E-Book, Deutsch, Band 162019, 144 Seiten
Reihe: Julia
Graham Süßes Erwachen im Wüstenpalast
1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-7337-1236-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 162019, 144 Seiten
Reihe: Julia
ISBN: 978-3-7337-1236-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Scheich Azrael al-Sharif ist außer sich! Nicht genug, dass sein Halbbruder die hübsche Engländerin Molly nach Djala verschleppt hat, jetzt ist Azrael auch noch für das Wohlergehen der streitbaren Lehrerin verantwortlich. Doch bevor er ihre Ausreise gestatten kann, flieht Molly in die Wüste. Pflichtbewusst folgt Azrael dem Rotschopf trotz eines aufziehenden Sandsturms. In letzter Minute finden sie in einer einsamen Höhle Zuflucht, und plötzlich tobt in dem Herrscher ein Verlangen genauso gefährlich wie draußen der Wüstenwind ...
Lynne Graham ist eine populäre Autorin aus Nord-Irland. Seit 1987 hat sie über 60 Romances geschrieben, die auf vielen Bestseller-Listen stehen. Bereits im Alter von 15 Jahren schrieb sie ihren ersten Liebesroman, leider wurde er abgelehnt. Nachdem sie wegen ihres Babys zu Hause blieb, begann sie erneut mit dem Schreiben. Dieses Buch wurde von einem Verlag, nachdem sie noch einige Änderungen vornahm, gekauft. Das Hochgefühl, als sie das erste Mal in einem Geschäft ein Buch mit ihrem Namen sah, wird sie nie vergessen. Seitdem gehört sie zu den bekannten Autoren von Romances. Zu ihren Hobbys zählt das Kochen sowie der Garten, ihre Lieblingsfarbe ist Grün. Begeistert ist die leidenschaftliche Sammlerin von altem Spielzeug sowie schönen Steinen. Besonders wichtig ist es für Lynne, Weihnachten im Kreise der Familie festlich zu feiern. Sie mag keine Liebesfilme mit einem unglücklichen Ausgang. Geboren wurde Lynne Graham am 30. Juli 1956 in Nord-Irland, ihre Vorfahren stammen aus Irland sowie aus Schottland. Mit ihrem Bruder wuchs sie in einem Haus auf, welches direkt am Meer stand. Im Alter von 14 Jahren lernte sie ihren späteren Ehemann kennen. Allerdings beendete sie vor der Heirat ihr Studium an der Edinburgh University. Die Autorin wollte immer eine große Familie haben, sie hat ein leibliches Kind, welches bereits an einer Universität studiert sowie vier adoptierte Kinder. Zwei Neunjährige kommen aus Sri Lanka und die beiden Kleinen im Alter von drei und fünf Jahren sind aus Guatemala. Mit ihrer Familie sowie zwei Haustieren lebt sie in einem wunderschönen Landhaus auf einem riesigen baumreichen Grundstück in Nord-Irland.
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1. KAPITEL
König Azrael al-Sharif von Djalia sprang wütend auf, als er die Schlagzeile in der britischen Zeitung sah.
„Ich glaube, Ihr solltet Euch nicht mit solchen Banalitäten befassen, Euer Majestät“, bemerkte Butrus, die rechte Hand des Königs. „Was interessiert es uns, was andere Länder über uns denken? Wir wissen doch, wie es wirklich ist. Wir sind nicht rückständig. Es ist einfach nur so, dass die Infrastruktur von Djalia vernachlässigt worden ist, während der Diktator an der Macht war.“
Welche Infrastruktur, hätte Azrael fast gefragt, schließlich merkte man seinem kleinen Land, das über riesige Ölreserven verfügte, mehr als deutlich an, dass ein halbes Jahrhundert lang nichts für den Fortschritt getan worden war. Hashem war ein grausamer Herrscher gewesen, der das Foltern und Morden ebenso sehr geliebt hatte wie die Prasserei. Als frisch inthronisierter Monarch war sich Azrael der Hoffnung, die man nach der Schreckensherrschaft Haschems in ihn hatte, schmerzhaft bewusst. Auf ihm lastete große Verantwortung. Und es erboste ihn, wenn andere Länder sich mithilfe ihrer Medien über Djalia lustig machten.
Die Zeitung zeigte das Bild von einem Ochsenkarren auf der Hauptstraße von Jovan, der einzigen Stadt des Landes. Darunter stand die Frage, ob Djalia das rückständigste Land auf der Arabischen Halbinsel sei. Sicher, jemand, der Wolkenkratzer, Shoppingmalls und Luxushotels erwartete, wäre enttäuscht, da es abgesehen von einem Vorzeigeflughafen und einer Prachtstraße zum Palast des Exdiktators nichts Modernes im Land gab. Aber bald schon würde Djalia den Sprung aus dem Mittelalter ins einundzwanzigste Jahrhundert schaffen.
