E-Book, Deutsch, Band 1, 585 Seiten
Reihe: BITTEN
Gray Bitten
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-7363-2421-3
Verlag: LYX.digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Die Werwolf-Ära beginnt! Hochwertig ausgestattetes HC mit Farbschnitt und wunderschönem Wendecover
E-Book, Deutsch, Band 1, 585 Seiten
Reihe: BITTEN
ISBN: 978-3-7363-2421-3
Verlag: LYX.digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Welcome to the Wolf Queen's Court
Als Vanessa Hart von einem Wolfsrudel angegriffen wird, ist ihr Leben nicht mehr dasselbe: ihre beste Freundin überlebt den Angriff nicht, und Vanessa wird schwer verletzt an den magischen Hof der Werwölfe gebracht. Doch statt ihren Verletzungen zu erliegen, geschieht das Unglaubliche: Sie verwandelt sich in eine Alpha-Wölfin! An der Werwolf-Academy soll sie sich mit ihren neu gewonnenen Kräften vertraut machen, doch trotz der charmanten Art ihres Mentors und Beschützers Prinz Sinclair fällt es ihr schwer, sich auf Mating-Rituale, Blutmagie und die Bedeutung der Mondphasen zu konzentrieren. Sie will Sins Vertrauen nur aus einem einzigen Grund: den Mörder ihrer Freundin finden und sich rächen ...
»Ein schillerndes Debüt: Das perfekte Buch für alle, die ihr Herz schon mal an einen Villain verloren haben!« Stephanie Garber
Der Auftakt zur neuen Fantasy-Romance-Dilogie von Debütautorin Jordan Stephanie Gray
Jordan Stephanie Grayarbeitete viele Jahre als Lektorin in der Buchbranche, bevor sie mit dem Schreiben ihres DebütromansBITTENbegann. Wenn sie sich mal nicht in ihren Geschichten verliert, sucht sie sich gerade ein neues Hobby, das am Anfang nach großem Spaß klingt, sich aber bald als viel zu kompliziert herausstellt. Schreiben wird deshalb zum Glück immer ihre größte Leidenschaft bleiben.
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1. KAPITEL
Heute ist Vollmond.
Er schimmert am dunklen Himmel wie die Schuppe einer Meerjungfrau, sein Licht gleicht einer Kerze in der Dunkelheit. Ich starre zu ihm hinauf und wische mir mit meinem Unterarm den Schweiß von der Stirn. Die frühe Septemberhitze in St. Augustine ist erdrückend. Es fühlt sich fast an, als würde man auf dem Trockenen ertrinken. Mit jedem Atemzug füllt feuchte Wärme meine Lunge, und nicht mal der atemberaubende Mond kann mich davon ablenken, dass ich hier bei lebendigem Leibe gekocht werde.
Ich werde Celeste umbringen.
Mein Hintern schmerzt vom langen Sitzen auf der scharfen Kante der Veranda, während sie hinter dem Haus herumläuft, um irgendeine Überraschung zu holen. Ich habe keine Ahnung, um was es geht oder wieso es so wichtig ist. Eigentlich sollten wir schon längst auf dem Weg ins Kino sein. Dad hatte mich auf seinem Weg zur Arbeit hier abgesetzt, weshalb wir gerade mal genug Zeit haben würden, um Popcorn zu holen, bevor die Trailer anfangen würden.
»Kann ich dir irgendwie helfen?«, rufe ich frustriert. Anstelle einer Antwort höre ich durch die halb geöffneten Fenster nur die eingespielten Lacher einer Sitcom, die in ohrenbetäubender Lautstärke im Fernseher ihrer Eltern läuft. »Ich werde bei lebendigem Leibe aufgefressen«, füge ich hinzu und schlage nach einem Paar übereifriger Mücken.
Sie schweben in der warmen Brise davon. Ich kauere mich zusammen und schlinge meine Arme um die Knie, während ich warte. Grillen zirpen. In der Ferne ist das Hupen eines Autos zu hören. Ich hole mein Handy hervor, um für einen Moment zu scrollen, nur um es dann direkt wieder mit einem ungeduldigen Seufzer wegzupacken. Was auch immer Celeste für eine Überraschung geplant hat, es dauert ewig, und wir werden definitiv zu spät …
Ein Ast knackt neben mir.
Ich runzle die Stirn und blicke zur Quelle des Geräusches. Aber dort steht nur ein einsamer Zitronenbaum, der einen langen Schatten im Mondlicht wirft. »Hallo?«, flüstere ich und kneife die Augen zusammen, um etwas in den Schatten zu erkennen. Niemand antwortet mir. Natürlich nicht. Eichhörnchen können schließlich nicht reden.
