Green | Alles, was ich will, bist du | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2079, 144 Seiten

Reihe: Julia

Green Alles, was ich will, bist du


1. Auflage 2013
ISBN: 978-3-95446-532-3
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 2079, 144 Seiten

Reihe: Julia

ISBN: 978-3-95446-532-3
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



'Sie?' Rocco de Marco hält die Fremde fest im Griff. Schon auf seiner Party ist ihm die impulsive Rothaarige aufgefallen



Abby Green wurde in London geboren, wuchs aber in Dublin auf, da ihre Mutter unbändiges Heimweh nach ihrer irischen Heimat verspürte. Schon früh entdeckte sie ihre Liebe zu Büchern: Von Enid Blyton bis zu George Orwell - sie las alles, was ihr gefiel. Ihre Sommerferien verbrachte sie oft bei ihrer Großmutter in Kerry, und hier bekam sie auch ihre erste Romance novel in die Finger. Doch bis sie ihre erste eigene Lovestory zu Papier brachte, vergingen einige Jahre: Sie studierte, begann in der Filmbranche zu arbeiten, aber vergaß nie ihren eigentlichen Traum: Irgendwann einmal selbst zu schreiben! Zweimal schickte sie ihre Manuskripte an Mills & Boon, zweimal wurde sie abgelehnt. Doch 2006 war es endlich soweit: Ihre erste Romance wurde veröffentlicht. Abbys Tipp: Niemals seinen Traum aufgeben! Der einzige Unterschied zwischen einem unveröffentlichen und einem veröffentlichten Autor ist - Beharrlichkeit!

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1. KAPITEL

Als Rocco de Marco sich umschaute, durchströmte ihn tiefe Befriedigung. Er befand sich in einem wunderschönen Raum in einem weltbekannten Museum, mitten im Herzen der Weltstadt London. Das Design stammte von einem berühmten französischen Art-déco-Künstler. Aus der ganzen Welt reisten Kunstliebhaber an, um die atemberaubenden Buntglasfenster zu bewundern.

Die heute hier versammelten Menschen waren nicht weniger exklusiv: hochrangige Politiker, bekannte Intellektuelle, Filmstars und steinreiche Sponsoren, die den Börsenmarkt mit einem Fingerschnippen oder dem Heben einer Augenbraue kontrollierten.

Er gehörte zur letzten Kategorie. Mit zweiunddreißig Jahren hatte er es bis ganz an die Spitze geschafft. Allgemein wurde ehrfürchtig spekuliert, wie er in dieser kurzen Zeit in eine so unerreichbare Position gelangen konnte.

In diesem Augenblick fing er quer durch den Raum den Blick einer eleganten, aristokratischen Blondine auf. Ihr glänzendes Haar trug sie im Nacken zu einem klassischen Knoten aufgesteckt. Als er sie anschaute, erwärmte sich der hochmütige Ausdruck ihrer blauen Augen. Rocco bemerkte, dass auf ihren sorgfältig geschminkten Wangen nicht der kleinste Hauch echter Farbe zu sehen war. Von Kopf bis Fuß trug sie schimmerndes Schwarz. Er wusste genau, dass sie härter war, als die Diamanten an ihrem Hals und ihren Ohren. In einer kleinen, aber vielsagenden Geste lächelte sie ihm zu und hob ihr Glas.

Triumph durchfuhr Rocco, als er ihr ebenfalls zuprostete. Die Aussicht, eine Frau von so makelloser Geburt zu umwerben, machte ihn an. Dies war der Augenblick! Endlich hatte er alles erreicht, wofür er so lange und so hart gekämpft hatte. Er hatte nie gewagt, sich vorzustellen, dass er jemals eine derartige Position erlangen würde – Gastgeber für eine erlesene Schar wie die hier Anwesenden. Und bald würde er ganz und gar zu ihrem Kreis gehören.

Er war in den Elendsvierteln einer italienischen Stadt aufgewachsen. Damals war er kaum mehr gewesen als ein Straßenkind. Ohne jeden Ausweg. Aber jetzt hatte er endlich die Schande seiner Kindheit weit hinter sich gelassen.

Sein eigener Vater hatte ihn angespuckt, und er musste mit ansehen, wie seine Halbschwestern ohne einen einzigen Blick an ihm vorübergingen. Aber er hatte sich aus dem Elend bis ganz nach oben gekämpft, mit Mut und Entschlossenheit und seinem mittlerweile schon berüchtigten Verstand. Bis heute kannte niemand hier seine Vergangenheit.

