Graham | Insel der Verführung | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 160 Seiten

Reihe: Julia

Graham Insel der Verführung


1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-7337-6638-2
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 160 Seiten

Reihe: Julia

ISBN: 978-3-7337-6638-2
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Wie kann Cristos es bloß wagen, ihr ein derartig eindeutiges Angebot zu machen? Empört lässt Betsy den erfolgreichen Geschäftsmann abblitzen, nachdem er versucht hat, besonders heiß mit ihr zu flirten. Bis sie plötzlich allein mit ihm ist - auf einer romantischen kleinen Insel im Mittelmeer. So verführerisch umwirbt er sie, dass sie sich schließlich nicht länger zurückhalten kann und voller Leidenschaft seine sinnlichen Küsse erwidert. Als er sie nach einer unvergesslichen Liebesnacht warnt, sich nicht in ihn zu verlieben, ist es schon lange zu spät ...



Lynne Graham ist eine populäre Autorin aus Nord-Irland. Seit 1987 hat sie über 60 Romances geschrieben, die auf vielen Bestseller-Listen stehen. Bereits im Alter von 15 Jahren schrieb sie ihren ersten Liebesroman, leider wurde er abgelehnt. Nachdem sie wegen ihres Babys zu Hause blieb, begann sie erneut mit dem Schreiben. Dieses Buch wurde von einem Verlag, nachdem sie noch einige Änderungen vornahm, gekauft. Das Hochgefühl, als sie das erste Mal in einem Geschäft ein Buch mit ihrem Namen sah, wird sie nie vergessen. Seitdem gehört sie zu den bekannten Autoren von Romances. Zu ihren Hobbys zählt das Kochen sowie der Garten, ihre Lieblingsfarbe ist Grün. Begeistert ist die leidenschaftliche Sammlerin von altem Spielzeug sowie schönen Steinen. Besonders wichtig ist es für Lynne, Weihnachten im Kreise der Familie festlich zu feiern. Sie mag keine Liebesfilme mit einem unglücklichen Ausgang. Geboren wurde Lynne Graham am 30. Juli 1956 in Nord-Irland, ihre Vorfahren stammen aus Irland sowie aus Schottland. Mit ihrem Bruder wuchs sie in einem Haus auf, welches direkt am Meer stand. Im Alter von 14 Jahren lernte sie ihren späteren Ehemann kennen. Allerdings beendete sie vor der Heirat ihr Studium an der Edinburgh University. Die Autorin wollte immer eine große Familie haben, sie hat ein leibliches Kind, welches bereits an einer Universität studiert sowie vier adoptierte Kinder. Zwei Neunjährige kommen aus Sri Lanka und die beiden Kleinen im Alter von drei und fünf Jahren sind aus Guatemala. Mit ihrer Familie sowie zwei Haustieren lebt sie in einem wunderschönen Landhaus auf einem riesigen baumreichen Grundstück in Nord-Irland.

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1. KAPITEL

Cristos Stephanides hatte Frauen in Uniform nie gemocht. Wäre es anders gewesen, hätte die Welt bestimmt davon erfahren, denn in der Boulevardpresse wurde ständig über ihn berichtet. Er war die Verkörperung eines griechischen Unternehmers schlechthin, sah umwerfend gut aus und hatte eine geradezu legendäre Vorliebe für schnelle Autos, luxuriöse Villen und schöne Frauen. Seit Jahren war er die Nummer eins in den Klatschspalten.

Die junge Frau, die seine Aufmerksamkeit erregt hatte, war eigentlich gar nicht sein Typ. Außerdem schien sie nicht zu bemerken, dass er sie aufmerksam beobachtete, denn die getönten Scheiben seiner Limousine ließen keinen Blick ins Wageninnere zu. Sie war schlank, groß und trug ein dunkelgrünes Kostüm, das ihre schmale Taille betonte. Ihre bemerkenswerten Kurven und ihre sensationell langen Beine waren nicht zu übersehen.

„Sieh mal, die Frau dort mit der Mütze, trägt die eine Armeeuniform?“, erkundigte sich Cristos bei seinem Cousin Spyros Zolottas.

Der korpulente ältere Mann folgte Cristos’ Blick. „Sie sieht eher wie eine Stewardess aus.“

Im nächsten Moment fuhr der jungen Frau ein Windstoß durchs Haar und blies ihr die Mütze vom Kopf. Tizianrote Locken fielen ihr wie eine Welle auf die Schultern, als sie loslief, um die Mütze zu erhaschen. Kurz vor dem Auto, in dem die beiden Männer saßen, erwischte sie sie dann. Das Sonnenlicht ließ ihr herrliches Haar leuchten, während sie versuchte, es wieder unter die Mütze zu schieben. Geblendet von der Schönheit ihres ovalen Gesichts, blickte Cristos sie an. Leuchtende große Augen, ein sinnlich geschwungener Mund und eine Haut wie Alabaster machten sie zu einer Aufsehen erregenden Erscheinung.

