E-Book, Deutsch, Band 1998, 144 Seiten
Reihe: Julia
Green In der Oase unserer Träume
1. Auflage 2011
ISBN: 978-3-86349-756-9
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 1998, 144 Seiten
Reihe: Julia
ISBN: 978-3-86349-756-9
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Scheich Salman ist Jamilahs Traummann, solange sie denken kann. Doch nach einer wunderbaren Liebesnacht in Paris brach er ihr fast das Herz, weil in seiner Welt kein Platz für sie schien. Als sie ihn fünf Jahre später wiedersieht, sind sofort all die Gefühle von damals wieder da. Die Wut, dass er sie so einfach verließ - und diese unvernünftige Sehnsucht nach seiner Nähe. Sosehr sie es versucht: Sie kann ihm nicht widerstehen! Als er sie in eine romantische Wüstenoase entführt, gibt sie sich ihm leidenschaftlich hin. Auch wenn sie spürt, dass er etwas vor ihr verbirgt.
Abby Green wurde in London geboren, wuchs aber in Dublin auf, da ihre Mutter unbändiges Heimweh nach ihrer irischen Heimat verspürte. Schon früh entdeckte sie ihre Liebe zu Büchern: Von Enid Blyton bis zu George Orwell - sie las alles, was ihr gefiel. Ihre Sommerferien verbrachte sie oft bei ihrer Großmutter in Kerry, und hier bekam sie auch ihre erste Romance novel in die Finger. Doch bis sie ihre erste eigene Lovestory zu Papier brachte, vergingen einige Jahre: Sie studierte, begann in der Filmbranche zu arbeiten, aber vergaß nie ihren eigentlichen Traum: Irgendwann einmal selbst zu schreiben! Zweimal schickte sie ihre Manuskripte an Mills & Boon, zweimal wurde sie abgelehnt. Doch 2006 war es endlich soweit: Ihre erste Romance wurde veröffentlicht. Abbys Tipp: Niemals seinen Traum aufgeben! Der einzige Unterschied zwischen einem unveröffentlichen und einem veröffentlichten Autor ist - Beharrlichkeit!
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1. KAPITEL
Jamilah Moreau musste sich zusammenreißen, um nicht vor Glück fröhlich wie ein kleines Kind über den Boulevard de Grenelle zu hüpfen. Als sie zum Eiffelturm hinüberschaute, schnitt sie eine. Was für ein Klischee! schoss ihr durch den Kopf. Sie war in Paris, es war Frühling, und sie war bis über beide Ohren verliebt.
Jamilah war sich der bewundernden Blicke nicht bewusst, die ihrer ungewöhnlichen Erscheinung folgten. Ihr seidiges schwarzes Haar war ein Erbe ihrer merkazadischen Mutter, ihre strahlend blauen Augen stammten von ihrem französischen Vater.
Ich könnte die ganze Welt umarmen, dachte sie glücklich. Am liebsten hätte sie ihre Einkaufstüten in die Luft geworfen und vor Freude laut herausgelacht.
Bisher hatte Jamilah immer geglaubt, die Leute würden übertreiben, wenn sie von Paris als Stadt der Liebe schwärmten. Doch jetzt verstand sie. Man musste verliebt sein, um es zu sehen! Kein Wunder, dass sich ihre Eltern hier ineinander verliebt hatten.
Ihr Herz schlug freudig vor Erregung. Sie wollte die Arme ausbreiten und rufen: Ich liebe Salman al Saqr, und er liebt mich! Bei diesem Gedanken verspürte sie einen Stich. Ihre Freude war plötzlich getrübt.
Genau genommen hatte Salman ihr noch gar nicht gesagt, dass er sie liebte. Selbst heute Morgen nicht, als sie ihm ihre Liebe gestanden hatte. Nach einer Nacht voller Leidenschaft hatte sie vor Glück die Worte keine Sekunde länger zurückhalten können. Schon seit Tagen brannten sie ihr auf den Lippen.
Erst vor drei Wochen war sie Salman wieder begegnet. Direkt vor den Toren der Universität, in der sie gerade ihre Abschlussprüfungen hinter sich gebracht hatte, war sie ihm über den Weg gelaufen. Sie waren zusammen aufgewachsen, aber Jamilah hatte ihn seit Jahren nicht mehr gesehen.
Beim Anblick ihrer ersten Liebe war eine Hitzewelle durch ihren Körper gejagt und ihre Beine hatten so stark gezittert, als würden sie jeden Moment unter ihr nachgeben.
