Graham | Castillo der Versuchung | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1832, 160 Seiten

Reihe: Julia

Graham Castillo der Versuchung


1. Auflage 2008
ISBN: 978-3-86349-290-8
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 1832, 160 Seiten

Reihe: Julia

ISBN: 978-3-86349-290-8
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Der spanische Aristokrat Antonio Rocha stellt Sophie ein Ultimatum: Sie muss ihn heiraten und Nacht für Nacht das prunkvolle Bett seiner andalusischen Villa mit ihm teilen. Sonst nimmt er ihr das Kind weg, das sie seit dem Tod ihrer Schwester aufzieht. Sophie ist empört über Antonios unmoralisches Angebot. Wie kann er es wagen, ihr Leben zu zerstören? Und doch fühlt sie sich auf unerklärliche Weise angezogen von diesem stolzen, feurigen Spanier, der wie kein zweiter ihre Sinne erhitzt. Denn Antonio ist nicht nur unverschämt - er ist auch unverschämt sexy ...



Lynne Graham ist eine populäre Autorin aus Nord-Irland. Seit 1987 hat sie über 60 Romances geschrieben, die auf vielen Bestseller-Listen stehen. Bereits im Alter von 15 Jahren schrieb sie ihren ersten Liebesroman, leider wurde er abgelehnt. Nachdem sie wegen ihres Babys zu Hause blieb, begann sie erneut mit dem Schreiben. Dieses Buch wurde von einem Verlag, nachdem sie noch einige Änderungen vornahm, gekauft. Das Hochgefühl, als sie das erste Mal in einem Geschäft ein Buch mit ihrem Namen sah, wird sie nie vergessen. Seitdem gehört sie zu den bekannten Autoren von Romances. Zu ihren Hobbys zählt das Kochen sowie der Garten, ihre Lieblingsfarbe ist Grün. Begeistert ist die leidenschaftliche Sammlerin von altem Spielzeug sowie schönen Steinen. Besonders wichtig ist es für Lynne, Weihnachten im Kreise der Familie festlich zu feiern. Sie mag keine Liebesfilme mit einem unglücklichen Ausgang. Geboren wurde Lynne Graham am 30. Juli 1956 in Nord-Irland, ihre Vorfahren stammen aus Irland sowie aus Schottland. Mit ihrem Bruder wuchs sie in einem Haus auf, welches direkt am Meer stand. Im Alter von 14 Jahren lernte sie ihren späteren Ehemann kennen. Allerdings beendete sie vor der Heirat ihr Studium an der Edinburgh University. Die Autorin wollte immer eine große Familie haben, sie hat ein leibliches Kind, welches bereits an einer Universität studiert sowie vier adoptierte Kinder. Zwei Neunjährige kommen aus Sri Lanka und die beiden Kleinen im Alter von drei und fünf Jahren sind aus Guatemala. Mit ihrer Familie sowie zwei Haustieren lebt sie in einem wunderschönen Landhaus auf einem riesigen baumreichen Grundstück in Nord-Irland.

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2. KAPITEL

Auf der Heimfahrt erzählte Sophie Matt kurz, was passiert war. Dann schwieg sie. Für eine Unterhaltung war sie viel zu aufgebracht über Belindas Letzten Willen. Außerdem hatte sie furchtbare Angst, dass man ihr Lydia wegnehmen würde. Dabei konnte sie inzwischen gut verstehen, warum Belindas Wahl auf Antonio gefallen war: Ihre Schwester hatte immer enormen Respekt vor Geld und gesellschaftlichem Einfluss und Ansehen gehabt. Schließlich war Sophie arm wie eine Kirchenmaus, und Belinda hatte wahrscheinlich gehofft, dass Antonio seine Nichte vor allem finanziell unterstützen würde, wenn man ihn zum Vormund ernannte. An diese mögliche Erklärung klammerte sich Sophie jetzt und hoffte inständig, dass Pablos älterer Bruder kein Interesse daran hatte, auch in Lydias Leben einbezogen zu werden.

Sie liebte die Kleine, als wäre sie ihre eigene Tochter. Leider hatte Sophie als Kind Leukämie gehabt und würde wahrscheinlich selber nie Kinder bekommen können. Außerdem war ihre Beziehung zu Lydia besonders intensiv, da ihre Nichte sich bereits vom Tag ihrer Geburt an in ihrer Obhut befunden hatte.

Nach der Entbindung war Belinda so geschwächt gewesen, dass sie auf Sophies Hilfe angewiesen war. Nur kurze Zeit später hatte Belinda Doug kennengelernt und mit ihm die letzten Monate ihres Lebens verbracht. Er war ein erfolgreicher Geschäftsmann, der sich beinahe allabendlich auf Partys vergnügte und keinerlei Interesse am Baby seiner Freundin zeigte, sodass Belinda schnell sämtliche Verantwortung für das Kind auf Sophies Schultern abgeladen hatte.

