E-Book, Deutsch, Band 2505, 144 Seiten
Reihe: Julia
Graham Die unschuldige Braut des leidenschaftlichen Spaniers
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-7337-1892-3
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 2505, 144 Seiten
Reihe: Julia
ISBN: 978-3-7337-1892-3
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Völlig aufgelöst ergreift Suzy am Tag ihrer Hochzeit die Flucht. Auf keinen Fall kann sie eine arrangierte Ehe eingehen! Noch im Brautkleid stolpert sie auf das Anwesen von Ruy Valiente, jenem geheimnisvollen Künstler, der ihr ein paar Tage zuvor unanständig viel Geld dafür geboten hat, wenn sie ihm Model steht. Bei ihm findet die rothaarige Schöne Schutz - und der feurigen Anziehungskraft des attraktiven Spaniers kann sie nicht lange widerstehen! Doch kann Suzy auch sein kaltes Herz erwärmen und für sich gewinnen?
Lynne Graham ist eine populäre Autorin aus Nord-Irland. Seit 1987 hat sie über 60 Romances geschrieben, die auf vielen Bestseller-Listen stehen. Bereits im Alter von 15 Jahren schrieb sie ihren ersten Liebesroman, leider wurde er abgelehnt. Nachdem sie wegen ihres Babys zu Hause blieb, begann sie erneut mit dem Schreiben. Dieses Buch wurde von einem Verlag, nachdem sie noch einige Änderungen vornahm, gekauft. Das Hochgefühl, als sie das erste Mal in einem Geschäft ein Buch mit ihrem Namen sah, wird sie nie vergessen. Seitdem gehört sie zu den bekannten Autoren von Romances. Zu ihren Hobbys zählt das Kochen sowie der Garten, ihre Lieblingsfarbe ist Grün. Begeistert ist die leidenschaftliche Sammlerin von altem Spielzeug sowie schönen Steinen. Besonders wichtig ist es für Lynne, Weihnachten im Kreise der Familie festlich zu feiern. Sie mag keine Liebesfilme mit einem unglücklichen Ausgang. Geboren wurde Lynne Graham am 30. Juli 1956 in Nord-Irland, ihre Vorfahren stammen aus Irland sowie aus Schottland. Mit ihrem Bruder wuchs sie in einem Haus auf, welches direkt am Meer stand. Im Alter von 14 Jahren lernte sie ihren späteren Ehemann kennen. Allerdings beendete sie vor der Heirat ihr Studium an der Edinburgh University. Die Autorin wollte immer eine große Familie haben, sie hat ein leibliches Kind, welches bereits an einer Universität studiert sowie vier adoptierte Kinder. Zwei Neunjährige kommen aus Sri Lanka und die beiden Kleinen im Alter von drei und fünf Jahren sind aus Guatemala. Mit ihrer Familie sowie zwei Haustieren lebt sie in einem wunderschönen Landhaus auf einem riesigen baumreichen Grundstück in Nord-Irland.
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1. KAPITEL
Ruy Valiente – Milliardär, der die Einsamkeit liebt, und Besitzer von Valiente Capital, einer der größten und erfolgreichsten Hedgefonds der Welt – ging nicht gleich an sein Telefon, als es in seiner Tasche klingelte.
Wozu auch? Er war in großartiger Stimmung und hatte vor, sich ein paar Wochen freizunehmen und sich seiner geheimen Leidenschaft hinzugeben. Diese Pausen waren sowohl selten als auch kostbar in seinem Leben, weil er dazu erzogen worden war, enorm diszipliniert zu sein und stets seine Pflicht zu erfüllen. Doch im Augenblick befand er sich auf dem Weg zu seinem englischen Landsitz, den er zu seinem ganz privaten Rückzugsort machen wollte.
Als er schließlich widerwillig das Handy hervorholte, stellte er fest, dass es sich bei dem Anrufer um seine Halbschwester Cecile handelte. Sie war fast die Einzige, deren Stimme er jetzt ertragen konnte, ihr verdankte er auch die Entdeckung seines neuen Domizils, in dem er sich hoffentlich bald wie zu Hause fühlen würde. Also nahm er das Gespräch bereitwillig an.
„Ich brauche deine Hilfe“, kam Cecile ohne Umschweife zur Sache. „Und ich weiß, dass du mit dem Umzug in dein neues Haus, das nur ein paar Meilen von Charles und mir entfernt ist, bestimmt befürchtest, dass wir dir in Zukunft nur zur Last fallen werden, und …“
Ruy lächelte. „Dieser Gedanke würde mir nie in den Sinn kommen.“
„Wo bist du gerade?“, fragte sie.
