Golluch | 555 populäre Irrtümer | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, 304 Seiten

Golluch 555 populäre Irrtümer

Warum Angela Merkel eigentlich ein Wessi ist, man Eier nicht abschrecken muss und Erdnüsse keine Nüsse sind
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-86413-508-8
Verlag: riva
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Warum Angela Merkel eigentlich ein Wessi ist, man Eier nicht abschrecken muss und Erdnüsse keine Nüsse sind

E-Book, Deutsch, 304 Seiten

ISBN: 978-3-86413-508-8
Verlag: riva
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Eine volle Festplatte macht den Computer noch lange nicht langsam. Körpersprache ist keineswegs international. Ammoniten sind keine versteinerten Schnecken und Erdnüsse auch keine Nüsse. Viele Gewissheiten, die einem so selbstverständlich erscheinen wie dem kleinen Kind der Weihnachtsmann, sind schlicht und ergreifend nicht wahr. In über 500 pointierten Texten räumt Norbert Golluch die am weitesten verbreiteten Irrtümer aus und überrascht auf diese Art und Weise jeden Leser immer wieder neu. Ob Pflanzen und Tiere, Medizin, Ernährung, Geografie und viele mehr - kein Interessensgebiet, das '555 populäre Irrtümer' nicht abgedeckt. Das Buch für alle, die es ganz genau wissen wollen.

Norbert Golluch, geboren 1949, arbeitete zunächst als Grundschullehrer, bevor er sich nach einigen Jahren als Verlagslektor und Redakteur einer Satire-Zeitschrift als Autor selbstständig machte. Zu seinen zahlreichen Bestsellern gehört zum Beispiel 'Stirbt ein Bediensteter während der Dienstreise, so ist damit die Dienstreise beendet'. Norbert Golluch wohnt und arbeitet im Bergischen Land in der Nähe von Köln.
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Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


Seltsame Beeren und Regenwald eiskalt
Pflanzen


Über die Pflanzen, mit denen wir jeden Tag umgehen, wissen wir so gut wie alles, oder? Weizen ist ein Süßgras, Pilze gehören zu den Pflanzen, und Äpfel wachsen auf Bäumen. Rosen haben Dornen, Tomaten zählen zu den Nachtschattengewächsen, und Erdbeeren sind natürlich Beeren. So viel ist sicher. Oder doch nicht? Drei dieser sechs Behauptungen sind Irrtümer …

Stacheln und Dornen sind doch ein und dasselbe.


Im Ergebnis ja – es tut weh –, aber botanisch gesehen nicht. Der Unterschied zwischen Dornen und Stacheln besteht in ihrem Aufbau. Stacheln sitzen sozusagen außen auf der Pflanze, wie dies bei der Rose der Fall ist. Man kann sie ohne große Mühe entfernen. Das Sprichwort »Alle Rosen haben Dornen« lügt also. »Alle Rosen haben Stacheln« klingt aber irgendwie nicht so poetisch. Stacheln lassen sich mit etwas Geschick von der Oberhaut der Pflanze lösen, zurück bleibt nur eine kleine Narbe. Dornen hingegen kommen aus dem Inneren der Pflanze und sind fest mit ihrem Holz verbunden. Will man sie entfernen, so wird man die Pflanze beschädigen müssen. Neben den Rosen gehören Himbeeren und Brombeeren zu den mit Stacheln bewehrten Pflanzen. Keine Stacheln haben hingegen Kakteen. Wie der Weißdorn und der Christusdorn – möglicherweise Bestandteil der Dornenkrone Christi – zählen sie zu den Pflanzen mit Dornen.

Die Kiwi stammt aus Neuseeland.


Zuerst kamen Kiwis bei uns als Chinesische Stachelbeeren in den Handel, ihr lateinischer Name Actinidia chinensis sagt einiges über ihre Herkunft. Später nannte man sie Kiwi, weil bei ihrer Einführung anfangs große Mengen Kiwis für den Supermarkt aus Neuseeland kamen. Es war einfach zu verlockend, die Frucht Kiwi nach dem Vogel Kiwi, dem Nationalsymbol Neuseelands, zu benennen. Actinidia chinensis ist übrigens die Kiwi mit der glatten Haut und dem gelblichen Fruchtfleisch, während heute häufig auch Actinidia deliciosa mit behaarten Früchten und grünlichem Fruchtfleisch angeboten wird.

Natürlich sind Erdbeeren Beeren.


