Nachdem ich mich wieder gesammelt habe, gehe ich die Treppe hoch. Unsere WG befindet sich im zweiten Stock des schmalen, auf Holzpfählen erbauten Hauses.

Schon als ich die Tür öffne, schallt mir Smillas Geschrei entgegen.

»… und ich hätte dir niemals trauen dürfen.«

»Helene, sieh mich an. Du bist alles für mich. Ich liebe dich.« Xeno liest den dramatischen Text viel zu gelangweilt vom Zettel ab, als ich das Wohnzimmer betrete. Man kann es ihm wohl nicht verübeln. Wir alle haben schon zu häufig unfreiwillig bei Smillas Proben aushelfen müssen. Sie träumt davon, an einer renommierten Amsterdamer Schauspielschule angenommen zu werden.

Smillas Unterlippe bebt. Sie zittert. Würde ich nicht wissen, dass es gespielt ist, hätte ich Mitleid mit ihr.

»Du hast mich schon so oft verletzt, Felix.«

»Ich werde dir nie wieder wehtun. Das verspreche ich dir. Ich will bloß nicht, dass du gehst.«

Ich bleibe im Türrahmen stehen und beobachte das merkwürdige Zusammenspiel aus Smillas überschäumenden Gefühlen und Xenos monotonem Gemurmel.

Malia entdeckt mich als Erstes und winkt mir von der Küche aus grinsend zu. Ihr Gesicht ist gesprenkelt mit Mehlflecken und in ihren dunkelbraunen Haaren entdecke ich etwas Teig. Sie bedauert es oft, dass sie die Locken ihrer lateinamerikanischen Mutter und nicht den Afro ihres Vaters geerbt hat. Malias neueste Obsession ist das Brotbacken. Vermutlich wird dieses Hobby – wie auch alle anderen zuvor – nicht lange bestehen bleiben. Xeno und ich haben bereits eine Wette darüber abgeschlossen, wann sie die Lust daran verlieren wird.

»Ich«, Smilla atmet zitternd aus, »kann einfach nicht. Dein Vater würde nie erlau–«

Sie hält inne, als sie mich entdeckt. Die Dramatik entweicht ihr wie die Luft einem Ballon, in den man ein Loch gestochen hat. Sie lächelt mich an und streicht sich die aschblonden Haare nach hinten, die ihr während ihrer Performance ins Gesicht gefallen sind. »Hey, Clara.«

Xeno dreht sich auf dem Sofa zu mir um und lächelt ebenfalls. »Hey, du.«

»Wie war dein Date?«, will Malia wissen, umrundet die Küchenzeile und setzt sich auf das Polster des Sitzfensters, von dem aus wir einen Blick auf die Gracht und die Fußgängerzone haben.

Bei der Einrichtung unserer vier Wände war Smilla die führende Kraft. Als Influencerin für Mode und Interieur ist es quasi ihre Gabe, Räumen Gemütlichkeit zu verleihen. Und meiner Meinung nach ist ihr dies mit der strategisch durchdachten Mischung aus beigem Sichtbeton, Holz, Unmengen an Vasen mit Trockenblumen und meinen gerahmten architektonischen Zeichnungen gelungen. So wirkt auch der schmalste Teil unserer Wohnung großzügig geschnitten.

Ich entledige mich meiner Schuhe und des Mantels, bevor ich mich zu ihnen auf die beige Couch fallen lasse. »Wir wollen uns nicht mehr treffen.«

Smilla stützt die Hände empört in die schmale Taille. »Wieso das denn? Er war doch sehr nett.«

»Ja, aber …«, ich zucke mit den Schultern, »es hat einfach nicht gepasst.«

»Das tut mir leid für dich, Evoli.« Der Blick aus Xenos braunen Augen ist sanft. 

Evoli nennt er mich, seit uns Malia vor zwei Jahren in einen Secondhandladen – eine ihrer damaligen Obsessionen – geschleppt und mir spaßeshalber einen Pelzschal umgelegt hat. Xeno fand, dass ich damit, in Kombination mit meinen großen Augen, den hellbraunen Haaren und den leicht abstehenden Ohren, aussehen würde wie das süße Pokémon. Es ist albern, aber mir gefällt der Name.

Er legt mir seine Hand auf den Rücken. Seine Berührung tut gut.

»Schon okay«, sage ich. »Es ist besser so.«

»Ich verstehe nicht, wieso du dir die ganzen Dates immer wieder antust.« Malia seufzt schwerfällig. »Neue Leute kennenzulernen ist so anstrengend.«

»Weil ich den Richtigen finden will«, antworte ich.

Xeno nimmt seine Hand von meinem Rücken und lehnt sich mit seiner schlanken Gestalt nach vorn, um sein Glas vom Wohnzimmertisch zu nehmen. Er trinkt einen kräftigen Schluck, wobei sein Adamsapfel hüpft.

»Wäre es nicht schöner, wenn sich so etwas natürlich entwickeln würde … und nicht so gezwungen?«, bringt Malia...



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