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Goodkind | Im Labyrinth des Zauberers - Das Schwert der Wahrheit | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 3, 208 Seiten

Reihe: Die Kinder von D'Hara

Goodkind Im Labyrinth des Zauberers - Das Schwert der Wahrheit

Eine Novelle
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-641-26478-9
Verlag: Penhaligon
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Eine Novelle

E-Book, Deutsch, Band 3, 208 Seiten

Reihe: Die Kinder von D'Hara

ISBN: 978-3-641-26478-9
Verlag: Penhaligon
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Seine Beute sind die Gefährten des Suchers – der dritte Band des neuen Zyklus »Die Kinder von D'Hara«.

Während Richard Rahl noch eine Möglichkeit sucht, seine Frau und seine ungeborenen Zwillinge in Sicherheit zu bringen, stößt er auf eine weitere Bedrohung für ihr Wohlergehen. Ein dunkler Zauberer hat sich in dem magischen Labyrinth unter dem Palast des Volkes eingenistet und bringt immer mehr von Richards Gefährten in seine Gewalt. Richard muss ihm entgegentreten – und verstrickt sich in dessen magischem Netz.

Die Kinder von D'Hara bei Penhaligon:
1. Die goldene Göttin
2. Die Vorboten des Todes
3. Im Labyrinth des Zauberers
4. Der Bann der Hexe
5. Das Tor zur Dunkelheit

Terry Goodkind (*1948; †2020) wurde in Omaha, USA, geboren und war nach seinem Studium zunächst als Rechtsanwalt tätig. 1994 erschien sein Roman »Das erste Gesetz der Magie«, der weltweit zu einem sensationellen Erfolg wurde und den Auftakt zu einer der erfolgreichsten Fantasy-Sagas aller Zeiten bildet. Er lebte bis zu seinem Tod in Maine, USA.
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2


»Was gedenkt Ihr zu tun, Lord Rahl?«, fragte Vika.

Er löste sich schließlich von Kahlan. »Natürlich das, was mein Großvater mir geraten hätte.«

Vika zog ihren Zopf über eine Schulter und behielt ihn in der Hand, während sie ihn von oben herab musterte. Schließlich sprang sie von der niedrigen Mauer herab.

»Ich verstehe nicht, Lord Rahl.«

»Mein Großvater Zedd meinte stets, denk nicht an das Problem, sondern an die Lösung. Das Problem ist, dass Kahlan nicht in der Sliph reisen kann. Darauf konzentrieren wir uns jetzt.«

»Ich habe Euren Großvater nicht gekannt.« Vika schien ratlos. »Tut mir leid, Lord Rahl, aber ich weiß nicht, was das heißen soll.«

»Es soll heißen, dass wir, anstatt über das Problem nachzudenken – dass die Sliph uns nicht alle mitnehmen kann –, über die Lösung nachdenken müssen. Ich hoffe, dass wir in der Burg der Zauberer sicher sein werden, insbesondere Kahlan, also müssen wir dorthin. Besteht das Problem nun darin, dass sie nicht in der Sliph reisen kann, lautete die Lösung, dass wir sie auf andere Weise dorthin schaffen müssen.«

Vikas Miene hellte auf. »Ich werde Pferde und Vorräte organisieren.«

Richard schenkte ihr ein Lächeln. »Gut mitgedacht, Vika. Das ist die Lösung.«

Shale trat näher. »Wäre das nicht gefährlich, Lord Rahl? Auf dem Landweg dorthin zu reisen? Ich bin aus dem Nördlichen Ödland, wo es auch schon reichlich Gefahren gibt, aber über viele Orte dort unten habe ich überaus hässliche Dinge gehört. Angeblich ist D’Hara für sich genommen schon gefährlich genug, die Midlands aber sind eine unzivilisierte und wilde Gegend, die zu durchreisen ziemlich riskant sein kann.«

Das wusste Kahlan nur zu gut. Als sie selbst noch durch die Midlands reiste, war sie zu ihrem Schutz stets von Giller, einem erfahrenen Zauberer, begleitet worden. Natürlich war auch Richard ein Zauberer, zudem mächtiger, als Giller jemals gewesen war. Der jedoch besaß den Vorteil, dass er sein Leben lang im Gebrauch seiner Fertigkeit sowie in den Gefahren der Midlands unterwiesen worden war.

Richard war in Westland, fernab jeglichen Wissens um Magie aufgewachsen, zudem wirkte die Gabe bei ihm nicht so wie bei anderen. Anders als der typische mit der Gabe Gesegnete konnte er sein Talent nicht unbedingt nach Belieben bemühen – einerseits, weil es ihm an lebenslanger Übung mangelte, aber auch, weil seine Gabe grundsätzlich anders war. Als Gabe eines Kriegszauberers entfaltete sie sich hauptsächlich über seinen Zorn.

