E-Book, Deutsch, Band 2229, 144 Seiten
Reihe: Julia
Green Diese Sehnsucht weckst nur du
1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-7337-0669-2
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 2229, 144 Seiten
Reihe: Julia
ISBN: 978-3-7337-0669-2
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
'Ich weiß, dass du mich hassen musst.' Entsetzt erkennt Serena, wer ihr neuer Boss ist: ausgerechnet der brasilianische Milliardär Luca Fonseca, der einst ihretwegen unschuldig verurteilt wurde - und der noch immer eine tiefe, romantische Sehnsucht in ihr weckt! Was hat er mit ihr vor? Statt sie auf der Stelle zu feuern, lädt er sie zu einem abenteuerlichen Ausflug in die Wildnis des Amazonas ein. Doch während Serena sich dabei mehr und mehr nach seinen zärtlichen Umarmungen verzehrt, muss sie fürchten, dass er nur einen ausgeklügelten Racheplan verfolgt ...
Abby Green wurde in London geboren, wuchs aber in Dublin auf, da ihre Mutter unbändiges Heimweh nach ihrer irischen Heimat verspürte. Schon früh entdeckte sie ihre Liebe zu Büchern: Von Enid Blyton bis zu George Orwell - sie las alles, was ihr gefiel. Ihre Sommerferien verbrachte sie oft bei ihrer Großmutter in Kerry, und hier bekam sie auch ihre erste Romance novel in die Finger. Doch bis sie ihre erste eigene Lovestory zu Papier brachte, vergingen einige Jahre: Sie studierte, begann in der Filmbranche zu arbeiten, aber vergaß nie ihren eigentlichen Traum: Irgendwann einmal selbst zu schreiben! Zweimal schickte sie ihre Manuskripte an Mills & Boon, zweimal wurde sie abgelehnt. Doch 2006 war es endlich soweit: Ihre erste Romance wurde veröffentlicht. Abbys Tipp: Niemals seinen Traum aufgeben! Der einzige Unterschied zwischen einem unveröffentlichen und einem veröffentlichten Autor ist - Beharrlichkeit!
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
1. KAPITEL
Serena DePiero saß in dem vornehmen Warteraum und starrte auf die ausladenden silbernen Buchstaben an der Wand vor ihr:
Roseca Industrie und Wohltätigkeitsstiftung
Sie spürte, wie das Entsetzen wieder in ihr hochstieg. Sie hatte ja keine Ahnung gehabt … Erst gerade eben, im Flugzeug nach Rio de Janeiro, hatte sie erfahren, dass die Wohltätigkeitsorganisation, für die sie seit Kurzem arbeitete, zum Roseca-Verband gehörte. Gegründet und geleitet von Luca Fonseca – der Name Roseca war aus den Namen seines Vaters und seiner Mutter zusammengesetzt.
Und jetzt war sie hier, im Vorzimmer genau dieses Luca Fonseca. Und wartete darauf, dem einzigen Mann auf der ganzen Welt zu begegnen, der sie abgrundtief hasste.
Und das zu Recht.
Aber warum hatte er zugelassen, dass sie überhaupt eingestellt wurde? Er musste doch davon gewusst haben. Oder etwa nicht? Hatte er das Ganze vielleicht sogar von Anfang an inszeniert, um sie jetzt umso eindrucksvoller zu vernichten?
Das wäre unglaublich grausam. Aber trotzdem – dieser Mann schuldete ihr nichts außer Verachtung. Sie stand in seiner Schuld, und es bestand eine gute Chance, dass ihre Karriere vorbei war, bevor sie überhaupt begonnen hatte.
Bei diesem Gedanken verspürte sie einen Anflug von Panik. Aber ein wenig Hoffnung hatte sie noch. Vielleicht war inzwischen genug Zeit vergangen. Vielleicht konnte sie Luca Fonseca doch noch davon überzeugen, wie leid es ihr tat.
Bevor sie noch länger darüber nachdenken konnte, öffnete sich eine Tür zu ihrer Rechten, und eine schlanke dunkelhaarige Frau in einem grauen Hosenanzug erschien. „Senhor Fonseca möchte Sie nun sehen, Miss DePiero.“
Serena umklammerte ihre Handtasche. Sie wollte herausschreien: „Aber ich will ihn nicht sehen!“ Doch das war unmöglich. Genauso wenig konnte sie einfach weglaufen. Ihr gesamtes Gepäck befand sich noch in dem Wagen, der sie vom Flugplatz abgeholt hatte.
