E-Book, Deutsch, Band 299, 448 Seiten
Reihe: Julia Extra
Green / Bianchin / Mortimer Julia Extra Band 299
1. Auflage 2009
ISBN: 978-3-86295-500-8
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Wenn die Leidenschaft neu erwacht / Verführung auf griechisch / So süss und so bezaubernd / Kann denn Liebe Schicksal sein? /
E-Book, Deutsch, Band 299, 448 Seiten
Reihe: Julia Extra
ISBN: 978-3-86295-500-8
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
WENN DIE LEIDENSCHAFT NEU ERWACHT von MORTIMER, CAROLE
Wo sie von Liebe spricht, meint er nur Lust. Sie wünscht sich Kinder, er nicht ... Neun Monate nach der Traumhochzeit in Las Vegas scheint alles vorbei zwischen Kenzie und dem Milliardär Dominick. Kann ein romantisches Wochenende auf dem Land die Liebe noch einmal zum Leben erwecken?
VERFÜHRUNG AUF GRIECHISCH von BIANCHIN, HELEN
Elegante Bälle, exklusive Modenschauen, rauschende Partys - überall begegnet die schöne Designerin Ilana dem faszinierenden Geschäftsmann Xandro Caramanis. Doch mit aller Macht versucht sie, seiner Anziehung zu widerstehen. Denn was sie sucht, kann er ihr nicht bieten ...
SO SÜSS UND SO BEZAUBERND von MORGAN, RAYE
Wer ist die bezaubernde junge Frau, die auf dem fürstlichen Landsitz Unterschlupf sucht? Prinz Mychale fühlt sich immer stärker zu Abby hingezogen. Sie ist die Erste, die ihn nicht wegen seines Titels begehrt. Aber kaum gesteht er ihr seine Liebe, verschwindet sie spurlos ...
KANN DENN LIEBE SCHICKSAL SEIN? von GREEN, ABBY
Niemals versiegte Liebe, sehnsüchtiges Verlangen: Die Gefühle überwältigen Rosanne, als sie ihren Ehemann Sandro zwei Jahre nach der Trennung überraschend wiedersieht. Aber wird der feurige Spanier ihr jemals verzeihen können, dass das Schicksal sie damals zum Gehen zwang?
Abby Green wurde in London geboren, wuchs aber in Dublin auf, da ihre Mutter unbändiges Heimweh nach ihrer irischen Heimat verspürte. Schon früh entdeckte sie ihre Liebe zu Büchern: Von Enid Blyton bis zu George Orwell - sie las alles, was ihr gefiel. Ihre Sommerferien verbrachte sie oft bei ihrer Großmutter in Kerry, und hier bekam sie auch ihre erste Romance novel in die Finger. Doch bis sie ihre erste eigene Lovestory zu Papier brachte, vergingen einige Jahre: Sie studierte, begann in der Filmbranche zu arbeiten, aber vergaß nie ihren eigentlichen Traum: Irgendwann einmal selbst zu schreiben! Zweimal schickte sie ihre Manuskripte an Mills & Boon, zweimal wurde sie abgelehnt. Doch 2006 war es endlich soweit: Ihre erste Romance wurde veröffentlicht. Abbys Tipp: Niemals seinen Traum aufgeben! Der einzige Unterschied zwischen einem unveröffentlichen und einem veröffentlichten Autor ist - Beharrlichkeit!
Weitere Infos & Material
1. KAPITEL
Ein wenig unsicher waren Rosanne Carmichaels Schritte, als sie die Lobby des kleinen luxuriösen Hotels betrat. Ihr war nicht klar gewesen, dass es so exklusiv sein würde. Obwohl sie gut genug gekleidet war, um nicht aufzufallen, überkam sie das Gefühl, alle Anwesenden würden sie anstarren. Von den bewundernden Blicken, die sie mit ihren dunkelroten Haaren und der makellosen hellen Haut auf sich zog, bekam sie nichts mit.
Es war lange her, dass sie einen solchen Ort aufgesucht hatte. Es war in einem anderen Leben gewesen. Damals war sie eine andere Frau.
Sie entdeckte einen freien Platz und ließ sich dankbar in den Sessel sinken. Sofort eilte ein Kellner herbei und nahm ihre Bestellung entgegen. Schließlich lehnte Rosanne sich zurück und atmete tief durch. Sie durfte jetzt nicht die Kontrolle verlieren. Sie musste ruhig bleiben.
In zehn Minuten würde sie mit ihrem Anwalt besprechen, wie sie am besten mit ihrem Ehemann Kontakt aufnehmen konnte, den sie vor zwei Jahren verlassen hatte. Ihn und ihr Baby.
Vielleicht war es dumm gewesen, den Termin so früh anzusetzen. Schließlich bewegte sie sich heute zum ersten Mal seit zwei Jahren in der Öffentlichkeit. In der geschäftigen, hektischen Metropole London. Sie hatte nicht erwartet, jemals wieder hierherzukommen.
