E-Book, Deutsch, Band 1761, 160 Seiten
Reihe: Julia
Goodnight Aufregung um Prinz Luc
1. Auflage 2007
ISBN: 978-3-86295-778-1
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 1761, 160 Seiten
Reihe: Julia
ISBN: 978-3-86295-778-1
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Ist der umwerfend gut aussehende Luc etwa gar kein einfacher Cowboy, sondern der Kronprinz von Montavia? Die Privatdetektivin Carly wittert einen neuen Fall und heftet sich an Lucs Fersen. Je mehr Zeit sie mit ihm verbringt, desto stärker fühlt sie sich zu ihm hingezogen. Nach einem überraschenden heißen Kuss erkennt sie: Sie hat sich verliebt - doch ihr Glück ist nicht ungetrübt! Denn jetzt muss sie sich entscheiden: zwischen ihrer Karriere und diesem geheimnisvollen Mann, der ihr Herz im Sturm erobert hat ...
Linda Goodnight stammt aus einer ländlichen Region in Oklahoma, wo sie auch heute noch lebt. Zwei Anliegen hat die Bestsellerautorin: Ihre Romane sollen ebenso emotional berühren wie unterhalten. Die Quelle ihrer Inspiration ist dabei ihre eigene Patchwork-Familie, zu der auch zwei Adotivkinder aus der Ukraine gehören, sowie die Erfahrungen, die sie als Krankenschwester und Lehrerin gemacht hat.
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PROLOG
Carson Benedict stand auf dem Balkon und ließ seinen Blick über seinen Besitz, die Benedict Guest Ranch, schweifen. Heute war sein Geburtstag, doch ein besonders froher Tag war es nicht für ihn. Dafür hatte Teddi, seine ausgeflippte Schwester, schon gesorgt. Sie lag ihm wieder einmal mit ihren verrückten Ideen in den Ohren, die sie sich ständig einfallen ließ, um die Ranch erfolgreicher zu machen. Ihr neuester Einfall übertraf alle bisherigen. „Sieh dir doch die Bücher an, Carson!“ Mit Nachdruck klopfte Teddi auf den Ordner in ihrer Hand, wodurch sechs bunte Perlenarmbänder an ihrem schlanken Handgelenk heftig in Bewegung gerieten. „Wir müssen uns schleunigst etwas einfallen lassen, oder unsere Gäste-Ranch geht baden.“ „So schlecht laufen die Dinge doch gar nicht“, meinte Carson. Allerdings musste er eingestehen, dass sie auch nicht besonders gut liefen. „Die Buchungen sind diesen Sommer abermals zurückgegangen“, hielt Teddi ihm vor Augen. „Reiter-Ranches im Westernstil haben ihre Anziehungskraft verloren. Diese ganze Cowboy-Romantik ist out. Wir brauchen neue Ideen, neue Attraktionen.“ Carson unterdrückte einen Seufzer. Er ging wieder in sein Büro zurück, obwohl ihm klar war, dass er seiner Schwester nicht entkommen konnte, wenn sie erst einmal in Fahrt geraten war. „Glaubst du denn im Ernst, das Problem lösen zu können, indem du die Ranch in ein Liebesnest verwandelst?“ Natürlich war Teddi ihm auf den Fersen gefolgt. „Das Wellness-Resort für Meditation und ganzheitliche Körperreinigung hattest du ja bereits abgelehnt. Im Übrigen ist einzig und allein Liebe die Antwort auf alle Probleme. Liebe und Aromatherapie.“ Carson konnte ein Lachen nicht unterdrücken. Seine kleine Schwester hatte sich völlig der New-Age-Ära verschrieben und war zu einer leidenschaftlichen Verfechterin von Frieden, Liebe und Heilkräutern geworden. Mit dem Schwerpunkt auf Liebe. „Das hier ist eine Ranch, kein Bordell“, betonte er. Urlaubsgäste aufnehmen zu müssen war für ihn schon schlimm genug. Auf keinen Fall wollte er einen Haufen liebestoller Singles hier herumlaufen haben. „Ach, du!