Gerland | When the Movie ends | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 370 Seiten

Gerland When the Movie ends

Romantic Suspense zwischen True-Crime YouTuberin und geheimnisvollem Verdächtigen
24001. Auflage 2024
ISBN: 978-3-646-61107-6
Verlag: Impress
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Romantic Suspense zwischen True-Crime YouTuberin und geheimnisvollem Verdächtigen

E-Book, Deutsch, 370 Seiten

ISBN: 978-3-646-61107-6
Verlag: Impress
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Um die Reichweite ihres True-Crime-YouTube-Kanals auszubauen, will Imogen selbst einen Todesfall aufklären. Damit, dass sie sich in einen möglichen Verdächtigen verliebt und viel zu tief in Intrigen verwickelt wird, hat sie nicht gerechnet.   Vor drei Jahren starb die Schülerin Caroline beim Sturz vom Dach eines alten Kinos. Um mehr über den rätselhaften Tod herauszufinden, reist Imogen selbst in die Kleinstadt Saltcreek. Schnell findet sie Anschluss bei Carolines ehemaliger Freundesgruppe und auf diesem Weg einen Job in dem alten Kino. Perfekte Voraussetzungen, um ihre Ermittlung auf YouTube zu teilen. Doch ihre neuen Bekanntschaften scheinen mehr über Carolines Tod zu wissen, als sie zugeben wollen - allen voran der attraktive Dash, der sich gegenüber Imogen von Anfang an feindselig verhält. Und ihr dann wieder verwirrend nah kommt ...   Spannende True-Crime Romance mit idyllischem Kleinstadt-Setting und einer geheimen Mordermittlung.   //»When the Movie Ends « ist ein in sich abgeschlossener Einzelband.// 

Lisa Gerland wurde 1997 in einem Dorf in NRW geboren und lebt dort mit ihrem Mann und Sohn. Ideen zu neuen Geschichten sammelt sie am liebsten bei langen Spaziergängen. Ihre Bücher leben von unvollkommenen Figuren, atmosphärischen Settings, Drama und einer Prise Spice. Wenn sie nicht schreibt, bloggt sie auf ihrem Instagram-Account @lisascupoftea über Bücher, fotografiert oder postet auf ihrem TikTok-Kanal @lisagerland Videos.
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Kapitel 1


Das flackernde Licht einer Kerze erhellt meine ansonsten stockfinstere Wohnung. Ich ziehe meine Beine an die Brust, als die schaurig-schöne Melodie einsetzt, die mir eine Gänsehaut verursacht. Ich liebe mein Intro. Verschiedene Schwarz-Weiß-Bilder wechseln sich ab, bis der Bildschirm meines Laptops schwarz bleibt. Wie ein Blitz in einer sternlosen Nacht taucht plötzlich mein Gesicht auf. Mein verschwörerisches Lächeln habe ich zuvor wochenlang im Spiegel geübt.

»Hallo und herzlich willkommen bei einer neuen Folge von Mord bei Kerzenschein«, säuselt mein Video-Ich. Hinter mir brennen zahlreiche künstliche Kerzen – die Namensgeber für mein True-Crime-Format. »Ich bin Imogen und habe auch diesen Donnerstag wieder einen Kriminalfall herausgesucht, bei dem euch das Blu-«

Ich stoppe die Aufnahme und sehe fragend zu Aurora. »Wie findest du mein neues Intro?«

Meine Schwester und Mitbewohnerin verzieht den Mund. »Ich denke, dass du mir irgendwann einen Herzinfarkt bescheren wirst, wenn du mich weiterhin zwingst, mir um ein Uhr morgens so gruselige Sachen anzusehen.«

»Da ist doch gar nichts Gruseliges passiert«, ziehe ich sie auf. »Da waren nur ein paar Bilder von Friedhöfen, Polizeiabsperrband, Wäldern und Fingerabdrücken.«

Sie grinst. »Müsste ich, als deine dich liebende kleine Schwester, jetzt antworten: Dein Gesicht ist schon gruselig genug?«

