Gold | Verlieb dich nie in einen Millionär | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 144 Seiten

Reihe: Baccara

Gold Verlieb dich nie in einen Millionär


1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-7337-6897-3
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 144 Seiten

Reihe: Baccara

ISBN: 978-3-7337-6897-3
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Endlich steht er vor ihr – Drew, ihr Traummann aus dem Internet! Der Millionär lädt Kristina in seine Villa nach Chicago ein, aber von der Leidenschaft seiner E-Mails ist plötzlich nichts mehr zu spüren. Warum sollte sie zu ihm kommen, wenn er sie jetzt so spröde zurückweist?

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1. KAPITEL

Drew Connelly ließ seine Taschen auf die unterste Stufe der Treppe fallen, wobei ihm die schwerste prompt auf den Fuß fiel. Er verfluchte seine Dusseligkeit, die späte Stunde und die schrille Stimme der Nanny, die in der Küche mit wer weiß wem telefonierte.

Als Mrs. Parker von heute auf morgen die Stelle aufgegeben hatte, um zu ihrer kranken Tochter zu ziehen, war Drew verzweifelt gewesen. Die Nanny-Vermittlung hatte ihm Debbie Randles geschickt, ein junges Aupair-Mädchen ohne jede Erfahrung. Schon nach einer Woche hatte er große Zweifel an ihren Fähigkeiten gehegt, doch wegen eines dringenden Geschäftstermins in Europa hatte er keine Wahl gehabt, als sie zu behalten. Glücklicherweise hatte seine Großmutter versprochen, jeden Tag nach Amanda zu sehen.

Nach dem Wochenende würde er sich wieder an die Agentur wenden und einen geeigneten Ersatz für Debbie anfordern, jemanden, der älter war und über mehr Erfahrung verfügte. Eine Frau, die Amanda mochte, und Amanda die Frau.

Wie sehr hatte er seine Tochter vermisst! Ihr fröhliches Lächeln, ihr herzhaftes Lachen. Ein Monat ohne sie war einfach zu viel Zeit ohne sie gewesen. Daran hatten auch die täglichen Telefonate nichts geändert. Er erinnerte sich an das letzte Gespräch, in dem sie von einer Überraschung für ihn gesprochen hatte.

Zumindest an eine Anweisung hatte sich die Nanny offensichtlich gehalten – spätestens um acht Uhr sollte Amanda im Bett liegen –, ansonsten hätte die quirlige Sechsjährige, ein Ausbund an Energie und Lebenslust, ihn jetzt wohl mit einem lauten Freudenschrei begrüßt. Sie war das Licht seines Lebens und der Grund, warum er jeden Morgen aufstand und die äußerst strapaziösen Termine als Vizepräsident der Connelly Corporation, dem Unternehmen seiner Familie, wahrnahm. Er war verantwortlich für das Überseegeschäft.

Leider ließ ihn die viele Verantwortung schnell altern.

Heute Abend fühlte er sich, als wäre er zweihundert und nicht siebenundzwanzig Jahre alt.

Drew schleppte sich die Treppe hoch. Er wollte direkt in Mandys Zimmer gehen und ihr einen Gutenachtkuss geben, dann duschen und anschließend ins Bett fallen. Das Kichern, das aus dem Arbeitszimmer drang, ließ ihn jedoch innehalten. Amandas Kichern.

So viel dazu, dass seine Tochter im Bett lag und schlief. Ja, er brauchte unbedingt eine zuverlässigere Nanny.

Drew ließ wieder seine Taschen fallen – dieses Mal zog er den Fuß rechtzeitig zurück – und lief den Flur entlang zu seinem Büro, wo Amanda auf seinem Schreibtischstuhl kniete und auf den Monitor schaute.

„Junge Dame, du solltest längst im Bett liegen“, sagte er so streng wie möglich.

