E-Book, Deutsch, Band 2545, 144 Seiten
Reihe: Julia
Green Zwischen Rache und Begehren
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-7515-0969-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 2545, 144 Seiten
Reihe: Julia
ISBN: 978-3-7515-0969-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Dieses unschuldige Gesicht, die großen blauen Augen und der sinnliche Mund! Nie hat Milliardär Zachary Temple die mysteriöse Fremde vergessen. Durch einen spektakulären Auftritt bei ihrer einzigen Begegnung hat sie ihn einst fast ruiniert! Als Ashling jetzt zufällig wieder in seinem Leben auftaucht, durchfährt ihn sengende Hitze. Vor Wut natürlich, nicht vor Begehren! Endlich ist der Zeitpunkt der Rache gekommen! Doch er hat nicht mit der sinnlichen Anziehungskraft der sexy Schauspielerin gerechnet, der er trotz allem nicht lange widerstehen kann ...
Abby Green wurde in London geboren, wuchs aber in Dublin auf, da ihre Mutter unbändiges Heimweh nach ihrer irischen Heimat verspürte. Schon früh entdeckte sie ihre Liebe zu Büchern: Von Enid Blyton bis zu George Orwell - sie las alles, was ihr gefiel. Ihre Sommerferien verbrachte sie oft bei ihrer Großmutter in Kerry, und hier bekam sie auch ihre erste Romance novel in die Finger. Doch bis sie ihre erste eigene Lovestory zu Papier brachte, vergingen einige Jahre: Sie studierte, begann in der Filmbranche zu arbeiten, aber vergaß nie ihren eigentlichen Traum: Irgendwann einmal selbst zu schreiben! Zweimal schickte sie ihre Manuskripte an Mills & Boon, zweimal wurde sie abgelehnt. Doch 2006 war es endlich soweit: Ihre erste Romance wurde veröffentlicht. Abbys Tipp: Niemals seinen Traum aufgeben! Der einzige Unterschied zwischen einem unveröffentlichen und einem veröffentlichten Autor ist - Beharrlichkeit!
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PROLOG
Ashling Doyle war so nervös, dass sie viel zu schnell und zu flach atmete. Ihr war schon ganz schwindlig. Sie musste sich unbedingt beruhigen. Om …
Sie hatte einfach nicht erwartet, dass dieser Ort so … einschüchternd sein würde.
Hinter einer großen Grünpflanze versteckte sie sich vor den Blicken der anderen Gäste, die zum exklusivsten Event des Jahres in diesem Kulthotel in London zusammengekommen waren.
Selbst die Luft roch irgendwie teuer. Kein Wunder, denn sie wurde extra parfümiert, wie Ashley erstaunt beobachtet hatte.
Zum wiederholten Mal nestelte sie nervös an ihrem Haar herum. Alles okay, die Perücke saß bombenfest. Sie war nicht an langes Haar gewöhnt, das ihr in großzügigen Locken über die Schulter fiel. Und die rote Haarfarbe ließ sie jedes Mal erschrocken zusammenzucken, wenn sie ihr Bild im Spiegel erhaschte.
Jemand öffnete eine Tür. Ashling erschauerte leicht, als sie die kalte Winterluft auf ihrer nackten Haut spürte. Und davon gab es jede Menge. Unbehaglich blickte Ashley an dem engen, trägerlosen schwarzen Fummel hinab und versuchte vergeblich, es ein Stück höher über ihre Brust zu zerren. Der Saum endete viel zu hoch über ihren Knien, und bei jeder Bewegung glänzte der mit Pailletten besetzte Stoff. Diskret war etwas anderes.
Besorgt wandte sie sich an Carter, der neben ihr stand. Sie sah ihn heute Abend zum ersten Mal. Er hatte ihr die Rahmenbedingungen für den Job erklärt und war hier, um sie anzuleiten. „Die anderen Frauen tragen alle lange Abendkleider … falle ich da nicht auf?“
Carter warf ihr einen abschätzenden Seitenblick zu. „Es ist perfekt. Vergessen Sie nicht, Sie spielen eine Rolle und sind nicht als Gast hier.“
Als ob er sie daran erinnern müsste, dass sie nicht hierhergehörte. Unter normalen Umständen hätten ihre Wege wohl nie die dieser exklusiven Gesellschaft gekreuzt. Doch von normalen Umständen konnte nicht die Rede sein. Sie war nur hier, um einer Freundin aus ihrer Theatergruppe einen Gefallen zu tun, weil diese verhindert war.
