Grech | Outback Treasure 2 | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 272 Seiten

Grech Outback Treasure 2

Pearce Station 2
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-96089-525-1
Verlag: dead soft verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Pearce Station 2

E-Book, Deutsch, 272 Seiten

ISBN: 978-3-96089-525-1
Verlag: dead soft verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Ein Stadtjunge in Australiens Outback. Wer hätte gedacht, dass ich es länger als zwei Wochen aushalten würde? Mein Stationsbesitzer mag älter sein, aber er ist so schön und rau wie die rote Erde, die durch seine Adern fließt. Scottie hat auch etwas Besseres als mich verdient. Ich habe ihn belogen. Aber er ermutigt mich. Er hilft mir, meine Träume zu verfolgen. Scottie hat mich allerdings schon tausendmal gewarnt. Es ist nicht leicht. Die Wüste ist so unversöhnlich wie die Menschen. Jeder von uns hat einen Kampf zu bestehen. Um unser Glück. Um unser Überleben. Outback Treasure II ist die Fortsetzung der Geschichte von Pete und Scottie. Das erste Buch des Pearce Station Duos ist Outback Treasure I.

Grech Outback Treasure 2 jetzt bestellen!

Weitere Infos & Material


Eins


Scottie

Die eiskalte Wut war zu einem Teil von mir geworden. Die anderen gingen mir aus dem Weg, selbst das Vieh schien ungewöhnlich fügsam zu sein. Es war, als würde niemand meinen Zorn noch weiter anfachen wollen. Zorn, der völlig gerechtfertigt war. Ein einziges Mal hatte ich etwas nur für mich selbst getan. Mich auf jemanden eingelassen. Und das war so unfassbar schiefgegangen. Alles lag in Trümmern. Pete war nicht lange hier gewesen, doch er hatte mich mit gebrochenem Herzen und vernarbter Seele zurückgelassen. Die Erinnerung an unseren letzten Kuss war in mein Gedächtnis gebrannt. Wieder und wieder lief er vor meinem inneren Auge ab. Es quälte mich. Mein Herz sagte mir nach wie vor, dass all das echt gewesen war. Seine Berührungen, seine Zärtlichkeit, seine Leidenschaft, es konnte nicht alles gespielt gewesen sein. Oder doch? Ich jedenfalls hatte alles ernst gemeint. Jeden Moment. Immer noch spürte ich seine Finger in meinem Haar, seine Haut auf meiner, seinen warmen Atem in der morgendlichen Kälte. Ich sah den Ausdruck in seinen Augen glasklar vor mir. Zuneigung. Wärme. Beginnende Liebe? Oder vielleicht hatte ich mir all das auch nur eingebildet. Vielleicht hatte ich gesehen, was ich hatte sehen wollen. Der Altersunterschied zwischen uns hätte uns eigentlich von Anfang an zu denken geben müssen. Wir hätten uns beide fragen müssen, wie kompatibel wir waren, hatten wir aber nicht. Eigentlich machte es im Endeffekt keinen Unterschied. Ich hätte ihm so gerne gesagt, dass ich mich in ihn verliebt hatte. Alles war so schnell gegangen. Doch mein Verstand hatte mir einen Strich durch die Rechnung gemacht, hatte mich daran gehindert, die Worte auszusprechen. Wie zum Hohn, hörte ich in diesem Moment wieder die leise Stimme in meinem Kopf. Die Stimme, die meinem Herzen sagte, dass es sich verdammt noch mal zusammenreißen musste. Meine Brust schmerzte so schrecklich. Es war, als hätten sich kalte Hände um mein Herz geschlossen. Sie hielten es im Klammergriff fest und ließen nicht mehr los. Ich schloss die Augen und atmete mühsam und schmerzerfüllt ein, starrte zu Boden. An welchem Punkt war alles so schrecklich schiefgegangen? Die Abbaugenehmigung. Sie hatte alles kaputtgemacht. Pete war unter falschem Vorwand hergekommen. Er hatte sich in unser Leben geschlichen, in mein Bett. Er hatte dafür gesorgt, dass ich an eine Lüge geglaubt hatte, und er hatte mir Informationen vorenthalten. Das war eigentlich dasselbe wie eine Lüge. Immerhin ging es darum, dass er auf meinem Land Rohstoffe abbauen wollte. Und diesem Problem stand ich immer noch gegenüber. Er besaß noch immer die Genehmigung, hier zu graben. Wie konnte ich ihn davon abhalten, hierherzukommen und alles zu zerstören, wofür wir so hart gearbeitet hatten? Verdammte Scheiße, vielleicht besorgte er sich in diesem Moment schwere Maschinen. Oder er plante, hier riesige Abbaustationen zu errichten. Ich wusste es nicht. Jedenfalls würde es all meine Arbeit zunichtemachen, die Ranch nachhaltig zu führen. Wie sollte das Vieh grasen? Und auch, wenn Pete nur in kleinerem Rahmen graben wollte, er würde trotzdem das Grundwasser aus dem Großen Artesischen Becken anzapfen müssen, um hier zu schürfen. Das Wasser würde kontaminiert werden und am Ende verdampfen, bis nichts mehr übrig war. Bis die Millionen Jahre alten Wasservorräte versiegten, auf die wir seit Generationen angewiesen waren. Pete würde sich dumm und dämlich verdienen, während wir alles verlören. Seit fünf Generationen lebte meine Familie hier, doch das wäre vorbei. Und was war mit Waru und Yindi? Was, wenn dieses Land, das für sie heilig war, zerstört würde? Meine Mitarbeiter würden ihre Jobs verlieren, die Tiere ihren Lebensraum. Und für was? Für Geld? Nein. Verdammte Scheiße, ich würde das nicht zulassen. Niemals. Dieses Land gehörte mir. Es stand unter meinem Schutz. Wenn es nötig war, würde ich mit meiner ganzen Viehherde zum Parlament ziehen.

