Goodnight | Geheimnis im Schloss der Träume | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1871, 144 Seiten

Reihe: Romana

Goodnight Geheimnis im Schloss der Träume


1. Auflage 2010
ISBN: 978-3-86349-429-2
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 1871, 144 Seiten

Reihe: Romana

ISBN: 978-3-86349-429-2
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Mit all seinem Reichtum kann der Herrscher von Carvainia seinem Sohn nicht helfen. Einzig seine Mutter kann den Kleinen retten, aber Sara lebt getrennt von ihm in Amerika. Fürst Aleksandre holt sie nach Carvainia und bietet ihr Geld an. Empört lehnt Sara ab. Alles würde sie für ihr Kind tun, das sie aus Not zur Adoption freigeben musste. Ihre einzige Bedingung: Sie will bei dem Kleinen bleiben - und bei Aleks, den sie nie vergessen hat. Doch in den Winkeln des alten verwunschenen Schlosses lauern die Geister der Vergangenheit. Können sie ihre neu aufkeimende Liebe zerstören?



Linda Goodnight stammt aus einer ländlichen Region in Oklahoma, wo sie auch heute noch lebt. Zwei Anliegen hat die Bestsellerautorin: Ihre Romane sollen ebenso emotional berühren wie unterhalten. Die Quelle ihrer Inspiration ist dabei ihre eigene Patchwork-Familie, zu der auch zwei Adotivkinder aus der Ukraine gehören, sowie die Erfahrungen, die sie als Krankenschwester und Lehrerin gemacht hat.

Goodnight Geheimnis im Schloss der Träume jetzt bestellen!

Weitere Infos & Material


1. KAPITEL

Dr. Konstantine trat auf den Flur heraus. Ein Blick in sein Gesicht genügte Fürst Aleksandre d’Gabriel, um zu wissen, dass er eine schlechte Nachricht überbringen würde.

„Es tut mir leid, Eure Hoheit, ich kann nichts mehr machen.“ Der Leibarzt der Familie hatte die Augen auf den Marmorboden gerichtet. „Ihr Sohn wird sterben.“

Aleks hatte das Gefühl, man hätte ihm einen Dolch ins Herz gestoßen. Sein vierjähriger Junge lag unmittelbar hinter dieser dicken alten Schlossmauer und war dem Tod geweiht. Könnte er bloß den Platz mit ihm tauschen!

Er war der Herrscher von Karvanien, ein mächtiger, reicher, kampferprobter Mann. Trotzdem konnte er nur hilflos mit ansehen, wie die Infektion die Leber seines Kleinen zerstörte. Er ballte die Hände zu Fäusten und hätte am liebsten aus Frustration und Verzweiflung gegen die Wand getrommelt.

Tröstend fasste seine Mutter ihn am Arm. „Irgendetwas müssen wir doch noch tun können. Vielleicht sollten wir einen weiteren Arzt zu Rate ziehen?“

Dr. Konstantine blickte auf. „Wir haben bereits alle führenden Hepatologen auf der Welt konsultiert, Eure Hoheit. Einzig eine Transplantation, ein kleines Organstück von der richtigen Person, könnte sein Leben retten. Nichts mehr und nichts weniger.“

Irena d’Gabriel, die achtundfünfzigjährige Fürstinmutter, war noch immer eine hübsche Frau, aber in den letzten Wochen von Prinz Nicos Krankheit sichtbar gealtert. „Bitte entschuldigen Sie, Doktor. Ich wollte Sie und Ihre Fähigkeiten in keiner Weise infrage stellen. Es ist einfach nur …“ Hilflos hob sie eine Hand.

Aleks wusste genau, was sie empfand. Sie liebte den mutterlosen Jungen abgöttisch, den sie vor über vier Jahren aus Amerika hergebracht hatte. Ohne sie hätte er nie von seinem Sohn erfahren.

Das Schicksal und entschlossenes Handeln hatten ihm Nico geschenkt. Er würde sein Kind nicht kampflos aufgeben. „Irgendwo muss sich ein passender Spender finden lassen. Wir werden weitersuchen.“

„Tausende sind schon getestet worden, Eure Hoheit.“

Seine treuen Untertanen hatten sich zuhauf gemeldet, doch sie alle waren nicht geeignet gewesen. Was damit zusammenhing, dass Nico nicht rein karvanischer Abstammung war.