Rocco stellte sein leeres Glas auf das Tablett eines Kellners und lehnte ein frisches ab.

Er musste all seine Sinne beisammenhalten, dieser Leitspruch gehörte mittlerweile zu ihm, als wäre er in seine Haut tätowiert. Für eine Sekunde dachte er zurück an die grobe Tätowierung, die er jahrelang getragen hatte. Seine Haut prickelte bei der unangenehmen Erinnerung. Direkt nach seiner Ankunft in London vor fünfzehn Jahren hatte er das verräterische Tattoo entfernen lassen.

Mit einem Schulterzucken schüttelte er seine Gedanken ab. Jetzt würde er allen hier zeigen, dass Miss Honora Winthrop ihm gehörte. Für einen winzigen Moment hatte er plötzlich das Gefühl zu ersticken, aber er kämpfte es rasch nieder.

Er war genau dort, wo er sein wollte. Für diesen Platz habe ich hart gekämpft, sagte er sich ärgerlich. Woher kam jetzt plötzlich das Bedürfnis, sich einfach umzudrehen und wegzulaufen?

Während er sich wieder sammelte, fiel sein Blick auf eine einsame Gestalt. Eine weibliche Gestalt. Sie war nicht halb so glamourös und verführerisch wie die anderen Frauen im Raum. Ihr Kleid saß schlecht, das Haar war ein langes, wildes, leuchtend rotes Gewirr und verlieh ihr etwas Ungezähmtes, das irgendetwas tief in ihm ansprach.

Rocco vergaß, was er eigentlich vorgehabt hatte. Er konnte seine Augen nicht von der seltsamen Fremden lösen.

Bevor er selbst begriffen hatte, was er tat, bewegte er sich in ihre Richtung …

Gracie O’Brian versuchte, ganz ungezwungen und selbstsicher auszusehen, so als wäre sie ständiger Gast auf Londons glamourösesten Partys.

In Wahrheit war sie es allerdings mehr gewohnt zu kellnern, und zwar an weitaus weniger vornehmen Orten. An Orten, wo Männer sie wie selbstverständlich ins Hinterteil zwickten und ihr unhöfliche Bemerkungen über ihre zu klein geratene Oberweite zuriefen.

Ein hart erarbeiteter, aber mäßiger Universitätsabschluss in Kunstwissenschaften ist in der heutigen Berufswelt nichts mehr wert, dachte sie bitter. Sie hatte einen Traum. Aber um diesen Traum zu verwirklichen, musste sie essen und überleben.

Innerlich schüttelte sie den Kopf über ihre ganz untypischen Grübeleien. Mit niederen Arbeiten kam sie zurecht. Womit sie aber nicht zurechtkam, war das hier. Mit beiden Händen presste sie ihre Handtasche vor den Bauch. Wo war Steven? Gracie spürte, wie die viel zu vertraute Besorgnis um ihren Bruder in ihr aufstieg. Nur um ihm einen Gefallen zu tun, war sie heute Abend überhaupt mitgekommen.

Sie atmete tief durch und versuchte, sich zu entspannen. Diese Wohltätigkeitsveranstaltung seiner Firma stellte einen Wendepunkt in Stevens Leben dar. Wahrscheinlich war er nur darum in der letzten Zeit so angespannt und schlecht gelaunt gewesen.

Sie waren jetzt beide vierundzwanzig, und sie musste endlich aufhören, sich ständig Sorgen um ihn zu machen. Nur weil sie von klein auf diese Rolle übernommen hatte, konnte sie sich nicht ewig für ihn verantwortlich fühlen. Noch immer trug sie Narben von den Kämpfen, bei denen sie ihren jüngeren Bruder vor stärkeren Gegnern beschützt hatte – jünger um zwanzig heikle Minuten, in denen sein Leben auf dem Spiel gestanden hatte.

Bevor ihre Mutter sie verlassen hatte, war kaum ein Tag vergangen, an dem sie Gracie nicht vorgeworfen hatte, dass ihr Bruder bei der Geburt fast gestorben war, während sie die Dreistigkeit besessen hatte, von der ersten Minute an mit aller Kraft zu wachsen und zu gedeihen.

