Grayson | Tausend Rosen für den CEO | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2610, 144 Seiten

Reihe: Julia

Grayson Tausend Rosen für den CEO


1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-7515-1873-4
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 2610, 144 Seiten

Reihe: Julia

ISBN: 978-3-7515-1873-4
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Damals brach es Alexandras Herz, als ihr einflussreicher Vater sie zwang, mit Grant Schluss zu machen. Nur weil er aus einer armen Familie stammte! Jetzt hat sich das Blatt gewendet: Ihr kleiner Blumenladen in Manhattan steht vor dem Ruin, sie braucht unbedingt von Grant, mittlerweile ein mächtiger Finanzmogul, einen lukrativen Auftrag. Doch sein arrogantes Lächeln und das gefährliche Glitzern in seinen Augen sind beunruhigend: Sieht er in ihr wirklich die talentierte Floristin - oder schmiedet er insgeheim einen verführerischen Racheplan?



Emmys Begeisterung für Romances begann, als sie die legendären Nancy Drew Krimiromane las, in denen die gleichnamige Heldin allerhand mysteriösen Fällen auf die Spur ging. Dabei blätterte Emmy beim Lesen immer wieder zu den romantischen Kapiteln mit Ned Nickerson zurück. Mehr als 20 Jahre später machte Harlequin Presents ihren Traum wahr und bot ihr einen Autorenvertrag für ihr erstes Buch an. Wenn sie nicht gerade an einem Buch schreibt, verbringt sie gern Zeit mit ihrem Sohn, füttert ihre Fellnasen oder entspannt mit ihrem Mann, der als Feuerwehrmann tätig ist, gemütlich auf der Veranda.

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1. KAPITEL


Alexandra Moss starrte hinaus auf den Central Park und nahm dankbar die Anzeichen dafür wahr, dass der Frühling endlich begonnen hatte: hellgrünes Gras, rosige Blüten an den Kirschbäumen, Jogger, Radfahrer und Familien auf den Bürgersteigen. Der Winter hatte New York City bis Ende März in seinem eisernen Griff gehalten, doch nun drängte die Sonne die grauen Wolken beiseite und ließ den Park in all seiner Pracht erstrahlen.

Ihre Finger schlossen sich wie von selbst fester um die schwarze Ledermappe in ihrer Hand. Der Wechsel der Jahreszeiten kam gerade rechtzeitig, um Zeuge zu werden, wie der letzte Nagel in ihren Sarg geschlagen wurde. Der Vermieter hatte die Miete für ihren kleinen Laden in SoHo am gleichen Tag erhöht, als ihre größte Kundin die gesamte Blumendekoration für ihre Hochzeit abbestellt hatte. Der finanzielle Schlag war so groß, dass Alexandra ihre Teilzeitangestellte Sylvia hatte entlassen müssen. Seitdem arbeitete sie von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang, um alles zu erledigen, was damit einherging, in New York City einen Blumenladen zu betreiben.

Zehntausend Dollar waren einfach so verschwunden. Und damit auch die Chance zu zeigen, dass The Flower Bell in der Lage war, ein so hochwertiges Event auszustatten, was ihr Folgeaufträge eingebracht hätte.

Sie wandte sich vom Fenster ab und schaute über den langen Konferenztisch, der einsam mitten im Raum stand. Noch gab es keine Stühle oder andere Möbel, denn die aufstrebende Pearson Group war gerade erst in den sechsundvierzigsten Stock des exklusiven Carlson-Gebäudes eingezogen.

Als Pamela, Alexandras beste Freundin und Inhaberin eines Luxus-Cateringunternehmens ihr vorgeschlagen hatte zu versuchen, an Unternehmensaufträge zu kommen, hatte Alexandra erst gezögert. Wenn sie an The Flower Bell dachte, sah sie Hochzeiten, Babypartys und Jubiläumsfeiern vor sich. Doch je mehr sie darüber nachgedacht hatte, desto verlockender war ihr die Herausforderung erschienen, und so hatte sie sich entschieden, es zu probieren. Pamela hatte ihr eine Liste mit Firmen zugesteckt, die demnächst größere Veranstaltungen planten.