Zum Glück verfügte das Land über genügend Wohlstand, um diesen Wandel zu stemmen, und Ingenieure, medizinisches Personal und Lehrer, kamen aus aller Welt zurück in ihre Heimat Djalia, um bei der Bewältigung dieser Herkulesaufgabe zu helfen. Azrael, dessen ernsthaftes Wesen ihn trotz seiner erst dreißig Jahre respekteinflößend wirken ließ, war froh darüber, dass all diese Menschen zurückkehrten, um beim Aufbau des Landes zu helfen, das ihm mehr bedeutete als sein Leben. Menschen, die wie er an religiöse Toleranz und die Gleichberechtigung der Frau glaubten und in einer modernen, aufgeklärten Gesellschaft mit Zugang zu Bildung und medizinischer Versorgung leben wollten.
„Du hast recht, Butrus. Ich sollte mich um solchen Unsinn nicht kümmern“, antwortete er. „Wir müssen auf die Zukunft vertrauen.“ Nachdem sein Assistent sich entfernt hatte, betrachtete Azrael erst die Wände seines Arbeitszimmers und dann den Tisch. Er war froh, in dieser Burg aus dem zwölften Jahrhundert zu leben und zu arbeiten. Es war nicht für ihn infrage gekommen, den protzigen Palast des Ex-Diktators zu beziehen. Mittlerweile wurde das Gebäude in das Luxushotel umgewandelt, an dem es dem Land gefehlt hatte. Davon, dass der Palast im Gegensatz zu der Burg über eine Internetverbindung und anderen modernen Komfort verfügte, ließ er sich nicht stören.
Er kam auch ohne diese angenehmen, aber unnötigen Extras aus. Für einen Menschen, der einen Teil seines Lebens in einem Nomadenzelt und genauso viel Zeit als Soldat in der Wüste verbracht hatte, waren solche Annehmlichkeiten überflüssiger Luxus. Außerdem war Hashems Palast für die Bevölkerung zum Sinnbild der egomanischen Verschwendungssucht des Ex-Diktators geworden. Azrael musste beweisen, dass er anders war – selbst wenn sein Vater als Hashem-Gegner hingerichtet worden war.
Es klopfte an der Tür, die direkt darauf geräuschvoll aufgerissen wurde. Butrus stand im Türrahmen, leichenblass und mit bestürzter Miene. „Es tut mir leid, dass ich Euch wieder störe, aber Euer Bruder hat etwas Entsetzliches getan. Es wird einen großen Skandal geben, wenn wir nicht sofort handeln.“
Einen Tag vorher
Molly war glücklich. Gerade kam sie von einem Besuch bei ihrem Großvater im Pflegeheim zurück. Dort hatte weihnachtliche Stimmung geherrscht, mit Adventssängern und leckeren Mince Pies und Bewohnern, die es zu schätzen wussten, dass sie auf diese Weise unterhalten wurden. Molly hatte nur gelächelt, als ihr Großvater sie für ihre verstorbene Mutter Louise gehalten hatte. Maurice Devlin war dement und brachte Daten, Ereignisse und Personen durcheinander, wenn er nicht gerade einen seiner wenigen hellen Momente hatte. Gerade hatte ihr Großvater eine alte Geschichte darüber erzählt, wie er einmal einen Weihnachtsbaum für seine kleine Tochter geschlagen hatte, und Molly war froh darüber, dass er sie als eine Verwandte erkannt hatte und zufrieden war.
Winterwood war ein sehr gutes Pflegeheim. In den zwei Jahren, die Maurice bereits in dem Heim lebte, war er äußerst fürsorglich behandelt worden. Unglücklicherweise war es sehr teuer, aber Molly war sich bewusst, dass es wichtig für den alten Mann war, in einer gewohnten Umgebung zu bleiben. Neue Gesichter und ein plötzlicher Ortswechsel würden ihn nur durcheinanderbringen. Darum hatte Molly alles dafür getan, dass er so lange wie möglich dort bleiben könnte. Doch während sie dasaß und seine knorrige Hand hielt, war sie sich der besorgniserregenden Tatsache bewusst, dass die Erlöse aus dem Verkauf der letzten Schmuckstücke ihrer Mutter fast verbraucht waren. Traurigerweise verdiente Molly nicht genug, um sich selbst über Wasser zu halten und zusätzlich die monatlich fälligen Beträge an das Heim zu zahlen. Und das, obwohl sie Tag und Nacht arbeitete.
