Mythor 176: Die Arena von Alef | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 176, 64 Seiten

Reihe: Mythor

Mythor 176: Die Arena von Alef


1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-8453-9928-7
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)

E-Book, Deutsch, Band 176, 64 Seiten

Reihe: Mythor

ISBN: 978-3-8453-9928-7
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)



Als Mythor in der durch ALLUMEDDON veränderten Welt zu sich kommt, ist er gehandikapt. Und erst das Duell mit seinem anderen Ich sorgt dafür, dass unser Held in seiner Ganzheit wieder ersteht. Damit beginnt Mythor in bekannter Manier zu handeln. Inseln des Lichts zu gründen und die Welt vor einer erneuten Invasion durch die Horden Xatans zu schützen, ist sein Ziel. Und dieses Ziel erreicht er im Drachenland. Der weitere Weg unseres Helden ist verschlungen. Da geht es um die Spur der Albträume, um die Gründung weiterer Oasen des Lichts, um Coerl O'Marn, den Albtraumritter, der über das DRAGOMAE, das Werk der Weißen Magie, verfügt. Es geht auch um die anbrechende Auseinandersetzung zwischen Gorgan, dem Krieger, und Vanga, der Hexe, und um die Waffen des Lichtboten. Und es geht schließlich um das BUCH DER ALBTRÄUME, dessen einzelne Kapitel in Verstecken ruhen, die vor dem Zugriff der Finstermächte sicher zu sein scheinen. Dass diese Sicherheit trügerisch ist, wird bereits durch den Raub des ersten Kapitels bewiesen. Und auch das zweite Kapitel des BUCHS DER ALBTRÄUME ist gefährdet. Jedenfalls sind Xatan und seine Helfer ihm auf der Spur - ebenso wie Mythor und seine Gefährten. Und diese Spur führt in DIE ARENA VON ALEF ...

Mythor 176: Die Arena von Alef jetzt bestellen!

Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


5.


Mythor fand sich damit ab, vorerst in jenem großen Gebäude zu »wohnen«, das unschwer als Stadtgefängnis zu erkennen war; außerdem waren hier zwei Hundertschaften Krieger ständig einquartiert. Sie stellten die Wachen an den Stadtmauern und Toren sowie die Streifen, die innerhalb der Stadt für Ordnung sorgten und in ständigem Streit mit der Diebesgilde lagen. Etliche der Krieger nahmen auch an den Schaukämpfen in der großen Arena teil.

Mythor konnte sich in Alef frei bewegen, solange er die Stadt nicht verließ. Und das nutzte er aus; er versuchte Hinweise und Spuren seiner Gefährten zu finden. Aber er hörte nur von einem Bronzemann, der die Straßen durchstreifte, und von der Flucht seiner Gefährtin Ilfa. Aber wo sie sich jetzt aufhielt, wusste niemand zu sagen.

Mythor selbst entdeckte sie auch nicht. Alef war eine recht große Stadt, in der man sich mühelos verlaufen konnte. Und sehr viel Zeit, sich frei zu bewegen, ließ man ihm nicht. Ihm wurde klargemacht, dass er sich einer Reihe von Prüfungen zu unterwerfen habe, damit man ihn einstufen konnte – und das möglichst bald.

Der erste Tag verstrich damit fast völlig, dass er sich in verschiedenen Handwerkskünsten zu bewähren hatte. Zum Seilflechten reichte sein Geschick gerade noch. Aber bei Versuchen in der Holzschnitzkunst, im Besenbinden und beim Schmieden vermochte er keine Begeisterung seiner Prüfer zu wecken. Der zweite Tag verlief nicht weniger zäh und ermüdend; als Metzger war er ebenso ungeeignet wie als Bäcker. Mehr als tiefschwarz gebrannte Brote kamen bei dem Versuch nicht heraus. Seufzend wandten sich die Prüfer ab, da sich nach eingehenden Fragen zeigte, dass seine Ahnung von Viehzucht und Ackerbau sich auf die ungefähre Bestimmung der Erntezeit und die Unterscheidung zwischen männlichen und weiblichen Tieren beschränkte.