Salmans wilde dunkle Locken und seine durchdringenden schwarzen Augen, die schon immer Geheimnisse und dunkle Schatten zu bergen schienen, waren unverändert. Doch er war noch attraktiver als damals, denn mittlerweile war er ein Mann geworden. Groß, breitschultrig und selbstbewusst stach er aus der Menge heraus.
Vor Jamilahs Augen verschwamm alles, sie schwankte. Doch da fasste Salman mit festem Griff ihren Arm und gab ihr Halt. Gerade wollte er sie mit einem anerkennenden Blick loslassen, als sich plötzlich der Ausdruck seiner dunklen Augen änderte.
Er zog die dichten Brauen zusammen und schnappte ungläubig nach Luft. „Jamilah?“
Sie nickte nur stumm. In ihren Ohren rauschte das Blut, und ihr Herz pochte so heftig in ihrer Brust, dass sie fürchtete, es würde herausspringen. Wie lange hatte sie davon geträumt, dass Salman sie so ansehen würde?
Schnell entschieden sie, in eins der zahlreichen kleinen Cafés zu gehen. Danach hatten sie sich bereits verabschiedet, als Salman sie plötzlich mit einem Griff nach ihrem Arm zurückhielt. „Warte … hast du Lust, heute Abend mit mir essen zu gehen?“
Jamilah hatte die Einladung ohne zu zögern angenommen. An jenem ersten Wochenende hatten sie sich zum ersten Mal geliebt.
Die folgenden drei Wochen kamen ihr noch immer wie ein Traum vor. Habe ich zu schnell Ja gesagt? fragte sie sich jetzt.
Doch sie hatte so viele Jahre lang von Salman geträumt und ihn aus der Ferne begehrt, dass sie es nicht geschafft hatte, ihre Gefühle vor ihm zu verbergen.
Jetzt war Jamilah auf dem Weg zu seinem Apartment, um ihm Abendessen zu kochen. Ist das wirklich so eine gute Idee? schoss ihr plötzlich durch den Kopf. Für einen Moment wurde sie unsicher.
Salman hatte sie heute nicht eingeladen. Im Gegenteil, am Morgen war er ungewöhnlich still gewesen. Aber sie konnte sich bereits vorstellen, wie er beim Anblick ihrer leckeren Einkäufe erfreut lachen und seine Tür weit für sie öffnen würde.
Salman hat aber auch eine andere Seite, schoss Jamilah durch den Kopf, während sie an der roten Ampel wartete. Gedankenverloren betrachtete sie den prächtigen Altbau auf der anderen Straßenseite, in dem sich sein Apartment befand.
Im Gegensatz zu seinem Bruder Scheich Nadim, der eine selbstverständliche Leichtigkeit im Umgang mit allen Menschen besaß, war Salman ein Einzelgänger. Doch das hatte Jamilah nie gestört. So lange sie zurückdenken konnte, hatte sie eine besondere Verbindung zu ihm gefühlt.
Aber es gab auch Momente, in denen sie eine tiefe Dunkelheit in Salmans Seele spüren konnte. Jedes Mal, wenn sie von ihrer beider Heimatland Merkazad sprach, legte sich ein finsterer Schleier über sein Gesicht. Ganz besonders, wenn sie auch noch den Namen seines Bruders Nadim erwähnte.
Scheich Nadim war der Herrscher von Merkazad, einem kleinen, unabhängigen Scheichtum innerhalb des größeren Landes Al-Omar auf der Arabischen Halbinsel. Es war Geburtsort und Zuhause von Jamilahs Mutter gewesen. Ihr französischer Vater hatte als Berater für Salmans Vater gearbeitet. Jamilah selbst war in Paris geboren, aber in Merkazad aufgewachsen.
Eigentlich stand es seit einiger Zeit fest, dass Jamilah in einer Woche nach Merkazad zurückkehren würde, um ihre Arbeit als Leiterin der königlichen Ställe anzutreten. Aber heute Abend würde sie Salman mit der Nachricht überraschen, dass sie ihre Pläne geändert hatte. Sie würde bei ihm in Paris bleiben.
