Graves | Fiery Little Thing | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 500 Seiten

Graves Fiery Little Thing


1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-98718-453-6
Verlag: VAJONA
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 500 Seiten

ISBN: 978-3-98718-453-6
Verlag: VAJONA
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Kohen Osman ist ein Pyromane, der immer wieder versucht, mir die Show zu stehlen - was ... nun ja, Diebstahl ist. Der Unterschied ist allerdings, dass er glaubt, mit allem durchzukommen, weil er ein verwöhnter Bengel ist und nicht aus einer Junkie-Familie stammt. Ich dachte, das Leben in der Besserungsanstalt wäre besser, wenn weder Kohen noch meine Familie in der Nähe wären. Doch meine Freiheit ist nur von kurzer Dauer. Eines Tages wird er für alles brennen, was er getan hat. Das werden sie alle. Und ich werde diejenige sein, die das Streichholz entzündet.

Weitere Informationen auf unserer Webseite
Graves Fiery Little Thing jetzt bestellen!

Weitere Infos & Material


Das wird ihr gefallen. Ich weiß es einfach.

Blaze benutzt immer ihre schwachen kleinen Arme, um die anderen Jungen auf dem Spielplatz zu schlagen, aber sie richtet nie viel Schaden an, weil sie nur aus Haut und Knochen besteht. Ich habe Angst, dass sie sich etwas brechen könnte, wenn sie weiterhin Leute angreift und auf Bäume klettert, wenn sie denkt, dass niemand zuschaut.

ist dies das perfekte Geschenk für sie. Ich habe die ganze Woche darüber nachgedacht, was ich ihr schenken könnte, nachdem sie sich bei einer Schlägerei mit einem Kind, das drei Klassen höher war, blaue Flecken zugezogen hatte.

Meine Haut wird kälter und kribbelt, je näher ich ihrem Haus komme. Ich wusste gar nicht, dass sie so nah bei mir wohnt. Hoffentlich ist sie zu Hause – ich meine, ich hoffe zumindest, dass sie hier wohnt. Letzte Woche habe ich sie eine lange Kiesauffahrt hinuntergehen sehen und vermutet, dass sie zu ihrem Haus führt.

Mom ist so schnell gefahren, dass ich die Hausnummer übersehen habe, aber ich habe gesehen. Ich werde sie immer sehen, selbst aus der Entfernung von mehreren Kilometern. Sie ist so hübsch mit ihren roten Haaren und ihren kleinen Fäusten. Aber es ist ärgerlich. Sie hat immer noch nicht begriffen, dass ihr Daumen den Fingern liegen muss. Nicht darunter. Vielleicht kann ich ihr heute Abend beibringen, wie man einen richtigen Schlag ausführt.

Mom und Dad sind um fünf Uhr losgefahren, um mit meinem Bruder Kiervan zu Abend zu essen und einen Film zu sehen, und sie werden stundenlang weg sein, sodass ich viel Zeit mit Blaze verbringen kann. Sie würden nicht mit Kiervan ins Kino gehen, wenn sie gesehen hätten, was er letzte Woche mit der toten Maus gemacht hat. Aber wenn sie herausfinden, was ich jetzt tue, bekomme ich lebenslang Hausarrest. Dann wird Kiervan lachen und mir noch mehr Dinge vorwerfen, damit unsere Eltern ihm den Kopf tätscheln können, während sie mich in meinem Zimmer einsperren.

Ich kaue auf meiner Wange und beobachte die Sonne, die viel zu schnell untergeht. Dann schaue ich in beide Richtungen, bevor ich über die Straße sprinte und den Rucksack vorsichtig an meine Brust drücke, damit ich ihr Geschenk nicht fallen lasse und es kaputt geht, bevor ich es ihr geben kann.

Als ich ihr das letzte Mal ein Geschenk gemacht habe, hat sie das Mäppchen mit zitternden Händen genommen. Sie hat sich nicht bedankt oder so, aber sie hat mich auch nicht mit ihren toten Augen angeschaut, was super cool war.

