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Gray | Star Wars:  Die Hohe Republik - In die Dunkelheit | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 416 Seiten

Reihe: Star Wars: Die Hohe Republik - In die Dunkelheit

Gray Star Wars: Die Hohe Republik - In die Dunkelheit


Neuauflage 2021
ISBN: 978-3-7367-9884-7
Verlag: Panini
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 416 Seiten

Reihe: Star Wars: Die Hohe Republik - In die Dunkelheit

ISBN: 978-3-7367-9884-7
Verlag: Panini
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



JAHRHUNDERTE VOR DER LEGENDÄREN SKYWALKER-SAGA BEGINNT HIER EIN GANZ NEUES ABENTEUER.... Diese neue Serie, die viele Jahre vor den uns bekannten Filmen spielt, erforscht eine bisher unbekannte Ära der Star Wars-Zeitlinie. Der siebzehnjährige Padawan Reath Silas wird aus der lebhaften Hauptstadt Coruscant in eine rückständige Grenzregion der Galaxis geschickt. Aber das Schiff, auf dem er reist, wird aus dem Hyperraum geschleudert. Er und seine Mitreisenden, darunter einige Jedi-Ritter, finden Zuflucht auf einer scheinbar verlassenen Raumstation.

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PROLOG

„Ah, Piraten.“ Jora Malli schüttelte beinahe gutmütig den Kopf. „Die lernen es einfach nie.“

Die togrutanische Jedi-Meisterin saß neben ihrem Padawan in einem PI-R-Luftgleiter und raste zwischen den riesigen Gebäuden hindurch, die gut ein Drittel von Coruscant einnahmen, dicht hinter einem Piratenskiff. In den Jahrzehnten, seit die jüngste Bauphase auf dem Planeten begonnen hatte, waren Unmengen an wertvollen Erzen und Materialien hierhertransportiert worden – verlockende Beute für Piraten. Und bis vor ein paar Jahren war es nicht sonderlich schwer gewesen, eine Ladung zu stehlen und sich damit aus dem Staub zu machen. Sicher, Coruscant war der Mittelpunkt der Republik, und es verfügte über unzählige Sicherheitskräfte, aber auf diesem Planeten gab es alles im Überfluss – einschließlich der Möglichkeiten, unterzutauchen und seinen Verfolgern zu entwischen.

Doch nun wurde Coruscant mehr und mehr zu einer geordneten Welt – mehr noch, zu einer wichtigen Welt. Und sie beherbergte den größten Jedi-Tempel in der gesamten Galaxis – was bedeutete, dass Coruscant sicherer war als je zuvor. Jetzt wurde es Zeit, dass die Piraten das ebenfalls merkten.

Jora öffnete den Mund, um ihrem Padawan zu sagen, was sie fühlte – dass die Piraten steil nach oben wollten, um sie zu überraschen –, aber Reath lenkte den Speeder bereits über das Spinnennetz von Baupfeilern dem schillernden Himmel entgegen.

Seine Fähigkeiten in der Macht sind für einen Jedi nicht außergewöhnlich, dachte sie, während sie ihren jungen, menschlichen Schüler musterte. Der Wind wirbelte sein ohnehin zerzaustes dunkelbraunes Haar noch mehr durcheinander als üblich. Aber Reath arbeitet härter als die meisten Padawane, die ich kenne. Er hat meine Gedanken nicht durch seine natürlichen Fähigkeiten aufgeschnappt, sondern durch schiere Willensanstrengung – und er war dabei schneller, als ein Naturtalent es je sein könnte. Er wird es weit bringen – auf eine Weise, die er selbst vielleicht noch gar nicht begreift.

Ihr Luftgleiter stieg über dem unfertigen Gebäudeskelett in die Höhe, und einen Augenblick lang hatten Jora und Reath einen atemberaubenden Blick auf die schimmernden Türme von Coruscant. Viele von ihnen wurden von silbrigen Baugerüsten gekrönt, aber andere waren bereits fertiggestellt und erstrahlten in glänzender Pracht. Das Sonnenlicht, das durch die dunstigen Wolken am fahlblauen Himmel herabstrahlte, tauchte alles in Rosa- und Goldtöne. In Joras Augen war das Schönste an diesem Anblick jedoch der Jedi-Tempel, dessen fünf Türme am Horizont aufragten.