“ Teddi schüttelte den Kopf, wobei ihre grünen Ohrringe, die die Form einer Pyramide hatten und in deren Mitte ein Auge aufgemalt war, hin und her baumelten. „Davon hatte ich auch nichts gesagt. Erinnerst du dich noch an das ‚Love Boat‘? Warum also nicht eine Love Ranch, wo Singles Gelegenheit haben, die Liebe ihres Lebens zu finden?“ „Nein!“, versetzte Carson entschieden. „Aber Carson, Partnervermittlung ist heutzutage das Thema, ob im Internet, bei den Kirchen oder an den Unis. Es gibt sogar jede Menge professionelle Vermittler.“ „Nicht hier bei uns.“ Carsons Stimme klang endgültig. „Na gut, wie du meinst.“ Aufreizend lässig klopfte Teddi mit der Spitze ihres hellgrünen Schuhs auf den Boden. „Du hast gewonnen. Lass die Ranch doch noch tiefer in Schulden versinken. Lass sie uns an unseren Cousin Arnold verkaufen, damit er ein Outletcenter draus machen kann.“ Mit verschränkten Armen lehnte Teddi sich gegen die Wand und klopfte weiterhin mit der Schuhspitze auf den Boden. Carson kannte diese Körpersprache zur Genüge. Er wusste, dass seine Schwester einfach weiter hartnäckig über das Thema Liebe reden würde, bis er am liebsten vom Balkon springen und schreiend über die Felder rennen würde. Er stieß einen so tiefen Seufzer aus, dass einige Blätter vom Schreibtisch flatterten. So ungern er es auch zugab, mit der Benedict Guest Ranch ging es tatsächlich steil bergab. Sie brauchten eine zugkräftige Werbeidee, um mehr Gäste auf die Ranch zu locken. Carson hatte gehofft, dass der Reiz des Wilden Westens auch weiterhin ziehen würde, aber Teddi hatte recht. Das war nicht mehr der Fall. „Kannst du dir nicht etwas anderes als eine Love Ranch einfallen lassen?“, brummte er. „Hör mal, nur weil Suzy dich wegen Brad Holder und seinen Ölquellen verlassen hat, brauchst du die Liebe doch nicht gleich in Bausch und Bogen abzulehnen“, protestierte Teddi. Bei der Erwähnung seiner Exfrau und des reichen Brad geriet Carsons Blut in Wallung. Suzy hatte ihm ewige Liebe und Treue geschworen – bis er finanzielle Probleme gehabt hatte. „Darüber werde ich mir zu einem anderen Zeitpunkt Gedanken machen.“ Abgesehen von seinem knappen Budget, mit dem er zu kämpfen hatte, musste Carson sich noch um eine seiner Rinderherden kümmern, wo die Kälber von ihren Müttern getrennt werden mussten. Außerdem hatte er noch eine Geburtstagsparty zu überstehen. „Diskussion beendet.“ „Nein.“ Energisch stemmte Teddi die Hände in die Hüften. Ihre Ohrringe baumelten wild. So flatterhaft sie manchmal auch war, wenn sie etwas durchsetzen wollte, war sie beinahe ebenso hartnäckig wie ihr Bruder. „Das hier ist auch mein Zuhause, Carson. Und es zu erhalten ist ebenso meine Aufgabe wie deine. Der einzige Weg, um mehr Gäste anzulocken, ist eine zündende Marketingidee. Und was zieht besser als Romantik?“ „Vielleicht Rasierklingen essen?“ Teddi schaute ihn aus schmalen Augen an. „Ah, das ist es also!“, stellte sie fest. Carson war gespannt, was er jetzt wieder zu hören bekommen würde. Teddi sah so angriffslustig aus. „Was meinst du damit?“, erkundigte er sich vorsichtig. „Dass du, herzallerliebster Bruder …“, sie schlug mit der Hand auf seinen Schreibtisch, „… einfach Angst hast!“ Er zog die Brauen zusammen. „Wovor?“ „Vor diesem Wort mit fünf Buchstaben: L-I-E-B-E. Du hast so große Angst vor der Liebe, dass du nicht einmal Romeo und Julia überreden könntest, miteinander auszugehen, selbst wenn es Pizza umsonst gäbe.