E-Book, Deutsch, Band 326, 384 Seiten
Reihe: Romana Exklusiv
Goodnight / Hewitt / Roberts Romana Exklusiv Band 326
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7337-4892-0
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 326, 384 Seiten
Reihe: Romana Exklusiv
ISBN: 978-3-7337-4892-0
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
EINE BRAUT FÜR DEN ITALIENISCHEN GRAFEN von KATE HEWITT
Vittorio Ralfino, Conte de Cazlevara, hat die perfekte Braut gefunden: Ana Viale, Tochter eines Winzers - treu, familienbewusst und nicht besonders hübsch. Doch über Nacht wird aus dem hässlichen Entlein ein strahlend schöner Schwan, der Vittorios Herz in höchste Unruhe versetzt ...
GEHEIMNIS IM SCHLOSS DER TRÄUME von LINDA GOODNIGHT
Um seinen Sohn zu retten, holt Fürst Aleksandre dessen leibliche Mutter nach Carvainia. Sara sagt sofort zu, hat sie doch Aleks nie vergessen. Doch in den Winkeln des alten verwunschenen Schlosses lauern die Geister der Vergangenheit. Können sie ihre neu aufkeimende Liebe zerstören?
PRICKELNDES SPIEL IN MONTE CARLO von PENNY ROBERTS
Megan kann ihr Glück kaum fassen: Sie hat ein Hotel in Monte Carlo geerbt! Doch angekommen in der Stadt am Mittelmeer, erfährt sie: Um eine Testamentsklausel zu erfüllen, muss sie zwei Wochen ausgerechnet mit Lucien Delacroix zusammenwohnen, für den sie früher schon heimlich geschwärmt hat.
Linda Goodnight stammt aus einer ländlichen Region in Oklahoma, wo sie auch heute noch lebt. Zwei Anliegen hat die Bestsellerautorin: Ihre Romane sollen ebenso emotional berühren wie unterhalten. Die Quelle ihrer Inspiration ist dabei ihre eigene Patchwork-Familie, zu der auch zwei Adotivkinder aus der Ukraine gehören, sowie die Erfahrungen, die sie als Krankenschwester und Lehrerin gemacht hat.
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1. KAPITEL
Vittorio Ralfino, der Conte de Cazlevara, blieb auf der Schwelle der mittelalterlichen Empfangshalle von Castello San Stefano stehen und ließ den Blick suchend über die Menschenmenge schweifen. Unter den zahlreichen festlich gekleideten Gästen, zumeist Winzern der Region, befand sich die Frau, die er zu heiraten beabsichtigte. Er hatte nur eine vage Vorstellung davon, wie sie heute aussah, denn seit ihrer letzten flüchtigen Begegnung waren sechzehn Jahre vergangen.
Damals, bei der Beerdigung ihrer Mutter, war Ana Viale etwa dreizehn Jahre alt gewesen. Er erinnerte sich an ein blasses, trauriges Gesicht, eingerahmt von allzu dichtem dunklem Haar. Kürzlich hatte er in einer Zeitschrift zwar ein neues Foto von ihr entdeckt, doch es war wenig aufschlussreich gewesen. Ihr Äußeres interessierte ihn ohnehin nur am Rande. Von seiner künftigen Ehefrau erwartete Vittorio in erster Linie Loyalität, Gesundheit, Bodenständigkeit und eine ebenso aufrichtige Begeisterung für Wein, vom Anbau bis zur Vermarktung, wie er selbst sie aufbrachte – Eigenschaften, über die Ana reichlich zu verfügen schien. Zudem würde das Weingut ihrer Familie seine Ländereien perfekt ergänzen.
Ungeduldig mischte er sich unter die Gäste. Ihm war bewusst, dass ihm die neugierigen Blicke seiner Nachbarn, Bekannten und einiger weniger Freunde folgten und er heute Abend vermutlich ihr Hauptgesprächsthema darstellte. In den letzten fünfzehn Jahren hatte er niemals mehr als ein paar Tage am Stück in Venetien verbracht. Jetzt war er jedoch zurückgekehrt, um für immer hierzubleiben, eine Ehefrau zu finden und sein Leben in die Hand zu nehmen.
„Cazlevara!“ Ein alter Bekannter schlug ihm kameradschaftlich auf den Rücken und drückte ihm einen Weinkelch in die Hand. Automatisch hob Vittorio das Glas an die Nase und atmete den fruchtigen Duft des Rotweins ein. „Probieren Sie! Was halten Sie davon?“
Vittorio trank einen Schluck und rollte den Wein fachmännisch einen Moment im Mund herum, um das Aroma voll auszukosten. „Nicht schlecht“, meinte er beiläufig. Auf eine ernsthafte Diskussion wollte er sich gerade nicht einlassen. Viel wichtiger war es ihm, Ana zu finden.