Konzentriert spähte sie durch eine Lücke in den Zweigen. „Ist er das? Der Mann da in der Mitte? Mit dem dunkelbraunen Haar?“
In seinem klassischen Smoking sollte er eigentlich nicht aus der Menge identisch gekleideter Männer hervorstechen, und doch fiel er auf. Nicht nur durch seine hochgewachsene und stattliche Erscheinung. Es war die Aura, die ihn umgab. Macht. Charisma. Sinnlichkeit.
„Ja, der sich gerade mit einer Blondine unterhält.“
Ein unangenehmes Prickeln überlief sie. Von einer Frau war nicht die Rede gewesen.
Carter nahm sie am Arm und schob sie Richtung Menge. „Das ist Ihr Einsatz. Los!“
Ashling zögerte.
Hinter ihr zischte Carter: „Wenn sie jetzt nicht in Aktion treten, ist es zu spät, und Sie können Ihr Honorar vergessen.“
Der Magen sank ihr in die Kniekehlen. Sie brauchte das Geld dringend, um ihren Ausbildungskurs zur Yogalehrerin zu beenden. Also atmete sie tief durch, um ihre Nerven zu beruhigen, und schob sich durch die Menge, bis sie direkt hinter ihrem Zielobjekt stand.
Aus der Nähe betrachtet war er sogar noch größer, überragte sie um einen Kopf, obwohl sie auch nicht gerade klein war und High Heels trug. Sein zweifellos maßgeschneiderter Anzug saß wie angegossen.
Ashling hatte keine Ahnung, wer der Mann war – man hatte sie bloß mit einem vorgefertigten Text ausgestattet. Es sollte irgendein harmloser Spaß sein, leicht zu performen. Etwas, worauf nur reiche, gelangweilte Leute kommen konnten. So jedenfalls hatte sie sich die Sache zusammengereimt.
Da es sie nicht weiterbrachte, seinen breiten Rücken zu bewundern, ging sie rasch um ihn herum und baute sich direkt vor ihm auf.
Im selben Moment blieb ihr der Atem weg, und sie konnte nicht mehr klar denken.
Der Mann sah einfach umwerfend gut aus. Kurzes dunkles Haar, dunkle Augen, sehr maskuline Züge mit einem energischen Kinn und hohen Wangenknochen. Sinnliche Lippen.
Sein Lächeln, mit dem er eben noch seine blonde Gesprächspartnerin entzückt hatte, verblasste, als sein Blick auf Ashling fiel – und auf ihr mehr als freizügiges Kleid. Das sie wohl genau aus diesem Grund tragen musste.
Trotz des teuren Designerlabels stach sie damit hervor wie billiger, schillernd bunter Tand unter lupenreinen Diamanten. Der Kontrast zu der Blondine in ihrem eleganten weißen Kleid konnte nicht größer sein.
Spul deinen Text herunter und verschwinde.
Sie löste sich aus ihrer Trance und konzentrierte sich ganz auf ihre Rolle. Mit einem koketten Lächeln machte sie sich an den Mann heran und schlang ihm die Arme um den Hals. „Hier bist du also, Darling. Ich habe dich schon überall gesucht.“
Sie drückte ihm einen Kuss aufs Kinn, höher konnte sie nicht reichen. Ashling spürte raue Bartstoppeln unter ihren Lippen. Sein Duft betörte ihre Sinne – herb und holzig, mit einer exotischen Kopfnote. Sie erschauerte. Schockiert über ihre intensive Reaktion auf ihn erstarrte sie.
Der Mann legte die Hände auf ihre Arme und befreite sich aus ihrer Umklammerung, ohne sie loszulassen. Sein grimmiger Blick durchbohrte sie. „Wer zum Teufel sind Sie? Ich habe Sie nie zuvor in meinem Leben gesehen.“
Ashling brauchte nicht auf ihr Schauspieltalent zurückzugreifen, um erschrocken dreinzuschauen. Sein Ton und sein Gesichtsausdruck spiegelten Entsetzen wider, das machte sie stutzig. Natürlich hatte sie mit einer gewissen Irritation gerechnet, wenn sich ihm eine wildfremde Frau an den Hals warf, aber nicht mit dieser heftigen Reaktion.
Das ergab keinen Sinn.