Aleks rang die aufsteigende Übelkeit nieder sowie die Erinnerung an die Amerikanerin, die er nicht vergessen konnte. Alles war seine Schuld. Er trug die Verantwortung dafür, dass in den Adern seines Sohnes auch anderes Blut floss und er überhaupt erkrankt war. Aber Nico wäre ohne Sara Presleys Gene nicht der Junge, der er war.

„Ich hätte einen Vorschlag.“ Dr. Konstantine sah ihn an. „Darf ich offen sprechen?“

Aleks lachte freudlos auf. Der Arzt hatte ihn von klein auf betreut. Er hatte seine Kinderkrankheiten kuriert und seine Verletzungen behandelt. Ihm gehörte sein volles Vertrauen. „Ihre Neigung für offene Worte habe ich bis jetzt nicht unterbinden können. Und wir sind momentan an einem Punkt angelangt, an dem wir verzweifelte Maßnahmen ergreifen müssen. Was möchten Sie sagen?“

„Was ist mit Prinz Nicos leiblicher Mutter?“

„Nein!“, protestierte Irena, und Dr. Konstantine und Aleks blickten sie starr an. Sie war blass geworden und hatte die Hände vor den Mund geschlagen. Ihre schmalen Finger zitterten.

Aleks verstand ihre Reaktion. Er teilte ihre Ablehnung. Doch hatte er nicht gerade selbst an Sara gedacht? „Sie wird nicht einwilligen.“

Bei dem Gedanken an die Frau, die ihn zurückgewiesen und das gemeinsame Kind von sich gestoßen hatte, krampfte sich sein Magen zusammen. Sie hatte weder ihn noch den Sohn geliebt. Damals war ihr der Kleine egal gewesen. Es würde sie jetzt genauso wenig interessieren, ob der Junge lebte oder starb.

„Sie müssen sie kontaktieren, Eure Hoheit. Sie ist Prinz Nicos letzte Hoffnung.“

„Hör mir zu, Aleksandre.“ Die Fürstinmutter hatte die Sprache wiedergefunden. „Diese Amerikanerin hat ein Herz aus Stein. Sie wird sich weigern. Mit ihr in Verbindung zu treten wird nur Probleme schaffen, die wir nicht gebrauchen können. Wir haben schon genug zu tragen. Überleg dir die Konsequenzen. Was sie von dir verlangen könnte. Und von deinem Sohn.“

Ja, seine Mutter hatte recht. Sara hatte ihm bereits einmal übel mitgespielt. Und mit Nico gewissermaßen als Pfand könnte sie versuchen, einen Preis zu fordern, den er nicht bezahlen wollte. Aber hatte er überhaupt eine Wahl?

„Sollte sie eine passende Spenderin sein, wäre sie ein Geschenk des Himmels“, sagte Dr. Konstantine eindringlich.

Wenn sie geeignet ist und wenn sie einwilligt“, antwortete Aleks grimmig. So viele Wenns. Eine Frau, die ihr Neugeborenes im Stich ließ, würde sich wahrscheinlich wegen ihres Kindes keiner Operation unterziehen – es sei denn, der Anreiz war groß genug.

„Ich will sie nicht dahaben, Aleksandre. Sie wird uns verletzen. Sie wird dir wehtun. Und ebenso Nico. Ich ertrage es nicht, dies noch einmal mit ansehen zu müssen.“

Der Fürst hob die Hand. „Stopp! Es ist meine Entscheidung. Ich brauche einen Moment, um nachzudenken.“

Der Arzt und Irena deuteten eine Verbeugung an und hüllten sich in Schweigen. Unter dem warmherzigen und zugleich vorwurfsvollen Blick seiner Mutter bekam er leichte Gewissensbisse.

Ohne sie hätte Karvanien keinen Thronerben und er keinen Sohn. Niemand außer ihm selbst verstand Saras Verrat besser als seine Mutter. Sie versuchte nur wie immer, ihre beiden liebsten Menschen zu beschützen.

