Gold | Dein verführerischer Kuss | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 144 Seiten

Reihe: Baccara

Gold Dein verführerischer Kuss

Die Lassiters 3
1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-7337-6957-4
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Die Lassiters 3

E-Book, Deutsch, 144 Seiten

Reihe: Baccara

ISBN: 978-3-7337-6957-4
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Erleben Sie die glanzvolle 7-teilige Familiensaga: Nach dem plötzlichen Tod des Familienoberhaupts herrscht Aufruhr in der Familie Lassiter. Die Erben müssen sich gegen Lügen und Intrigen wehren - und für ihre große Liebe kämpfen!
'Wie viel nehmen Sie pro Stunde?' Logan Whittaker muss lächeln: Hannah hält ihn für den Klempner! Dabei ist der Anwalt gekommen, um ihr mitzuteilen, dass ihre Geldsorgen für immer ein Ende haben. Und vielleicht auch, um sich in die temperamentvolle Schönheit zu verlieben ...

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2. KAPITEL

Für gewöhnlich trank Hannah keinen Alkohol. Aber als sie auf dem kleinen Sofa in der spärlich beleuchteten Bar saß, umklammerte sie ihren Wodka-Tonic mit beiden Händen, als ob ihr Leben davon abhinge. „Fünf Millionen Dollar? Ja sind Sie denn völlig verrückt?“

Logan lehnte sich in seinem Clubsessel zurück und begegnete ihrem Blick. „Es ist nicht mein Geld. Ich überbringe nur die Botschaft.“

Sie stellte ihr Glas auf das Tischchen und strich sich nervös durchs Haar. „Sie behaupten also, dass ich nur einige Papiere unterzeichnen müsste, und Sie überlassen mir ein Vermögen.“

„Es ist ein bisschen komplizierter.“

Nachdem diese Fünf-Millionen-Dollar-Bombe hochgegangen war, kam ihr plötzlich alles kompliziert vor. Auch die Entscheidung, das Geld nicht anzunehmen. „Muss ich vor ein Nachlassgericht?“

„Nein. Aber es gibt einige besondere Bestimmungen.“

Sie ließ die Hände sinken. Klar, dass da irgendwo ein Haken sein musste. „Als da wären?“

„Wenn Sie das Erbe antreten wollen, müssen Sie eine Geheimhaltungserklärung unterzeichnen.“

„Geheimhaltung?“

„Das bedeutet, wenn Sie das Geld nehmen, dürfen Sie per Gesetz niemandem ihre Verbindung zu den Lassiters preisgeben.“

Hannah lachte freudlos. „Ha! Ich weigere mich definitiv, das zu tun. Nicht, nachdem mein ganzes Leben überschattet war von Scham und Ungewissheit, weil mein biologischer Vater mich nicht anerkennen wollte.“

„Also haben Sie Grund zu der Annahme, dass J. D. Lassiter Ihr Vater war?“

„Ja, die Möglichkeit besteht. Aber ich weiß es nicht mit Sicherheit, weil ich keine Beweise habe. Wie auch immer, ich werde keinen Penny von seinem Schweigegeld annehmen.“

Logan leerte seine Kaffeetasse und schwieg für eine Weile. „Wie sehen denn Ihre beruflichen Perspektiven aus?“, fragte er schließlich.

Wie sollten die wohl aussehen? Mühselig und unsicher, aber da war nichts, womit sie nicht zurechtkommen würde. „Ich habe vor, Biologie an einer Highschool zu unterrichten. Meine Schwerpunkte sind die menschliche Physiologie sowie Gesundheit und Hygiene.“

„Es braucht eine Menge Mumm, sich vor eine Klasse pubertierender Jungs zu stellen und ihnen die Dinge des Lebens zu erläutern. Besonders, wenn man eine Frau ist und so aussieht wie Sie.“

Hannah gefiel seine Art, Komplimente zu machen. Auch wenn sie nicht immer verstand, warum er das tat. „Ich versichere Ihnen, dass ich eine passende Erwiderung auf alles haben werde, was die Jungen mir an den Kopf werfen könnten.“