Als sie sich widerstrebend erhob, durchzuckte sie eine Erinnerung mit einer solchen Wucht, dass sie fast gestolpert wäre.
Luca Fonseca in einem blutbesudelten Hemd, mit einem blauen Auge und einer aufgeschlagenen Lippe. Ein Schatten dunkler Bartstoppeln auf seinem angeschwollenen Kinn, in einer Gefängniszelle. Er lehnte an der Wand und wirkte düster und gefährlich. Dann hob er den Kopf und sah sie an. Seine tiefblauen Augen wurden schmal, ein Ausdruck eisiger Verachtung erschien auf seinem Gesicht. Er richtete sich auf, kam zum Gitter herüber und umfasste die Stäbe, als würde er sich vorstellen, sie wären ihr Hals. Serena erstarrte beim Anblick seiner ramponierten Erscheinung.
„Wäre ich dir nur nie begegnet, Serena!“
„Miss DePiero? Senhor Fonseca wartet.“
Serena zwang ihre Füße dazu, an der Frau vorbei in Luca Fonsecas Büro zu gehen.
Sie hasste es, wie hart und schnell ihr Herz klopfte, als die Tür hinter ihr ins Schloss fiel. In den ersten Sekunden nahm sie niemanden im Raum wahr. Die gesamte Rückwand des Büros bestand aus einem gewaltigen Fenster und bot den unglaublichsten Blick über eine Stadt, den Serena je gesehen hatte.
In der Ferne glitzerte dunkelblau der Atlantik, davor sah sie die beiden berühmten Wahrzeichen von Rio de Janeiro: den Zuckerhut und die dreißig Meter hohe Christusstatue auf dem Corcovado-Berg. Dazwischen befanden sich unzählige Hochhäuser, direkt bis ans Meer. Den Ausblick atemberaubend zu nennen, wäre eine Untertreibung gewesen.
Dann trat Luca Fonseca in ihr Blickfeld. Für eine Sekunde verschmolzen Vergangenheit und Gegenwart, und Serena war wieder in jenem Nachtclub, sah ihn zum ersten Mal.
Groß und breitschultrig hatte er im schummrigen Licht des Clubs gestanden. Nie zuvor hatte sie erlebt, dass jemand so ruhig und doch gleichzeitig so dominant wirken konnte. Mit einem dunklen Anzug und einem am Kragen geöffneten Hemd trug er mehr oder weniger das Gleiche wie die anderen Männer hier, doch durch seine Souveränität und Anziehungskraft hob er sich von ihnen ab. Bevor sie sich hatte bremsen können, war Serena zu ihm gegangen – als würde sie von dem Kraftfeld seiner magnetischen Ausstrahlung magisch angezogen.
Sie blinzelte. Das Bild des Nachtclubs löste sich auf.
Plötzlich war der Raum zum Ersticken heiß. Sie bekam keine Luft mehr. Luca Fonseca sah anders aus als damals. Sie brauchte einige Sekunden, dann erkannte sie, dass sein Haar heute länger und leicht zerzaust war. Ein dunkler Bart überzog sein Kinn und ließ ihn noch männlicher wirken.
Sein helles, am Hals offenes Hemd war in die dunkle Hose gesteckt. Ganz das Bild eines zivilisierten Geschäftsmannes, doch die Schwingungen, die von ihm ausgingen, waren alles andere als zivilisiert.
Er verschränkte die Arme vor seiner breiten Brust. „Was zum Teufel willst du hier, DePiero?“
Serena ging weiter in das enorme Büro hinein, obwohl sie am liebsten in die entgegengesetzte Richtung gerannt wäre. Sie konnte ihren Blick nicht von ihm losreißen. Sie zwang sich zu antworten, so zu tun, als würde sein Anblick sie nicht vollkommen durcheinanderbringen. „Ich bin hier, um meine Arbeit für die Wohltätigkeitsorganisation anzutreten, in der Abteilung für Kapitalbeschaffung.“
„Du hast hier keinen Job. Nicht mehr“, sagte Luca Fonseca. Seine Stimme klang angespannt.
Das Blut schoss Serena in die Wangen. „Ich wusste nicht, dass Sie … beteiligt sind, Mr. Fonseca. Davon habe ich erst erfahren, als ich schon auf dem Weg nach Rio war.“
Luca Fonseca gab ein leises, schnaubendes Geräusch von sich. „Eine ziemlich unwahrscheinliche Geschichte, meinst du nicht?“
„Aber es ist wahr!“, rief sie. „Ich habe nicht geahnt, dass die Wohltätigkeitsorganisation zur Roseca-Gruppe gehört. Sonst hätte ich nie zugesagt.“
Luca Fonseca kam um den Tisch herum, und Serenas Augen weiteten sich. Für einen so großen Mann bewegte er sich mit überraschender Geschmeidigkeit. Aus jeder Pore verströmte er Selbstsicherheit.
