E-Book, Deutsch, 160 Seiten
Reihe: Romana
Gordon Unter der goldenen Sonne Roms
1. Auflage 2007
ISBN: 978-3-942031-14-1
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Die Rinucci Brüder 3
E-Book, Deutsch, 160 Seiten
Reihe: Romana
ISBN: 978-3-942031-14-1
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
In Rom wartet eine Überraschung auf Luke Cayman: Die streitbare Anwältin, die ihm soviel Ärger bereitete, erweist sich als jung, hübsch und einfach hinreißend. Schon nach einem Blick in ihre blauen Augen hat er alle Auseinandersetzungen mit ihr vergessen. Luke weiß sofort: Minnie Pepino ist seine Traumfrau. Doch um die zurückhaltende Schönheit erobern zu können, muss er die Schatten der Vergangenheit vertreiben. Denn Minnies Herz scheint noch immer ihrem verstorbenen Mann zu gehören ...
Die populäre Schriftstellerin Lucy Gordon stammt aus Großbritannien, bekannt ist sie für ihre romantischen Liebesromane, von denen bisher über 75 veröffentlicht wurden. In den letzten Jahren gewann die Schriftstellerin zwei RITA Awards unter anderem für ihren Roman 'Das Kind des Bruders', der in Rom spielt. Mit dem Schreiben erfüllte sich Lucy Gordon einen großen Traum. Zuerst begann sie mit Artikeln für ein britisches Frauenmagazin. Einige der interessantesten sowie attraktivsten Männer der Welt unter anderem Richard Chamberlain, Charlton Heston, Sir Alec Guiness, Sir Roger Moore wurden von ihr interviewt. Nach 13 Jahren Schreibtätigkeit für diese Zeitschrift entschloss sie sich, im Jahr 1984 ihren ersten Roman zu schreiben. Dieser Liebesroman erschien unter dem Titel 'Ungezähmtes Verlangen' im Jahr 1992 bei CORA Love Affair. Ihr zweiter Roman 'Hand in Hand durch Venedig', der kurz danach herauskam, erschien unter der Nummer 212 im Jahr 2003 bei Julia Extra. Sie gab ihren Job beim Frauenmagazin auf und konzentrierte sich auf das Schreiben von Romances, die unter dem Pseudonym Lucy Gordon veröffentlicht werden. Mit richtigem Namen heißt sie Christine Sparks Fiorotto.
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1. KAPITEL
Ich müsste hier bleiben und um Olympia kämpfen, dachte Luke Cayman, als er am Tag nach der Verlobung seines Bruders Primo die Koffer packte. Dennoch setzte er sich in seinen neuen Sportwagen und verließ Neapel so schnell, als wäre der Teufel hinter ihm her. Schon bald hatte er die Autobahn erreicht und fuhr mit der höchsten erlaubten Geschwindigkeit in Richtung Rom, wo er zweieinhalb Stunden später eintraf.
Im „Contini“, dem Fünf-Sterne-Hotel in dem noblen Stadtviertel Parioli, mietete er sich eine Suite. Ich brauche mir nichts vorzumachen, ich hätte nie eine Chance bei Olympia gehabt, auch dann nicht, wenn ich in Neapel geblieben wäre, überlegte er, während er im Restaurant des Hotels zu Abend aß.
Gerade hatte er sich entschlossen, früh ins Bett zu gehen, als jemand ihm die Hand auf die Schulter legte und fragte: „Warum haben Sie mich nicht informiert, dass Sie heute kommen wollten?“
Es war der Hotelmanager Bernardo, ein freundlicher, untersetzter Mann in den Vierzigern. Er und Luke kannten sich gut, denn er hatte schon öfter auf Geschäftsreisen in diesem Hotel übernachtet.