Ich ritt auf Tillys Rücken zum Zaun. Die Musterung des Viehs war vorbei; ich hatte vor etwa einer Stunde Feierabend gemacht und die Dämmerung war schon hereingebrochen. Alle anderen waren bereits drinnen und aßen zu Abend. Nur Nan war noch hier. Sie stand am Zaun und hielt mir das Gatter auf, damit ich hindurchreiten konnte. Nan war nicht mehr die Jüngste und ihr Alter holte sie langsam ein, aber sie war immer noch zäher als die meisten von uns. Es war nicht ungewöhnlich, dass sie am Zaun stand und uns dabei zusah, wie wir das Vieh musterten. Doch seit sie hier stand, hatte ihr Blick unablässig auf mir geruht. Ich schwang mich von Tillys Rücken, führte sie zum Wassertrog und nahm ihr das Zaumzeug ab. So konnte sie trinken und fressen, ohne dass es im Weg war.

Die Erschöpfung brach über mir zusammen wie eine Flutwelle. Ich musste mich am verwitterten Zaun abstützen. Am liebsten hätte ich irgendetwas zertrümmert. Ich wollte schreien und brüllen, Pete zu Brei schlagen. Und trotzdem wollte ich ihn immer noch in mein Bett zerren und ihn langsam und zärtlich lieben. Mein Kopf begann zu schwirren, so widersprüchlich waren meine Gefühle. Es wurde immer schwieriger, meine nagenden Kopfschmerzen zu ignorieren. Ich presste die Finger gegen meinen Nasenrücken und seufzte laut auf.

Im nächsten Moment spürte ich Nan neben mir. Sie sagte kein Wort, sondern lehnte sich nur neben mich an den Zaun. Als ich die Augen öffnete, verzog sie die Lippen zu einem mitleidigen Lächeln. »Alles okay, Schatz? Willst du darüber reden?«

»Nein. Ja. Keine Ahnung.« Ich seufzte erneut und machte eine ausschweifende Geste. »Ich weiß nicht, wie ich das alles hinkriegen soll. Ich muss unser Land beschützen. Unsere Ranch.«

»Wir kriegen das hin.« Für einen Moment schwieg sie, dann fügte sie hinzu: »Ich habe schon versucht, einen Anwalt zu erreichen. Bald wissen wir, was wir nun tun müssen.« Das Feuer in ihrem Blick strafte ihre ruhige Stimme Lügen. Trotzdem schien sie gefasster als ich. »Warum gehst du nicht mal und machst dich etwas frisch, damit du zu Abend essen kannst?«

»Ehrlich gesagt, glaube ich nicht, dass ich gerade in Gesellschaft sein sollte.« Ich ächzte, als ich mein Gewicht verlagerte. Meine schmerzenden Muskeln protestierten, als ich mir mit dreckigen Händen übers Gesicht fuhr. »Er hat uns hintergangen, Nan. Es tut weh. Ich dachte, er sei …«

Anders. Etwas Besonderes. Mein.