„Das bezweifle ich nicht. Aber es wird nicht leicht. Ich muss es wissen, denn ich war selbst mal einer.“

Sie konnte sich lebhaft vorstellen, wie er als Teenager gewesen war. Gut aussehend, sehr niedlich und bestimmt nicht auf den Mund gefallen. „Die meisten Männer bewahren sich einen Teil ihrer pubertären Züge, finden Sie nicht?“

Er lächelte und präsentierte dabei seine unwiderstehlichen Grübchen. „Das stimmt vermutlich. Haben Sie schon Jobangebote?“

Oh! Sie sah kurz zur Seite. „Noch nicht. Aber ich habe mein Diplom erst seit knapp zwei Wochen. Und ich habe sofort mit der Suche begonnen. Ich rechne eigentlich jeden Tag damit, eine Stelle zu bekommen.“

„Und wenn nicht?“

Insgeheim hegte sie die gleiche Befürchtung, zumal sie bis jetzt keine wirklich guten Aussichten hatte. „Ich werde das schon schaffen. Genauso, wie ich es seit dem Tod meines Mannes geschafft habe.“

Logan sah sie mitfühlend an. „Es kann nicht leicht gewesen sein, ein Kind großzuziehen und dabei zu studieren.“

Glücklicherweise hatte sie Hilfe gehabt. Auch wenn das nicht zwangsläufig ein ungetrübtes Vergnügen gewesen war. „Meine Mutter hat auf meine Tochter aufgepasst, wenn es nötig war. Bis Cassie zwei Jahre alt wurde. Ich habe von der Entschädigung gelebt, die nach dem Arbeitsunfall meines Mannes gezahlt wurde. Zusammen mit den Sozialleistungen, die ich bekam, konnte ich die Kosten für Cassies Betreuung und meine Rechnungen bezahlen. Es war mir also möglich, mich ganz dem Studium zu widmen, ohne einen Job annehmen zu müssen. Außerdem erhielt ich Stipendien und zinslose Studiendarlehen.“

„Ich hoffe, diese Frage ist nicht zu indiskret: Ist von der Entschädigung noch etwas übrig?“

Die Frage war eigentlich nicht zu indiskret, aber sie ahnte, worauf er hinauswollte. Natürlich auf die Erbschaft. „Die Zahlungen enden im Oktober. Ich habe also noch sechs Monate Zeit.“

Er strich sich über den Nacken. „Ihnen ist doch klar, dass Sie ausgesorgt hätten, wenn Sie die Erbschaft antreten? Keine finanziellen Sorgen mehr für Sie und Ihre Tochter.“

Falls Cassies Zukunft dabei eine Rolle gespielt hätte, würde sie tatsächlich anders darüber denken. „Meine Tochter ist gut versorgt, wenn sie achtzehn wird. Meine Schwiegereltern haben einen Treuhandfonds über mehr als eine Million Dollar für sie angelegt. Allerdings ist diese Zuwendung mit gewissen Bedingungen verbunden.“

„Das erklärt vielleicht Ihre Aversion gegen reiche Leute.“

Ihre Aversion beschränkte sich nur auf reiche Leute, die ihr Vorschriften machten. So wie Theresa und Marvin Armstrong. „Daniels Eltern waren mit unserer Hochzeit nicht einverstanden. Genauer gesagt, sie waren mit mir nicht einverstanden. Das lag vor allem daran, dass ich ein sogenanntes uneheliches Kind war. Die beiden bezweifelten, dass ein Bastard wie ich einen ethisch unantastbaren Beitrag zum Erhalt des kostbaren Genpools der Familie leisten würde. Als ich jedoch mit Cassie schwanger war, hatten sie in dieser Sache nichts mehr zu melden.“

„Nehmen sie Anteil an Cassies Leben?“

„Theresa schickt zu Cassies Geburtstagen Geld. Und jedes Mal eine dieser scheußlichen Sammlerpuppen zusammen mit der Anweisung, sie nicht aus der Schachtel zu nehmen, da sie sonst an Wert verliert. Wozu ist eine Puppe gut, mit der man nicht spielen kann?“