Nun war Mythor sicher nicht einer der sieben dümmsten Bewohner Gorgans, aber er stellte sein Licht absichtlich unter den Scheffel. Es lag ihm nichts daran, Viehzüchter oder Schuhmacher zu werden. In keinem dieser Berufe besaß er genug Bewegungsfreiheit, um auf das Ziel hinzuarbeiten, weshalb er eigentlich nach Sworgeda gekommen war. Man ließ ihn auch nicht dazu kommen, von seinen Absichten zu sprechen. Er hatte sich gefälligst der Ordnung in Sworgeda zu fügen, alles andere war Sache des Weisen, wenn er in Alef eintraf. Und der nächste Weise, dessen Ankunft vorbereitet wurde, war Cemin. Mythor beschloss, abzuwarten. Vielleicht erwies sich dieser Weise als einigermaßen vernünftig, auf Mythor zu hören ... und ihm und seinen Gefährten vielleicht sogar behilflich zu sein.

Mythor brannte darauf, mehr über die Träume zu erfahren, die er selbst in den Phasen seiner Bewusstlosigkeit erlebt hatte. Niemand sagte ihm auf Befragen mehr, als dass diese Träume von den Weisen geschickt worden seien. Und so hoffte er, dass Cemin ihm Auskunft erteilen würde. Abgesehen davon konnte er Alef vorläufig nicht verlassen. Es lag ihm also viel daran, die Prüfungen hinter sich zu bringen und in eine Gilde gewiesen zu werden – aber in eine nach seinem Geschmack, die ihm genug Spielraum gab.

»Morgen«, wurde ihm bedeutet, »werden wir dich in den Künsten des Kampfes mit Körper und Geist prüfen«, wurde ihm beschieden, als feststand, dass er zu keinem ehrbaren Handwerk taugte. »Vielleicht bist du Krieger oder Zauberer. Man wird sehen.«

Mythor verzog das Gesicht. Krieger zu werden, war auch nicht gerade nach seinem Geschmack. Und ob es zum Zauberer langte, wagte er zu bezweifeln. Verdrossen machte er seinen abendlichen Spaziergang durch die Stadt in der Hoffnung, seine Gefährten zu finden. Als er die Arena erreichte, hörte er ein paar Männer sich über das »neue Kampftier« unterhalten, das wie ein Mensch kämpfte und sprach, obgleich es doch ein zweibeiniger Drache sei, und noch dazu ein äußerst missratener.

»Dieser Drache kämpft in der Arena?«, stieß er hervor.

»Natürlich«, nickte ihm der Mann freundlich zu. »Wo sonst? Wenn du ihn sehen willst, so spute dich. Er wird wohl gleich seinen nächsten Auftritt haben.«

Mythor betrat das Arenagelände, zahlte seinen Obolus – inzwischen besaß er Münzen, die in Alef und ganz Sworgeda anerkanntes Zahlungsmittel waren –, kletterte zu den Zuschauertribünen empor und suchte sich einen Platz weit vorn an der Brüstung.

Und da sah er Gerrek.

*

Seit seinem Fluchtversuch wurde Gerrek besser bewacht. Man ließ ihm keine Möglichkeit mehr, Gitterstäbe vermittels seines Feuers zu erhitzen und zu verbiegen. Ständig war ein Wärter in seiner Nähe und ließ ihn kaum aus den Augen.

Dreimal am Tag wurde er in die Arena gebracht, um gegen Schaukämpfer anzutreten. Die Gladiatoren übten sich mit allerlei Waffen und allerlei Tieren zum Ergötzen des Publikums, das diese Kämpfe mit ihrem Eintrittsgeld finanzierte. Die Gladiatoren lebten nicht schlecht, wenn auch gefährlich – Gerrek dagegen galt als Tier und bekam außer seinem täglichen Brei und dem zuweilen abgestandenen Wasser nichts, was ihn begeistern konnte. Entsprechend zornig kämpfte er.

Die Gladiatoren behandelten ihn herablassend – eben wie ein Tier. Ein Mensch hatte wie ein Mensch auszusehen, um als Mensch anerkannt zu werden. Und Gerrek war Beuteldrache.

Solange er nicht wusste, was mit Mythor und den anderen Freunden war, wollte er seine Fähigkeit des Gestaltwandelns auch noch nicht zu erkennen geben. Niemand konnte sagen, wie die Gorganer in Alef darauf reagieren würden. Vielleicht hielten sie ihn dann für einen Hexer und erschlugen ihn auf der Stelle.