Als Erstes hatte Alexandra die Liste nach bekannten Namen durchsucht. Es war sieben Jahre her, dass ihr Vater David Waldsworth nach dem Zusammenbruch seines Schneeballsystems im Gefängnis gelandet war. Bei der Mehrheit der Menschen, die seiner Betrugsmasche zum Opfer gefallen waren, hatte es sich um Arbeiter und mittelständische Familien gehandelt. Ein Fakt, den die Presse gnadenlos ausgeschlachtet hatte, um Alexandra und ihre Familie aufs Schärfste zu verdammen. Schlagzeilen wie: „Es kann nicht sein, dass seine Familie nichts gewusst hat“, hatten sie während des Gerichtsprozesses verfolgt, und sie hatte angefangen, in Secondhandläden einzukaufen, weil sie den Gedanken nicht ertrug, dass ihre Seidenblusen und Wickelkleider mit den Ersparnissen von einfachen Arbeitern oder armen Großmütterchen bezahlt wurden. Die meisten Besitztümer ihrer Familie – darunter das Penthouse, der Privatjet, das Haus in den Hamptons und das Ferienhaus auf Martha’s Vineyard – waren verkauft worden, um die Schulden ihres Vaters abzubezahlen und einen Fonds zur Entschädigung der Opfer zu gründen. Doch es fehlten immer noch mehrere Hundert Millionen Dollar.

Ihre Stiefmutter war weinend zusammengebrochen, doch Alexandra hatte erleichtert aufgeatmet, nachdem die Erinnerungen an die Heimtücke und Gier ihres Vaters endlich weg waren.

Jetzt, nachdem sie neun Jahre lang alles gegeben hatte, um sich ein neues Leben aufzubauen, drohte sie erneut, alles zu verlieren.

Das wirst du nicht, sagte sie sich und atmete tief ein. Sie würde diesen Vertrag kriegen und ihren Laden weiter zum Erfolg führen.

Der Gedanke, sich bei der Pearson Group vorzustellen, hatte sie nervös gemacht. Viele Menschen aus den oberen Kreisen erinnerten sich noch an den Skandal. Doch Pamela hatte erwähnt, dass der neue CEO erst kürzlich von Los Angeles nach New York gezogen war, und deshalb war Alexandra bereit, das Risiko einzugehen. Das Schlimmste, was passieren konnte, war, dass sie vom Sicherheitsdienst hinausbegleitet werden würde. Das Beste, was passieren konnte, war, dass sie einen Vertrag an Land zog, der ausreichte, um ihren Laden zu retten und den Leuten von New York zu zeigen, wozu sie fähig war, bevor sie herausfanden, wer ihr Vater war, und sie abschrieben.

Das war schon viel zu oft geschehen. Auch als sie anfangs versucht hatte, Räumlichkeiten für The Flower Bell zu finden. Ihr Traum war ein Eckgeschäft in der Nähe des Buchladens ihrer zukünftigen Schwägerin gewesen. Doch dann hatte die Vermieterin erfahren, wer ihr Vater war. Da deren eigener Vater alle seine Ersparnisse durch Investitionen in Davids Fonds verloren hatte, war der Deal damit gestorben.

Immer noch stieg Scham in ihr auf, wenn sie an die Abscheu in der Miene der Vermieterin dachte, als diese sie des Hauses verwiesen hatte. Schnell richtete sie ihre Aufmerksamkeit auf das Blumenarrangement, das sie mitgebracht hatte, und musterte es mit kritischem Blick. Auf der Liste der anstehenden Veranstaltungen der Pearson Group standen ein Brunch in der öffentlichen Bibliothek von New York, eine Reihe von Abendessen in einem Privathaus in den Hamptons, und ein formeller Empfang im Metropolitan Museum of Art.

Sie hatte entschieden, ein schlichtes Arrangement für die erste Veranstaltung, den Brunch, zu machen. Es war eine elegante Mischung aus weißen Rosen, Duftnesseln und Lavendel. Nicht so übertrieben, dass es geschmacklos gewesen wäre, aber einzigartig genug, um zu zeigen, dass Pearson sowohl traditionell als auch innovativ war.

Mit einem Finger strich sie sanft über die samtige Blüte einer Rose. Erinnerungen stiegen in ihr auf. Der Duft von Veilchen und Zeder vermischt mit dem holzigen Aroma von Amber. Als sie damals ihre Augen aufgeschlagen hatte, waren beim Anblick seines Gesichts so wenige Zentimeter von ihrem entfernt, Schmetterlinge in ihr aufgestoben.

