E-Book, Deutsch, Band 2, 400 Seiten
Reihe: Hidalgo Brothers
Godoy Through my Heart - Ich begehre nur dich
22001. Auflage 2022
ISBN: 978-3-492-98969-5
Verlag: Wattpad@Piper
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Die besten deutschen Wattpad-Bücher | BookTok-Erfolg - die Fortsetzung des Netflix-Films "Through my Window"
E-Book, Deutsch, Band 2, 400 Seiten
Reihe: Hidalgo Brothers
ISBN: 978-3-492-98969-5
Verlag: Wattpad@Piper
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Ariana Godoy ist geboren und aufgewachsen in Venezuela und lebt derzeit in den USA. Ihre Geschichten schreibt sie in ihrer Wohnung in North Carolina bei einer guten Tasse Kaffee auf Englisch und Spanisch. Wenn sie nicht schreibt, liest sie, schaut Netflix, lädt Videos auf YouTube hoch oder ist in den Sozialen Medien aktiv.
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1
Weshalb willst du nie über ihn sprechen?
4. Juli
Fünf Jahre später
-CLAUDIA
»Wie ist es, wenn man mit drei gut aussehenden Jungs zusammenlebt?«
»Du kannst dich vielleicht glücklich schätzen.«
»Was bin ich neidisch!«
»Mit solchen Göttern zusammenleben, was für ein Privileg.«
»Wie ist es so, wenn man mit ihnen zusammenlebt?«
»Hast du schon mal einen von ihnen flachgelegt?«
»Könntest du mir die Nummer von einem besorgen?«
Das sind nur einige der Kommentare, mit denen ich mich herumschlagen muss, seit die -Hidalgo-Brüder größer wurden und sich in den feuchten Traum der Mädchen und Jungs von hier verwandelt haben. -Artemis, -Ares und -Apollo -Hidalgo, mit denen ich aufwuchs, obwohl wir nicht zu einer Familie gehören, sind die Ursache für viele weibliche Seufzer auf den Straßen. Wie es dazu kam, dass ich bei ihnen lebe? Nun ja, meine Mutter arbeitet schon fast mein ganzes Leben als Haushaltshilfe bei ihnen. Juan -Hidalgo, der Vater, hat uns die Türen zu seinem Heim geöffnet und uns aufgenommen, wofür ich ihm auf ewig dankbar sein werde. Er hat sich uns gegenüber immer sehr zuvorkommend verhalten. Als meine Mutter vor einem Jahr krank wurde und ihrer Arbeit nicht länger nachgehen konnte, erlaubte er mir, ihren Platz einzunehmen und ihre Arbeit im Haus zu verrichten.
Viele Menschen sind neidisch auf mich, glauben, mein Leben sei perfekt, nur weil ich mit ein paar gut aussehenden Jungs zusammenlebe, aber damit liegen sie völlig falsch. Im Leben dreht sich nicht alles nur um Beziehungen, Sex, Jungs und dergleichen. Für mich geht es im Leben um sehr viel mehr. Beziehungen bringen nur Komplikationen, Probleme, Diskussionen und mitunter vielleicht auch mal ein vorübergehendes Glücksgefühl mit sich, aber lohnt es sich wirklich, dieses Risiko für einen flüchtigen Glücksmoment einzugehen? Meiner Meinung nach nicht, ich ziehe die Stabilität und Ruhe tausendfach dem vor, was eine Beziehung zu bieten hat, deshalb halte ich mich von solchen Dingen fern, es gibt schon genug Dinge, mit denen ich mich gerade herumschlagen muss.
Und damit beziehe ich mich nicht nur auf die Liebe. Es fällt mir schwer, Freundschaften aufzubauen, weil mir schlicht die Zeit dazu fehlt. Tagsüber arbeite ich im Haus der -Hidalgos, während meiner Pausen pflege und versorge ich meine Mutter, und abends belege ich Abendkurse an der Universität. Mein Tag beginnt um vier Uhr früh, und wenn er endet, ist es fast Mitternacht, also bleibt mir kaum genug Zeit, um zu schlafen. Mit gerade mal zwanzig Jahren sollte ich eigentlich viele Freunde haben, ich aber habe nur eine einzige Freundin, und auch nur deshalb, weil wir dieselben Kurse an der Uni belegen. Natürlich erachte ich die -Hidalgo-Jungs als meine Freunde, vor allem -Ares und -Apollo. -Artemis – das ist schon wieder eine andere Geschichte.
Tatsächlich waren -Artemis und ich als Kinder sehr eng befreundet. Doch alles veränderte sich vor fünf Jahren, an jenem Abend des 4. Juli, als ich ihn wegstieß, nachdem er mich geküsst hatte. Seitdem ist unser Verhältnis nicht mehr freundschaftlich und entspannt, sondern sehr distanziert. Er redet nur mit mir, wenn es unbedingt sein muss. Das ist -Ares und -Apollo zwar aufgefallen, aber sie haben nie irgendwelche Fragen gestellt, wofür ich sehr dankbar bin, denn ich hätte nicht gewusst, wie ich ihnen erläutern soll, was zwischen uns vorgefallen war.