Sie glaubte wieder, die Abschiedsworte ihrer Mutter zu hören: Wenn ich könnte, würde ich ihn mit mir nehmen und nur dich zurücklassen. Er ist der Einzige, den ich je wollte. Aber er hängt zu sehr an dir, und ein jammerndes Gör kann ich nicht gebrauchen.

Gracie drängte ihre Erinnerung zurück. Wieso musste sie ausgerechnet jetzt wieder daran denken?

Sie seufzte erleichtert, als sie endlich ihren Bruder am anderen Ende des Raums entdeckte. Als sie ihn anschaute, schwoll ihr Herz vor Liebe zu ihm an. Seitdem sie klein waren, hatten sie immer aufeinander aufgepasst. Ganz egal, was auch passiert war. Selbst Gracies Kraft hatte zwar nicht ausgereicht, um Steven vor einigen dunklen Jahren zu bewahren, aber jetzt war er endlich wieder auf dem richtigen Weg.

Sie dachte an Stevens flehentliche Bitte, sie heute Abend zu begleiten: Bitte komm mit, Gracie! Ich brauche dich wirklich dort an meiner Seite. Alle werden ihre Frauen mitbringen, und ich muss in diese Gesellschaft hineinpassen. Weißt du, wie schwierig es ist, einen Job bei De Marco International zu bekommen?

Er hatte so lange von dem gottgleichen Rocco de Marco geschwärmt, dass Gracie schließlich nachgab – allein schon, um seine Loblieder zu stoppen. Aber auch, weil sie gesehen hatte, wie aufgewühlt Steven war. Sie wusste, mit welcher Ausdauer er für eine Chance wie diese gearbeitet hatte. Unzählige Stunden hatte er im Gefängnis gelernt und sein Abitur nachgeholt, damit er direkt nach seiner Entlassung mit dem Studium beginnen konnte.

Gracie hatte lange gefürchtet, dass er zurück in die Drogensucht fallen würde, aber das war nicht passiert. Und jetzt wurden endlich seine einzigartige Begabung und sein scharfer Verstand gewürdigt.

Sie sah, dass er mit einem anderen Mann sprach. Niemand, der sie anschaute, würde vermuten, dass Steven und sie verwandt waren. Ihr Bruder war groß und dünn wie eine Bohnenstange. Gracie dagegen kam gerade mal auf einen Meter fünfundsechzig, und sie wünschte sich sehnsüchtig ein paar Rundungen anstelle ihrer fast knabenhaften Figur. Steven war blond, blass und blauäugig, sie dagegen rothaarig, sommersprossig und braunäugig wie ihr irischer Vater. Ein Grund mehr, warum ihre Mutter sie gehasst hatte.

Gracie schnitt eine Grimasse, als ihr Kleid noch einen Zentimeter tiefer rutschte und noch etwas mehr von ihrem nicht sehr beeindruckenden Dekolleté entblößte. Sie hatte das Kleid in einem Secondhandshop entdeckt und gekauft, ohne es anzuprobieren.

„Großer Fehler“, murmelte sie vor sich hin. Das Kleid war mindestens zwei Nummern zu groß und hing ihr um die Füße wie das Kleid ihrer Großmutter, wenn sie als Kind Verkleiden gespielt hatte.

Steven schien sich sehr angeregt zu unterhalten. Er würde wohl nicht so bald zu ihr zurückkommen. Gracie seufzte, wandte der Menge den Rücken zu und raffte ihr Kleid wieder hoch. Dabei entdeckte sie das üppige Buffet. Der Tisch bog sich unter all den köstlichen Häppchen. Plötzlich kam Gracie eine großartige Idee.

Einige Minuten später war sie ganz in ihre Aufgabe vertieft. Sie erstarrte, als sie dicht hinter sich eine tiefe Stimme mit einem sexy Akzent hörte: „Keine Angst, das Essen wird so schnell nicht verschwinden. Die meisten Leute hier im Raum haben seit Jahren nicht gegessen.“

Gracie errötete ertappt. Ihre Finger klammerten sich um das Häppchen, das sie gerade in eine Serviette gewickelt hatte, um es in ihrer Tasche verschwinden zu lassen – zusammen mit drei anderen, die sie schon sorgfältig verpackt hatte.

Sie schaute nach links, wo die Stimme hergekommen war, und sah auf eine breite schneeweiße Hemdbrust. Dann ließ sie die Augen höher...



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