»Ich kann bezeugen, dass die Midlands wirklich gefährlich sind«, sagte Kahlan. »Aber sie sind auch ein Ort voller Schönheit und Wunder.«

Shale warf ihr einen zynischen Blick zu. »Schönheit wird uns nicht retten. ›Gefährlich‹ ist das Schlüsselwort. Wir wären gezwungen, eine Menge gefährliches Gebiet zu durchqueren.«

»Nun, ganz offensichtlich wäre es gefährlich für uns, im Palast des Volkes zu bleiben«, erklärte Richard der Zauberin. »Solange wir hier sind, werden wir andauernd Gefahren und brutalen Attacken ausgesetzt sein. Hier kann die Göttin sozusagen ein Auge auf uns halten, mithilfe eines jeden im Palast, der nicht die Gabe besitzt. Das ist so ziemlich jeder. Sie kann uns beobachten und sich für ihren Angriff einen Moment aussuchen, wenn wir am schwächsten sind. Wir können uns hier keinen Augenblick sicher fühlen. In der Burg gibt es mit der Gabe Gesegnete, die uns vielleicht helfen können, und vielleicht noch wichtiger, sie verfügt über mächtige Schilde jeglicher Art, die Kahlan und die Ungeborenen zu schützen vermögen. Hier im Palast des Volkes gibt es ebenfalls ein paar Schilde, aber nicht annähernd genug. Hier ist es für uns einfach nicht sicher. Wir müssen an einen sicheren Ort, damit wir überlegen können, wie wir gegen diese Gefahr vorzugehen gedenken, und dieser Ort ist die Burg der Zauberer in Aydindril. Da wir nicht in der Sliph reisen können, werden wir entweder zu Fuß gehen oder reiten. Eine andere Möglichkeit gibt es nicht. So einfach ist das.«

Shale, die Arme verschränkt, ließ sich seine Worte einen Moment lang durch den Kopf gehen und wurde dabei merklich ruhiger. »Ihr habt recht. Hier sind wir nicht sicher. Einen besseren Vorschlag habe ich auch nicht anzubieten.«

Berdine bedachte ihn mit einem finsteren Blick, die blauen Augen voller Zorn. »Also, ich werde ebenfalls mitkommen. Diesmal werde ich nicht zurückbleiben. Ich. Komme. Mit.«

Richard erwiderte die ihr so deutlich ins Gesicht geschriebene Besorgnis mit einem Lächeln. »Natürlich kommt Ihr mit. Ich würde nicht einmal daran denken, ohne Euch loszuziehen, Berdine. Wir werden alle zusammen gehen.«

»Ich werde eine Abteilung der Ersten Rotte zusammenstellen, die uns eskortieren soll«, erbot sich Cassia. »Wie viele Soldaten wünscht Ihr mitzunehmen?«

Einen Arm um Kahlans Hüfte, ließ Richard die angespannten Mienen auf sich wirken, die ihn musterten. »Keinen. Das können wir nicht riskieren.«

Cassia beugte sich vor, als hätte sie nicht richtig gehört. »Nicht riskieren? Wir können nicht riskieren, uns beschützen zu lassen? Es ist ein weiter Weg durch jede Menge gefährliches Gebiet. Eine Einheit aus Kavallerie und Soldaten der Ersten Rotte würde abschreckend auf diese Gefahren wirken. Eine Zurschaustellung unserer Macht würde einen Kampf von vorneherein unterbinden. Ein Kampf wäre das Letzte, was wir wollen. Ihr selbst oder die Mutter Konfessor könntet dabei verletzt oder gar getötet werden. Wieso wollt Ihr auf einen angemessenen Schutz verzichten?«

»Weil die Göttin die Fähigkeit besitzt, uns durch die Soldaten auszuspionieren, genau wie sie sich auch jedes anderen bedienen kann. Kennt sie unseren genauen Aufenthaltsort, kann sie die Glee losschicken, um uns in den Midlands in offenem Gelände anzugreifen. Schlimmer noch, so wie sie sich Nolos bediente, um Kahlan zu erstechen, als er mit ihr alleine war, könnte sie einen dieser Männer dazu benutzen, uns zu attackieren, wenn wir dies am wenigsten erwarten. Nolo war mit dem Messer ziemlich ungeschickt, die Soldaten der Ersten Rotte dagegen sind Experten im Gebrauch ihrer Waffen. Sie würden uns nicht etwa den Rücken frei halten, sie würden zur Gefahr, sobald wir ihnen den Rücken kehren. Bereits ein einziger Erfolg der Goldenen Göttin wäre Kahlans Tod. Damit hätte sie ihr Ziel erreicht, jede Chance auf den Fortbestand unserer Magie zunichtezumachen. Die spätere Auslöschung der Bevölkerung dieser Welt wäre damit gesichert.«

