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Gorman | ¿Suzy und der Indianerfluch: Barry Gorman Western Edition 13 | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 120 Seiten

Gorman ¿Suzy und der Indianerfluch: Barry Gorman Western Edition 13


1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-7389-6436-3
Verlag: Uksak E-Books
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

E-Book, Deutsch, 120 Seiten

ISBN: 978-3-7389-6436-3
Verlag: Uksak E-Books
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Der tapfere Krieger presste sein Ohr an das kalte Eisen des Schienenstranges. Er hatte erst gezweifelt, aber nun war er sicher. Instinktiv fasste er den Schaft seines Wurfspeers fester. Der Überfall konnte beginnen. Das Dampfross näherte sich nämlich der Todesfalle! Der junge Komantsche nickte zufrieden und gab seinen Stammesbrüdern ein Signal. Dann sprang er behände wieder auf den Rücken seines Ponys. Gemeinsam mit den übrigen Kämpfern galoppierte er in die Deckung einer Felsformation, die nur einen Steinwurf weit von der Bahnstrecke entfernt war. Häuptling Pecos war von einem weißen Händler betrogen worden. Nun hatte er blutige Rache geschworen. Es würde keine Gnade für die Männer in den Waggons geben. Und die Frauen? Die jungen Krieger sehnten sich nach Gefährtinnen, denn Manitu hatte durch Krankheiten etliche Squaws des Stammes hinweggerafft. Die Komantschen hofften auf viele junger Weiber, die sie als Kriegsbeute mit in ihre Tipis nehmen konnten. Die Spannung wurde beinahe unerträglich. Und dann erblickten die wartenden Krieger endlich die schwarze Rauchsäule des Dampfrosses am Horizont ...

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?Suzy und der Indianerfluch: Barry Gorman Western Edition 13
Barry Gorman