„Daddy! Du bist wieder da!“ Amanda kletterte vom Stuhl und stürmte wie ein kleiner Tornado auf ihn zu. Drew fing sie auf, nahm sie in die Arme und atmete den frischen Duft ihrer Haare ein, als sie ihre zarte Wange an sein raues Kinn legte und ihren kleinen Körper an ihn schmiegte. Wie hätte er in einem solchen Moment seinem kleinen Sonnenschein böse sein können? Nachdem er sie fest umarmt und ihr einen Kuss gegeben hatte, lehnte sie sich in seinen Armen zurück und sah ihn aus ihren großen grünen Augen aufgeregt an. „Daddy, ich habe dich so sehr vermisst!“

„Ich dich auch, Sweetheart. Trotzdem müssen wir darüber sprechen, dass du an meinem Computer sitzt.“ Er bemühte sich um einen strengen Ton, was ihm aber sehr schwerfiel, weil Amanda ihn so anstrahlte. „Habe ich dir nicht verboten, allein ins Internet zu gehen? Das ist nichts für Kinder, Mandy.“

„Ich weiß, Daddy.“ Sie spielte mit seiner Krawatte und wich seinem Blick aus. „Aber Nana Lilly war bei mir.“ Sie sah zu ihm auf und grinste breit. „Ich habe ihr gezeigt, wie man den Computer benutzt.“

Lilly hatte sich freiwillig an den Computer gesetzt? Es geschahen noch Zeichen und Wunder. Normalerweise ließ sich seine Großmutter nur unter großem Protest in die neue Welt ziehen. „Aber jetzt ist sie nicht hier, oder? Was bedeutet, dass du mir nicht gehorcht hast.“

Amandas Unterlippe bebte, und Drew wurde schwer ums Herz. „Bis vor ein paar Minuten war aber Debbie bei mir. Wir haben zusammen im Internet gesurft.“

Das beruhigte ihn nicht besonders. „Wart ihr auf deiner Lieblings-Website? Der mit den Tieren?“

„Ich habe ihr geholfen, einen Mann auszusuchen.“

„Was soll das heißen, ihr habt einen Mann ausgesucht?“

„Bei Singlemania.“

„Singlemania?“

„Dort haben wir auch die Überraschung für dich gefunden.“

Es wurde immer abenteuerlicher. „Meine Überraschung?“ Ein Strahlen zog über das Gesicht seiner Tochter. „Die Überraschung, von der ich dir am Telefon erzählt habe, Daddy. Morgen früh ist sie hier.“

Drew witterte drohendes Unheil. „Debbie hat dir bei der Überraschung geholfen?“

„Debbie hat mir und Nana die Seite gezeigt. Und Nana hat mir bei der Überraschung für dich geholfen.“

Großartig. Einfach großartig. Er konnte sich nicht vorstellen, dass man auf einer Seite für Singles irgendetwas Großartiges fand. Seine Großmutter war manchmal zwar etwas spleenig, aber sie würde Amanda nie jugendgefährdenden Dingen aussetzen. Dennoch, Drew hatte keine Idee, was Lilly getan hatte. Er war auch nicht sicher, ob er es überhaupt wissen wollte, doch er musste es herausfinden. „Welche Überraschung habt ihr denn für mich?“

Mandy sah wieder weg. „Das darf ich dir nicht sagen. Dann ist es ja keine Überraschung mehr.“

„Komm schon, Mandy“, schmeichelte er. „Gib mir nur einen kleinen Tipp. Ich werde Nana nichts verraten.“

Amanda hob das Kinn, strahlte wie ein Honigkuchenpferd und verkündete stolz: „Wir haben eine Frau für dich gefunden.“

„Beenden Sie das Telefonat, Miss Randles. Sofort.“

Debbie, die sich auf einem Küchenstuhl lümmelte, das schnurlose Telefon zwischen Kinn und Schulter geklemmt, während sie ihre Nägel feilte, blickte zu Drew auf. „Ich rufe wieder an, Henry.“

Sie legte die Nagelfeile und das Telefon auf den Tisch und nahm die Füße vom Stuhl. „Mr. Connelly, ich wusste nicht, dass Sie wieder zu Hause sind.“

„Was Sie nicht sagen.“

„Stimmt irgendetwas nicht?“

Drew lachte humorlos auf. „Amanda hat mir erzählt, dass Sie ihr gezeigt haben, wie eine Partnerbörse im Internet funktioniert. Offensichtlich hat sie Ihnen bei der Männersuche geholfen.“ Und seiner Großmutter, eine Frau für ihn auszuwählen.