In Gedanken versunken war sie an der Tür von Salmans Apartmenthaus angelangt. Der Concierge setzte an, sie herzlich wie immer zu begrüßen, doch plötzlich flog ein Schatten über sein Gesicht. „Excusez-moi, mademoiselle, erwartet der Prinz Sie heute Abend?“
Jamilah zuckte zusammen. Sie war es nicht gewohnt, dass Salman als Prinz bezeichnet wurde. Seinen Status als nächster Thronfolger nach Scheich Nadim hatte sie beinahe vergessen.
Sie lächelte breit und hievte ihre übervollen Einkaufstaschen in die Luft. „Ich koche Abendessen!“
Der Concierge erwiderte ihr Lächeln, auch wenn er dabei ein wenig unbehaglich wirkte. Als sie in den Lift stieg, fühlte auch Jamilah sich plötzlich seltsam unwohl. Im obersten Stockwerk öffneten sich die Türen des Fahrstuhls. Zögernd stieg sie aus.
Salmans Wohnungstür war nur angelehnt. Aus dem Inneren des Apartments hörte Jamilah das helle Kichern einer Frau. Ohne nachzudenken, stieß sie die Tür auf und trat ein.
Salman stand in der Mitte des Wohnzimmers. Er hielt eine schöne rothaarige Frau in den Armen und küsste sie leidenschaftlich. Genau so, wie er es mit Jamilah immer getan hatte.
Die Einkaufstaschen glitten aus ihren gefühllosen Händen. Nur ganz langsam löste Salman sich aus dem Kuss und drehte sich zu Jamilah um. Seine Hand ruhte weiterhin wie selbstverständlich an der Taille der Fremden. Offensichtlich ungehalten über die Unterbrechung funkelte die schöne Unbekannte Jamilah mit ihren grünen Augen an.
Diese war wie betäubt vor Schock. Reglos sah sie zu, wie Salman der Frau etwas ins Ohr murmelte. Mit einem unwilligen Seufzer nahm die Besucherin daraufhin Handtasche und Mantel vom Sofa und ging zur Tür. Dabei stieß sie wie unabsichtlich an Jamilahs Schulter.
An der Tür drehte sie sich noch einmal um und rief: „Je te vois plus tard, chéri.“ Bis später, Liebling. Zurück blieb nur eine dumpfe Wolke ihres süßen Parfüms.
Als die Tür hinter der Fremden ins Schloss fiel, kehrte langsam Gefühl in Jamilahs Körper zurück. Salman lehnte sich in den Türrahmen und schaute sie kühl an. Seine schwarzen Augen gaben keine Gefühle preis.
Erst jetzt fiel Jamilah seine förmliche Kleidung auf. Der dunkle Anzug saß wie angegossen und betonte Salmans schmale Hüften, dazu trug er ein blütenweißes Hemd. Plötzlich fühlte sie sich schäbig in ihrer Jeans und dem einfachen T-Shirt. Sie wusste zwar, dass Salman als Investmentbanker arbeitete, doch mehr hatte er ihr nicht erzählt.
Er spricht mit mir nie über Persönliches! schoss ihr durch den Kopf. Er war ihr Liebhaber, nicht mehr. Sie spürte, wie ein Zittern durch ihre Beine lief, aber bevor sie etwas sagen konnte, bemerkte Salman gelassen: „Ich hatte nicht erwartet, dich heute Abend zu sehen. Wir waren nicht verabredet.“
Genauso wenig war verabredet, dass du innerhalb von drei Wochen mein Leben auf den Kopf stellst! wollte Jamilah ihm wütend an den Kopf werfen, aber sie hatte Angst, ihre Stimme würde ihr nicht gehorchen.
Konnte diese kalte, distanzierte Person vor ihr wirklich derselbe Mann sein, der sie noch vor zwölf Stunden leidenschaftlich geliebt hatte?
Tränen traten in ihre Augen. „Ich … ich wollte dich überraschen. Ich habe eingekauft …“
Sie senkte den Kopf und blickte auf die verstreuten Lebensmittel zu ihren Füßen. Zerbrochene Eier hatten sich auf dem Marmorboden verteilt und mischten sich mit Rotwein.
„Du kannst hier nicht einfach unangemeldet hereinplatzen, wenn dir danach ist, Jamilah“, sagte Salman in tadelndem Tonfall.
Ihr Herz krampfte sich schmerzhaft zusammen. „Ich wäre sicher nicht gekommen, wenn ich gewusst hätte, dass du … beschäftigt bist.“ Sie biss sich auf die Lippen, doch sie konnte ihre Worte nicht zurückhalten. „Hast du dich die ganze Zeit, seit wir...