Aleks schloss die Augen, um zur Ruhe zu kommen. In vielen Kampfsituationen hatte er gelernt, seine Umgebung auszublenden und sich an einen friedlichen Ort in sich selbst zurückzuziehen, wo die Klugheit zu Hause war. Und auch jetzt gelang es ihm, seine Angst vor einem Wiedersehen mit Sara zu ignorieren und sich auf die Rettung seines Jungen zu konzentrieren.

Angestrengt hörte er in sich hinein und stellte sich vor, am Strand unterhalb des Schlosses entlangzugehen. Sooft seine Zeit es ihm erlaubte, schlenderte er am Meer entlang, das ihm Trost vermittelte.

Eines Tages würde er seinen Sohn das Segeln, Fischen und Motorbootfahren lehren. Er würde ihm erzählen, wie Generationen von Karvaniern das Meer als Verteidigungslinie, Handelsstraße und Nahrungsquelle genutzt hatten.

Aber zuerst musste Nico überleben, wozu er eine Organspende benötigte. Diese konnte nur von seiner leiblichen Mutter stammen. Tief atmete Aleks ein und öffnete die Augen. Ihm war nun klar, was er zu tun hatte.

„Mutter, du hast recht damit, dass Sara Presley nicht bereitwillig herkommen wird. Ich stimme auch mit Ihnen überein, Doktor, dass sie unsere einzige Hoffnung ist. Sie muss herkommen. Und sie wird herkommen.“

„Du kannst sie nicht dazu zwingen. Sie befindet sich nicht auf karvanischem Grund und Boden.“

„Noch nicht.“

„Aleksandre, was hast du vor?“

„Sie wird sich nicht meinetwegen und noch nicht einmal um ihres Sohnes willen nach Karvanien bemühen. Doch wird sie herfliegen, wenn der Anreiz groß genug ist.“

„Wofür du sorgen wirst?“

„Ich weiß genau, was für sie am meisten zählt.“

Und als Soldat, der seine Truppen schon in den Kampf geführt hatte, wusste er ebenfalls, wie wichtig es war, eine Strategie zu haben und den Feind zu kennen. Also schmiedete er einen Schlachtplan.

„Wenn etwas zu gut klingt, um wahr zu sein, ist es das vermutlich auch nicht“, sagte Sara Presley lachend, während sie eine Kiste mit Romanen auspackte.

„Aber was, wenn der Preis doch echt ist?“ Penny Carter, ihre Freundin und Miteigentümerin des Buchladens „The Book Shelf“, wedelte zum x-ten Mal in den letzten zwei Tagen mit dem Brief herum. „Wenn du tatsächlich die fantastische Reise in ein europäisches Wellnesshotel gewonnen hast, das sogar ein Schloss ist?“

Sara winkte verächtlich ab. „Dann hätte ich zunächst einmal irgendwo mitmachen müssen, oder?“

„Ja, das stimmt wohl. Vielleicht will uns einer unserer Lieferanten für unseren hervorragenden Umsatz belohnen?“

„In dem Fall müsste die Reise für uns beide sein.“ Sara roch an dem neuen Buch. „Ich liebe diesen Duft.“ Hoffentlich konnte sie die Freundin endlich von dem Thema abbringen. Der Preis war entweder ein Scherz, oder man würde von ihr Tausende Dollar verlangen oder die Kreditkartennummer, wenn sie sich dort meldete. Nein, so dumm war sie nicht.

„Was ist mit dem Gewinnspiel, an dem du auf der Messe vor einem Monat teilgenommen hast?“

Gedankenverloren betrachtete Sara die Buchhülle, die ein sexy lächelnder Cowboy zierte. Das Bild sprach sie nicht im Mindesten an. Kein noch so attraktiver Mann hatte es in den letzten fünf Jahren geschafft, ihren Schutzwall zu durchbrechen. Sie hatte sich einmal gründlich die Finger verbrannt, und das reichte.

„Ja, das wäre möglich.“

Penny ließ einen Schrei los und deutete auf den Briefkopf. „Ruf sofort diese Nummer an, sonst sterbe ich noch vor Neugier. Wellnesshotel ‚Castle-by-the-Sea‘. Wenn das nicht romantisch klingt.“

„Und wenn schon. Die einzigen Romanzen, die ich erleben werde, stehen in den Büchern, die wir verkaufen....



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.