Gilroy | Dort, wo ich dich finde | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1, 448 Seiten

Reihe: Die Firefly-Lake-Serie

Gilroy Dort, wo ich dich finde

Roman
1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-641-24291-6
Verlag: Penguin
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Roman

E-Book, Deutsch, Band 1, 448 Seiten

Reihe: Die Firefly-Lake-Serie

ISBN: 978-3-641-24291-6
Verlag: Penguin
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Die wahre Liebe verdient immer eine zweite Chance

Die Journalistin Charlie kehrt mit ihrer Schwester Mia nach Firefly Lake zurück, um dort schweren Herzens das Cottage zu verkaufen, in dem sie viele glückliche Sommer ihrer Jugend verbracht hat. Charlie weiß, dass sie die Vergangenheit endlich hinter sich lassen muss. Doch dann trifft sie ihre große Jugendliebe Sean wieder – und sofort sind die Erinnerungen an die schönste Zeit ihres Lebens wieder da. An glühend heiße Tage, heimliche Küsse am Seeufer und den Zauber von Glühwürmchen in warmen Sommernächten ...

Lassen Sie sich verführen und lesen Sie auch die anderen Romane der Firefly-Lake-Serie!

Jen Gilroy ist unter dem weiten Himmel Westkanadas aufgewachsen. Nach vielen Jahren in England lebt sie jetzt in einer kleinen Stadt im Südosten von Kanada. Sie liebt Eiscreme, Cafés im Vintage-Stil und die wunderschöne Landschaft Nordamerikas. Ihr Ehemann ist ihr romantischer Held im wirklichen Leben, und ihre Tochter erinnert sie stets daran, für jeden Tag mit ihren Lieben dankbar zu sein. Ihren Nine-to-five-Job hat Jen Gilroy an den Nagel gehängt, um sich mit Liebesromanen in die Herzen ihrer Leserinnen zu schreiben. »Dort, wo ich dich finde«, der Auftakt ihrer Firefly-Lake-Serie, war für den Golden Heart Award der Romance Writers of America nominiert.

Gilroy Dort, wo ich dich finde jetzt bestellen!

Weitere Infos & Material


Sean Carmichael balancierte das Kanupaddel auf den Knien. Sein Blick schweifte langsam über den See und das sandige Ufer und blieb an dem von hohen Kiefern gesäumten Cottage hängen.

»Dad?« Ty lenkte das Mietkanu neben seines. Das weiße Carmichael’s-Logo glänzte von frischer Farbe. »Willst du dieses Kanu zum Gibbs-Haus liefern oder den ganzen Nachmittag mitten auf dem See sitzen?« Sein fünfzehnjähriger Sohn neckte ihn mit einem frechen Grinsen im Gesicht.

»Ich habe nur darauf gewartet, dass du mich einholst«, gab Sean ebenso neckend zurück.

»Wettrennen?« Tys blaue Augen funkelten.

»Na klar.«

Shadow, ihr schwarzer Labrador, der im Bootsrumpf saß, schlug mit dem Schwanz, als Sean das Paddel eintauchte und das Kanu durch das makellose Wasser des Vermonter Sees nach vorn schoss. Sieben Meter vor der Küste verlangsamte Sean sein Tempo, um Ty an sich vorbeiziehen zu lassen.

Ty kletterte aus dem Kanu und wartete im knietiefen Wasser auf Sean. Er fixierte Sean mit einem vorwurfsvollen Blick. »Du musst aufhören damit.«

»Womit?« Sean sprang aus seinem Kanu und zog es an den sandigen Strand. Shadow sprang an ihm vorbei und bespritzte Seans Boardshorts und T-Shirt.

»Mich gewinnen zu lassen.« Ty zog das andere Kanu an den Strand und stemmte dann anklagend die Hände in die Hüften. Große, kräftige Hände wie Seans, die bereits Männerarbeit leisten konnten. »Ich bin fast sechzehn. Ich bin kein Kind mehr.«

»Ich weiß.« Sean schluckte einen Seufzer hinunter.

»Netter Wagen.« Ty zeigte auf einen schwarzen BMW, der neben dem Cottage unter den Kiefern parkte. »Neue Leute, die das Gibbs-Haus diesen Sommer mieten?«

»Nicht dass ich wüsste.« Sean zog sich seine Baseballmütze tiefer in die Stirn, um sein Gesicht vor der Julisonne zu schützen. In dieser kleinen Ecke im Nordosten von Vermont änderte sich nie viel.

Ty schleuderte für Shadow ein Stöckchen. »Warum heißt es eigentlich das Gibbs-Haus? In der Gegend um Firefly Lake hat es doch nie Leute namens Gibbs gegeben.«

»Nicht seit du dich erinnern könntest.« Seit Jahren war kein Gibbs mehr hier gewesen. Seit achtzehn Jahren, wenn man mitzählte. Was Sean nicht tat. »Wir sollten zusehen, dass wir in die Gänge kommen. Wenn wir dieses Mietkanu ausgeliefert haben, müssen wir zurückpaddeln und noch ein bisschen an dem Rennkanu arbeiten, bevor deine Mom dich abholt.«

»Ich habe noch anderes vor. Kann die Arbeit nicht bis morgen warten? Oder ich könnte Mom anrufen und sie bitten, mich später abzuholen.« Tys Stimme klang hoffnungsvoll.