Doch sie sagte sich, dass sie schon eine Lösung finden würde. Molly war sehr praktisch veranlagt. Momentan hatte sie drei Jobs. Tagsüber kellnerte sie. An mindestens zwei Abenden pro Woche putzte sie in einem Bürogebäude für das Reinigungsunternehmen ihrer Freundin Jane. Und dann gab sie an den Wochenenden in der Botschaft von Djalia einem arabischen Prinzen Englischstunden – Stunden, für die sie wesentlich mehr bekam als für die restliche Arbeit zusammen. Vielleicht sollte sie ihm vorschlagen, eine Stunde mehr zu nehmen, doch sie war nicht gerade scharf darauf, mehr Zeit mit Tahir zu verbringen.
Obwohl sie ihm zugutehalten musste, dass er umgehend damit aufgehört hatte, ihr Blumen und Geschenke zu schicken, nachdem sie ihm gesagt hatte, dass seine Aufmerksamkeiten nicht angebracht waren. Außerdem hatte er die Geschenke zurückgenommen und sich wortreich entschuldigt. Er hatte auch nie versucht, sie anzufassen, aber seine Flirterei und seine Art, sie anzusehen, nervten sie trotzdem, und sie war erleichtert gewesen, als er ihrem Vorschlag zugestimmt hatte, künftig eine Botschaftsangestellte zu den Stunden hinzuzuziehen.
Natürlich war Molly, die kaum Erfahrungen mit Männern hatte, klar, dass sie den jungen Prinzen zu streng beurteilte. Sie hatte ihr Studium im ersten Jahr abgebrochen, um nach Hause zurückzukehren und sich um ihren Großvater zu kümmern. In den darauffolgenden vier Jahren hatte sie kaum ein Privatleben gehabt und war – abgesehen von einem nicht weiter erwähnenswerten Freund – mit niemandem ausgegangen. Trotz allem hatte sie es in der Zeit geschafft, ein Zertifikat für das Unterrichten von Englisch als Fremdsprache zu erlangen. Und sie hatte die Opfer, die sie gebracht hatte, um sich um ihren Großvater zu kümmern, nie bereut. Maurice hatte seinen wohlverdienten Ruhestand aufgegeben, um sie als Jugendliche bei sich aufzunehmen.
Ihre Mutter war gestorben, als Molly vier Jahre alt gewesen war. Ein paar Jahre später hatte ihr Vater wieder geheiratet. Seine zweite Frau hatte sich an Mollys Existenz gestört, und weil ihr Vater nichts unternommen hatte, um seine Tochter vor den Misshandlungen seiner neuen Angetrauten zu beschützen, war es für Molly zu Hause immer unerträglicher geworden. Sie hatte ihren Großvater um Hilfe gebeten, und er hatte sie bei sich aufgenommen. Nach dem Tod ihres Vaters war dessen gesamtes Vermögen an ihre Stiefmutter gegangen. Den Schmuck ihrer Mutter hatte Molly nur bekommen, weil ihre Mutter es in ihrem Testament ausdrücklich so verfügt hatte.
Wie bei jedem Besuch in der Botschaft Djalias staunte Molly über den altmodischen Charme der Einrichtung. Sie gab ihre Stunden in einem Bankettsaal, in dem – sehr zu ihrer Beruhigung – ein breiter Tisch sie von Prinz Tahir trennte. Die Tür blieb offen, und die Anstandsdame war im Flur postiert, in dem das Porträt eines sehr attraktiven Mannes hing. Molly nannte ihn bei sich Mr. Märchenprinz, weil er es ohne Probleme mit einem männlichen Supermodel hätte aufnehmen können. Sie mochte gar nicht daran denken, wie oft Mr. Märchenprinz schon in ihren Träumen aufgetaucht war. Eine Bedienstete brachte wie immer unter ständigen Verbeugungen Kaffee auf einem Tablett. Molly sah verlegen beiseite; das Botschaftspersonal behandelte Tahir mit aberwitziger Ehrerbietung. Eine solche Dienstbeflissenheit war Molly nicht geheuer, doch ihr war klar, dass hier ein völlig anderer Umgang gepflegt wurde. Als Angehöriger der Herrscherfamilie wurde Tahir ohne Frage verehrt und bewundert, auch wenn er nicht aus Djalia kam.
Der Prinz war ein gutes Stück größer als sie, und es war ihr nie gelungen, herauszufinden, wie alt er war. Er sah aus wie Anfang zwanzig. Sicher ging er mit seiner Figur eines Rugbyspielers und seinem kantigen Gesicht bei vielen Frauen als attraktiv durch, aber Molly war er zu unreif.
„Du siehst wieder so hübsch aus heute“, sagte Tahir zu ihr.
„Wir wollten doch Alltagskonversation üben, Euer Hoheit“, erinnerte ihn Molly. „Da ist es nicht angebracht, zu persönlich zu werden.“
Er errötete und kniff die braunen Augen zusammen. „Entschuldige“, sagte er. „Ich...