Erschrocken drängte ich die Worte zurück. Fast hätte ich mich geoutet, einfach so, ohne überhaupt darüber nachzudenken. Als ob alle im Haus über meine sexuelle Orientierung Bescheid wüssten. Meine Familie und meine Mitarbeiter waren eigentlich ziemlich offen, denn das musste man sein, wenn man hier draußen lebte. Doch dieses Geheimnis würde ich nie jemandem anvertrauen. Es würde alles zerstören. Genauso rasch wie ein Bagger, der hier überall Löcher aushob.

Nan tätschelte meine Hand. Im Gegensatz zu meiner wettergegerbten Haut, sah ihre alt und rissig aus. Aber trotzdem waren ihre Finger stark und tröstlich. Zum Glück war sie hier. »Komm schon«, sagte sie liebevoll. »Sonst gibt es keinen Apfelkuchen mehr, sobald du am Tisch sitzt. Du weißt, wie hungrig alle nach der Musterung sind.«

»Mhm«, brummte ich und folgte ihr ins Haus.

Als ich durch die Tür trat, verstummten alle schlagartig. Ihre Augen waren plötzlich auf mich gerichtet. Zögerlich. Besorgt. Doch niemand erwiderte meinen Blick wirklich, alle sahen rasch weg, als ich sie ansah. Wahrscheinlich war das auch besser so. Ich hatte Mühe, meine stoische Miene aufrecht zu erhalten. Niemand sollte sehen, was dahinter lag.

Mein Blick fiel auf die beiden leeren Plätze. Hier hatten Pete und ich immer gesessen. Der Anblick schien mich zu verhöhnen. Es schmerzte so sehr wie die Erinnerung an unseren letzten Kuss. Ich schluckte, drehte mich weg, schlurfte den Flur entlang und betete, dass meine Beine wenigstens noch bis zu meinem Zimmer durchhielten. Ich konnte nicht mit ihnen essen. Der leere Stuhl würde mich die ganze Zeit quälen.

Rauschen hallte in meinen Ohren, übertönte das leise Murmeln meiner Familie. Jeder Schritt war so unendlich anstrengend. Ich konnte nicht mehr. Die paar Meter bis zur Tür fühlten sich an, als würde ich einen Marathon durch Wüstensand laufen. Und doch schwand mit jedem Schritt der Zorn. Nun fühlte ich mich einfach nur noch leer und kraftlos. Bloß Leere und Trauer waren übrig. Ich hatte ihn verloren. Es war nicht so, als hätte ich viel Zeit mit ihm verbracht, denn unsere Affäre hatte nur eine Woche gedauert. Für die meisten Leute wäre das nicht besonders lange. Für mich jedoch bedeutete es alles. Ich hätte mir niemals ausmalen können, dass ich so etwas überhaupt haben konnte. Ihn an meiner Seite zu haben, zu wissen, dass ich nur die Hand ausstrecken musste, um ihn berühren zu können, wenn auch nur heimlich. Ich hätte mir nie vorstellen können, dass so etwas für mich möglich war. Und jetzt war er weg. Er hatte mich angelogen. Er hatte alles, was ich liebte, in Gefahr gebracht. Ich sollte ihn hassen. Wirklich. Aber es ging nicht.

Ich betrat mein Zimmer. Die Tür fiel leise hinter mir ins Schloss. Eigentlich hatte ich hier Ruhe finden wollen, doch sobald ich allein war, überfielen mich die Erinnerungen an ihn. Pete in meinem Bett, eng an mich gekuschelt, sein warmer Körper an meinen geschmiegt. Unser erstes Mal in der Dusche. Er hatte Dinge mit mir angestellt, die kein anderer Mann je getan hatte.

Ich lehnte mich gegen die Tür und sank auf die Knie. Es war, als könnten meine Beine mein Gewicht nicht mehr tragen. Langsam rutschte ich zu Boden, stützte die Ellbogen auf den Knien ab und ließ den Kopf hängen. Am liebsten hätte ich mir den Schmerz aus der Brust geschnitten, damit ich...



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.