»Tut mir leid, aber nein. Deine Mom hält sich gern an einen Zeitplan.« Und der Zeitplan seiner Ex-Frau war einer, dem Sean noch nie gerecht werden konnte. »Außerdem kann die Arbeit nicht bis morgen warten. Wir haben eine Verpflichtung gegenüber dem Kunden.«

Tys Mund verflachte sich zu einer sturen Linie. » hast eine Verpflichtung gegenüber dem Kunden, nicht ich.«

Sean schnappte sich ein Ende des Mietkanus und Ty das andere, und sie hoben es über ihre Köpfe. »Du bist ebenso ein Teil dieses Geschäfts wie ich.«

»Und was, wenn ich etwas anderes will?« Tys Stimme klang scharf.

Sean wurde schwer ums Herz, während die Sorge um seinen Sohn Erinnerungen daran, was – und wen – er einmal gewollt hatte, wachrief. »Ich habe hier ein gutes Leben. Ich will nur, dass du auch ein gutes Leben hast. Dieses Geschäft ist ein Teil unserer Familie. Ich wollte Carmichael’s übernehmen, als ich in deinem Alter war.«

»Ich bin aber nicht du.«

»Das weiß ich, aber wenn du nicht mit mir redest, wie soll ich dann wissen, wer du bist oder was du willst?« Sean blieb auf dem Stück Gras vor dem Cottage stehen, und sie setzten das Kanu vorsichtig auf dem Boden ab.

»Egal.« Ty stapfte die Stufen zu der breiten Veranda hoch. Weiße Schindelwände erhoben sich dahinter zu einem ersten Stockwerk.

Sean schluckte die Worte der Enttäuschung hinunter, die ihm auf der Zunge lagen, um seinen Sohn nicht zu vergraulen. Er durfte Ty nicht verlieren. Sein Vater und Großvater waren die Vergangenheit, aber sein Sohn war die Zukunft. Die Zukunft des Geschäfts, das sie zusammen aufgebaut hatten. Ein Vermächtnis.

Er folgte Ty, trat an ihm vorbei und klopfte an die Fliegengittertür. Drinnen war ein Radio auf einen Nachrichtensender eingestellt, und leichte Schritte liefen den Flur hinunter. »Mein Sohn, ich will doch nur dein Bestes …«

»Äh, Dad.« Tys Stimme stockte.

Seans Kopf schnellte hoch, und seine Welt sackte in sich zusammen.

Ein junges Mädchen stand auf der anderen Seite der halb geöffneten Tür. Sie trug ein türkisblaues Bikinioberteil und einen weißen Sarong, den sie sich um die Hüften geschlungen hatte. Und sie hatte lange braune Haare und große braune Augen, wie geschmolzene Schokoladentropfen.

Sean wich einen Schritt zurück und stieß gegen Ty. Nein, es konnte nicht Charlie Gibbs sein, denn Charlie war sieben Monate jünger als Sean. Aber sie hatte Charlies Gesicht und Haare und diese Augen, die immer genau durch ihn hindurchgesehen hatten.

Die Vergangenheit zu vergessen, war eines der vielen Dinge, die Sean gut konnte. Nur dass ihn diese Vergangenheit manchmal genau dann einholte, wenn er am wenigsten damit rechnete.

»Kann ich Ihnen helfen?« Das Mädchen hatte einen langsamen, gedehnten Tonfall, eindeutig Südstaaten. Texas vielleicht.

Ty schob sich vor, und ein Lächeln purer männlicher Bewunderung zeigte sich auf dem Gesicht seines Sohnes. »Ich bin Ty Carmichael, und das ist mein Dad. Jemand hier hat ein Kanu bei uns gemietet.« Er nahm seinen Fischerhut ab und stopfte ihn in die Gesäßtasche seiner Shorts. »Wir sind die Besitzer von Carmichael’s, dem Jachthafen und der Bootswerft nebenan.«

»Ich bin Naomi Connell.« Das Mädchen lächelte zurück, zeigte einen Mundvoll Zahnspange. »Ich weiß nichts von einem Mietkanu.«

»Vielleicht hat dein Dad es gebucht?« Seans Stimme war höher, als ob sie irgendeinem anderen Typen gehörte.

Naomi musterte ihn. »Mein Dad ist nicht da, aber ich kann meine …«

»Nein!«, unterbrach Sean sie. »Wenn es ein Irrtum war, wird mein Bruder das Kanu später abholen.« Unter dem Hemd lief ihm Schweiß über den Rücken.

Naomi zog fragend eine Augenbraue hoch, und was von Seans Herz noch übrig war, dem Herzen, das Charlie ihm aus der Brust gerissen und zerschreddert hatte, hämmerte gegen seine Rippen.

