E-Book, Deutsch, Band 2098, 144 Seiten
Reihe: Julia
Green Heiße Rache, süße Küsse
1. Auflage 2013
ISBN: 978-3-7337-0006-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 2098, 144 Seiten
Reihe: Julia
ISBN: 978-3-7337-0006-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Vergeltung! Das ist alles, wonach der schönen Jesse der Sinn steht. Ihr Vater soll endlich bezahlen, für den Schmerz, den er ihrer Familie zugefügt hat! Doch gerade, als sie ihren lang gehegten Racheplan in die Tat umsetzen will, taucht plötzlich der Playboy Luc Sanchis auf, um ihrem Vater zu helfen. Luc hat Macht und Einfluss - und eine unglaubliche Ausstrahlung. Was kann sie bloß gegen einen Mann wie ihn unternehmen? Schockiert muss sie sich eingestehen, dass sie in seiner Nähe ungewollt heißes Verlangen verspürt. Und als er beginnt, sie zu verführen, ist sie verloren ...
Abby Green wurde in London geboren, wuchs aber in Dublin auf, da ihre Mutter unbändiges Heimweh nach ihrer irischen Heimat verspürte. Schon früh entdeckte sie ihre Liebe zu Büchern: Von Enid Blyton bis zu George Orwell - sie las alles, was ihr gefiel. Ihre Sommerferien verbrachte sie oft bei ihrer Großmutter in Kerry, und hier bekam sie auch ihre erste Romance novel in die Finger. Doch bis sie ihre erste eigene Lovestory zu Papier brachte, vergingen einige Jahre: Sie studierte, begann in der Filmbranche zu arbeiten, aber vergaß nie ihren eigentlichen Traum: Irgendwann einmal selbst zu schreiben! Zweimal schickte sie ihre Manuskripte an Mills & Boon, zweimal wurde sie abgelehnt. Doch 2006 war es endlich soweit: Ihre erste Romance wurde veröffentlicht. Abbys Tipp: Niemals seinen Traum aufgeben! Der einzige Unterschied zwischen einem unveröffentlichen und einem veröffentlichten Autor ist - Beharrlichkeit!
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
1. KAPITEL
„Wer ist das?“ Luc Sanchis gab sich betont gelangweilt, auch wenn sein Interesse unverständlicherweise geweckt war. Die Frau entsprach nicht im Entferntesten seinem Typ.
„Wer, die Rotblonde mit dem kurzen Haar?“
Luc nickte knapp. Er ärgerte sich, dass er gefragt hatte. Sein Anwalt kannte ihn gut genug, um zu wissen, dass er das nicht grundlos getan hatte.
„Jesse Moriarty, von JM Holdings.“
Mit gerunzelter Stirn musterte Luc die grazile Gestalt. Sie stand im Profil zu ihm, in dem grauen Hosenanzug unterschied sie sich von all den anderen Frauen, stach regelrecht heraus. Und sie wirkte extrem verlegen.
Selbst von hier aus erkannte er die weißen Knöchel ihrer Finger, weil sie das Champagnerglas – von dem sie nicht trank – so fest umklammerte. Den Blick hielt sie starr auf einen imaginären Punkt im Raum gerichtet.
Sein Anwalt nahm wohl an, dass Luc noch nichts von JM Holdings gehört hatte, denn er begann zu erklären: „Sie soll über fünfzig Millionen wert sein. Nicht schlecht für jemanden, der gerade mal vor ein paar Jahren auf der IT-Szene aufgetaucht ist. Sie hat in Cambridge studiert … Informatik und Wirtschaft. Hat noch während des Studiums ein von ihr entwickeltes Hacker-Schutzprogramm patentieren lassen. Unternehmen weltweit nutzen es – Ihre Firma übrigens auch. Es heißt, sie sei ein Genie.“
Luc musterte die Frau erneut. Wie ein Genie sah sie nicht aus, wirkte eher verloren in der Menge. Dass sie das Bedürfnis in ihm weckte, zu ihr zu gehen und tröstend ihre Hand zu nehmen, überraschte ihn.
Leise fuhr sein Anwalt fort: „Jeder, der mit ihr zu tun hat, nennt sie nur die ‚Maschine‘. Sie soll eiskalt sein. Keine Gerüchte über Affären oder Ähnliches. Also, wenn Sie mich fragen, ist sie lesbisch …“
Luc hielt nichts von solchen Unterstellungen. Er war froh, als jemand an seinen Gesprächspartner herantrat und ihn weglotste. Jetzt, da Luc allein war, bemerkte er die interessierten Blicke der Frauen, doch er konnte die Augen nicht von Jesse Moriarty abwenden.
