E-Book, Deutsch, Band 40, 442 Seiten
Reihe: Classica Monacensia
Gerolemou Bad Women, Mad Women
1. Auflage 2011
ISBN: 978-3-8233-7580-7
Verlag: Narr Francke Attempto Verlag
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
Gender und Wahnsinn in der griechischen Tragödie
E-Book, Deutsch, Band 40, 442 Seiten
Reihe: Classica Monacensia
ISBN: 978-3-8233-7580-7
Verlag: Narr Francke Attempto Verlag
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
Das deviante weibliche Verhalten in der griechischen Tragödie wird in zwei Gruppen von Frauen gefasst, nämlich in Frauen, die von ihrer Gender-Rolle sich entfernen (s. aischyleische Klytaimestra, euripideische Medea) und dabei männliche Verhaltensräume usurpieren, und Frauen, die ihre weibliche Rolle übertrieben ausleben (s. sophokleische Deianeira). Beide Gruppen abweichenden weiblichen Verhaltens werden von zugeschriebenem Wahn begleitet, der szenisch ebenfalls gestaltet wird. Denn das weibliche Herauskommen aus dem Oikos und Hereintreten in die Bühne korrelieren gewöhnlich mit dem weiblichen Wahnsinn, der kodierte Gender-Rollen verletzt. Dieser Wahn ist, anders als der gottgeschickte männliche Wahn eines Aias oder Herakles, ein soziales negatives Etikettieren, das zur Festigung der Geschlechternormen führt. Andererseits aber bietet dieser Wahn den Frauen einen von dem Patriarchat unabhängigen Aktionsraum, wo sie eine originale weibliche Rede und Verhaltensweise aufzeigen, ohne lediglich, wie die ältere Forschung es wollte, das Andere für den Mann zu spielen. Der weibliche Wahn eröffnet ebenso für das Publikum einen Ort, auf den Fehlbarkeit, Mangel, Krankheit projiziert werden, die in der Hinterfragung verfestigter sozialer Vorstellungen ihrerseits Veränderungen im sozialen Pakt denkbar machen.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
1;Vorwort;8
2;Inhaltsverzeichnis;9
3;1 Einführung;12
3.1;1.1 Themastellung;12
3.2;1.2 Forschungsüberblick: Das gefährliche Weibliche in der griechischen Tragödie;18
3.3;1.3 Verrückte Frauen;23
3.3.1;1.3.1 Weiblicher sozialer Wahnsinn;23
3.3.2;1.3.2 Rollenentfremdete und rollenauslebende Frauen;31
3.4;1.4 Türen als Schwachstellen: Die räumliche Einbettung des Wahnsinns;37
3.4.1;1.4.1 Weibliche Exodoi;37
3.4.2;1.4.2 Männer unterwegs;85
4;2 Aischylos' Klytaimestra als "career woman";92
4.1;2.1 Die Problematik des Stückes;92
4.2;2.2 Klytaimestras Anmaßung der ...;104
4.3;2.3 Die Rhetorik des Mordes: Das Wortgefecht Klytaimestras mit Agamemnon in der Teppichszene;118
4.4;2.4 ... (V. 1231 bzw. 1251);129
5;3 Aischylos' Hiketiden: Lost in Transition;143
5.1;3.1 Die Problematik des Stückes;143
5.2;3.2 Angst vor den Männern;151
5.3;3.3 Die Danaiden nähern sich der Stadt;165
5.4;3.4 Die Gefährlichkeit der Danaiden für die Stadt;172
6;4 Deianeira in Sophokles' Trachiniai: Eine Amokläuferin für die Liebe;190
6.1;4.1 Die Problematik des Stückes;190
6.2;4.2 Geschlechterräume in den Trachiniai: Heroisches Feld vs. Oikos?;200
6.3;4.3 Deianeira zwischen Penelope und Klytaimestra ...;215
6.4;4.4 Deianeira handelt;226
6.5;4.5 Der mänadische Tod Deianeiras;237
7;5 Antigone als "Mad Woman in the Attic";247
7.1;5.1 Die Problematik des Stückes;247
7.2;5.2 Antigones autonomer Weg;254
7.3;5.3 Antigones Anomia;279
8;6 In Medeae Res;293
8.1;6.1 Die Problematik des Stückes;293
8.2;6.2 Medeas Wunsch nach Domestizierung;296
8.3;6.3 Medea verlässt die Rolle der sittlichen Gattin;305
8.4;6.4 Medeas Konfrontation mit der männlichen bzw. öffentlichen Welt;310
8.5;6.5 Der Weg zum Kindermord;321
8.6;6.6 Medeas Flucht;338
9;7 Euripides' Bakchai: Zwischen Rausch und Vernunft;344
9.1;7.1 Die Problematik des Stückes;344
9.2;7.2 Dionysos' Angriff auf Theben;350
9.3;7.3 Die Pervertierung der Rolle der Bakche;365
9.4;7.4 Agaues erste Jagd;377
9.5;7.5 Pentheus als Paradigma männlicher Grenzüberschreitung;387
10;8 Resümee;411
11;Bibliographie;414
12;Index nominum et rerum;446