Im Cottage verstummte das Radio. »Wer ist denn da?« Es war die Stimme einer Frau. Ein Akzent, den Sean nicht einordnen konnte. Sein Magen verkrampfte sich.

Naomi, das Mädchen, das Charlie war und doch nicht war, rief nach hinten in die schattige Diele, wo Strandtaschen und Sommerschuhe auf einem unordentlichen Haufen lagen. »Hier sind zwei Typen wegen eines Mietkanus.« Sie wandte sich wieder zu Sean und Ty um und öffnete die Tür etwas weiter. »Möchtet ihr vielleicht hereinkommen? Wir haben Eistee gemacht.« Ein Lächeln erblühte auf Naomis Gesicht. Ein Lächeln, das süß und unschuldig und so sehr wie Charlies war, dass Sean schwer ums Herz wurde.

»Na klar.« Tys Lächeln wurde breiter. »Eistee klingt toll.« Er schüttelte sich den Sand von den Füßen und trat auf Naomi zu, wie von einer magnetischen Kraft angezogen.

»Wir müssen los.« Sean hielt Shadow am Halsband fest, als der Hund die Nase ins Cottage steckte.

»Sean?«

Er erstarrte, und die Vergangenheit, die er achtzehn Jahre lang vergessen hatte, traf ihn mit voller Wucht.

Charlies braune Augen sahen in seine, umgeben von dichten dunklen Wimpern. Wenn sie die Augen geschlossen hatte, hatten sie ihn immer an zwei kleine Fächer erinnert, die auf ihrem Gesicht lagen. Aber anstatt von Lachen erfüllt zu sein, wie er sie in Erinnerung hatte, blickten ihre Augen argwöhnisch. Sie wurden von braunen Haaren umrahmt, die zu einem kantigen Bob geschnitten waren, der ihrem herzförmigen Gesicht schärfere Konturen verlieh.

»Charlie.« Er presste ihren Namen zwischen betäubten Lippen hervor. Über einer weit geschnittenen weißen Hose schmiegte sich ihr zitronengelbes Tanktop an ihre üppigen Kurven wie eine zweite Haut. Ihre Haut glänzte goldbraun wie ein reifer Pfirsich. Die Erinnerung an sie und daran, was sie einander einst bedeutet hatten, wühlte ihn auf.

Sie schenkte ihm ein ausdrucksloses Lächeln. Die Art Lächeln, die ihre Mom und ihre Schwester perfektioniert hatten. Kein Lächeln, das er je auf Charlies Gesicht erwartet hätte. »Schön, dich wiederzusehen.«

»Wirklich?« Sean sog scharf die Luft ein.

Charlies Lächeln schwand. »Wir waren Freunde.«

»Freunde?« Sean fing ihren dunklen Blick auf und hielt ihm stand. Ihr Kiefer war angespannt.

Shadow zerrte nach vorn, wedelte zur Begrüßung mit dem Schwanz.

»Es ist lange Zeit her.« Ihre Stimme war kühl, doch als sie sich bückte, um den Hund zu tätscheln, zitterte ihre Hand.

Sean machte seinen ausgedörrten Mund auf und gleich wieder zu, bevor er irgendetwas Dummes sagen konnte. Etwas, das er bereuen würde. In dieser Zeit hatte er sich ein Leben aufgebaut. Und das Mädchen, das seine beste Freundin, seine erste Liebe und seine ganze Welt gewesen war, war kein Teil davon.

Er sah hinüber zu seinem Sohn und Naomi, die dort standen, wo er und Charlie einst gestanden hatten, Charlies Gesicht für einen Gutenachtkuss zu seinem gereckt. Sein Magen verknotete sich beim Anblick von Tys Miene. Vor langer Zeit hatte er Charlie genauso angesehen. Als ob sie das hübscheste Mädchen auf der Welt wäre. Das einzige Mädchen auf der Welt für ihn.

»Gib uns Bescheid, was mit dem Kanu passieren soll.« Obwohl sein Puls raste, war seine Stimme ebenso kühl wie...


Gilroy, Jen
Jen Gilroy ist unter dem weiten Himmel Westkanadas aufgewachsen. Nach vielen Jahren in England lebt sie jetzt in einer kleinen Stadt im Südosten von Kanada. Sie liebt Eiscreme, Cafés im Vintage-Stil und die wunderschöne Landschaft Nordamerikas. Ihr Ehemann ist ihr romantischer Held im wirklichen Leben, und ihre Tochter erinnert sie stets daran, für jeden Tag mit ihren Lieben dankbar zu sein. Ihren Nine-to-five-Job hat Jen Gilroy an den Nagel gehängt, um sich mit Liebesromanen in die Herzen ihrer Leserinnen zu schreiben. »Dort, wo ich dich finde«, der Auftakt ihrer Firefly-Lake-Serie, war für den Golden Heart Award der Romance Writers of America nominiert.



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.