„Zehn Minuten von meinem neuen Haus entfernt.“
„Oh, gut. Charles und ich stehen auf der Autobahn im Stau. Wir waren extra früh auf dem Heimweg, um die Mädchen bei ihrem Frühlingskonzert zu sehen“, erklärte sie aufgeregt. „Aber wir werden es nicht rechtzeitig schaffen.“
„Das ist ärgerlich.“ Sein Mitgefühl war ernst gemeint, weil er wusste, dass seine Schwester und ihr Ehemann als Ärzte oft Schwierigkeiten hatten, berufliche und familiäre Verpflichtungen miteinander zu verbinden. „Wie kann ich euch helfen?“
„Lola und Lucia werden am Boden zerstört sein, wenn wir nicht auftauchen. Sie proben für diese Aufführung schon seit Wochen.“ Cecile seufzte. „Ich weiß, es ist sehr viel verlangt, Ruy, und auch gar nicht dein Ding … aber wenn du uns dort vertreten könntest, würde es den Mädchen alles bedeuten. Sie lieben ihren Onkel Ruy! Das Konzert findet im Gemeindehaus statt und hat bereits begonnen. Zum Glück spielen die Mädchen erst im letzten Akt. Würdest du das machen?“
Er schluckte jede Ausrede hinunter, die ihm spontan einfiel, und murmelte: „Natürlich fahre ich hin.“ Schließlich war es das erste Mal, dass seine Halbschwester ihn um etwas gebeten hatte.
Der Rest seiner Verwandten fragte ihn ständig nach Geld, Jobs oder Hilfe bei rechtlichen und familiären Problemen. Natürlich hatte sein verstorbener Vater Armando als Oberhaupt der Familie Valiente diese Abhängigkeiten gefördert, weil es seinem Ego geschmeichelt hatte und weil er die Macht über ein unterwürfiges Publikum liebte.
Aber Ruy fand diesen stetigen Strom von Forderungen einfach bloß lästig und versuchte schon seit Längerem, sich seine Verwandten vom Leib zu halten.
„Das würdest du tun?“ Cecile konnte weder die Erleichterung noch die Überraschung in ihrer Antwort verbergen. „Du musst die Mädchen auch nicht mit nach Hause nehmen oder so. Ihre Nanny ist bei ihnen. Alles was du tun musst, ist, sie danach zu umarmen und zu lügen, wenn Lola dich fragt, ob sie auf der Bühne wie ein echter Pilz ausgesehen hat! Es sollte nicht länger als eine Stunde dauern.“
„Schon in Ordnung, Cecile.“
„Aber dies ist dein erster Besuch in deinem neuen Zuhause, und ich mach dir deine Ankunft kaputt“, protestierte sie schuldbewusst.
„Für wie unflexibel hältst du mich?“, gab er belustigt zurück. In seinen dreißig Lebensjahren hatte er gelernt, sich aus seinem straffen Tagesplan im Reich der Investitionen rigoros Zeit für seine Kunst abzuzweigen, weil er ansonsten wohl niemals Gelegenheit für die schönen Dinge des Lebens haben würde. „Ich freue mich darauf, die Mädchen wiederzusehen.“
„Du könntest uns öfter besuchen … Entschuldigung, das war unangebracht“, murmelte Cecile verlegen. „Unsere Laune ist gerade im Keller.“
Ruy war ein Einzelgänger, der seine Privatsphäre sehr schätzte, denn in der Geschäftswelt war er rund um die Uhr von Mitarbeitern oder Klienten umgeben. Ihm war bewusst, dass man seinen Lebensstil nur schwer als normal bezeichnen konnte.
Alle Verantwortung lastete auf ihm, was seinen Zwillingsbruder Rodrigo – der nur wenige Minuten später als er geboren worden war – mit Neid und Bitterkeit erfüllte. Die Hoffnungen und hohen Erwartungen von Armando Valiente beruhten allein auf seinem Erstgeborenen. Ironischerweise hätte Ruy die weitaus weniger anspruchsvolle Rolle des jüngeren Sohnes und Bruders bevorzugt.
Rodrigo hatte ihn zu seiner Hochzeit eingeladen, die in vierzehn Tagen stattfinden sollte, und Ruy ging davon aus, dass diese Einladung ein Friedensangebot war. Vielleicht konnten sie die Kluft zwischen ihnen überwinden …
Der Gemeindesaal neben der Kirche war ein altes, schäbiges Gebäude, das dringend einer Renovierung bedurfte, fand Ruy. Er konnte nicht anders, als eine anonyme Spende in Betracht zu ziehen.