Abgesehen davon war es letztlich einfach für ihn, mir aus dem Weg zu gehen, denn am Ende jenes Sommers fing für ihn die Universität an. Er zog von zu Hause aus und lebte während der fünf Jahre seines Studiums auf dem Campus der Universität. Doch vor einem Monat hat er seinen Abschluss gemacht, und jetzt kommt er wieder nach Hause.
Heute.
Manchmal zeigt sich das Leben von seiner überaus ironischen Seite. Ausgerechnet heute muss er nach Hause kommen, an dem Tag, an dem sich jene Nacht zum fünften Mal jährt. Seine Familie hat eine Überraschungsparty für ihn organisiert. Ich bin nervös, das kann ich nicht leugnen, denn das letzte Mal habe ich ihn vor vier Monaten gesehen, und dann auch nur für einen flüchtigen Moment, als er ein paar Sachen zu Hause abholte. Da hat er mich nicht einmal begrüßt. Ich hoffe ja, ehrlich gesagt, dass wir jetzt einen etwas zivilisierteren Umgang miteinander pflegen können, immerhin sind seit jenem Abend fünf Jahre vergangen, vermutlich erinnert er sich auch gar nicht mehr daran. Ich möchte ja gar nicht, dass unsere Beziehung wieder so eng wird wie damals, ich hoffe einfach nur, dass wir uns ganz locker miteinander unterhalten können, ohne dass sich einer von uns beiden dabei unwohl fühlt.
»Ist das Essen vorbereitet?«, fragt mich Martha, meine Mutter, nun schon zum dritten Mal, während sie mir dabei hilft, den Reißverschluss im Rücken meines schwarzen Kleides zu schließen. Sofía, die Hausherrin, hat mir aufgetragen, dieses Kleid anzuziehen, weil sie möchte, dass alle Bediensteten, die sie eingestellt hat, um sich um ihre Gäste zu kümmern, elegant aussehen, da darf ich keine Ausnahme darstellen. »-Claudia, hörst du mir überhaupt zu?«
Mit einem Lächeln drehe ich mich zu ihr um.
»Alles ist tipptopp, Mama, mach dir keine Sorgen, schlaf einfach, okay?« Ich zwinge sie, sich hinzulegen, decke sie zu und drücke ihr einen Kuss auf die Stirn. »Ich komme bald zurück.«
»Sieh zu, dass du keine Schwierigkeiten bekommst, du weißt doch, es ist besser zu schweigen als …«
»… als ehrlich zu sein«, beende ich den Satz für sie. »Ich weiß.«
Sie streichelt mir übers Gesicht.
»Du weißt es nicht, aber die Leute, die heute kommen, können ziemlich unflätig sein.«
»Ich werde keine Schwierigkeiten bekommen, Mama, ich bin erwachsen.«
Ich küsse sie noch einmal auf die Stirn, ehe ich gehe. Im Spiegel überprüfe ich, dass der Dutt, den ich hochgesteckt habe, perfekt sitzt und sich keine rote Strähne selbstständig gemacht hat. Ich kann meine Haare nicht offen tragen, schließlich werde ich mich ums Essen kümmern. Ich schalte das Licht aus und verlasse das Zimmer mit raschen Schritten. Bei jedem Schritt erklingen die Absätze der schwarzen, hochhackigen Schuhe, die ich trage. Obwohl ich nicht oft High Heels trage, kann ich ganz gut darin laufen.
In der Küche treffe ich auf vier Leute, zwei junge Männer im Kellneroutfit und zwei junge Frauen, die dasselbe Kleid tragen wie ich. Ich kenne sie, weil sie zu dem Team gehören, das Frau -Hidalgo immer für ihre Feiern einstellt. Sie nimmt gern dieselben Leute, weil sie gut arbeiten und mit den Festivitäten in diesem Haus vertraut sind, außerdem ist eines der Mädchen meine Freundin von der Uni. Ich habe ihr geholfen, diesen Job zu bekommen.
»Alles okay?«
Gin, meine Freundin, seufzt.
»Alles gut«, sagt sie und deutet zu dem Mädchen mit den schwarzen Haaren. »Anellie hat ein paar Cocktails vorbereitet und den Champagner und den Wein kühl gestellt.«
»Gut. Wer kümmert sich um die Getränke?«, frage ich und arrangiere ein Tablett mit kleinen Snacks. »Jon?«
Jon nickt.
»Ja, wie immer, der beste Barmann der Welt.« Er zwinkert mir zu.
Gin verdreht die Augen.
»Wie bitte? Die besten Margaritas der Welt bereite ja wohl ich zu.«
Miguel, der bislang noch nichts gesagt hat, nickt.
»Das kann ich nur bestätigen«, verkündet er.
Jon zeigt ihnen den Stinkefinger, und ich werfe einen Blick auf die Uhr.
»Zeit, rauszugehen, die Gäste sollten so langsam eintreffen.«
Ich beobachte, wie sie nach draußen gehen, und Gin bleibt absichtlich etwas zurück, um neben mir herzulaufen.
»Wie fühlst du dich?«
Ich zucke mit den Schultern.
»Normal, wie sollte ich mich denn fühlen?«
Sie brummt unwirsch.
»Bei mir musst du dich nicht verstellen, du hast ihn seit Monaten nicht gesehen, bestimmt ...




