Gregorio | Capri bedeutet für immer | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1, 320 Seiten

Reihe: Via dell'Amore

Gregorio Capri bedeutet für immer

Eine große Liebe in einer kleinen Goldschmiede und eine romantische Hochzeit am azurblauen Meer auf der schönsten Insel Italiens
24001. Auflage 2024
ISBN: 978-3-8437-3144-7
Verlag: Ullstein Ebooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Eine große Liebe in einer kleinen Goldschmiede und eine romantische Hochzeit am azurblauen Meer auf der schönsten Insel Italiens

E-Book, Deutsch, Band 1, 320 Seiten

Reihe: Via dell'Amore

ISBN: 978-3-8437-3144-7
Verlag: Ullstein Ebooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Traumhochzeit auf Capri Als ihre Nonna Tommasina sie bittet, in einer kleinen Goldschmiede in Neapel einzuspringen, ist Chiara nicht gerade begeistert. Ihre Heimatstadt hatte sie mit einem gebrochenen Herzen verlassen und ein neues Leben in Mailand begonnen. In der Goldschmiede in der Via dell'Amore angekommen, erwarten sie Chaos und alte Spannungen. Als sie langsam Gefallen an ihrer Arbeit in der kleinen Werkstatt findet, stößt sie auf eine vergessene Bestellung für Trauringe, die für eine Hochzeit auf Capri gedacht sind. Kann Chiara die Traumhochzeit auf der Insel retten und am azurblauen Wasser auch ihr eigenes Herz heilen?  

Roberta Gregorio wurde 1976 im schönen Fürstenfeldbruck in Bayern geboren und ist dort direkt an der Amper aufgewachsen. Auch heute lebt sie mit ihrer Familie am Wasser, nur nicht mehr am Fluss, sondern am Meer, genauer in Süditalien. Gleich geblieben ist ihre große Leidenschaft für Worte, Texte und Manuskripte. Wenn sie nicht schreibt oder liest, übersetzt sie auch gerne. Braucht sie trotzdem mal eine kurze Pause, dann geht sie an den Strand und lässt die Seele baumeln, denn die Sache mit dem Dolcefarniente, die kann sie besonders gut.
Gregorio Capri bedeutet für immer jetzt bestellen!

Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


Kapitel 1


Chiaras Augen brannten, der Schaum lief ihr unaufhaltsam aus den Haaren, über die Stirn, auf die Wangen und dann weiter und weiter. Und sie fror, weil sie auf die Schnelle nur das winzige Gästehandtuch erwischt hatte, das noch nicht mal eine Pobacke bedeckte. Halb blind tastete sie sich in die Küche, stolperte über Ernesto, den Kater ihrer Mitbewohnerin, der ihr daraufhin mit den Krallen ins Bein schlug. Ja, so war er, der Gute: verschmust und anschmiegsam nur bei seinem Frauchen. Freunde würden Chiara und Ernesto in diesem Leben wohl nicht mehr werden, diese Hoffnung hatte sie schon lange aufgegeben.

In der Küche angekommen, nahm sie mit spitzen Fingern das Alukännchen, in dem der aufgestiegene vor sich hin gurgelte, vom Gasherd und stellte es in die Spüle. Mist, es roch schon angebrannt. Sie fluchte. Als gebürtige Neapolitanerin fehlte es ihr weder am nötigen Vokabular noch an der korrekten Intonation. Sie ließ Wasser über das glühende Kännchen laufen, das beim Erkalten empört zischte. Nun konnte Chiara durchatmen. Das war noch mal gut gegangen. Dass sie aufgesetzt hatte, war ihr erst wieder eingefallen, als sie voll eingeschäumt unter der Dusche gestanden hatte. Die Zeit reichte nie, und sie tat alles auf einmal und viel zu hastig, was dann zu Momenten wie diesem führte.