Natürlich kannte er JM Holdings. Dieses Schutzprogramm war genial. Er hätte nur nie vermutet, dass die notorisch publicityscheue Person, die dahinter stand, eine so grazile junge Frau war.
Genau in diesem Moment drehte sie den Kopf in seine Richtung. Sie hatte ein hübsches Gesicht, herzförmig, und riesengroße Augen. Er straffte die Schultern und verfolgte neugierig, wie sie ihr noch volles Glas auf das Tablett eines vorbeilaufenden Kellners stellte und sich in seine Richtung in Bewegung setzte.
Als sie näher kam, konnte er sehen, dass sie eine weiße Bluse unter dem Jackett trug. Der klassisch-kühle Look, im Gegensatz zu den anderen Frauen, die erlesene Designerroben gewählt hatten. Sie wirkte, als hätte sie sich verirrt, doch der entschiedene Ausdruck in ihren Augen zeigte klar, dass sie sich genau da befand, wo sie sein wollte.
Sie war ihm jetzt nah genug, dass er ihre Anspannung fast spüren konnte. Sie war ungeschminkt, aber sie brauchte auch kein Make-up, ihr Teint war perfekt. Er konnte sich nicht daran erinnern, wann er zuletzt eine ungeschminkte Frau gesehen hatte. Es erschien ihm seltsam intim.
Luc rührte sich nicht von der Stelle. Doch kurz bevor Jesse Moriarty ihn erreichte, wich sie erschreckt zur Seite, als ihr jemand zufällig in den Weg trat.
Es war eine instinktive Reaktion: Bevor Luc wusste, was er tat, ergriff er ihren Oberarm, um sie zu stützen. Auf ihren Wangen bildeten sich rote Flecken. Mit weit aufgerissenen Augen starrte sie ihn an. Augen, die so dunkelgrau waren, dass sie beinahe blau wirkten – und Luc für einen Moment vollkommen in ihren Bann zogen.
Diese Frau hatte etwas, das seinen eisernen Schutzpanzer, den er sich über die Jahre zugelegt hatte, durchdrang. Als ihm das bewusst wurde, zog er seine Hand ruckartig zurück. Fast hätte er Jesse Moriarty dabei von sich gestoßen.
Sie sprach seine ursprünglichsten Instinkte an. Diese Frau fesselte ihn. Dabei passierte so etwas normalerweise nur, wenn er es zuließ, spontan jedoch nie. Diese bizarre Erfahrung ließ seine Stimme harscher klingen als beabsichtigt.
„Sie sollten besser aufpassen, wohin Sie gehen.“
Kurz flackerte maßlose Verlegenheit in den großen Augen auf, dann veränderte sich der Ausdruck, wurde – die Beschreibung, die der Anwalt benutzt hatte, fiel Luc ein – eiskalt.
Sie trat zurück, musterte ihn von Kopf bis Fuß. „Es war nur ein Missgeschick.“
Ihre heiser-rauchige Stimme ließ Lucs Pulsschlag rasen. Mit ihrem Blick hätte sie die Sahara auf den Gefrierpunkt abkühlen können. Dann ging sie weiter, und Luc musste den seltsamen Impuls unterdrücken, sie zurückzuhalten und … Was? Sich zu entschuldigen? Wurde er etwa mit zunehmendem Alter weich? Er wusste doch, dass die Frauen dieser Welt, ob Geschäftskolleginnen oder Goldgräberinnen auf der Suche nach einer guten Partie, sich nur den Anschein gaben, als besäßen sie eine verletzliche Seele. Vielleicht mochten solche Wesen tatsächlich existieren, aber zum größten Teil war das alles nur Schein, der dazu diente, sich einen Mann zu angeln. Er war ein Mal in diese Falle getappt. Den Fehler würde er nicht wiederholen.
Und nach dem Blick zu schließen, mit dem sie ihn gemustert hatte, gehörte Jesse Moriarty wohl zu den absolut unverletzlichen Frauen.
Ein Jahr später …
„Weshalb interessieren Sie sich für JP O’Brian Bauunternehmen, Mr Sanchis?“
Luc sah die Frau an, die schäumend vor seinem Schreibtisch stand, die Hände auf die Platte gestützt, das Kinn vorgereckt. Sie war einfach in sein Büro marschiert gekommen, als würde es ihr gehören – was ihn zuerst völlig überrumpelt hatte.