»Er hat recht«, sagte Kahlan, deren Kräfte jetzt endlich zurückkehrten, da Richard von ihrer Schwangerschaft wusste und entschlossen war, sie und die Zwillinge zu beschützen. Und, wichtiger noch, seine Argumentation machte deutlich, dass ihre Schwangerschaft nicht etwa die befürchtete Ablenkung war. »Es ist keine Frage ihrer Untertanentreue. Die ist über jeden Zweifel erhaben, wie wir wissen. Es ist eine Frage der Fähigkeit eben jener Göttin, sie ihrem Willen zu unterwerfen und zu missbrauchen.«

Richard wandte sich wieder herum zur Sliph. Deren silbriges Gesicht beobachtete sie noch immer, und in dessen glänzender Oberfläche spiegelten sich die Personen, die sie beide beobachteten.

»Du kannst jetzt wieder schlafen gehen, Sliph. Danke, dass du hergekommen bist.«

»Selbst wenn die Mutter Konfessor nicht reisen kann, ich kann dich trotzdem zur Burg der Zauberer bringen, Lord Rahl. Komm, wir reisen. Du wirst zufrieden sein.«

»Das würde ich sehr gern, aber ich kann Kahlan nicht alleine lassen. Ich muss hierbleiben und sie beschützen. Da mir das Vergnügen, in dir zu reisen, verwehrt bleibt, kannst du bis zu dem Tag, da ich wieder in dir reisen kann, wieder in deinen Schlummer zurückkehren.«

Kahlan wusste um Richards Vertrautheit mit dem einzigartigen Wesen der Sliph. Nicht nur wusste er, wie er mit ihr sprechen musste, sodass sie verstand, er wusste sich auch so auszudrücken, dass er ihr Vertrauen nicht verlor. Nur war ihr diese unbedingte Schmeichelei zuwider.

»Danke, mein Gebieter. Es betrübt mich, dass du nicht in mir reisen wirst. Du wärst zufrieden gewesen.«

»Ja, das weiß ich. Ich hoffe, bald wieder das Vergnügen zu haben, in dir zu reisen. Bis dahin darfst du in die Gesellschaft deiner Seele zurückkehren.«

Das silbrige Gesicht lächelte. »Ich danke dir, mein Gebieter.«

Damit schien das glänzende, silbrige Gesicht wieder mit dem sich unablässig bewegenden flüssigen Silber zu verschmelzen, bis ihre gesamte Masse schließlich mit zunehmender Geschwindigkeit rasch in die Tiefe und außer Sicht hinabsank.

Shale stemmte die Fäuste in die Hüften. »Das werdet Ihr mir irgendwann erklären müssen.«

»Wenn Ihr wollt«, erwiderte er, »aber ich sage Euch gleich, Ihr werdet nicht glücklicher sein, wenn Ihr die Geschichte kennt.«

Als sie die Arme wieder fallen ließ, wies Richard auf die ihn musternden Frauen ringsum. »Von jetzt an können wir neun allein uns selbst vertrauen. Wir alle besitzen Magie, die verhindert, dass die Goldene Göttin in unseren Verstand eindringt oder durch unsere Augen sieht.«

»Glaubt Ihr wirklich«, hakte Shale nach, »dass die Göttin sich ihrer bedienen könnte, wenn wir Euch treu ergebene Soldaten mitnehmen würden?«

Richard zuckte die Achseln. »Möglicherweise nicht, aber seid Ihr bereit, dieses Risiko einzugehen?«

»Seid Ihr bereit, das Risiko einer Gefährdung der Mutter Konfessor einzugehen, indem Ihr durch gefährliche Gebiete reist?«, hielt die Zauberin dagegen.

Richard sah sie...


Goodkind, Terry
Terry Goodkind (*1948; †2020) wurde in Omaha, USA, geboren und war nach seinem Studium zunächst als Rechtsanwalt tätig. 1994 erschien sein Roman »Das erste Gesetz der Magie«, der weltweit zu einem sensationellen Erfolg wurde und den Auftakt zu einer der erfolgreichsten Fantasy-Sagas aller Zeiten bildet. Er lebte bis zu seinem Tod in Maine, USA.



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