Ich schüttele den Kopf und ignoriere das Kribbeln in meinem Nacken. »Celeste, wir müssen wirklich …«
Sie kommt hastig zurück. Die Überraschung ist unter einem alten Strandtuch versteckt. Ihre kobaltblauen Locken wehen wie Schleifchen im leichten Wind. »Ich weiß, dass du ein kompletter Kontrollfreak bist, aber versuch dich noch ein wenig zu gedulden. Ich bin fast fertig!« Sie rennt an mir vorbei, die Treppen hoch und ins Haus. Ihre Eltern beschweren sich lautstark, weil sie die Tür zuknallt, bekommen aber keine Entschuldigung. Wenn Celeste Ward sich einmal etwas in den Kopf gesetzt hat, kann niemand sie aufhalten.
Das sollte ich eigentlich wissen. Immerhin hat so unsere Freundschaft angefangen. In der ersten Klasse kam sie zu mir gelaufen, hat an meinen Zöpfen gezogen, die mein Vater an dem Morgen ungeschickt versucht hatte zu flechten, und mir mitgeteilt, dass wir Schwestern würden. Egal, ob ich das wolle oder nicht.
Ich weiß nicht, wieso sie mich ausgesucht hat. Vor diesem Tag habe ich nicht mal gewusst, was wahre Freundschaft ist. Celestes Liebe ist bedingungslos und allumfassend. Und das ist es wert, alleine unter dem Vollmond zu sitzen, während sie was auch immer macht.
»Fast fertig!«, ruft sie durch die geschlossene Tür.
Ich halte meine bissige Antwort zurück. Denn Celeste hat sich nie darum geschert, wenn mein Vater uns einen Teller Nachos aus der Mikrowelle als Abendessen servierte, während Polizeiberichte aus seinem Radio schallten. Mir war es egal, dass sie eine kleine Ladendiebstahl-Phase in der Unterstufe hatte. Sie bringt mir die Reste ihres letzten gekochten Mittagessens mit, und ich kümmere mich darum, dass sie sich von jedem Geschäft im Umkreis von 30 Meilen fernhält. Sie sitzt bei jedem meiner Volleyballspiele, meine Trikotnummer in knallrot auf die Wangen gemalt, in der ersten Reihe. Ich trage schwarzen Lippenstift und zerrissene Strumpfhosen zu ihren Lieblingskonzerten.
Während ich mich also nur zu gerne umgedreht, die Tür eingetreten und sie an ihren knallblauen Haaren zum Auto gezerrt hätte, zwinge ich mich, zuckersüß zu sagen: »Ich habe die Kinokarten schon gekauft.«
Sie antwortet nicht, und erneut umgibt mich Stille. Seltsam. Die Grillen haben aufgehört zu zirpen. Ich widerstehe dem Verlangen, noch einen Blick zum Zitronenbaum zu werfen. Dort ist nur ein Eichhörnchen. Nur ein Eichhörnchen. Aber es prickelt noch immer in meinem Nacken, als würde ich beobachtet werden.
Gerade, als ich mich durchgerungen habe, doch hinzuschauen, kommt Celeste zurück. Sie zieht mich mit einem breiten Grinsen auf die Füße und verbannt alle meine Gedanken an heimtückische, menschenfressende Eichhörnchen.
»Hier.« Sie hebt einen winzigen Porzellanteller hoch. Er ist hübsch, mit einem pinkfarbenen Schleifendekor am Rand, und auf ihm der hässlichste, hastig zusammengeworfene Matschkuchen, den ich je gesehen habe. Eine einzelne Kerze steckt in dem Haufen aus Dreck, Gras und Eicheln. »Happy Birthday, Vanessa.«
Ich starre sie mit erhobenen Augenbrauen an. Überraschenderweise ist es nicht der Dreckhaufen, der mich irritiert. Es ist das Datum. »Mein Geburtstag ist erst am Dienstag. Du bist zu früh.«
»Ich weiß«, trällert sie. »Aber wir müssen heute feiern! Es ist Freitagabend, und am Strand gibt es eine Riesenparty. Das kann doch kein Zufall sein!« Sie klimpert unschuldig mit ihren langen Wimpern, als hätte sie das nicht genau so geplant, seit sie mich angerufen und gebettelt hat, ich solle den Abend mit ihr verbringen. Wenn ich sie nicht so sehr lieben würde, würde ich das Tanktop ausziehen, das sie mir geliehen hat, und sie damit erwürgen.