Was denn sonst? Logisch. Irrtum, sagt der Botaniker! Die Botanik hat häufig nichts mit dem gesunden Menschenverstand zu tun, könnte man glauben, wenn man die Einordnung bestimmter alltäglicher Früchte betrachtet. Besagter gesunder Menschenverstand wird natürlich Erdbeeren, Brombeeren und Himbeeren zu den Beeren zählen, Erdnüsse zu den Nüssen und Bananen … Ja, was bitte sind Bananen? Mal den Botaniker fragen. Der gibt Verwirrendes zur Antwort: Erdbeeren sind Sammelnussfrüchte, Brombeeren und Himbeeren hingegen Sammelsteinfrüchte. Die Stachelbeere ist eine echte Beere wie auch die Banane … Die Banane?

Als Beere bezeichnen Botaniker eine aus einem einzigen Fruchtknoten hervorgegangene Schließfrucht, also eine Frucht, die geschlossen von der Pflanze fällt und sich auch bei der Reifung nicht öffnet. Außerdem muss bei Beeren die komplette Fruchtwand, das sogenannte Perikarp, auch noch im Zustand der Reife saftig oder zumindest fleischig sein. Allen Ernstes, nach dieser Definition zählen Bananen zu den Beeren, wie auch Zitrone, Orange, Dattel, Melone, Kiwi und Papaya. Aber auch Paprika, Tomate, Aubergine und Avocado sind echte Beeren.

Um die Verwirrung noch größer zu machen: Die Vogelbeere ist eine Apfelfrucht, die Holunderbeere eine Steinfrucht, während die Wacholderbeere botanisch als ein Zapfen einzuordnen ist. Und was die Nüsse betrifft: Die Erdnuss gehört zu den Hülsenfrüchten, auch wenn sie im Supermarkt neben Walnüssen und Haselnüssen liegt – die Erdnuss ist eine Hülsenfrucht. Erbsen und Bohnen sind näher mit ihr verwandt als alle echten Nüsse. Auch in ihren Inhaltsstoffen unterscheidet sich die Erdnuss von den echten Nüssen – sie enthält deutlich weniger ungesättigte Omega-3-Fettsäuren.

Überhaupt ist die Ergänzung -nuss am Ende eines Namens keine Garantie dafür, dass es sich im botanischen Sinne um eine Nuss handelt. Kokosnuss, Pekannuss, Pistazie und Mandel gelten als Steinfrüchte, die Muskatnuss ist ein Samen aus einer Balgfrucht, und beim Cashewkern ist alles noch viel komplizierter – der wächst nämlich unten an einer Scheinfrucht, dem Cashewapfel, der wiederum nur ein verdickter Fruchtstiel ist. Eine Nuss ist weder der Cashewapfel noch der Cashewkern. Echte Nüsse sind zweifelsfrei Eichel und Buchecker, aber auch Walnuss und Haselnuss. Nach so viel Verwirrung braucht der forschende Geist endlich etwas Ruhe und knabbert ein paar garantiert echte Walnüsse.

Regenwälder findet man nur in den Tropen.


Wer denkt nicht an zirpende Insekten, kreischende Papageien und schreiende Affen, aber vor allem an unerträglich feuchte Wärme, wenn er das Wort Regenwald hört? Richtig ist: Den durch diese Kennzeichen beschriebenen Regenwald findet man nur in den Tropen – wo auch anders? Regenwälder bilden sich aber überall dort, wo die Niederschlagsmenge über 2000 Liter pro Jahr und Quadratmeter liegt – auch in gemäßigten Breiten. An gemäßigtes Klima angepasster Regenwald findet sich vor allem an der Pazifikküste Nordamerikas, in Chile sowie auf Tasmanien und Neuseeland. Natürlich leben im gemäßigten Regenwald andere Tier- und Pflanzenarten als in den Tropen.

Eichen sollst du weichen, Buchen sollst du suchen.


Wer verstehen will, wie es zur Gefahr durch einen Blitzschlag kommt, muss wissen, wie ein Gewitter funktioniert. Wenn es in Sommer sehr heiß und sehr feucht ist, steigt erwärmte Luft nach oben. Durch die Reibung von winzigen Wassertropfen im Aufwind von aufsteigender Warmluft entsteht elektrische Ladung. Die Wolken laden sich positiv auf, während alles am Boden eine negative Ladung aufweist. Der Spannungsunterschied wird mit der Zeit immer größer, bis … ein Blitz aus der Wolke fährt, ein gigantischer elektrischer Funke mit mehreren Hunderttausend Ampere Stromstärke und Spannungen von mehreren Millionen Volt. Wer bei einem Gewitter im Haus ist, ist ziemlich gut geschützt. Auch der Faradaykäfig Auto ist ein sicherer Ort für seine Insassen. Die Blechhülle leitet die Spannung der Blitze ab. Was aber, wenn man sich ungeschützt im Freien aufhält?