Diesmal bin ich mir dass sie mich anlächeln wird. Und sobald ich weiß, wie ich sie zum Lächeln bringen kann, werde ich sie dazu bringen, es immer wieder zu tun, bis sie mich satt hat.

Sie sollte niemanden außer mir anlächeln.

Meine Brust fühlt sich ganz komisch an, als ich am Kragen meines Sweatshirts ziehe. Das war so eine dumme Idee. Gestern mussten wir keine Uniform tragen, und Blaze kam mit einem roten Oberteil zur Schule. Dieser Kapuzenpulli ist das einzige rote Teil, das ich besitze, und ich passe nicht einmal mehr hinein; er ist zu eng.

Es ist zu spät. Ich bin jetzt hier – glaube ich.

Die Bäume, die ihr Haus umgeben, wirken aus der Nähe größer. Sie sind nicht so schön und sauber geschnitten wie dort, wo ich wohne. Meine Familie würde auf keinen Fall zulassen, dass so viele Blätter auf unserer Einfahrt verstreut werden. Blaze sollte sich wirklich einen besseren Gärtner suchen.

Musik pulsiert durch die Luft, ein leises Vibrieren, das lauter und deutlicher wird, je näher ich komme. Dann hört sie auf, nur um von jemandem abgelöst zu werden, der aus den Lautsprechern dröhnt, dass gerade ein paar Reifen verkauft werden. Erlauben Blazes Eltern ihr, so laut Radio zu hören? Das könnte der Grund sein, warum sie immer schreit.

Ich runzle meine Stirn, als ein Gebäude in Sicht kommt, und ich bleibe mitten im Schritt stehen.

Das kann nicht richtig sein. Das kann nicht der Ort sein, an dem Blaze lebt.

Aber ich dass das dieselbe Einfahrt ist, die ich sie habe hinaufgehen sehen.

Das Haus sieht aus wie aus einem Gruselfilm. Die Farbe ist an den Rändern abgeplatzt und Bretter sind auf den Boden gefallen. Der Boden ist mit leeren Verpackungen und Glasflaschen übersät. Ranken wachsen an der Seite des Hauses hoch, und eines der Fenster im unteren Stockwerk hat einen großen Riss. Das Holz, das das Terrassendach hält, ist gesplittert und ragt schräg aus dem Haus heraus, als würde es jeden Moment brechen. Es gibt sogar ein kleines Feuer in der Mitte des Rasens. Was ist das überhaupt für ein Ort?

Mit zusammengekniffenen Augen sehe ich die rothaarige Puppe, die sie letztes Jahr mit in die Schule gebracht hat, auf der Fensterbank sitzen. Vielleicht ist das hier eine Art Poolhaus oder so.

Ein Mann stolpert aus der Haustür, die aus den Angeln gehoben ist. Er macht zwei Schritte, dann stürzt er die Treppe hinunter und fällt mit dem Gesicht voran auf den Rasen. Ein Stöhnen entweicht seinen Lippen, aber er steht nicht wieder auf. Mit dem Rucksack in der Hand gehe ich näher an das Haus heran und achte auf jedes Zeichen von Bewegung zwischen den umliegenden Bäumen. Es ist schwer zu sagen, wie viele Leute drinnen sind, weil alle Vorhänge geschlossen sind, aber ich kann die Erwachsenen reden und lachen hören.

Ich bemerke das Zerbersten von Glas und erstarre. Dann schüttle ich den Kopf und schleiche näher heran. Werden mich ihre Eltern rauswerfen? Sie könnten eine Dinnerparty geben und wollen vielleicht keine Gäste. Mom erlaubt Kiervan auch nicht, seine Freunde einzuladen, wenn sie eine Party feiern. Blazes Mutter möchte das vielleicht auch nicht.

Ein Ast knackt zu meiner Linken und ich richte meine Aufmerksamkeit auf das Geräusch, wobei ich etwas Rotes entdecke. Ich atme tief ein, während mir das Blut in den Ohren rauscht. Ich wusste, dass sie nicht im Haus sein würde, wenn so viele Leute da sind.

»Blaze!«, rufe ich leise.