„Ich habe nur ein paar Profile unter die Lupe genommen und Amanda nach ihrer Meinung gefragt.“

„Und Sie glauben, das ist das Richtige für meine Tochter?“

„Ich denke nicht, dass es ihr geschadet hat.“

Drew verlor die Geduld. „Sie ist sechs Jahre alt, verdammt! Sie sind gefeuert!“

Debbie machte große Augen. „Was?“

„Sie haben mich verstanden. Packen Sie Ihre Sachen und verschwinden Sie. Ich schicke den letzten Gehaltsscheck an die Agentur.“

„Es ist nach Mitternacht.“

Drew sah ein, dass er sie um diese Uhrzeit nicht auf die Straße setzen konnte. „Dann verlassen Sie sofort morgen früh mein Haus. Mein Chauffeur holt Sie ab und bringt Sie, wohin immer Sie wollen.“

„Bitte, Mr. Connelly“, flehte sie. „Ich kann nicht wieder bei meiner Mutter wohnen. Sie macht mich verrückt.“

„Tut mir leid, Miss Randles, aber das ist Ihr Problem. Daran hätte Sie denken sollen, bevor Sie meiner Tochter solche Seiten zeigen und sie dann allein am Computer lassen.“

Er wirbelte herum und lief wieder die Treppe hinauf. Die Nanny blieb mit offenem Mund zurück. Er ging in Amandas Zimmer, um sicher zu sein, dass sie noch immer im Bett lag.

Als er seine Tochter vor ein paar Minuten ins Bett gebracht hatte, hatte er ihr eingebläut, dieser Kristina auf keinen Fall zu erzählen, wer die E-Mails wirklich verfasst hatte. Das und der Plan seiner Großmutter mussten ihr Geheimnis bleiben, denn er wollte die Gefühle der Lady nicht verletzen. Drew wusste zwar nichts über Kristina Simmons, aber sie war ein unschuldiges Opfer in dieser abenteuerlichen Geschichte. Mandy hatte ihm versichert, dass es ihr „kleines Geheimnis“ bleiben würde und versprochen, nichts zu sagen, was die „Gefühle ihrer Kristina“ verletzen könnte. Drew war zufrieden, obwohl er sich nicht darauf verlassen konnte, dass Mandy sich nicht doch verplapperte. Umso wichtiger war es, dieser Kristina behutsam, aber sofort die Wahrheit zu erzählen und sie dann nach Hause zu schicken.

Drew warf einen Blick in Mandys Zimmer. Seine Tochter schlief. Sie sah aus wie eine kleine Prinzessin – wie ihre Mutter. Doch an Talia wollte er jetzt nicht denken.

In seinem Schlafzimmer ließ Drew sich schließlich auf das Bett fallen. Er nahm das Telefon und drückte die Kurzwahltaste. Etwas musste noch erledigt werden.

„Hallo.“

„Großvater, hier ist Drew. Ich muss unbedingt mit Großmutter sprechen.“

„Um Gottes willen, Junge! Weißt du, wie spät es ist?“

„Das weiß ich, aber ich kann nicht warten.“

„Ist etwas passiert?“

Oh ja, dank Lillys Einmischung. „Ich muss einfach mit ihr sprechen. Schläft sie schon?“

„Nein. Sie ist im Fernsehzimmer und sieht sich eine dieser schrecklichen Late-Night-Shows an.“

„Kannst du sie bitte ans Telefon holen?“

„Natürlich, Junge. Lilly! Drew möchte dich sprechen.“ Drew...



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