Der tapfere Krieger presste sein Ohr an das kalte Eisen des Schienenstranges. Er hatte erst gezweifelt, aber nun war er sicher. Instinktiv fasste er den Schaft seines Wurfspeers fester. Der Überfall konnte beginnen. Das Dampfross näherte sich nämlich der Todesfalle! Der junge Komantsche nickte zufrieden und gab seinen Stammesbrüdern ein Signal. Dann sprang er behände wieder auf den Rücken seines Ponys. Gemeinsam mit den übrigen Kämpfern galoppierte er in die Deckung einer Felsformation, die nur einen Steinwurf weit von der Bahnstrecke entfernt war. Häuptling Pecos war von einem weißen Händler betrogen worden. Nun hatte er blutige Rache geschworen. Es würde keine Gnade für die Männer in den Waggons geben. Und die Frauen? Die jungen Krieger sehnten sich nach Gefährtinnen, denn Manitu hatte durch Krankheiten etliche Squaws des Stammes hinweggerafft. Die Komantschen hofften auf viele junger Weiber, die sie als Kriegsbeute mit in ihre Tipis nehmen konnten. Die Spannung wurde beinahe unerträglich. Und dann erblickten die wartenden Krieger endlich die schwarze Rauchsäule des Dampfrosses am Horizont … * Suzanna Collins litt unter dem Staub und der Hitze. Außerdem schmerzte ihr dralles Hinterteil, denn die Zugfahrt Richtung Kalifornien schien sich endlos hinzuziehen. Auch die weichen Polster in dem Erster-Klasse-Abteil wurden irgendwann unbequem. Die Blonde mit den langen Korkenzieherlocken seufzte und fächerte sich noch mehr warme Luft zu. Das Fenster war halb geöffnet. Aber wenn man es schloss, wurde die Sonnenglut noch unerträglicher. Die Zwanzigjährige hatte nur einen einzigen Mitpassagier in dem Abteil, nämlich ihren Vater. Theodore Collins blickte von der Zeitung auf, die er gerade gelesen hatte. „Fühlst du dich nicht wohl, Suzy?“ Die Angesprochene verdrehte theatralisch die Augen. „Das kann man wohl sagen, Daddy! Ich weiß es ja zu schätzen, dass ich dich auf deiner Geschäftsreise nach Kalifornien begleiten darf …“ „Ja, sonst müsstest du den ganzen Sommer in diesem langweiligen Mädchenpensionat in Maryland verbringen. Oder willst du allein mit den Bediensteten in unserem New Yorker Stadthaus bleiben? Seit dem Tod deiner Mutter hast du dort überhaupt keine Gesellschaft mehr. Deine beiden Brüder sind als Marineoffiziere auf hoher See, wie du weißt.“ Suzanna – die ihr Vater nur Suzy nannte - beugte sich nach vorn, wobei ihre großen Brüste den Stoff des teuren Seidenkleides spannten. „Gewiss, Daddy. Doch New York hat mir unendlich viel mehr Zerstreuungen zu bieten als diese sterbenslangweilige Zugfahrt. Es kommt mir so vor, als ob wir schon eine halbe Ewigkeit quer durch Amerika schaukeln würden. Dort draußen gibt es nichts Anderes zu sehen als unendliche Flächen von Grasland, höchstens durch ein paar Berge am Horizont unterbrochen.“ Theodore Collins grinste und zündete sich eine Zigarre an. Der hagere Riese mit Backenbart war ein Fabrikbesitzer, der den Reichtum seinem Fleiß und seiner Risikobereitschaft verdankte. Früher hatte er als Karrenschieber gearbeitet. Daher hatte er für die Luxusprobleme seiner Tochter kein Verständnis. „Du übertreibst, mein Kind. Wir sind erst seit zwei Tagen unterwegs. Warum liest du nicht einen deiner Romane?“ „Die habe ich alle schon durch“, jammerte Suzy. „Wirklich, Daddy! Wenn ich geahnt hätte, dass diese Reise so langweilig …“ Die junge Frau unterbrach sich selbst. Denn in diesem Moment ertönte draußen ein schriller Schrei, der ihr das Blut in den Adern gefrieren ließ. Die Reiter schienen aus dem Nichts gekommen zu sein. Sie hockten auf den Rücken von Ponys und schwangen drohend Speere und Flinten. Es mussten Indianer sein, ihre Gesichter waren mit greller Kriegsbemalung versehen. Suzy kannte die Ureinwohner nur von Zeitungsbildern. Und auf eine solche Begegnung wie jetzt hätte sie gern verzichten können. Denn es war klar, dass die Angreifer nichts Gutes im Schilde führten. „Auf den Boden mit dir!