Timon, sein Assistent, sagte ruhig: „Ich glaube, sie ist ein Chauffeur.“

Cristos sah ihn stirnrunzelnd an. Ein Chauffeur war in seinen Augen nichts anderes als ein Diener. Gespannt beobachtete er, wie die rothaarige Frau am Steuer eines Bentleys Platz nahm. Der Wagen trug das Logo einer Mietwagenfirma. Timon hatte wohl Recht. „Eine merkwürdige Berufswahl für eine Frau.“

Spyros lachte in sich hinein. „Mit der Figur wird sie immer gutes Geld verdienen.“

Cristos sah ihn verärgert an. Spyros war ihm noch nie besonders sympathisch gewesen. Aber er gehörte nun einmal zur Familie, und Blut war bekanntlich dicker als Wasser.

„Denkst du gerade an deine Verlobte?“, fragte Spyros, der Cristos’ Schweigen ignorierte, anzüglich. „Petrina kommt aus einer sehr guten Familie. Sie weiß genau, wo ihr Platz ist. Und wenn nicht, wirst du es ihr schon zeigen.“

„Ich möchte jetzt nicht über sie sprechen“, erwiderte Cristos mit einem warnenden Unterton in der Stimme.

Cristos war ein Stephanides und Petrina eine Rhodias. Ihre Familien waren seit langem privat und geschäftlich miteinander verbunden. Eine Ehe würde dieses Band noch verstärken. Sie war die Garantie dafür, dass das Vermögen und die Macht beider Familien erhalten blieben und an die nächste Generation weitergegeben werden konnten. Niemand erwartete von Cristos, dass er seiner Frau ein Leben lang treu blieb. Aber es war geschmacklos, diesen Umstand zu erwähnen. Die Vulgarität seines Cousins stieß ihn ab.

Außerdem wusste er genau, worauf der ältere Mann hinauswollte. Es war nur eine Frage der Zeit, wann dieser ihn um Geld bitten würde. Bei früheren Gelegenheiten hatte Spyros sich immer irgendwelche Geschichten ausgedacht, in denen es um fehlgeschlagene Investitionen oder um geschäftliche Unternehmungen ging, die Risikokapital verlangten. Wenn er damit keinen Erfolg hatte, versuchte er, auf die Tränendrüsen zu drücken und Cristos mit Schilderungen seiner armen Familie zu beeindrucken, die unter seinem Pech leiden musste. In Wirklichkeit war Spyros ein Spieler und ein Taugenichts. Er brüstete sich damit, trotz seiner zweiundvierzig Jahre nicht einen Tag regulär gearbeitet zu haben.

Vor sechs Monaten hatte Cristos mit dieser Legende aufgeräumt und Spyros in den Aufsichtsrat seiner Londoner Reederei geholt, in der Hoffnung, dass sein Cousin in dieser neuen Umgebung ohne seine alte Clique von Schmeichlern und Schmarotzern einen neuen Anfang würde machen können. Um ihm dabei zu helfen, hatte Cristos als Erstes all seine Schulden bezahlt. Als er davon hörte, hatte sein Großvater Patras einen Lachanfall bekommen.

„Spyros ist ein Blutegel und ein Verlierer. Es gibt in jeder Familie immer so jemanden. Glücklicherweise können wir uns das leisten. Du solltest dir ihn einfach vom Hals halten. Ändern kannst du ihn nicht.“ Patras hatte gewettet, dass Spyros spätestens nach einem halben Jahr wieder zu seinen alten Gewohnheiten zurückkehren würde.

Cristos hatte die Wette angenommen. Er sah nicht ein, warum seine Familie Spyros’ verschwenderischen Lebensstil unterstützen sollte. Obwohl er seinen Großvater respektierte, war er der Überzeugung gewesen, dass man seinem Cousin Zügel anlegen musste. Doch inzwischen fürchtete er, die Wette zu verlieren. Ihm war nicht entgangen, dass Spyros in letzter Zeit auffällige Anzeichen von Stress zeigte. Offensichtlich war er den Anforderungen seines neuen Jobs nicht gewachsen.

„Du wunderst dich bestimmt, warum ich dich persönlich vom Flughafen abhole“, sagte Spyros in diesem Moment. „Ich wollte mich dafür bedanken, dass du mir noch einmal eine Chance gegeben hast. Mein Leben hat sich dadurch komplett verändert.“

Cristos war erstaunt, dass Spyros vor seinem Assistenten so offen sprach. „Ich freue mich, wenn ich dir helfen konnte.“

„Kommst du heute zu uns zum Abendessen?“, fragte Cristos’ Cousin.