Oft versuchte Sophie, ihre Schwester dazu zu bringen, Lydia mehr Zeit zu widmen. Irgendwann war Belinda jedoch beschämt in Tränen ausgebrochen und hatte gesagt: „Ich wünschte, ich hätte die Kleine nie bekommen! Wenn ich zu Hause bleibe und Mutter spiele, sucht sich Doug garantiert eine andere. Ich weiß, dass es dir gegenüber nicht fair ist, aber ich liebe ihn so sehr und will ihn nicht verlieren. Gib mir einfach ein bisschen mehr Zeit mit ihm. Ich weiß, dass er sich irgendwann mit Lydia abfinden wird.“

Aber dem war nicht so. Vielmehr hatte er Belinda erklärt, dass es in seinem Leben kein Platz für ein Kind gäbe.

„Deshalb habe ich mich auch zu einem Entschluss durchgerungen“, hatte Belinda Sophie zwei Wochen vor ihrem Tod unter Tränen verkündet. „Du kannst ja wahrscheinlich keine Kinder bekommen, und ich weiß, wie gern du Lydia hast. Du bist ihr eine wundervolle Mutter, viel besser, als ich es je sein könnte. Wenn du Lydia haben willst, darfst du sie für immer behalten, und ich kann sie dann wenigstens ab und zu sehen.“

Sophie hatte es für das Beste gehalten, sich vorerst nicht zu äußern, denn sie war überzeugt, dass Belindas Affäre mit Doug schon kurz vor dem Aus stand. Sicher würde ihre Schwester bald bereuen, dass sie seinetwegen ihre Tochter hergeben wollte. Die Freundinnen von Sophies Vater hatten meist auch Kinder aus früheren Beziehungen gehabt. Sophie wusste, dass es viele Männer gab, die sich weigerten, für jemand anderen Verantwortung zu übernehmen. Ihr Vater war auch einer von dieser Sorte gewesen – ein arbeitsscheuer, gnadenlos egoistischer Charmeur. Trotzdem hatte es stets eine Frau in seinem Leben gegeben, die oft genug die Bedürfnisse ihres Kindes hintanstellte, in dem sinnlosen Versuch, den Mann zu halten.

„Du meine Güte … das muss man sich mal vorstellen! Da hat Belinda dir nicht einmal davon erzählt!“, rief Norah Moore empört, als sie hörte, dass Antonio Rocha im Notariat aufgetaucht war. „Deine Schwester war wirklich nicht leicht zu durchschauen.“

Sophie seufzte und konzentrierte sich ansonsten darauf, Lydia sanft in ihren Armen hin- und herzuwiegen und ihr Köpfchen zu liebkosen. „Belinda hat wahrscheinlich einfach Antonios Namen in ihrem Testament vermerkt und danach keinen einzigen Gedanken mehr daran verschwendet. Sie hatte keine Geheimnisse vor mir.“

„Ach nein?“, schnaubte Norah unbeeindruckt. „Ich schätze eher, sie hat dir einfach immer nur gesagt, was du hören wolltest.“

Sophie erstarrte. „Was soll denn das heißen? Du willst mich wohl auf den Arm nehmen?“

Norah errötete. „Natürlich“, sagte sie dann beschwichtigend. Nicht zum ersten Mal hatte sie versucht, vorsichtig anzudeuten, dass Belinda Sophie vielleicht fremder gewesen war, als diese glaubte. Sophie reagierte jedes Mal verärgert, bemühte sich aber, das Ganze nicht überzubewerten. Sie wusste ja, dass sich Norah und Belinda nicht leiden konnten. Norah war in Belindas Augen viel zu streng und direkt gewesen, und Belindas kühle Art hatte Norah verletzt und beleidigt.

Mit Lydia im Kinderwagen verließ Sophie den ordentlichen kleinen Bungalow der Moores und ging zu ihrem Wohnwagen. Belinda hatte es verabscheut, dort zu wohnen, und war froh gewesen, als sie in das schicke Apartment ihres Freundes ziehen konnte. Aber Sophie fühlte sich in dem Wohnwagen zu Hause, und es gefiel ihr besonders, dass sie aus dem großen Vorderfenster Ausblick auf eine Schafweide hatte. Sie träumte davon, sich eines Tages einen eigenen moderneren Wohnwagen kaufen zu können.

Schnell schlüpfte sie jetzt in ihre Jeans und nahm das Putzzeug, um die Arbeitszeit wieder aufzuholen, die sie mit dem Besuch im Notariat und durch die Auseinandersetzung mit Antonio verloren hatte. Gern hätte sie die Gedanken an den stolzen Spanier verdrängt. Aber ständig ging ihr durch den Kopf, wie sie ihm anlässlich Belindas Hochzeit zum ersten Mal begegnet war.