»Ha Ha«, gebe ich freudlos von mir, kann jedoch ein Grinsen nicht unterdrücken. »Aber jetzt mal im Ernst: Findest du das Intro ansprechend?«

Aurora schiebt sich seufzend eine ihrer schwarzen Haarsträhnen hinter das Ohr. Die glatten, dunklen Haare haben wir beide von unserer Mom geerbt. »Es wirkt professionell und wird bestimmt die Leute ansprechen, die auf so was stehen.«

Ich atme erleichtert auf. Nachdem ich die ganze Woche damit zugebracht habe, mein neues Intro zu perfektionieren, hätte ich mir nicht leisten können, noch mehr Arbeit darein stecken zu müssen. Schließlich soll bereits morgen mein wöchentliches Video auf YouTube online kommen. Allerdings habe ich das erst zur Hälfte geschnitten.

»Ich kann mit diesen Gruselgeschichten trotzdem nichts anfangen.« Sie nimmt sich die Fernbedienung vom Couchtisch und schaltet die Deckenlampe wieder ein.

Wie ein Vampir, der vor der Sonne zurückschreckt, kneife ich die Augen zusammen, als das Licht unser in Beige und Weiß eingerichtetes Wohnzimmer erhellt. Wie konnte ich es nur zulassen, dass Aurora freie Hand über die Einrichtung unserer WG bekommt?

»Das sind keine Gruselgeschichten«, belehre ich sie, während sich meine Augen langsam an die Helligkeit gewöhnen und ich die Holzpaneele an der uns gegenüberliegenden Wand erkenne, die Aurora unbedingt hat anbringen wollen. »Bloody Mary wäre beispielsweise eine Gruselgeschichte. Ich hingegen berichte von realen Kriminalfällen.«

Meine Zwillingsschwester verdreht die Augen. »Jedenfalls ist beides zu gruselig für mich.«

Ich klappe meinen Laptop zu und lasse mich auf dem beigen Monster von Couch zurücksinken. »Wieso bist du bloß so ein Angsthase?«

»Weil du unsere gesamte Kindheit lang immer auf dumme, waghalsige Ideen gekommen bist, von denen ich dich abhalten musste. Weißt du noch, als wir zwölf waren und du dich unbedingt nachts aus unserem Zimmer schleichen wolltest, um zu dieser gruseligen verlassenen Lagerhalle zu gehen? Mann, Imogen, das war dämlich.«

»Natürlich weiß ich das noch.« Ich knirsche missmutig mit den Zähnen. »Deinetwegen hatte ich eine Woche Hausarrest. Du musstest es ja unbedingt Mom und Dad erzählen.«

»Ohne mich wärst du bei all deinen Dummheiten schon lange tot.« Aurora erhebt sich von der Couch und geht in die Küche.

Ich folge ihr. »Jetzt übertreibst du aber.«

Sie sieht mich mit erhobener Braue an, während sie sich ein Glas mit Leitungswasser füllt. »Denkst du das? Weißt du noch, als wir acht waren und du zu diesem zwielich-«

Ich hebe die Hände. »Schon gut. Das hältst du mir schon viel zu lange vor.«

»Zu Recht.« Sie hievt sich auf die marmorierte Küchenarbeitsplatte. »Ich hätte vermutlich schon damals wissen müssen, dass du deinen Hang zu Horror zum Beruf machen würdest. Und siehe da, es hat geklappt. Du bist berühmt dafür.«

»Ich bin nicht berühmt«, widerspreche ich ihr und nehme mir eine Tasse aus dem Regal.

»Fast eine Million Abonnenten auf YouTube und zahlreiche Follower auf Instagram und TikTok würde ich schon als berühmt bezeichnen.«

»713.000 Abonnenten sind nicht fast eine Million. Dazu fehlen leider noch einige. Außerdem gibt es auf YouTube einen Haufen anderer True Crime Creator und Creatorinnen, die viel bekannter sind als ich.«

»Na und?« Aurora zuckt mit den schmalen Schultern. »Der Erfolg anderer schmälert doch nicht deinen.«

»Natürlich nicht«, erwidere ich, stelle meine Tasse unter die Kaffeemaschine und schalte sie ein. »Trotzdem bin ich in der Szene kein großes Licht.«

Gluckernd fließt die dunkle Flüssigkeit in meine Tasse.