“, kommandierte Theodore Collins. Im Gegensatz zu seiner Tochter schaffte er es, die Nerven zu behalten. Der hagere Mann stand auf, zog seinen Revolver aus der Tasche und feuerte durch das offenstehende Fenster. Normalerweise hätte Suzy sich niemals auf den schmutzigen Fußboden gelegt. Aber sie gehorchte ihrem Vater. Und außerdem spürte sie instinktiv, dass sie Deckung suchen musste. Nun krachten nämlich bereits zahlreiche Schüsse. Und zwar nicht nur aus dem Colt ihres Daddys. Dumpfe Geräusche ertönten, als Indianerpfeile in die Waggons einschlugen. Suzy zitterte vor Angst. Sie glaubte schon, ihr letztes Stündlein hätte geschlagen. Aus ihrer Froschperspektive unter der Sitzbank sah sie nur die Zugstiefel und gestreiften Hosen ihres Vaters. Er stand seinen Mann und kämpfte mit der Waffe in der Hand gegen die Angreifer, die offensichtlich den Zug überfallen wollten. Ob die Indianer die Passagiere niedermetzeln würden? Und – was hatten sie mit den Frauen vor? Soweit Suzy wusste, waren außer ihr selbst nur wenige weibliche Personen in den Waggons. Der Lokomotivführer hatte offenbar das Tempo erhöht. Jedenfalls kam es Suzy so vor, als würde der Zug mit Höchstgeschwindigkeit vorwärts rasen. Die Wagen schaukelten hin und her. Die Blonde presste ihre Hände auf die Ohren, weil sie die Schüsse und die schrillen Kriegsschreie der Indianer nicht mehr hören wollte. Aber das brachte nichts, es war einfach zu laut. Und dann entstand ein Geräusch, das ihr beinahe die Trommelfelle platzen ließ. Es war ein metallischer Ton. Es gab keinen Zweifel daran, wodurch er entstanden war. Der Zug entgleiste nämlich! Suzie schrie vor Angst, sie wirbelte um die eigene Achse. Die junge Frau versuchte, sich an der Sitzbank festzuhalten. Aber das misslang ihr. Sie kniff die Augen zusammen und spürte nur noch, dass sie durch die Luft flog. Dann prallte sie auf den harten Boden, und Suzy sah nur noch völlige Schwärze. Sie verlor das Bewusstsein. * Suzy wachte auf und fror erbärmlich. Außerdem schmerzte ihr Schädel. Sie schlug die Augen auf, versuchte sich zu orientieren. Die junge Frau lag auf den Plains, zwischen dicken Büscheln von Bluegrass. Suzy befand sich einige Yards neben der Bahnstrecke. Sie musste beim Entgleisen des Zuges aus dem Waggon geschleudert worden sein. Das war die einzig mögliche Erklärung. Und nun wurde ihr auch bewusst, weshalb ihr so kalt war. Suzy war nämlich splitternackt! Wer hatte ihr das Kleid und die Unterwäsche vom Leib gerissen? Reflexartig hielt sie ihren rechten Unterarm vor ihre üppigen Brüste, die ohne Korsett hin und her schwangen. Aber es gab niemanden, der sie lüstern angestarrt hätte. Suzy konnte nämlich im fahlen Licht des Vollmondes keinen lebenden Menschen sehen. Sie richtete sich stöhnend vor Schmerzen vom Boden auf. Suzy tat jeder einzelne Knochen im Leib weh, aber sie schien sich immerhin nichts gebrochen zu haben. Sie tastete ihren Haaransatz ab, bemerkte getrocknetes Blut. Offenbar hatte sie sich bei dem Aufprall eine Platzwunde zugezogen, aber die war schon wieder ein wenig verschorft. Wie lange Suzy wohl ohnmächtig gewesen war? Die junge Frau konnte es nicht sagen. Da der Zug um die Mittagszeit überfallen wurde, mussten seitdem etliche Stunden vergangen sein. Inzwischen war es ja stockfinsterste Nacht. Suzy schaute sich furchtsam um. Sie kannte die Natur nicht, abgesehen von dem englischen Garten, von dem das Mädchenpensionat in Maryland umgeben war. Dort gab es liebliche Blumenbeete, und an Tieren sah man höchstens gelegentlich ein Streifenhörnchen oder ein Kaninchen. Aber hier in dieser grausamen Einöde wehte ein Wind, der sie frösteln und ihre Brustwarzen hart werden ließ. Und aus der Ferne ertönten Raubtierlaute. Vielleicht von Kojoten? Suzy wusste es nicht. Aber sie begann allmählich zu begreifen, weswegen sie keine Kleider mehr am Leib hatte. Die Indianer hielten das ohnmächtige Mädchen offenbar für tot. Deshalb hatten sie sich nicht an ihr vergriffen, sondern nur die scheinbare Leiche gefleddert. Zögernd ging Suzy auf die entgleisten Bahnwaggons zu, die ein Bild der Zerstörung darstellten. Sie alle waren mehr oder weniger stark zerschmettert worden. Über das Schicksal der Insassen musste sich Suzy keine Illusionen machen. Ihr drehte sich beinahe der Magen um, als sie die zahlreichen ebenfalls nackten Leichen erblickten. Die räuberischen Indianer hatten offenbar alles mitgenommen, was sie nur irgendwie gebrauchen konnten. Es gab keine Waffen, keine Kleidung, keine Nahrung, nur ein paar nutzlose Lumpen und rauchende Trümmer. Offenbar waren mehrere Waggons in Flammen aufgegangen oder von den Indianern mutwillig angezündet worden. Für Suzy machte das keinen Unterschied. Die Gedanken der jungen Frau galten jetzt nur noch ihrem Vater. Wo war er? Suzy musste sich dazu zwingen, jedem einzelnen Toten ins erstarrte Antlitz zu blicken. Das gefiel ihr nicht,...



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