»Nein.«
Sie lässt den Teller sinken und zieht einen Schmollmund. »Vanessa Hart …«
»Nein.«
»Du wirst nur einmal in deinem Leben siebzehn. Du musst das feiern! Was wäre eine bessere Art, das zu tun, als mit sechzig deiner engsten Freunde lauwarmen Alkohol am Strand zu trinken?«
Meine Lippen zucken. »Ich habe nicht mal fünf enge Freunde.«
»Das spricht noch mehr dafür!« Sie wirft ihre Haare über die Schulter. »Wir sind eingeladen, Vanessa, und was ist eine Einladung, wenn nicht ein Versprechen für die beste Nacht deines gottverdammten Lebens?«
Die Kerze zwischen uns flackert. Lilafarbenes Wachs tropft auf den Kreis aus Löwenzahn. Das Lila gleicht dem der Strähnen in meinen Haaren. Celeste macht es mir einfach unmöglich, sie zu hassen. »Das letzte Mal, als wir feiern gegangen sind, hast du fast eine ganze Flasche Tequila alleine getrunken und bist ohne Unterwäsche nach Hause gekommen.«
»Das war vor Jahren!«, winkt sie lachend ab. Ihr Lachen ist sanft wie eine Feder, doch darunter liegt ein stahlharter Kern. Es klingt so durch und durch nach Celeste – so vertraut –, dass ich denke, ich könnte seinem Klang bis ins All folgen.
»Das war vor zwei Tagen«, erwidere ich augenrollend. »Ich lasse mich nicht in noch mehr von deinen schlüpfrigen Affären hineinziehen.«
»Jetzt klingst du wie Brenda, Vanessa.« Ihre manikürten Fingernägel, mitternachtsblau und bedrohlich, zeigen auf die Eingangstür. »Wie meine Mutter, deren liebstes Hobby es ist, in die Kirche zu gehen, knapp gefolgt von Einkaufen bei Costco. Es geht um deinen siebzehnten Geburtstag. Willst du nicht wenigstens ein bisschen leben?«
Ich will ihr den Teller abnehmen, aber sie lässt mich nicht mal die Kerze auspusten. Stattdessen schirmt sie diese mit ihrer Hand ab.
»Ich weiß, dass du die letzte Party, auf der wir waren, furchtbar fandest, und dass sozialer Kontakt dich in eine Risikoanalystin verwandelt, wenn auch in eine mit einem klasse Arsch, aber hör mir jetzt zu.« Sie legt eine Hand an mein Gesicht, damit sie meine volle Aufmerksamkeit hat. »Eines Tages wirst du in einem Büro arbeiten und den heißesten Ehemann der Welt haben und zwei niedliche Kinder. Du wirst deine Wochenenden damit verbringen, Kochkurse zu besuchen und die neuesten Filme zwischen deinen Schichten im Krankenhaus zu diskutieren …«
»Moment, um sicher zu gehen«, unterbreche ich sie, »das heißt, mein zukünftiger Ehemann wird ein Arzt sein?«
»Ein Herzchirurg, der nebenberuflich modelt«, erklärt sie, bevor sie fortfährt. »Du wirst das Leben deiner Träume führen, und für mich wird es ein gottverdammter Albtraum sein, dich an einen Vorort verloren zu haben. Aber wie auch immer, heute bist du jung und attraktiv und quasi siebzehn! Wir verschwenden diesen Freitag nicht an Popcorn mit extra viel Butter. Wir gehen zu Max Caydens Party, und du wirst ihm so was von die Zunge in den Hals stecken.«
Oh Gott. Ein Schauer läuft meinen Rücken hinab, und ich beiße mir auf die Lippe. »Du hast nicht gesagt, dass es Max’ Party ist.«
Sie grinst verschlagen. »Jetzt hab ich deine volle Aufmerksamkeit, oder was?«
Ich erröte, als ich mich daran erinnere, wie er mir mal mitten im Volleyballspiel beim Aufstehen geholfen hat. Ich war nach einer schlechten Vorlage auf dem Linoleumboden ausgerutscht – natürlich war das andere Team daran schuld –, und er stand an den Seitenlinien. Es war Schicksal, dass er mir seine Hand anbot, und meine ausflippenden Hormone sorgten dafür, dass ich für den Rest des Spiels keinen einzigen Punkt holte. Es war nicht fair, dass...