Ich springe vom Hauptweg und wische meine verschwitzten Hände an meinen Jeans ab. Ich muss meine Beine anheben, um über das Gras in den Teil des Waldes zu gelangen, in dem es nur Unkraut, Bäume und Schlamm gibt.

Erneut rufe ich ihren Namen und ziehe das Geschenk vorsichtig aus meinem Rucksack. Ich musste es die ganze Woche vor jedem in meinem Haus verstecken.

Meine klammen Finger ziehen sich darum zusammen. Was, wenn es Blaze nicht gefällt?

Nein – es wird ihr gefallen. Ich habe so viele Nächte unter meiner Decke verbracht, mit einer Taschenlampe, um etwas ganz Besonderes für sie zu machen. Es wird ihr Lieblingsstück sein. Für immer. Vielleicht will sie sogar noch eins. Vielleicht ein größeres – eines, das nicht einfach nur braun ist, sondern große rote und schwarze Streifen hat.

»Was machst du hier?« Blazes Stimme dringt durch die Stille und kitzelt meine Ohren.

Sie redet nicht viel, aber ihre Stimme ist mein Lieblingsklang.

Ich öffne den Mund, um etwas zu sagen, als ich mich umdrehe und sie ansehe, aber es kommt nichts heraus. Sie wird blass, während ihre hellblauen Augen von mir zu meiner Hand und dann wieder zu mir wandern. Ich grabe meine Nägel in meine Handfläche.

Ich glaube nicht, dass es ihr gefällt.

Es ist, als würde man einen Actionfilm sehen. Einen, in dem sie sich verwandelt, von sanften, großen Augen zu einer Bösewichtin, die mich mit ihrem Blick aufschneiden könnte.

»Ich hab was für dich.« Ich knirsche mit den Zähnen. Warum muss sie mich immer wieder anschauen?

Einen Moment lang fummle ich an dem Geschenk herum und kaue dabei auf meiner Wange. – . Wenn sie es erst mal in den Händen hält, wird sie es nicht mehr loslassen wollen. Sie muss einfach – . Ich muss schnell sein, bevor sie zurück ins Haus rennt. Oder schlimmer – sie erzählt es ihren Eltern, und die erzählen es Eltern, und ich darf sie nie wiedersehen. Ich habe meine Eltern sagen hören, wie sehr sie ihre Eltern hassen, obwohl sie immer wieder die Villen ihres Großvaters erwähnen. Wenn ihre Eltern mich rausschmeißen, wie soll ich ihr dann das hier geben, damit sie sich nicht weiter die Arme verletzt?

Ihre großen Augen bleiben auf mich gerichtet. Meine Brust weitet sich, und alle meine Sorgen schmelzen dahin. . Anstatt nach vorn zu kommen, geht sie einen Schritt zurück. Dann noch einen. Und noch einen. Sie wirft einen kurzen Blick auf den Baseballschläger in meiner Hand und sprintet auf das Haus zu.

»Blaze!« Meine Turnschuhe stampfen auf den Waldboden, während ich zwischen Felsen hindurchschlüpfe und über freiliegende Baumwurzeln springe. Ich muss meinen Rucksack festhalten und den Schläger in die Luft heben, damit er nicht auf dem Boden aufschlägt und die eingravierten Worte zerstört.

Sie stolpert fast über ihre Füße, als sie zu mir zurückschaut, doch sie fängt sich zu schnell wieder, sodass ich sie nicht einholen kann. »Lass mich in Ruhe!« Ihre schrille Stimme hallt von der gedämpften Musik wider.

»Halt!« Blaze durchbricht die Baumgrenze und betritt den Hof, wo die Feuerstelle erloschen ist. Ich treibe mich noch mehr an und laufe schneller als je zuvor. »Komm zurück!«

Ich renne weiter und beobachte, wie sie über den schlafenden Mann im Gras springt, die Treppe hinaufklettert und schnell in ihrem Haus verschwindet. »Nein! Komm wieder her!«

Kurz vor dem letzten Baum bleibe ich stehen – bevor ich dem Haus und dem Mann zu nahe komme –, beuge mich vor, atme tief ein und suche jedes Fenster nach Spuren von ihr ab. Dann stolpere ich zurück zur Baumgrenze und...



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.