Gramer | Allerscheinheiligen | Buch | 978-3-86351-037-4 | www.sack.de

Buch, Deutsch, 175 Seiten, Format (B × H): 115 mm x 187 mm, Gewicht: 247 g

Gramer

Allerscheinheiligen

Roman
Erscheinungsjahr 2012
ISBN: 978-3-86351-037-4
Verlag: Klöpfer & Meyer

Roman

Buch, Deutsch, 175 Seiten, Format (B × H): 115 mm x 187 mm, Gewicht: 247 g

ISBN: 978-3-86351-037-4
Verlag: Klöpfer & Meyer


In Rottenberg am Neckar, der Kleinstadt mit Bischofssitz und großer Vergangenheit, ist die bürgerliche Welt vor hundert Jahren in allerbester Ordnung und ist jeder an seinem Platz: in der Stadt, im Palais, in den Ämtern, in der Schule, im Gefängnis, in den Familien. Ein kleiner Skandal um einen nackten Adam und eine nackte Eva am Marktbrunnen festigt die moralische Grundordnung wieder. So wie es ist, kann’s bleiben. Sebastian und Max, zwei junge Leute, einer aus der Stadt, einer aus Hemmenhofen, entdecken die Welt in sich und um sich herum. Ein ungeheuerliches Ereignis aber stört den Frieden. Athanasius, der Bischof von Bethlehem, und sein Sekretär, Bruder Ildefons, sind plötzlich da. Ein Wunder geschieht. Im Kloster Wegginthal vor der Stadt ist eine Heilige Quelle entsprungen und löst ein religiöses Fieber aus. Ein städtischer Ehrenmann, Bankier und Kolonialwarenhändler, macht damit seinen Schnitt. Das Geschäft blüht. Der Tod bzw. der Mord bzw. der Selbstmord macht dem ungeheuerlichen Rottenberger Ereignis ein Ende. Der Bischof ist spurlos verschwunden. Alles ist wie vorher. Scheinbar. Allerscheinheiligen.
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»Eines schönen Tages aber, von niemandem erwartet, tat sich in Rottenberg, in der durch den Neckar geteilten Bischofsstadt, gleichsam aus heiterem Himmel, ein großer, ein schwarzer Riß auf. Ein Abgrund ließ tief blicken. Das Unterste war nach oben gekehrt, das Oberste in sein Gegenteil nach unten in den Dreck gestürzt. Eine ungeheuerliche und verkehrte Welt war auf einen Schlag da. Hatten die Rottenberger Fasnetsnarren das Kommando übernommen? Hatten schwarzschwänzige Teufel die Heiligen von ihren goldenen Podesten gestürzt? War zwischen dem Gefängnis, zwischen ›Ganovenschloß‹ und ›Geistlichem Palais‹ kein Unterschied mehr? Es schüttelte die Stadtbewohner drüben über dem Fluß und rüttelte mehr noch die auf der linken Seite durcheinander, am meisten aber waren die Bewohner des Bischöflichen Palais betroffen. Dieser abgefeimte Wirrwarr! Was für ein teuflisches Durcheinander! Nicht zu fassen die Verkehrung des Wahren ins Falsche. Der sicher gebaute Boden, die Fundamente wankten. Aber die Bewohner des Schlosses über der Stadt schüttelte ein großes Gelächter. Und die Andersgläubigen, die nichtkatholischen also, die konnten nicht glauben, was sie mit eigenen Ohren gehört und mit eigenen Augen gesehen hatten. Waren aus den Rechtgläubigen, den religiösen Verwandten, nun selber Wüstgläubige geworden? Rottenberg, die Stadt am Neckar, bebte von Geschichten, überschallt vom Gelächter der üblen Komplizen hoch oben in ihren dunklen Zellen im sogenannten Schloßgefängnis und Gefängnisschloß, wo sie, die Radaubrüder, gegen die eisernen Stäbe trommelnd, ein höllisches Konzert gaben.«


Egon Gramer, 1936 in Dettingen geboren, verbrachte seine Kindheit auf dem Dorf, absolvierte seine Schullaufbahn in einem Internat, studierte Germanistik, Theologie und Pädagogische Psychologie. Bildete später am Seminar für Schulpädagogik junge Lehrer fürs Gymnasium aus. Organisierte zahlreiche literarische Exkursionen und Tagungen mit renommierten Schriftstellern. Mitarbeit an Lesebüchern. Mediendidaktik. Schrieb zahlreiche Hörspiele, für »Container – Schredder – Runners High« erhielt er 2002 den ersten Preis des SWR. 2005 erschien mit großem Erfolg sein Romandebüt »Gezeichnet: Franz Klett«, für das er den renommierten Berthold-Auerbach-Preis erhielt, 2007 folgte sein zweiter Roman »Zwischen den Schreien«. Egon Gramer ist am 18. Juni 2014 gestorben.



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