Buch, Deutsch, 175 Seiten, Format (B × H): 115 mm x 187 mm, Gewicht: 247 g
Roman
Buch, Deutsch, 175 Seiten, Format (B × H): 115 mm x 187 mm, Gewicht: 247 g
ISBN: 978-3-86351-037-4
Verlag: Klöpfer & Meyer
Autoren/Hrsg.
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»Eines schönen Tages aber, von niemandem erwartet, tat sich in Rottenberg, in der durch den Neckar geteilten Bischofsstadt, gleichsam aus heiterem Himmel, ein großer, ein schwarzer Riß auf. Ein Abgrund ließ tief blicken. Das Unterste war nach oben gekehrt, das Oberste in sein Gegenteil nach unten in den Dreck gestürzt. Eine ungeheuerliche und verkehrte Welt war auf einen Schlag da. Hatten die Rottenberger Fasnetsnarren das Kommando übernommen? Hatten schwarzschwänzige Teufel die Heiligen von ihren goldenen Podesten gestürzt? War zwischen dem Gefängnis, zwischen ›Ganovenschloß‹ und ›Geistlichem Palais‹ kein Unterschied mehr? Es schüttelte die Stadtbewohner drüben über dem Fluß und rüttelte mehr noch die auf der linken Seite durcheinander, am meisten aber waren die Bewohner des Bischöflichen Palais betroffen. Dieser abgefeimte Wirrwarr! Was für ein teuflisches Durcheinander! Nicht zu fassen die Verkehrung des Wahren ins Falsche. Der sicher gebaute Boden, die Fundamente wankten. Aber die Bewohner des Schlosses über der Stadt schüttelte ein großes Gelächter. Und die Andersgläubigen, die nichtkatholischen also, die konnten nicht glauben, was sie mit eigenen Ohren gehört und mit eigenen Augen gesehen hatten. Waren aus den Rechtgläubigen, den religiösen Verwandten, nun selber Wüstgläubige geworden? Rottenberg, die Stadt am Neckar, bebte von Geschichten, überschallt vom Gelächter der üblen Komplizen hoch oben in ihren dunklen Zellen im sogenannten Schloßgefängnis und Gefängnisschloß, wo sie, die Radaubrüder, gegen die eisernen Stäbe trommelnd, ein höllisches Konzert gaben.«