Und wieder trieben sie ihn in die Arena hinaus. Gerrek schüttelte sich; der Mann, dem er gegenüberstand, war nur einen Fuß kleiner als der Beuteldrache, massig gebaut und als äußerst brutal bekannt. Er rief ein paar grobe Scherzworte und wurde von den Zuschauern mit Gelächter belohnt. Erschrocken erkannte Gerrek, dass der Gladiator mit zwei armlangen Eisenstäben bewaffnet war. Er wirbelte sie zwischen den Fingern hin und her und hielt sie in ständiger Bewegung. Gerrek erschauerte; wo die Eisenstäbe hinschlugen, wuchs so bald kein Gras mehr und wahrscheinlich auch kein gelbes Haarbüschel auf purpurscheckiger Beuteldrachenhaut. Entschlossen zückte Gerrek das Kurzschwert, das man ihm gelassen hatte. Die Zuschauer johlten; dass ein Tier Waffen benutzte, war ein zusätzlicher Gag, und man honorierte diese Überraschung entsprechend. Einer raunte es dem anderen zu, und wenn Gerrek seine Auftritte hatte, füllten sich die Zuschauerränge. Gerrek war der heimliche Liebling des Publikums, was den menschlichen Kämpfern natürlich nicht passte. Und wie es aussah, war Ronto, der stabschwingende Muskelmann, drauf und dran, dem Beuteldrachen diesmal eine Lehre zu erteilen, die er nicht so schnell vergessen sollte.

Ronto kämpfte schweigend. Er forderte seine Gegner niemals mit Worten heraus. Bei ihm reichte es völlig, Taten sprechen zu lassen. Und ungestüm lief er auf Gerrek zu. Der Beuteldrache wich zur Seite aus, um den Kampfkoloss ins Leere laufen zu lassen, aber Ronto warf sich herum und schlug zu. Der um seine Finger kreisende Stab traf Gerreks parierendes Schwert, drehte sich klirrend einmal darum und flog mit der Klinge etliche Mannslängen weit durch die Luft. Gerrek schrie auf. Seine Hand war fast taub. Schon war der zweite Stab da. Gerrek ließ sich fallen und entging dem Schlag um Haaresbreite.

»Das ist gegen die Regeln!«, schrie Gerrek. »Du kämpfst zu hart ...«

Ein Fußtritt traf ihn. Der Beuteldrache fauchte wütend über den neuerlichen Schmerz und spie Ronto eine Feuerwolke entgegen. Der Stabkämpfer machte einen Salto rückwärts und wich der Lohe aus. Aber er war schneller wieder auf den Beinen als Gerrek.

Der Stab kreiste um Rontos Hand und heulte dabei.

Gerrek maß die Entfernung. Da lag sein Schwert ... er musste es wieder an sich bringen und in Zukunft beidhändig führen, um wenigstens eine geringe Chance zu haben. Ronto kämpfte nicht fair. Verletzungen, wie er sie beabsichtigte, waren in den Regeln nicht vorgesehen. Aber niemand würde sich daran stoßen, solange es nur um ein Tier ging. Da nützte Gerrek auch seine Beliebtheit nichts. Er musste sich etwas einfallen lassen.

Er hetzte auf seinen kurzen Beuteldrachenbeinen seinem Schwert entgegen. Da heulte der Eisenstab aus Rontos Hand, traf Gerreks Beine und brachte ihn zu Fall. Der Beuteldrache schrie auf und knickte zweimal um, als er sich wieder aufrichten wollte. Beim dritten Mal schaffte er es, aber er stand nicht gut und sicher. Immerhin waren seine Beine nicht gebrochen, das war schon viel wert.

Zwischenzeitlich hatte Ronto sich schweigend seinen ersten Stab und Gerreks Schwert angeeignet. Langsam kam er auf den Beuteldrachen zu.

Gerrek wich zurück. Diesmal bot er keinen guten Kampf, das wusste er. Ronto hetzte ihn. Gerrek begann zu laufen, stoppte aber wieder ab und kehrte um. Er durfte sich nicht unterkriegen lassen!

Er riss Rontos zweiten Stab vom Boden hoch. Ronto verzog nur das Gesicht und schwieg auch jetzt. Hätte Gerrek ihn nicht unten bei den Tiergehegen sprechen gehört, hätte er geglaubt, der Gladiator sei stumm. Aber wahrscheinlich war das Rontos Taktik, durch sein Schweigen den Gegner mürbe zu machen.

Er versuchte erst gar nicht, den erbeuteten Stab so zwischen den Fingern wirbeln zu lassen, wie Ronto es tat. Stattdessen nahm er ihn wie einen Knüppel in beide Hände.

Ronto grinste und stürmte plötzlich vorwärts. Gerrek führte einen wilden Schlag gegen Rontos Beine. Der riesige Gladiator sprang hoch, aber weil Gerrek sich gleichzeitig zur Seite warf, verfehlte ihn der heulende Wirbelstab. Stattdessen zog Gerrek seine Beutewaffe beidhändig...



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.