Als Belinda sie bat, Brautjungfer zu werden, hatte Sophie begeistert zugesagt. Ihre Vorfreude wurde allerdings gedämpft, sobald Sophie begriff, dass sie ihre Herkunft verleugnen und jeden zu engen Kontakt zu Pablos blaublütiger Familie vermeiden sollte. Diese peinlichen Einschränkungen ertrug sie nur, weil ihre Schwester sie angefleht hatte, an ihrem schönsten Tag im Leben teilzuhaben.

Belinda übernahm sämtliche Kosten für sie. Um diese möglichst gering zu halten, hatte Sophie sich entschieden, im Rahmen einer günstigen fünftägigen Pauschalreise nach Spanien zu fliegen und in einem nahe gelegenen Urlaubsort zu übernachten. Sophies Vater, seine damalige Freundin und deren Sohn schlossen sich ihr an. Am Tag der Ankunft und am Abend vor der Hochzeit hatte Sophie Belinda zu einem geselligen Abend auf das beeindruckend große Anwesen eines Verwandten von Pablo begleitet.

Sophie fühlte sich wie verkleidet in dem schicken Hosenanzug, den Belinda für sie gekauft hatte. Aus Angst, ihre Schwester in so gehobener Gesellschaft zu blamieren, zog sich Sophie ins Billardzimmer zurück. Dort traf sie dann zum ersten Mal auf Antonio. Als sie von ihrem Spiel aufsah, lehnte er an der Tür und beobachtete sie. Mit dem schwarzen Poloshirt und der dunklen Hose hatte er einfach umwerfend ausgesehen. Allerdings war Sophie seine dezente Eleganz keineswegs entgangen, und sie ging automatisch auf Distanz.

„Wie lange beobachten Sie mich schon?“

Antonio lachte. „Lange genug, um zu sehen, wie gut Sie spielen können“, antwortete er dann in perfektem Englisch mit leicht spanischem Akzent. „Sie spielen nicht Billard, sondern Snooker. Wer hat Ihnen das beigebracht?“

„Mein Dad.“

„Entweder sind Sie ein Naturtalent, oder Sie haben unheimlich viel geübt.“

Sophie widerstand dem Drang zuzugeben, dass ihr Vater sie früher oft von der Schule zu Hause behalten hatte, damit er sie um die Mittagszeit mit in Bars nehmen konnte. Dort schloss er Wetten darauf ab, dass seine Tochter jeden im Snooker schlagen würde. Diesen einträglichen Zeitvertreib hatte er erst aufgegeben, als er von der Behörde strengstens verwarnt worden war, weil seine Tochter so selten zur Schule kam.

„Ich schätze mal …“, murmelte Sophie, während sie Antonio unter niedergeschlagenen Lidern hervor schüchtern ansah, „… dass ich nicht hier sein sollte.“ Gut aussehenden Männern misstraute sie automatisch, und er sah einfach umwerfend aus.

„Wieso sollten Sie nicht hier sein? Sind Sie denn nicht eine Freundin der Braut?“

Sophie dachte an Belindas Warnung und nickte notgedrungen.

„Und wie heißen Sie?“ Antonio löste sich lässig vom Türrahmen und kam auf sie zu.

„Sophie …“

Er streckte ihr seine Hand entgegen. „Ich bin Antonio.“

Sie streifte gerade mal seine Fingerspitzen, weil sie es so eilig hatte, zur Tür zu kommen. „Ich gehe besser wieder nach nebenan, bevor man mich vermisst. Ich will die anderen nicht vor den Kopf stoßen.“

„Welche anderen denn?“, fragte er und zog amüsiert eine Braue hoch. „All die Angst einflößenden Spanier im Nebenzimmer?“

„Sie finden das vielleicht lustig, aber es ist ein Albtraum! Ich beherrsche die Sprache nicht, und diejenigen, die Englisch sprechen, scheinen mich nicht zu verstehen und wollen immer, dass ich alles wiederhole.“

„Ich gehe sofort rüber und sage denen mal die Meinung. Wie können die es wagen, Ihnen solche Angst einzujagen, dass Sie sich im Billardzimmer verstecken müssen?“, neckte sie Antonio.

Sophie reckte ihr Kinn vor. „Ich verstecke mich nicht.“

„Dann lassen Sie uns spielen …“ Er hielt ihr den Billardstock hin, den sie auf den Tisch gelegt hatte.

„Sie werden haushoch verlieren“, warnte Sophie.

Seine dunklen Augen glänzten, und Antonio schien erfreut über diese kühne Herausforderung. „Ich glaube nicht.“

Tatsächlich spielte sie so schlecht wie noch nie. Irgendetwas an ihm zog sie magisch an, sodass sie ständig zu ihm...



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