„Stimmen die Gerüchte, dass Sie zurückgekehrt sind, um wieder selbst Wein anzubauen?“ Paolo Prefavera, ein Winzer und Freund der Familie, lächelte ihm leutselig zu.
„Damit habe ich nie aufgehört. Castello Cazlevara produziert neunhunderttausend Flaschen im Jahr.“
„Während Sie durch die Welt reisen …“
„Das nennt man Marketing. Aber es stimmt, ich bleibe.“
Mit seiner Rückkehr nach Hause würde er verhindern, dass sein Bruder Bernardo den Gewinn des Weinguts verprasste, und es obendrein seiner Mutter verwehren, ihm zu nehmen, was ihm – und seinen Erben – zustand.
Bei diesem Gedanken fragte er: „Haben Sie Ana Viale gesehen?“ Als Paolo ihn überrascht ansah, verfluchte er sich für seine Ungeduld. Doch so war er schon immer gewesen. Hatte er einmal eine Entscheidung getroffen, setzte er sie unverzüglich um. Die Heirat mit Ana Viale hatte er bereits vor einer Woche beschlossen, eine kleine Ewigkeit in seinen Augen. Nun wollte er die Hochzeit so schnell wie möglich hinter sich bringen und die Weingüter vereinen.
„Ich muss sie geschäftlich sprechen“, fügte er hastig hinzu. Vermutlich würde diese Erklärung jedoch nicht ausreichen, um Klatsch und Gerüchte zu vermeiden.
„Gerade eben stand sie noch am Kamin. Es wundert mich, dass Sie sie übersehen haben!“ Paolo lachte.
Der Sinn dieser letzten Bemerkung blieb Vittorio zunächst verborgen. Er näherte sich der überdimensional großen, gemauerten Feuerstelle, über der eine alte Jagdtrophäe, ein Bärenkopf, prangte. Vor dem Kamin stand eine Gruppe Männer, ins Gespräch vertieft. Auf einmal erkannte er, dass es sich bei der großen, kräftigen Gestalt in ihrer Mitte um eine Frau handelte: Ana. Das also hatte Paolo gemeint!
Obwohl sie einige der Umstehenden deutlich überragte, wirkte sie in dem offensichtlich teuren Hosenanzug nicht eben elegant. Ihr langes Haar, das im Nacken von einer Spange gehalten wurde, war dicht und ungebärdig. Trotz ihrer ebenmäßigen Gesichtszüge machte sie auf Vittorio einen herben Eindruck, besonders wenn er sie mit den zarten, zerbrechlichen und sehr schlanken Frauen verglich, denen er bisher seine Aufmerksamkeit gewidmet hatte.
Nicht, dass sie übergewichtig gewesen wäre – auch wenn seine Mutter, die Contessa, das vermutlich anders sehen würde – Ana verfügte lediglich über einen kräftigen Knochenbau.
Wie wird Mutter die Nachricht von meiner bevorstehenden Vermählung aufnehmen? überlegte er. Mit einer Eheschließung machte er all ihre Pläne für ihren Liebling Bernardo zunichte. Sein Bruder würde den Titel nie erben!
Mit einem Mal erschien ihm das enttäuschende Erscheinungsbild seiner Braut völlig belanglos. Er wollte keine Schönheit heiraten, denn schöne Frauen waren schwer zufriedenzustellen.
Die große, kräftige Ana dagegen würde dankbar annehmen, was er ihr zu bieten gedachte. Sie war gewiss nicht an männliche Aufmerksamkeiten gewöhnt, würde womöglich sogar erröten, sobald er sie ansprach, und ins Stottern geraten. Zuversichtlich straffte er die Schultern, setzte sein bewährtes unwiderstehliches Lächeln auf und trat zu ihr.
„Ana!“
Sie wandte sich zu ihm um, und für einen winzigen Moment leuchteten ihre Augen strahlend auf.
Das wird ein Kinderspiel, dachte er erfreut und hätte beinahe laut aufgelacht. Als sie sich zu ihrer vollen Höhe aufrichtete, musste er erneut an Paolos Bemerkung denken.
Doch ihre Begrüßung fiel überraschend kühl aus. „Conte Cazlevara.“
Ihre Stimme klang tief. Aus der Nähe betrachtet sah sie zwar nicht hässlich aus, doch farblos und langweilig.