„Ich wusste nicht, dass du in unserem Büro in Athen arbeitest“, sagte er sichtlich verärgert. „Um solche Kleinigkeiten kümmere ich mich nicht selbst, dafür habe ich die besten Leute angestellt – obwohl ich nach diesem Vorfall diese Methode noch einmal überdenken werde. Ich wusste nicht, dass man von allen Bewerbern ausgerechnet dich ausgewählt hat.“ Er verzog den Mund. „Aber ich muss zugeben, dass ich interessiert genug war, um dir einen Wagen zum Flughafen zu schicken, anstatt dich direkt ins nächste Flugzeug zurück zu setzen.“
Er hatte also nicht gewusst, dass sie für ihn arbeitete. Serena ballte die Hände zu Fäusten, damit er ihr Zittern nicht sah. Seine herablassende Arroganz machte sie nur noch nervöser.
Luca Fonseca sah auf die große Platinuhr an seinem Handgelenk. „Ich kann fünfzehn Minuten erübrigen, bevor du zurück zum Flughafen gebracht wirst.“
Wie ein unerwünschtes Paket. Er feuerte sie.
Lässig lehnte er sich an seinen Schreibtisch, als wäre dies eine ganz normale Unterhaltung. „Also, DePiero? Was zum Teufel bringt Europas liederlichste Prominente dazu, für ein winziges Gehalt bei einer Wohltätigkeitsorganisation in Athen zu arbeiten?“
Noch vor wenigen Stunden war Serena bei dem Gedanken an ihren neuen Job so beschwingt gewesen. Eine Chance, ihrer besorgten Familie zu beweisen, dass sie es schaffen konnte. Endlich würde sie unabhängig sein. Und jetzt sorgte dieser Mann dafür, dass alles, wofür sie so hart gekämpft hatte, umsonst gewesen war.
Jahrelang war sie das enfant terrible der italienischen Partyszene gewesen, ständig verfolgt von Paparazzi. Was immer sie tat, landete in den Zeitschriften – völlig übertrieben und aus dem Zusammenhang gerissen. Aber hinter den Schlagzeilen steckte immer noch genug Wahrheit, um Serena bei der Erinnerung vor Scham erröten zu lassen.
„Ich weiß, dass Sie mich hassen.“ Ihre Stimme klang rau vor unterdrückten Gefühlen.
Luca Fonseca lächelte, aber seine Augen waren kalt. „Hassen? Bilde dir nichts ein, DePiero, Hass ist eine sehr unzureichende Beschreibung meiner Gefühle für dich.“
Noch eine Erinnerung stürzte auf sie ein: Ein zusammengeschlagener Luca in Handschellen, von der italienischen Polizei zu einem Wagen gezerrt. „Du hast mich reingelegt, du Miststück!“, hatte er wütend hervorgestoßen, unmittelbar bevor sie selbst in einen Polizeiwagen verfrachtet wurde, wenn auch ohne Handschellen.
Er hatte versucht, sich von dem Griff des bulligen Polizisten zu befreien, aber das hatte ihm nur einen Hieb in den Magen eingebracht. Serena konnte nur starr vor Entsetzen zusehen.
„Sie hat mir die Drogen zugesteckt“, hatte sie noch gehört, bevor er im Einsatzwagen verschwand.
Serena versuchte, die Erinnerungen aus ihrem Kopf zu vertreiben. „Mr. Fonseca, ich habe Ihnen die Drogen nicht in die Tasche gesteckt … Ich weiß nicht, wer es war, ich jedenfalls nicht. Ich habe nachher versucht, Sie zu erreichen … aber da hatten Sie Italien schon verlassen.“
Er stieß einen verächtlichen Laut aus. „Nachher? Du meinst, nachdem du von deinem Shopping-Trip in Paris zurückgekommen bist? Ich habe die Fotos gesehen. Eine ganz normale Woche für dich, nicht wahr?“
Serena konnte die Wahrheit nicht abstreiten. Ganz gleich, wie unschuldig sie auch war, dieser Mann hatte ihretwegen gelitten. Sie sah die grellen...