„Ich habe mich ganz spontan dazu entschlossen“, antwortete Luke betont unbekümmert. „Eher zufällig bin ich in den Besitz einer Immobilie in Rom gekommen, um die ich mich kümmern muss.“
„So? Ich wusste gar nicht, dass Sie im Immobiliengeschäft tätig sind.“
„Das bin ich auch nicht. Ein zahlungsunfähiger Kunde hat mir sein Mietshaus überschrieben.“
„Hier in der Nähe?“
„Nein, in Trastevere.“ Dieser volkstümliche, malerische Stadtteil mit den zahlreichen Trattorien und Kneipen war ein beliebtes Ausgeh- und Flanierviertel. „Wahrscheinlich befindet sich das Gebäude in einem schlechten Zustand“, fügte er hinzu. „Sobald ich es renoviert habe, verkaufe ich es.“
„Warum verkaufen Sie es nicht gleich? Soll es doch jemand anders in Stand setzen.“
„Damit wäre Signora Pepino bestimmt nicht einverstanden“, entgegnete Luke lächelnd. „Sie ist Rechtsanwältin und hat sowohl ihre Wohnung als auch ihre Kanzlei in dem Haus. Schriftlich hat sie mir mitgeteilt, was ich ihrer Meinung nach zu tun habe.“
„Wollen Sie etwa die Forderungen dieser Frau erfüllen?“
„Sie scheint ein Drache zu sein. Um das Haus ungestört besichtigen zu können, habe ich mein Kommen nicht angekündigt.“
„Sind Sie nur wegen des Hauses in Rom?“, fragte Bernardo und betrachtete ihn skeptisch.
Luke zuckte die Schultern.
„Ah ja, eine schöne Frau hat Ihnen das Herz gebrochen, und Sie …“
„Keine Frau bricht mir das Herz“, unterbrach Luke ihn scharf. „So etwas würde ich nie zulassen.“
„Ein weiser Entschluss.“
„Zugegeben, ich habe mich ein wenig zu sehr für eine bestimmte Frau interessiert, obwohl ich wusste, dass sie einen anderen Mann liebt. Es war falsch, aber Fehler kann man korrigieren. Ein kluger Mann erkennt die Gefahr rechtzeitig und handelt entsprechend.“
„Demnach haben Sie die Sache mit der Ihnen eigenen Nüchternheit und Sachlichkeit geregelt.“
„Wie bitte?“
„Sie stehen in dem Ruf, nie den Überblick zu verlieren und unverletzlich zu sein. Wirklich beneidenswert. Das macht das Leben leichter. Doch jetzt sollten Sie sich in Gesellschaft guter Freunde, die Sie anschließend ins Bett bringen, sinnlos betrinken.“
„Du liebe Zeit, Bernardo, wie oft haben Sie mich betrunken erlebt?“
„Viel zu selten, was meiner Meinung nach nicht normal ist.“
Luke lächelte verhalten. „Das mag sein, aber für mich ist nur wichtig, nie die Kontrolle über mich und mein Leben zu verlieren.“ Er stand auf, verabschiedete sich und eilte in seine Suite.
Offenbar hielt Bernardo ihn für einen kühlen, harten Mann, dem Selbstbeherrschung über alles ging und der sich genau überlegte, was er tat. Das kam der Wahrheit sehr nahe, wie Luke sich eingestand. Bisher war er mit sich und seinem Leben recht zufrieden gewesen, doch plötzlich verspürte er ein gewisses Unbehagen.
Als er die Nachrichten auf seinem Handy abfragte, stellte er fest, dass seine Mutter angerufen hatte. Lächelnd rief er sie zurück. Hope Rinucci war seine Adoptivmutter, seine leibliche Mutter kannte er nicht.
„Hallo, mamma. Ich bin gut angekommen. Alles ist in Ordnung. Das wolltest du doch wissen, oder?“
„Ja. Hast du schon Signora Pepino getroffen?“
„Nein, ich habe nur etwas gegessen, das ist alles. Ehe ich mich mit ihr auseinandersetze, muss ich erst einmal zu mir selbst kommen und meinen ganzen Mut zusammennehmen.“
„Tu doch nicht so, als hättest du Angst vor ihr“, forderte Hope ihn gespielt entrüstet auf.
„Das habe ich wirklich. Glaub mir, ich zittere vor Angst.“
„Erzähl mir keine Märchen, mein Lieber.“
Er lachte in sich hinein. Seine Mutter schaffte es immer wieder, ihn aufzuheitern, und er glaubte sie vor sich zu sehen. Bestimmt saß sie momentan auf der Terrasse der Villa Rinucci mit dem herrlichen Blick über die Bucht von Neapel. Es war schon dunkel, und am samtschwarzen Himmel funkelten die Sterne. Sie liebte es, während des Telefonierens dort zu sitzen und die Aussicht zu genießen, die sie für die schönste der Welt hielt.