Vittorio lächelte ein wenig breiter und brachte damit Grübchen auf seinen Wangen zum Vorschein. Es würde ausreichen, seinen Charme ein wenig spielen zu lassen, um eine Frau wie Ana um den kleinen Finger zu wickeln.
„Ich hoffe, ich bin der Erste, der Ihnen heute Abend zu Ihrem guten Aussehen gratuliert.“
Sie zog skeptisch eine Augenbraue hoch. „Das sind Sie allerdings!“
Es dauerte eine Weile, ehe er begriff, dass sie sich über ihn lustig machte – und gleichzeitig über sich selbst. Scheinbar gelassen ergriff er ihre Hand und führte sie an die Lippen, während er sich insgeheim für die plumpe Schmeichelei ausschalt, die sie sofort durchschaut hatte. Dumm war sie jedenfalls nicht. Die Begegnung verlief anders als geplant.
Ana akzeptierte den Handkuss, dann entzog sie ihm die Hand wieder.
Mittlerweile hatten sich die anderen Gäste um sie herum etwas zurückgezogen, doch Vittorio spürte ihre neugierigen Blicke.
„Was verschafft mir das Vergnügen?“, fragte Ana. „Unsere letzte Begegnung liegt sicher schon viele Jahre zurück.“ Als ihre Stimme stockte, fragte er sich verwundert, woran sie gerade dachte.
„Es ist wunderbar, endlich wieder unter den schönen Frauen Italiens zu leben.“
„Anscheinend haben Sie auf Ihren Reisen gelernt, große Reden zu schwingen. Mich beeindrucken Sie damit nicht.“ Sie warf ihm ein abschätziges Lächeln zu, wandte sich um und ging davon.
Vittorio blieb allein und schockiert zurück. Sie hatte ihn eiskalt abserviert, zur großen Erheiterung der Umstehenden, die sich nicht die Mühe machten, ihr süffisantes Grinsen zu verbergen. Er war öffentlich heruntergeputzt worden wie ein ungezogener Schuljunge. Wie unangenehm und überaus peinlich.
Außerdem war sein Eröffnungszug gründlich fehlgeschlagen!
Ursprünglich hatte er geplant, sie mit Charme und ein paar netten Komplimenten einzuwickeln, um dann in wenigen Tagen schon um ihre Hand anzuhalten. Die unverheiratete, fast dreißig Jahre alte Frau würde seinen Heiratsantrag als einmalige Gelegenheit ansehen, als Geschenk des Himmels.
Jetzt erkannte er, wie überheblich er gewesen war. Er hatte übereilt und unüberlegt gehandelt. Es würde weit größerer Anstrengungen bedürfen, um Ana Viale für sich zu gewinnen.
Die Herausforderung reizte ihn jedoch, obgleich die Zeit drängte. Er war siebenunddreißig Jahre alt und wünschte sich dringend einen Erben. Doch auf ein paar Wochen kam es nun auch nicht an.
Er setzte nicht darauf, ja wünschte sich noch nicht einmal, dass Ana sich in ihn verliebte. Sie sollte lediglich in eine Vernunftehe einwilligen. In ihr glaubte er die Frau gefunden zu haben, die am besten zu ihm passte, eine andere kam für ihn nicht infrage.
Bei ihrer nächsten Begegnung würde er geschickter vorgehen und sich das Heft nicht wieder aus der Hand nehmen lassen.
Ana sah sich bewusst nicht mehr nach dem Conte de Cazlevara um. Wie arrogant er ist! dachte sie wütend. Warum hatte er sie überhaupt angesprochen? Sicher, sie waren Nachbarn, aber sie hatten sich seit weit über zehn Jahren nicht mehr gesehen und auch vorher kaum je ein Wort miteinander gewechselt. Was bezweckte er mit seinen verlogenen Komplimenten?
Von wegen schöne Frauen! Dazu zählte sie nicht und würde es nie! Sie wusste nur zu gut, dass sie hochgewachsen war, einen groben Knochenbau hatte und zu wenig weiblich auftrat. Ihre Stimme war zu laut, ihre Hände und Füße waren unelegant groß. Nie würde sie auf ihn anziehend wirken, einen Mann, der die Gesellschaft von graziösen Models und eleganten Damen der Gesellschaft gewöhnt war. Ein wenig neidisch war sie schon auf die schlanken, zierlichen Frauen, die ihre Weiblichkeit mit sexy...