Philanthropische Gesten fielen natürlich leicht, wenn man nicht aufs Geld achten musste. Es war auch das erste Mal, dass er tatsächlich das Dorf besuchte, in dessen Nähe er sich ein Grundstück gekauft hatte. Der Ort hatte eigentlich nicht viel zu bieten: eine Autowerkstatt, einen kleinen Supermarkt und gegenüber der Kirche einen Pub. Bei seinem letzten Besuch war er ohne anzuhalten durch das Dorf gefahren, weil es ihn schlicht nicht interessierte. Er hatte auch nicht vor, jemanden aus der Nachbarschaft kennenzulernen, und plante, in absoluter Anonymität zu leben.
Im voll besetzten Saal waren keine freien Plätze mehr, was Ruy sehr gut passte. Er stellte sich an die Rückwand, von wo aus er – dank seiner beeindruckenden Körpergröße – einen hervorragenden Blick auf die Bühne hatte, die momentan noch unbeleuchtet war.
Seltsame Musik wurde von irgendwo eingespielt, die verdächtig nach New-Age-Melodien klang und ganz und gar nicht seinem Geschmack entsprach. Er mochte Rockballaden wesentlich lieber.
Hinter der Silhouette einer Frau, die mit gesenktem Kopf auf der Bühne kniete, leuchtete plötzlich ein Schweinwerfer auf. Unerwartetes Interesse überfiel Ruy, als die Musik lauter wurde und die Frau sich passend dazu langsam aufrichtete. Wie eine Blume, die unter der Sonne ihre Blütenpracht entfaltete, zumindest kam es ihm so vor.
Gelenkig bog sie sich nach hinten, scheinbar so flexibel wie Gummi, und ihr langes Haar reichte bis über den runden Po … auch ihre wohlgeformten Brüste waren gut zu erkennen. Ruy war wie hypnotisiert und vergaß völlig die Kinder, die zu beiden Seiten neben ihr auf dem Boden hockten. Normalerweise hatte er nicht viel für modernen Tanz übrig, doch die unschuldige Sinnlichkeit ihrer Bewegungen berührte ihn einerseits als Mann, aber auch als Künstler.
Sie erhob sich langsam und bewegte dabei die Hände wie durch eine innere Poesie gesteuert. Ihre Anmut war phänomenal und spontan beschloss er, dass er herausfinden musste, wer sie war … und er wusste, dass er sie malen musste.
„Sie ist ein echter Knaller“, kommentierte eine männliche Stimme neben ihm. „Eine wahre Schönheit.“
„Wer ist sie?“ Ruy wusste nicht, ob sie hübsch war, weil die gesamte Aufführung als Schattentheater stattgefunden hatte. Offenbar hatte die Frau nur Teil der Kulisse sein wollen, aber das war gründlich nach hinten losgegangen! Sie war der Star der Show, dachte er mit ironischer Belustigung.
„Suzy Madderton, aber sie ist nicht zu haben, falls Sie interessiert sein sollten.“
„Bin ich nicht“, behauptete Ruy und wurde tatsächlich ein bisschen rot im Gesicht.
„Ich habe gehört, dass sie schon einem älteren Kerl versprochen ist“, erklärte der andere Mann. „Ein erfolgreicher Geschäftsmann aus der Gegend, er besitzt das halbe Dorf. Eine Schande, dass sie bei ihm gelandet ist!“
Dazu sagte Ruy nichts. Als Zyniker wunderte es ihn kaum, wenn eine junge und anscheinend sehr schöne Frau einen älteren Mann wegen seines Geldes heiratete. Seine einzige Sorge war, ob er sie dazu bringen könnte, für ihn Modell zu stehen.
Von einer echten Goldgräberin ließ er lieber die Finger. Das gerade eben war einfach eine natürliche männliche Reaktion auf eine sinnliche Tanzeinlage gewesen und kein Beweis für echte Anziehung, versicherte er sich. Schließlich war Sex für ihn keine große Sache – schon lange nicht mehr.
Gelegentlich war Sex ganz nett und für ihn leicht verfügbar, aber er hatte lange kein Date mehr gehabt. Liebe kam für ihn dagegen nicht infrage, weil er gesehen und erlebt hatte, wie zerstörerisch sie sein konnte.
Seine frühere Schwägerin Liliana hatte sich seinerzeit an diesem scheinbar wünschenswerten Gefühl der Liebe, das so viele dumme Wesen herbeisehnten, gehörig die Finger verbrannt. Alte, unvergessene Schuldgefühle suchten Ruy heim, während er seine Nichten als süße kleine Pilze verkleidet über die Bühne tanzen sah. Lucia war im Vergleich zu der armen kleinen Lola, die sich eher wie ein Wasserbüffel bewegte, eine richtige Elfe.
Ruy ließ sich zu einem schwachen Lächeln hinreißen und dachte darüber nach, wie sehr er es genossen hätte, ein eigenes Kind zu bekommen … wenn man dafür nicht...