Dann tauchte vor ihnen das Piratenskiff aus dem Labyrinth unfertiger Gebäude auf. Dessen Pilot bemerkte seinen Fehler, aber es war zu spät. Reath feuerte, ohne zu zögern, das Schleppkabel ab, und die magnetische Klammer heftete sich an die Hülle des Skiffs.

In ruhigem Tonfall sagte Jora: „Du hast nicht zufällig im Kopf, wie leistungsstark der Antrieb so eines Skiffs ist, oder?“

„Nein, Meisterin Jora.“ Reath wirkte erst verwirrt, dann verzog er das Gesicht, als er begriff. „Oh nei…“

Das letzte Wort wurde abgeschnitten, als das Skiff sich in einem verzweifelten Manöver dem Boden entgegenstürzte. Der Antrieb des Luftgleiters war machtlos dagegen, und die Jedi wurden mit in die Tiefe gerissen.

Reath griff nach den Kontrollen, um das Kabel zu lösen, dann verharrte seine Hand aber, bereit, jederzeit den Knopf zu drücken. Er hatte bereits gespürt, was Jora vorhatte. Sie lächelte, während sie sich vorbereitete. Der heulende Wind ließ ihre gestreiften Kopftentakel hinter ihr herflattern, aber ihre Augen waren fest auf das Cockpit des Skiffs fixiert, auf die kaum erkennbare Silhouette des Piloten, der so verzweifelt versuchte, vor ihnen zu fliehen, dass er dabei ihrer aller Leben aufs Spiel setzte.

„Daraus wird nichts“, wisperte Jora, dann sprang sie.

Ihr Sprung trug sie von dem Luftgleiter zum Skiff hinüber, und ihre Stiefel donnerten hart gegen die Cockpitscheibe. Im selben Moment schaltete sie ihr Lichtschwert ein. Die blaue Klinge glitt erst durch die Luft und dann durch die Cockpitscheibe. Ein leichter Ruck verriet ihr, dass Reath das Kabel gelöst hatte. Perfektes Timing, dachte sie. Die Macht half ihr, das Gleichgewicht zu halten und auf dem Skiff stehen zu bleiben, obwohl es sich von einer Seite auf die andere neigte, um sie abzuschütteln. Reath hielt den Luftgleiter dicht hinter dem Skiff. Was als zufälliges Aufeinandertreffen begonnen hatte, war zu einer wilden Verfolgungsjagd geworden.

Jora zerschlug mit ihrer Faust den Rest der Cockpitscheibe und rollte sich ins Innere. Die Piraten waren so eingeschüchtert von ihrem Angriff – oder vielleicht eher von ihrem Lichtschwert –, dass keiner von ihnen auch nur versuchte, einen Blaster zu ziehen. Doch das Skiff raste noch immer in steilem Sturzflug der Oberfläche entgegen. In weniger als zwei Minuten würden sie in einem alles vernichtenden Aufprall sterben.

„Bitte zieht das Schiff wieder hoch“, sagte sie. „Und dann fliegt zur nächstbesten Andockstation, damit man euch festnehmen kann.“

Der rodianische Pilot zögerte. In diesem Sekundenbruchteil spürte sie Zorn in ihm. Aber brannte dieser Zorn heiß genug, dass er sein eigenes Leben und das seiner Kameraden opfern würde, nur um sie mit in den Tod zu reißen?

Vielleicht.

Jora machte eine Bewegung mit ihrer freien Hand, ein beiläufiger Wink. „Ihr wollt euch bei der nächsten Andockstation melden.“

„Wir wollen uns bei der nächsten Andockstation melden“, verkündeten die Piraten in perfektem Einklang, und der Pilot beendete den Sturzflug des Skiffs. Ein Blick über die Schulter zeigte Jora, dass Reath seinen Kurs hinter ihnen anpasste. Sein Grinsen strahlte so hell wie das Sonnenlicht.

Zu schade, dass er eine Weile nichts mehr zu lächeln haben wird, dachte Jora. Aber früher oder später muss ich es ihm sagen.