Ein Jahr war es her, seit sie sich begegnet waren, und in diesem einen Jahr hatten sich ihre großen grauen Augen ärgerlicherweise als unvergesslich erwiesen. Nur wurde Luc jetzt klar, dass seine Erinnerung der Realität nicht standhielt.
Groll über die unwillkommene Erinnerung an seine menschliche Schwäche flammte in ihm auf. Das hier war das zweite Treffen mit Jesse Moriarty, aber die Frau schien ein unfehlbares Gespür dafür zu haben, wie sie ihn verärgern konnte.
Er stand auf, stützte die Hände ebenfalls auf die Schreibtischplatte. „Miss Moriarty, ich schlage vor, Sie nehmen erst einmal Platz … wenn Sie davon ausgehen, dass dies hier ein Gespräch werden soll.“
Jesse blickte starr in seine dunkelbraunen Augen. Und genau wie letztes Jahr, als sie auf dieser Veranstaltung mit Luc Sanchis zusammengestoßen war, hatte sie das Gefühl, das Gleichgewicht zu verlieren.
Der innere Aufruhr, der sie veranlasst hatte, den Mann spontan und unangemeldet zur Rede zu stellen, legte sich. Schlagartig wurde Jesse sich der ungewöhnlichen Situation bewusst, nahm abrupt Platz und beobachtete, wie ihr Gegenüber sich ebenfalls wieder auf seinem Stuhl niederließ.
Erst vor ein paar Monaten hatte sie erfahren, wer der Mann war, mit dem sie damals zusammengeprallt war, als sie sein Bild in der Zeitung gesehen hatte. Ärgerlich nur, dass die Erinnerung an ihn auch ohne das Foto nach wie vor sehr lebendig war.
Luc Sanchis, halb Spanier, halb Franzose. Vorstandsvorsitzender von Sanchis Construction & Design, eines der erfolgreichsten Architekturbüros weltweit. Die Firma war bekannt für die Verbindung von innovativem Design und umweltfreundlichen Konstruktionsmethoden.
Noch immer erinnerte Jesse sich an das Gefühl seiner Hand auf ihrem Arm. Damals hatte sie das Brennen an der Stelle tagelang gespürt. Viel beunruhigender war allerdings die Enttäuschung gewesen, als er sie von sich gestoßen hatte, so, als würde ihn allein ihr Anblick anekeln.
Über die Sprechanlage beauftragte er seine Assistentin, Erfrischungen zu bringen. Jesse wollte ihm sagen, er brauche die Frau nicht zu bemühen, doch sie traute ihrer Stimme nicht. Sie wollte sich erst sammeln, er sollte nicht sehen, wie stark er ihr inneres Gleichgewicht ins Wanken bringen konnte – heute nicht anders als vor einem Jahr.
„Also, Miss Moriarty“, er hatte den Lautsprecher wieder abgestellt, „fangen wir doch noch einmal von vorn an.“
Sein Ton passte ihr ganz und gar nicht, dennoch hielt sie sich zurück. „Entschuldigen Sie, ich wollte nicht unhöflich sein“, presste sie bemüht hervor.
Er zog eine Augenbraue in die Höhe. Ein leises Klappern kündigte die Assistentin mit dem Kaffeetablett an. Jesse war dankbar für den Aufschub und beobachtete fasziniert, wie Luc sich mit einem Lächeln für den Kaffee bedankte. Ihr stockte das Herz. Sein Gesicht war dunkel gebräunt, viel eher markant als attraktiv – eine Erkenntnis, die sie alles andere als kalt ließ.
Die Assistentin verließ den Raum, Jesse nahm einen Schluck Kaffee und wappnete sich, um Luc Sanchis offen anzusehen.
„Ich würde gern wissen, welches Interesse Sie an JP O’Brian haben.“
Er stellte seine Tasse ab, lehnte sich in den hohen Ledersessel zurück. Er hatte unglaublich breite Schultern und das blütenweiße Hemd mit der Seidenkrawatte vermittelte nur die Illusion von Zivilisiertheit, unter der sich raue, ungezügelte Männlichkeit verbarg. Jesse schluckte nervös.
„Bei allem Respekt“, hob er an, „aber ich glaube nicht, dass Sie das etwas angeht. Die Frage ist doch wohl eher, was Sie mein Interesse kümmert, oder?“
Sein Blick schien sie zu...