Cristos hatte eigentlich andere Pläne. Seine derzeitige Geliebte würde in dem Apartment, das er ihr gekauft hatte, auf ihn warten. Nach einem langen Tag voller Meetings war eine Nacht zwischen seidenen Laken mit einer Frau, die ihm jeden Wunsch von den Augen ablesen würde, genau das Richtige. Aber das Schicksal schien etwas anderes mit ihm vorzuhaben. Schließlich war er ein Mann mit Prinzipien. Spyros hatte zu einem ordentlichen Lebenswandel zurückgefunden, und dieser Umstand verdiente seinen Respekt.

Bevor sie in den kleinen Vorort fuhr, wo ihre Schwester Gemma mit ihrem Freund Rory lebte, fasste Betsy einen Entschluss. Sie würde nicht wieder so allergisch reagieren, egal, was Gemma zu ihr sagen würde.

Daher erwiderte sie auch nichts, als diese eine abfällige Bemerkung über den Zustand ihrer Fingernägel machte, die in der Werkstatt arg gelitten hatten. Danach folgte die spitze Bemerkung, dass Betsy in den Jeans und dem weiten Hemd wie ein Mann aussehe. Die Krönung des Ganzen aber war die Feststellung, dass sie arm wie eine Kirchenmaus sei. Normalerweise wäre daraufhin eine hitzige Diskussion mit vielen Tränen gefolgt. Aber Betsy blieb stumm und gratulierte sich selbst dazu, dass sie nicht auf die Versuchung hereingefallen war.

Unbehaglich saß Rory zwischen den beiden und versuchte, die Wogen zu glätten. Seine hilflosen Bemühungen, ein unverfängliches Thema zu finden, fruchteten jedoch nicht. Und fast tat er Betsy Leid. Er wusste auch nicht, warum es ihre jüngere Schwester für nötig hielt, Betsy so anzugreifen.

Wenn überhaupt, hätte Betsy Grund gehabt, über Gemma den Stab zu brechen. Vor drei Jahren standen sie und Rory kurz vor der Verlobung. Dann hatte Gemma überraschend verkündet, dass sie schwanger und Rory der Vater des Kindes sei. Ihre Eltern hatten Betsy daraufhin überredet, gute Miene zum bösen Spiel zu machen und auf Rory zu verzichten. Und sie war viel zu stolz gewesen, um einen Mann zu kämpfen, der sie hinter ihrem Rücken mit ihrer Schwester betrogen hatte. In gewisser Weise konnte sie ihn sogar verstehen, denn Gemma war wesentlich hübscher als sie. Aber tief in ihrem Herzen liebte sie Rory noch immer, und dieser Umstand lag wie ein Schatten auf ihrem Leben.

„Mädchen in deinem Alter hängen normalerweise am Samstagabend auf Partys herum“, bemerkte Gemma in diesem Moment. „Ich verstehe einfach nicht, warum du immer noch keinen Freund gefunden hast.“

Betsy konnte sich nur noch mit Mühe beherrschen. Fast hätte sie erwidert, dass sie ja einen Freund gehabt hätte, bevor ihre Schwester ihn ihr abspenstig gemacht hätte. Aber sie wollte weiteren Ärger auf jeden Fall vermeiden. Daher griff sie zu einer Notlüge.

„Es gibt da jemand bei der Arbeit, den ich sehr nett finde.“

Überrascht blickte ihre Schwester sie an. „Und wie heißt er?“

„Joe …“ Betsy biss sich auf die Lippe und blickte starr auf ihren Teller. Ihr war der Appetit vergangen. Denn ihr war klar, dass auf eine Lüge viele andere folgen würden. Joe existierte allerdings tatsächlich und hatte sie sogar schon zwei Mal um eine Verabredung gebeten. „Er hat vor zwei Wochen bei uns angefangen.“

„Wie alt ist er? Und wie sieht er aus?“ Gemmas Interesse war geweckt.

„Ende zwanzig. Er ist groß, blond und sieht sehr gut aus.“

Ihre Schwester war erfreut. „Es wird auch langsam Zeit, dass du …“

Rory hingegen sah Betsy stirnrunzelnd an. „Was weißt du über ihn? Es gibt eine Menge komischer Typen. Sei bitte vorsichtig!“

Gemmas Freude verschwand so schnell, wie sie gekommen war. Sie sah plötzlich aus, als hätte man ihr einen Schlag versetzt. Betsy stöhnte insgeheim. Ihre Schwester empfand es immer als persönliche Beleidigung, wenn Rory sich für sie interessierte. Um von dem unerfreulichen Thema abzulenken, beugte Betsy sich zu ihrer kleinen Nichte herunter und hob sie hoch. Sie spielte eine Weile mit ihr und verkündete dann, dass sie leider gehen müsse,...



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