Nein, so durfte sie nicht denken. Alles würde gut gehen. Hatte sie nicht schon viel Schlimmeres durchgestanden?
Mit dem heutigen Tag begann ein neues Kapitel im Buch ihres Lebens. Eine neue Seite, ein neuer Abschnitt.
Ein neuer Anfang. Und vielleicht … vielleicht eine neue Chance auf das Glück?
In diesem Moment erregte ein kleiner Junge ihre Aufmerksamkeit. Mit tapsigen Schritten lief er über den glatten Marmorboden, stolperte und fiel hin. Instinktiv eilte Rosanne zu dem Kleinen hinüber und hob ihn vorsichtig auf die Füße.
„Alles in Ordnung, kleiner Mann? Du hast dir doch nicht wehgetan, oder?“, fragte sie und lächelte beruhigend. „Du siehst mir wie ein sehr mutiger Junge aus.“
Unschlüssig schaute der Kleine sie an, als überlege er, ob er weinen solle oder nicht. Seine Unterlippe zitterte ein wenig.
Er war ein sehr süßes Kind. Dunkelblondes Haar, rosig schimmernde Haut und riesige Augen, deren Farbe an Veilchen erinnerte. Ungewöhnlich und einzigartig.
Zu ungewöhnlich und einzigartig.
Der Schock traf Rosanne wie ein Faustschlag in den Magen. Seine Augen waren von demselben Veilchenblau, das ihr jeden Morgen im Spiegel entgegenblickte.
Der Junge hatte sich anscheinend entschieden, nicht zu weinen. Stattdessen grinste er und ließ seine kleinen weißen Babyzähnchen aufblitzen. Er rieb sich die Stirn und plapperte etwas Unverständliches.
Doch Rosanne hörte gar nicht hin. Das konnte nicht sein … das konnte einfach nicht sein.
Hatte sie schon so oft von diesem Moment geträumt, dass sie ihn sich jetzt einbildete?
Das musste die Erklärung sein. Verzweiflung stieg in ihr auf. Würden diese Gefühle sie jedes Mal überfallen, wenn sie einem Jungen in seinem Alter begegnete?
Füße in schwarzen Schuhen traten hinter den Jungen. Ein Mann. Dann eine Bewegung. Der Eindruck von Größe, markanter Ausstrahlung, als er sich hinunterbeugte, um den Kleinen aufzuheben. Wieso wirkte sein Duft so vertraut? Rosannes Herzschlag schien auszusetzen. Das Blut gefror in ihren Adern.
Sie hörte eine samtige, kultivierte Stimme über sich. Der Fremde sprach mit einem leichten, kaum wahrnehmbaren Akzent.
„… braucht Augen überall, sie entwischen so schnell …“
Rosanne konnte nicht fassen, was sie hörte und sah. Sie erhob sich und stand dem attraktivsten Mann gegenüber, den sie je getroffen hatte. Ihr stockte der Atem – wie damals, als sie ihn das erste Mal gesehen hatte.
Vor fast drei Jahren.
Das durfte nicht wahr sein. So grausam konnte das Leben nicht sein!
Er sprach immer noch, unterbrach sich dann jedoch abrupt. Das warme Lächeln verschwand. Dunkelblonde Brauen wurden über eisblauen Augen zusammengezogen, die bis auf den Grund von Rosannes Seele zu blicken schienen. Eine Vielzahl widerstreitender Empfindungen lag in diesem Blick. Der Schock des Erkennens, ungläubige Fassungslosigkeit und dann etwas viel Stärkeres. Abscheu, Wut … Hass.
Rosanne öffnete den Mund, aber kein Laut drang über ihre Lippen. Um sie herum schien sich alles im Zeitraffer zu bewegen, nur sie standen still, als wären sie in einer unsichtbaren Blase gefangen.
Sie sah den kleinen Jungen an, den er in seinen Armen hielt. Das war ihr Verderben. Es kam ihr vor, als würde ihr Herz explodieren.
Ein letzter klarer Gedanke drang in ihr Bewusstsein, bevor sie ohnmächtig zu Boden stürzte. Das ist mein Baby.
Isandro Vicario Salazar stand am Fenster der Suite, in die er Rosanne getragen hatte. Sein Blick fiel auf einen Kirchturm in der Nähe, auf den Verkehr in den Straßen unter ihm. Und doch sah er nichts davon.
Rosanne Carmichael. Rosanne Salazar. Seine Frau.
Seine treulose Frau. Seine Frau, die ihn und ihr Baby nur wenige Stunden nach der Geburt im Stich gelassen hatte, weil sie sich nicht dazu bereit gefühlt hatte, Ehefrau und Mutter zu sein.