„Bist du erschöpft nach dem vielen Feiern?“, fragte er.
„Nein, dazu habe ich gar keine Zeit. Ich muss Primos und Olympias Verlobungsfeier vorbereiten.“
„Die Verlobung haben wir doch gestern schon gefeiert.“
„Gestern war der letzte Tag von Justins Hochzeitsfeier. Wir haben nur auf Primos und Olympias Verlobung angestoßen, mehr nicht. Die beiden sollen ihre eigene Feier haben.“ Justin war Hopes ältester Sohn.
„Anschließend musst du die Hochzeitsfeier planen, es sei denn, Olympias Mutter will es selbst machen.“
„Keine Sorge, das ist schon geklärt. Gestern Abend haben wir darüber gesprochen, und sie überlässt es mir gern“, erklärte Hope.
„Mit anderen Worten, sie kann sich dir gegenüber genauso wenig durchsetzen wie der Rest der Familie“, stellte Luke lachend fest.
„Ich weiß nicht, was du meinst“, antwortete sie beleidigt.
„Ach, vergiss es. Ich freue mich schon auf die Feier. Es ist herrlich, meinen Bruder Primo nach der Pfeife einer Frau tanzen zu sehen“, sagte er scherzhaft.
„Du wirst auch noch die richtige Frau finden“, prophezeite seine Mutter.
„Vielleicht ziehe ich es vor, Junggeselle zu bleiben und ein Griesgram zu werden.“
Hope lachte aus vollem Hals. „Ausgerechnet so ein attraktiver Junge wie du?“
„Ein Junge? Ich bin immerhin schon achtunddreißig.“
„Für mich bleibst du ein Junge. Denk daran, ich erwarte, dass du mir bald deine zukünftige Frau vorstellst. Und jetzt mach dir einen schönen Abend.“
„Mamma, es ist elf Uhr“, wandte er ein.
„Na und? Das ist genau die richtige Zeit zum Ausgehen. Amüsier dich gut.“
Luke lächelte. Seine Mutter nahm nie ein Blatt vor den Mund, und das war mit ein Grund, warum ihre Söhne sie geradezu anbeteten. Ihr Mann Toni war etwas weniger offenherzig und direkt.
„Um mit Signora Pepino verhandeln zu können, brauche ich einen klaren Kopf.“
„Unsinn. Biete nur deinen ganzen Charme auf, und die Frau steht auf deiner Seite.“
Hope Rinucci war überzeugt, alle ihre Söhne wären so charmant, dass keine Frau ihnen widerstehen könnte. Wahrscheinlich traf das auf Lukes jüngere Brüder auch zu, aber sich selbst hielt er keineswegs für charmant. Er war ein großer, muskulöser Mann mit regelmäßigen Gesichtszügen, und man konnte ihn als attraktiv bezeichnen. Doch er lächelte viel zu selten und wirkte meist sehr ernst.
In Olympias Gesellschaft hatte er sich jedoch wie ein anderer Mensch gefühlt. In den wenigen Wochen, in denen sie bei ihm gewohnt hatte, hatte er sich natürlich sehr korrekt verhalten, denn er wusste, dass ihr Herz seinem Bruder Primo gehörte. Es war nicht leicht gewesen, seine Zuneigung nicht zu zeigen und sich zu beherrschen.
Unter Olympias Einfluss war er lockerer geworden und hatte sogar einen gewissen Charme entfaltet. Aber er würde sich hüten, noch einmal so sehr auf eine Frau einzugehen und sich in Geduld zu fassen. Sachlichkeit, Nüchternheit, Beharrlichkeit und Entschlossenheit, mit diesen Eigenschaften hatte er bisher alle Ziele erreicht. Alles andere war Zeitverschwendung.
Seiner Mutter zu widersprechen war sinnlos. Sie war voreingenommen, und dagegen kam man nicht an. Deshalb beendete er das Gespräch...