Auf freiem Felde in einer flachen Landschaft ist ein Mensch der höchste Punkt – ein beliebtes Ziel für Blitze. Instinktiv sucht zum Beispiel ein verspäteter Wanderer Schutz unter etwas Höherem und landet unter Bäumen, vielleicht auch, um einen Zufluchtsort im jetzt beginnenden Regen zu finden. Aber war da nicht was, denkt er, eignen sich nicht die verschiedenen Baumarten unterschiedlich gut als Unterstand bei einem Gewitter? Und soll es nicht sogar eine Baumart geben, die bei Gewitter richtig gut schützt, nämlich die Buche?

Die alte Regel für das Verhalten bei Gewitter – Eiche weiche, Buche suche – könnte ziemlich ungesunde Folgen haben, gleichgültig, ob man unter einer Eiche oder einer Buche Schutz sucht. Wenn der Blitz einschlägt, kann es sein, dass der Baum förmlich explodiert. Wenn der Blitz nicht auch noch auf den neben dem Baum stehenden Menschen überspringt, so wird dieser zumindest mit einem Hagel von kleinen und größeren Holzgeschossen und Splittern beschossen, und das ist keine gute Situation, um gesund zu bleiben. Ein schwacher Blitz reißt manchmal nur einen schmalen Kanal in das Holz eines Baums, ein Einschlag mit höherer Ladung kann ihn aber auch förmlich zersprengen.

Der Spruch, den der Volksmund für diese Situation parat hat, existiert in unterschiedlichen Versionen, und eine davon lautet:

»Vor den Eichen sollst du weichen.

Und die Weiden sollst du meiden.

Zu den Fichten flieh mitnichten.

Linden sollst du finden.

Doch die Buchen musst du suchen!«

Nein, Volksmund, falsch! Ein ganz großer Irrtum! Nicht nur Weiden sollst du meiden, auch die Fichten such mitnichten, und die Linden lohnt sich nicht zu finden, wie auch die Buchen – gar nicht erst suchen! Bei Gewitter sollte man Bäume ebenso meiden wie Holzmasten.

Aber was dann? Ins Wasser springen? Es ist ganz und gar nicht gesund, sich badend in einem Gewässer aufzuhalten. Einfach so auf der großen Wiese stehen bleiben? Menschen auf einer großen ebenen Fläche visiert der Blitz ebenso gerne an wie Fußgänger auf den Kammlagen eines Hügels. Also doch unter den Baum? Es gibt in der Tat einen statistischen Unterschied zwischen den verschiedenen Baumarten, was die Trefferhäufigkeit von Blitzen angeht. Eine Theorie besagt, dass die Art der Wurzeln eine Rolle spielt. Eichen mit ihren langen Pfahlwurzeln haben eine bessere Verbindung zum Grundwasser als zum Beispiel die flach wurzelnden Buchen. Auch die elektrische Leitfähigkeit der Rinde könnte eine Rolle spielen. Die Rinde der Buche ist glatt und daher gleichmäßig vom Regen feucht und leitfähig, die der Eiche rau und rissig mit trockenen Stellen, sodass sie den Blitz nicht schnell genug in den Boden leitet. Auch werden die häufiger einzeln stehenden Eichen leichter getroffen als eine Buche in einem Wäldchen.

Das sicherste Verhalten, wenn gar kein Haus oder ein ähnlich guter Unterschlupf in der Nähe ist: auf den Boden kauern, die Füße eng zusammen, die Arme an den Körper legen, auch den Kopf einziehen. Und ein Baum, gleich welcher Art, sollte nicht unbedingt in nächster Nähe sein.

Korallen sind Pflanzen.


Ihr Platz in einer Art unterseeischem Garten lässt die Annahme sinnvoll erscheinen, es könne sich bei Korallen eigentlich nur um Pflanzen handeln. Sie haben einen Stamm, manche Arten entwickeln Zweige, an deren Enden so etwas...


Norbert Golluch, geboren 1949, arbeitete zunächst als Grundschullehrer, bevor er sich nach einigen Jahren als Verlagslektor und Redakteur einer Satire-Zeitschrift als Autor selbstständig machte. Zu seinen zahlreichen Bestsellern gehört zum Beispiel "Stirbt ein Bediensteter während der Dienstreise, so ist damit die Dienstreise beendet". Norbert Golluch wohnt und arbeitet im Bergischen Land in der Nähe von Köln.



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