Aurora wirft mir einen tadelnden Blick zu. »Wirklich? Kaffee um diese Uhrzeit?«

»Ich muss noch das Video zu Ende schneiden.«

Sie schüttelt nur den Kopf. Vermutlich weiß sie, dass sie mich zwar in unserer Kindheit von so etwas hat abhalten können, doch das nicht mehr funktioniert, seitdem wir nicht mehr bei unseren Eltern wohnen. »Es kommt ja eigentlich auch gar nicht auf die Zahlen an. Du bist gut darin und das wissen die Leute, die dir folgen. So gut, dass du jetzt schon davon leben kannst. Wie viele schaffen das?«

Erschöpft fahre ich mir über die Augen. Langsam kriecht die Müdigkeit in mich wie Insekten in einen verwesenden Körper. Ich schiele zur Maschine, aus der die letzten Tropfen meines Kaffees ihren Weg in die Tasse finden. »Um weiterhin davon leben zu können, muss ich jedoch relevant bleiben. Und das schaffe ich nur, wenn genügend Leute meine Videos schauen. Bloß die Kriminalfälle gut erzählen zu können, reicht da manchmal nicht, wenn die großen Creator und Creatorinnen bei spannenden, neuen Fällen immer schneller sind.« Ich seufze. Schwer und lange. »Und mein letztes virales Video ist schon ewig her. Das war das über den Guillotine-Killer.«

Aurora schlingt mit sichtlichem Unbehagen ihre Arme um sich. »Ich werde dir nie verzeihen, dass du mir Bilder dazu gezeigt hast.«

Ich nehme die Zuckerdose aus dem Schrank und gebe einen Löffel in das nachtschwarze Gebräu. »Die waren doch zensiert.«

»Und trotzdem verfolgen sie mich noch Monate später in meinen Träumen.«

»Sorry.« Der herbe Kaffeeduft breitet sich in der Küche aus und ich atme tief ein. »Nächstes Mal zeige ich dir nur noch Bilder von Einhörnern unter Regenbögen.«

Aurora zeigt mir den Mittelfinger, doch ihr Grinsen verrät, dass sie mir nicht böse ist. »Manchmal glaube ich, dass sie dich im Krankenhaus vertauscht haben müssen.«

»Die Regenwolke in einer Familie von Sonnenstrahlen«, ergänze ich und nehme einen Schluck meines Kaffees, der viel zu heiß auf meiner Zunge brennt.

»Das trifft es gut … wobei … Granny hat letztens auch schon mit diesem Gruselkram angefangen.«

Ich blinzle verwirrt und setzte meine Tasse ab. »Granny steht auf True Crime?«

Unsere Großmutter ist vieles: Exzentrisch, mutig im Umgang mit Farben (die Farbpalette ihres Kleiderschranks ist vermutlich der Gegensatz unserer Einrichtung), promiskuitiv und nicht auf den Mund gefallen, doch sie hat noch nie erwähnt, dass sie ebenfalls an der Recherche zu Kriminalfällen interessiert ist.

»Wenn es sich um einen Fall aus ihrer Stadt handelt, dann schon.«

Ich verdrehe die Augen. »Ist etwa der Hund der Bürgermeisterin wieder entlaufen? Oder hat im Supermarkt jemand eine Packung Chips mitgehen lassen?«

Aurora sieht mich verschwörerisch an. »Weder noch. Ich spreche von Mord.«

»Mord?«, wiederholte ich ungläubig.

»Na ja, zumindest ein möglicher Mord«, verbessert sie sich. »Sie hat mir heute Vormittag davon erzählt, als wir telefoniert haben.«

Ich runzle die Stirn. »Ich habe nichts von einem möglichen Mord in Saltcreek mitbekommen. Und der Buschfunk in der True Crime Community ist normalerweise schnell.«

Aurora senkt die Stimme, als befürchte sie, uns könne jemand hören, obwohl wir alleine sind: »Das liegt daran, dass es nicht offiziell...



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