„Willst du es wirklich?“, hatte er mit vor Begehren rauer Stimme gefragt. Dennoch hatte er sich zurückgehalten, weil er sie nicht bedrängen wollte.

In jenem Moment war ihre Liebe zu ihm so groß gewesen, dass sie sich in einem Anfall von Selbstbewusstsein auf die Zehenspitzen erhoben und ihn geküsst hatte. Sie spürte noch seine seidigen Haare unter ihren begierigen Fingerspitzen, die Hitze in ihrer Mitte, als sie ihre Hüften gegen seine gepresst hatte.

Schnell zog Alexandra ihre Hand von der Rose zurück. Beinahe neun Jahre war das her. Normalerweise war sie besser darin, die Erinnerungen in Schach zu halten.

Das Aufgehen der Tür riss sie aus ihren Gedanken. Jessica Elliot, die Assistentin des CEO, stand auf der Schwelle. Sie hatte Alexandra vorhin in den Konferenzraum geführt. Mit ihrem schwarzen Bleistiftrock, der roten Seidenbluse und den glänzenden blonden Haaren war sie der Inbegriff von Perfektion. Nervös strich Alexandra sich eine braune Locke hinters Ohr. Als ihre Familie noch zur Elite gehört hatte, hatten ihr Vater und seine dritte Frau Susan sie immer gedrängt, ihre „langweiligen braunen Haare“ mit goldenen Strähnen aufzuhübschen, um ihre dunkelbraunen Augen zu betonen. Heute hatte sie Glück, wenn sie genügend Geld hatte, um sich ab und zu die Spitzen schneiden zu lassen.

„Der CEO empfängt Sie jetzt“, sagte Jessica.

Alexandras Herz setzte einen Schlag aus, und sie musste gegen den Kloß anschlucken, der sich auf einmal in ihrer Kehle gebildet hatte. Sie hatte sich darauf vorbereitet, mit Laura Jones, der Eventplanerin des Unternehmens, zu sprechen.

„Der CEO?“, fragte sie.

„Ja.“

„Was ist mit Ms. Jones? Ist sie nicht die Eventmanagerin?“

„Ja, aber der Großteil unserer Mitarbeiter befindet sich diese Woche auf einem Seminar in Schanghai.“

Okay. Sie würde das hier auch so schaffen. Warum der CEO allerdings Interesse daran hatte, sich mit einer ums Überleben kämpfenden Floristin zu treffen, war ihr ein Rätsel. Doch anstatt ihr Glück infrage zu stellen, würde sie die Gelegenheit mit beiden Händen ergreifen.

„Okay. Es ist nett von ihm, sich Zeit für mich zu nehmen.“

Jessica zog amüsiert eine perfekt gezupfte Augenbraue in die Höhe. „Das ist keine Nettigkeit. Sie haben sein Interesse geweckt. Er hat fünf Minuten Zeit.“ Jessica schaute auf ihre Uhr. „Die genau jetzt beginnen. Folgen Sie mir, Miss Moss.“

Alexandra straffte die Schultern, klemmte sich ihr Portfolio unter den Arm und folgte Jessica mit dem Blumenarrangement in der Hand aus dem Raum.

Es war nicht leicht, mit der Assistentin Schritt zu halten, als sie an leeren Büros vorbeieilten. Alexandras Nervosität erreichte ihren Höhepunkt, als sie um eine Ecke bogen und vor einer Flügeltür aus Mahagoni stehen blieben. Die Zukunft ihres Unternehmens hing davon ab, wie sie sich in diesem Meeting verkaufte.

„Er erwartet Sie.“

„Danke. Und sein Name?“

„Den wird er Ihnen nennen.“

Alexandra blinzelte. „Was …?“

Jessica nickte ihr noch einmal beinahe mitleidig zu, bevor sie sich umdrehte und den Flur hinunter verschwand.

Langsam näherte Alexandra sich der Tür. Sie hatte in den zwanzig Jahren, in denen sie Alexandra Waldsworth gewesen war, viele exzentrische und egoistische Millionäre getroffen. Der Mann hinter dieser Tür genoss es vermutlich einfach nur, seine Macht auszuspielen.

Diese rationale Erklärung half jedoch auch nicht, die Anspannung zu lösen, die sich wie eine Schraubzwinge um ihren Brustkorb...



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