“ „Natürlich könnte ich das“, widersprach Carson heftig. Allmählich begann er sich über seine Schwester zu ärgern. Die Behauptung, er, der hartgesottene Rancher und Geschäftsmann, habe vor irgendetwas Angst, ärgerte ihn. „Aber ich habe keine Lust auf solche Dinge.“ „Du brächtest es auch gar nicht fertig.“ Teddi setzte sich auf die Schreibtischkante, schlug die Beine übereinander und wippte mit dem Fuß. „Selbstverständlich brächte ich das fertig.“ „Ha, nie! Nie, nie, nie.“ Bei jedem Nie klopfte sie mit der Schuhspitze auf den Boden. Sie machte sich lustig über ihn! Bald würde sie ihn dort haben, wo sie ihn haben wollte. „Gut, ich habe schlechte Erfahrungen gemacht“, knurrte er. „Aber ich habe keine Angst vor der Liebe.“ „Dann beweise es“, verlangte sie. „Und wie soll ich das anstellen?“ „Indem du ein wenig zwischen unseren Gästen vermittelst.“ „Nein, auf gar keinen Fall!“, wehrte Carson ab. „Siehst du?“, sagte sie herausfordernd. „Ich wusste ja, dass du es nicht fertigbringen würdest.“ Carson knirschte mit den Zähnen. Niemand sollte ihm vorwerfen, dass er etwas nicht fertigbrachte, auch nicht seine Schwester. „Wetten, dass ich es fertigbringe?“ „Wirst du nicht“, trällerte Teddi. „Werde ich schon.“ „Okay. Ich wette, dass du es nicht schaffen wirst, dass sich die nächsten zwei alleinstehenden Gäste ineinander verlieben.“ Carson reckte das Kinn vor. „Und wenn ich die Wette gewinne?“ „Dann werde ich kein Wort mehr wegen einer Love Ranch sagen“, versprach seine Schwester. „Aber wenn du die Wette verlierst, darf ich die Ranch umbenennen und eine Werbekampagne starten.“ Gegen seinen Willen musste Carson lächeln. „Die Wette gilt.“ Teddi schoss vom Schreibtisch hoch und fiel ihm um den Hals, wobei sie ihn beinahe umgeworfen hätte. „Großartig! Ich werde dir sogar helfen.“ „Moment mal …“ Worauf hatte er sich da bloß eingelassen? „Warum willst du mir dabei helfen?“ „Wenn du erst siehst, wie allmächtig die Liebe ist, wirst du nicht mehr davon loskommen und alles tun, damit unsere Ranch die Love Ranch wird.“ Carson war entsetzt. „Nie im Leben! Du sagtest, du würdest das Thema dann fallen lassen.“ „Das werde ich auch, falls du es dann immer noch willst. Aber erst musst du ein Pärchen zusammenbringen.“ Ausgelassen tanzte Teddi durchs Büro, und Carson wusste, dass sich die Rädchen in ihrem Kopf mit Höchstgeschwindigkeit drehten. „Wir haben bereits ein Bild von einem Mann hier.“ Carson versteifte sich. Abwehrend streckte er die Hände aus. „Falls du Luc Gardner meinst, er ist absolut tabu.“ Teddi blieb stehen. Nachdenklich schaute sie ihren Bruder an. „Aber er ist solo, nicht wahr?“ Ja, Luc war Single, und er hatte eine Menge mehr zu bieten, als eine Frau sich jemals träumen lassen würde. Doch Carson hatte seinem adligen Freund versprochen, seine wahre Identität zu schützen, damit er einen ungestörten Sommer verbringen konnte. Zum Glück war Teddi nicht hier gewesen, als Luc das letzte Mal nach Oklahoma gekommen war. „Nein, nicht Luc“, beharrte er. „Aber du hast keine andere Wahl“, rief Teddi. „Er ist der erste männliche Single hier, und das war Bestandteil unserer Wette.“ Als draußen das Zuschlagen einer Autotür zu hören war, lief sie eilig zum Fenster und spähte durch den Vorhang. Mit einem Händeklatschen fuhr sie wieder herum. „Und gerade ist das perfekte weibliche Gegenstück angekommen! Sieht zwar ein bisschen gewöhnlich aus, aber sie ist immerhin eine Frau.“ Teddi segelte auf ihn zu, drückte ihm einen Kuss auf die Wange und riss die Tür dann...