An jenem Tag hatte er sie nach der Geburt alleine gelassen, damit sie sich ausruhen und erholen konnte. Einige Stunden später war er zurückgekommen … und sie war fort. Seither hatte er sie nicht wiedergesehen.
Ein schwaches Geräusch vom Bett her ließ ihn zusammenfahren. Langsam drehte er sich um.
Rosanne wartete einen Moment, bevor sie die Augen aufschlug. Das hatte sie sich in den vergangenen zwei Jahren angewöhnt. Ein letzter Moment, bevor die Realität Einzug hielt, ein Moment, um Bilanz zu ziehen, um zu lauschen, was ihr Körper sagte. Um den Empfindungen nachzuspüren, zu fühlen, ob es Schmerzen gab … ob es ihr gut ging.
Sie öffnete die Augen. Und da war er. Sie hatte es sich nicht eingebildet. Ihr Ehemann stand mit dem Rücken zu ihr am Fenster, die Hände tief in den Hosentaschen vergraben. Der maßgeschneiderte italienische Anzug schmiegte sich an seinen beeindruckenden Körper, betonte die starken Schultern, die breite Brust.
„Also …“, sagte er spöttisch. „Mir zu begegnen, war offensichtlich ein Schock für dich. Was wirklich seltsam ist, schließlich gehört mir dieses Hotel.“
Rosanne spürte, wie die Betäubung von ihr wich, wie das schützende Entsetzen zersplitterte. Sein Hotel? Seit wann besaß er ein Hotel in London? Obschon ihn seine Geschäfte immer wieder hierher führten, hatte er aus seiner Abneigung gegen die Metropole nie einen Hehl gemacht. Und warum hatte sie ausgerechnet sein Hotel ausgewählt … aus tausend anderen?
Und wie war sie in dieses Zimmer gelangt?
Dann fiel ihr alles wieder ein. Ihr Baby, ihr Sohn … sie hatte ihn gesehen, ihn gehalten.
„Habe ich … habe ich ihn erschreckt?“ Ihre Kehle fühlte sich beim Sprechen rau an.
Die kalte Abscheu, die sie in den Augen ihres Ehemanns sah, traf sie wie ein Schlag.
„Nein. Wenn du das getan hättest, wärst du jetzt nicht hier.“
Unmissverständlich lag in seiner Stimme der Tonfall eines zu allem entschlossenen Beschützers. Rosanne richtete sich auf und setzte sich auf die Bettkante. Noch immer fühlte sich ihr Kopf an, als sei er in Watte gepackt. Vorsichtig blickte sie zu Isandro auf. So lange hatte sie von diesem Moment geträumt … aber selbst in ihren Fantasien hatte er sich nie über ihr Wiedersehen gefreut.
„Hast du ihn Zacarías genannt?“, fragte sie.
„Zac, ja.“
„Nach deinem Großvater …“
Ein verächtlicher Ausdruck huschte über sein Gesicht. „Bitte, fang gar nicht erst an, mir vorzuspielen, es interessiere dich.“
Rosanne zuckte zusammen. Alle Farbe wich aus ihren Wangen. Sie hatte gewusst, was ihr bei einer Begegnung mit Isandro bevorstand. Nur hatte sie nicht damit gerechnet, dass es so bald passieren würde. Sie hatte sich darauf vorbereiten wollen, sich in Ruhe überlegen, wie sie ihm alles erklären konnte …
„Deinen Liebhaber habe ich fortgeschickt.“
Gerade hatte Rosanne aufstehen wollen, nun sank sie zurück aufs Bett. Isandro beobachtete sie kühl. Es erforderte all seine Selbstbeherrschung, nicht zu ihr zu gehen, sie auf die Füße zu ziehen und zu verlangen, dass sie … ja, was eigentlich?
„Meinen was?“ Ungläubig schaute Rosanne ihn an.
„Deinen Liebhaber“, stieß er hervor. „Der Mann, mit dem du vorhin in der Lobby verabredet warst. Ihr habt doch sicher ein Zimmer hier gebucht. Hast du so die letzten zwei Jahre verbracht? Auf einer liederlichen Tour durch die Hotelzimmer dieser Welt mit irgendwelchen Männern? Hast du das damit gemeint, als du geschrieben hast, du seist noch nicht bereit für die Rolle der Ehefrau und Mutter?“
Irgendwelche Männer?
In Rosannes Kopf drehte sich alles. Wovon sprach Isandro nur? Plötzlich sah sie vor ihrem geistigen Auge ein freundliches, gutmütiges Gesicht, und sie begriff. „Bestimmt meinst du David Fairclough. Er ist mein Anwalt. Ich wollte mich in der Lobby mit ihm treffen, als … als …“
Isandro lachte höhnisch auf. „Eine nette Geschichte. Willst du mir das wirklich weismachen?“
„Es ist wahr.“ Endlich fand sie die Kraft, aufzustehen. „Ich wollte mit ihm...