Sie blinzelte, um ein paar Tränen herauszuquetschen. Mit zitternder Stimme brachte sie hervor: „Aber Darling, letzte Nacht war es so großartig mit uns beiden. Du hast mir doch gesagt, dass ich ganz etwas Besonderes bin. Wieso behauptest du jetzt, mich nicht zu kennen?“
Kurz fragte sie sich, wie es wohl wäre, wenn ein Mann wie er ihr sagen würde, dass sie etwas Besonderes war. Dann riss sie sich zusammen und rief sich zur Ordnung. Solche gefährlichen Fantasien hatten ihr gerade noch gefehlt. Dieser Mann, diese Umgebung – das war nicht ihre Welt, war es nie gewesen.
Aus dem Augenwinkel registrierte sie, wie die Blondine im weißen Kleid sich versteifte, ihr Lächeln gefror. In welcher Beziehung standen sie wohl zueinander? Egal, sie war schon zu weit gegangen, es gab kein Zurück mehr.
„Verdammt …“ Er schien ernsthaft verwirrt. „Wie ich schon sagte, ich kenne Sie nicht.“ Kühl maß er sie von Kopf bis Fuß. „Und mit Frauen wie Ihnen pflege ich für gewöhnlich keinen Umgang.“
Jetzt war es Ashling, deren Lächeln gefror. Was bildete dieser arrogante Kerl sich eigentlich ein? Verärgert musste sie sich eingestehen, dass seine Worte sie getroffen hatten. Zum Teil wohl deshalb, weil sie ihn durchaus attraktiv fand und er sie eiskalt abblitzen ließ.
Die Erinnerung an ein ähnliches Ereignis stieg in ihr auf. Wie sie sich einem Mann in einer Menge genähert, ihm sanft auf die Schulter getippt hatte. Wie er sich zu ihr umdrehte, sie nicht erkannte. Sie hatte ihrem eigenen Vater erklären müssen, wer sie war – seine erstgeborene Tochter. Seine uneheliche Tochter.
Allmählich war die Erkenntnis eingesickert, das las sie in seiner Miene. Und mit der Erkenntnis kam das Entsetzen, nicht etwa freudige Überraschung, wie Ashling es sich erhofft hatte. Er hatte sie am Arm gepackt und sie zur Seite gezogen. Aus dem Sichtfeld der anderen …
Rasch verbannte Ashling die unwillkommene Erinnerung wieder in die Tiefen ihres Unterbewusstseins. Doch der Schmerz der Zurückweisung schnitt ihr tief ins Herz, und sie riss sich von dem Fremden los.
Verzweifelt versuchte sie, sich auf ihren Job zu konzentrieren, aber ihr Herz konnte nicht zwischen vergangenem Schmerz und der heutigen Situation unterscheiden. „Na los, nur frei heraus vor all deinen Freunden: Ich bin dir also nicht gut genug?“
Ein abschätziges Lächeln legte sich um seine Lippen. „Sie reden Unsinn. Sie gehören einfach nicht hierher, das ist alles.“
Seine Worte trafen sie wie eine Ohrfeige. Ohne sich an ihren Text zu halten, platzte Ashling hervor: „Wenn ich mich recht erinnere, haben wir uns letzte Nacht nicht groß mit Reden aufgehalten. Wie oft haben wir uns auch ohne Worte verstanden? Zweimal? Dreimal? Du hast gesagt, ich sei die Beste, die du je hattest.“
Irgendjemand schnappte hörbar nach Luft. Die Blondine an seiner Seite? Ashling konnte sich nicht vom Blick aus seinen dunklen Augen lösen. Eine Gänsehaut überlief ihre nackte Haut. Ganz allmählich meldete sich ihr gesunder Menschenverstand wieder zurück.
Ihr wurde bewusst, dass ihr nur noch Sekunden blieben, bevor der Schwindel aufflog.
Angriffslustig schob sie das Kinn vor. „Aha, jetzt bin ich wohl nicht mehr willkommen. Fürs Bett bin ich dir gut genug, aber nicht, um dich mit mir vor aller Welt zu zeigen.“ Noch immer konnte sie den Schmerz spüren, deshalb kamen die Tränen von ganz alleine. Ihre Sicht verschwamm. „Du hast mich einfach nur benutzt, aus Langeweile oder Übersättigung, was weiß ich. Das ist eine Beleidigung.“
Damit drehte sie sich um und drängte sich durch die Menge, zitternd vor einer Überdosis Adrenalin und Erschütterung.
Ohne Umwege kehrte sie in die Suite zurück, wo sie sich vorhin umgezogen hatte. Carter erwartete sie schon dort. Mit einem Ruck riss sie das winzige Mikrofon ab, das sie im Ausschnitt versteckt hatte, und gab es...