„Haben sie Cassie je zu Gesicht bekommen?“

„Nur einmal.“ Und das hatte auch gereicht. „Als Cassie zwei war, haben sie uns einen Flug bezahlt, damit wir sie in North Carolina besuchen konnten. Ich habe ziemlich schnell begriffen, dass quirlige Kleinkinder und meine Schwiegermutter nicht zueinanderpassen. Nachdem Theresa mir vorwarf, ich würde mein Kind zu einer wilden Bestie erziehen, schlug ich ihr vor, dass ich Cassie beim nächsten Mal vorher im Zoo abgebe. Zum Glück gab es kein nächstes Mal.“

Logan musste lachen. „Einen Mangel an Schlagfertigkeit kann man Ihnen wirklich nicht vorwerfen.“

Hannah trank von ihrem Cocktail, um den bitteren Geschmack im Mund loszuwerden. „Kein Wunder nach einer Kindheit ohne Vater und in ärmlichen Verhältnissen. Außerdem war meine Mutter nicht besonders umgänglich und ziemlich unglücklich darüber, dass sie ein Kind allein großziehen musste. Um es vorsichtig auszudrücken. Ich beschloss recht früh, einen anderen Weg einzuschlagen. Mein Ziel war es, möglichst gesellig und optimistisch zu sein.“

Er lächelte. „Ich wette, Sie waren Cheerleader.“

Sie erwiderte sein Lächeln. „Ja, das war ich. Und ich habe einen sensationellen Rückwärtssalto hingelegt.“

„Beherrschen Sie den immer noch?“

„Keine Ahnung. Es ist eine Weile her. Aber ich könnte meinen Cheerleaderrock anziehen – auch wenn er vermutlich inzwischen ein wenig zu eng ist – und es mal versuchen.“

„Das würde ich zu gerne sehen.“

„Falls Sie wie die meisten Männer sind, geht es Ihnen doch nur darum, den Rock hochfliegen zu sehen.“ Hatte sie das wirklich gerade gesagt?

Er bedachte sie mit einem schiefen Grinsen. „Ich bewundere gelenkige Frauen.“

Dieser unmissverständlichen Anspielung folgte ein kurzes Schweigen. Hannah konnte sich nicht daran erinnern, wann sie das letzte Mal mit einem Mann geflirtet hatte. Abgesehen von ihrem Ehemann. Und jetzt flirtete sie mit einem völlig Fremden. Einem äußerst attraktiven und erfolgreichen Fremden.

Eine sehr junge und sehr lebhafte blonde Kellnerin näherte sich ihnen mit schwungvollen Schritten und einem strahlenden Lächeln. „Kann ich Ihnen noch etwas bringen, Sir?“

„Eine Cola bitte“, sagte Logan, ohne das Lächeln zu erwidern.

Die junge Frau wandte sich an Hannah. „Wie ist es mit Ihnen, Madame?“

„Nein, vielen Dank.“

„Sind Sie sicher?“, fragte Logan. „Keine zweite Runde?“

Hannah war ernsthaft in Versuchung, aber zu vernünftig, um dem nachzugeben. „Ich muss noch fahren.“

„Ich kann Sie nach Hause bringen. Falls Sie Ihre Meinung ändern.“

„Machen Sie sich meinetwegen keine Umstände“, erwiderte sie. Es wäre ein kolossaler Fehler, wenn sie zuließ, dass er auch nur in die Nähe ihres leeren Hauses kam.

„Es wäre wirklich kein Problem.“

Es könnte jedoch eins werden, wenn sie nicht vorsichtig war. „Ich habe wirklich genug. Aber danke für das Angebot.“

Nachdem die Kellnerin gegangen war, beschloss Hannah, das Thema zu wechseln. „Jetzt wissen Sie einiges über mich. Wie steht es mit Ihnen?“

„Was möchten Sie wissen?“

Eigentlich alles. „In Ihrem Profil steht, dass Sie Single sind. Waren Sie jemals verheiratet?“

Seine Miene wurde finster. „Einmal. Seit acht Jahren bin ich geschieden.“

So etwas hatte sie gleich vermutet, bei einem Mann seines Kalibers. „Irgendwelche Beziehungen seitdem?“

„Nichts...



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