Eine Stunde konnte sie ihre Ankündigung noch hinauszögern. So lange dauerte es, die Piraten unter Arrest zu stellen, sie den entsprechenden Behörden zu übergeben und den PI-R-Luftgleiter auf Schäden zu untersuchen. Trotz der herausfordernden Verfolgungsjagd hatte der Flitzer in Reath’ fähigen Händen kaum einen Kratzer abbekommen.

Er selbst kam aber einfach nicht über den einen Fehler hinweg, der ihm unterlaufen war. „Ich werde gleich morgen anfangen, Antriebsdaten zu studieren“, versprach er, als sie die Station verließen und zwischen den unzähligen Ständen und Verkaufsbuden hindurchstapften, die hier einen dauerhaften Straßenmarkt formten. Eine Gruppe Bith – sie mussten den weiten Weg vom Äußeren Rand gekommen sein – schnatterte bei einer Runde Hafenbrecher vor sich hin, als die Jedi vorbeigingen. „Ich habe mir bereits eine Liste mit den gängigen Schiffsmodellen zurechtgelegt, auf die ich mich konzentrieren sollte. Falls Ihr einen Blick darauf werfen wollt …“

„Das ist im Moment nicht wichtig.“ Jora verschränkte die Hände hinter dem Rücken. „Wir sind jetzt schon seit einer ganzen Weile auf Coruscant, Reath. Du hast viel weniger von der Galaxis gesehen als die meisten anderen Padawane in deinem Alter.“

„Aber wir sind gereist“, entgegnete Reath. „Ich weiß, dass der Rest der Galaxis nicht wie Coruscant ist, und ich weiß, dass es mir hier am besten gefällt. Außerdem war mir klar, dass es so sein würde, als Ihr mich ausgewählt habt, Meisterin Jora. Nur wenige Padawane haben das Glück, von einem Mitglied des Jedi-Rates ausgebildet zu werden. Dass wir da nicht viel umherreisen können, ist nur logisch – und auch kein großes Opfer.“

Jora hatte nicht vor, das so stehen zu lassen. „Für dich ist es überhaupt kein Opfer. An manchen Tagen braucht man einen Traktorstrahl, um dich aus dem Archiv zu bekommen.“

Reath zog grinsend den Kopf ein. „Gut, das stimmt vielleicht. Aber das ist nur ein Grund mehr, warum wir so gut zusammenpassen.“

„Ich weiß. Aber jetzt ist es Zeit, dass wir beide unseren Horizont erweitern. Ich habe einen neuen Auftrag angenommen – einen, der uns weit von Coruscant fortführen wird, und zwar für mehrere Jahre. Wir werden an die galaktische Grenze reisen.“

Wie Jora erwartet hatte, bestand Reath’ erste Reaktion aus Entsetzen. Er stolperte fast über die Bordsteinkante vor einem Bilbringi-Essensstand. „Aber … der Rat …“

„Ich werde auf absehbare Zeit aus dem Rat zurücktreten“, erklärte sie. „Diese Mission ist wichtig genug, um ein langfristiges Engagement zu rechtfertigen, und ich habe mich freiwillig dafür gemeldet. Meine diplomatischen Fähigkeiten sollten dort voll zum Tragen kommen. Aber ich hätte diese Entscheidung nicht getroffen, würde ich nicht glauben, dass sie auch für dich von Nutzen sein wird.“

„Warum?“, platzte es aus Reath heraus. „Wie kann es mir helfen, Coruscant zu verlassen und … mitten ins Nirgendwo zu gehen …?“

„Es ist nicht das Nirgendwo“, korrigierte Jora. „Es ist ein Ort, wo Jedi einst ihr Leben geopfert haben, um die Einheimischen zu schützen. Ein Ort, der unseren Respekt und unsere Aufmerksamkeit verdient.“

„Natürlich. Ich wollte nicht beleidigend klingen.“ Sein Gesicht war blass geworden, weswegen die Sommersprossen auf seiner Nase und seinen Wangen noch deutlicher hervorstachen. Jora gefiel es, wenn Menschen ihre eigenen Gesichtsmarkierungen hatten. „Ich meinte nur, dass ich als Archivar gearbeitet habe und versuche, darin besser zu werden. Ich habe nicht...



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