Chiara eilte zurück ins Bad, befreite sich von dem ganzen Schaum und stieg wieder aus der Dusche. Ein Seitenblick auf ihre Armbanduhr, die auf dem Rand des Waschbeckens lag, verriet ihr, dass sie spät dran war. Als Süditalienerin, die in Mailand lebte, hatte sie noch immer ein bisschen mit der Pünktlichkeit zu kämpfen, die ihr nicht mit in die Wiege gelegt worden war – so viel Selbstkritik musste sein.

Als sie sich endlich fertig angezogen und gestylt hatte, verließ sie die Wohnung in der Mailänder Innenstadt, kehrte fünf Minuten später aber schon wieder zurück, weil sie ihr Handy liegen gelassen hatte. Dabei ließ sie die Wohnungstür offen, was Ernesto schamlos zu seinem Vorteil ausnutzte. Er entwischte ihr, und sie musste ihn im Treppenhaus suchen. Fünfzehn Minuten lang. Als sie ihn wieder in die Wohnung trug, fauchte er sie an. Sie versuchte, ihn zu beruhigen, zu kraulen, er fauchte noch lauter.

»Was für ein wundervoller Morgen …«, sagte sie zu sich selbst mit einem Blick auf ihre schwarze Hose und ihr lilafarbenes Top, das nun voller grauer Katzenhaare war, und machte sich seufzend auf den Weg zur Arbeit.

Sobald sie das Haus verließ, landete sie im puren Chaos. Obwohl sie schon seit fünf Jahren hier wohnte, erschlug sie das hektische Treiben in den Straßen jeden Tag aufs Neue. Und sie war in Neapel groß geworden. Was hieß, dass sie eigentlich daran gewöhnt sein sollte, an diese Menschenmassen und den ständigen Verkehr. So war es aber nicht. Neapel hatte sie nicht halb so sehr gestresst wie Mailand. Manchmal hatte sie Heimweh, das konnte sie gar nicht leugnen. Mailand und Neapel waren zwei Extreme. Und ihr fehlte oft die Wärme, die Herzlichkeit. Abgesehen von Neapels unvergleichlicher Schönheit. Welche Großstadt konnte schon von sich behaupten, von einem Vulkan angelächelt, dem Meer liebkost zu werden und einen Katzensprung von den glamourösesten Inseln des Mittelmeerraums entfernt zu liegen?

Aber es nutzte ja nichts. Chiara holte tief Luft und tauchte ein in den Strom.

Eigentlich hatte sie nicht vorgehabt, in der Großstadt in der Lombardei ansässig zu werden. Sie war hierhergekommen, um an der bekannten Galdus-Schule zur Goldschmiedin ausgebildet zu werden. Sie hatte sich riesig gefreut, als sie nach einem gar nicht so einfachen Aufnahmetest zum Studium zugelassen worden war. Modernste Geräte und innovative Techniken hatten sie begeistert, aber auch die Professoren hatten sie mit ihrer Motivation und Liebe zur Materie angesteckt. Lernen war eine Freude gewesen, für den praktischen Teil hatte sie nach nur wenigen Wochen ein richtiges Talent entwickelt. Während der drei Jahre musste sie verschiedene Praktika in Betrieben durchlaufen. Und beim letzten Praktikum war etwas Großartiges passiert: Sie hatte sich auf dem Arbeitsplatz so wohlgefühlt, dass sie sich selbst übertroffen hatte. Das war auch ihren Vorgesetzten nicht entgangen, die sich bemüht hatten, ihr gleich eine Stelle anzubieten. Und wer sagte schon Nein zu einer Position als Schmuckdesignerin beim bekannten Schmucklabel ? Deshalb war sie noch immer hier, sie, die feurige Südländerin im eher unterkühlten Norden …

Chiara stemmte sich gegen die schwere Glastür – ein schwarzes M in geschwungener Schrift auf der rechten Seite, eines auf der linken –, die ihr Zutritt zum antiken Gebäude verschaffte, in dem sich die -Büros und die Produktion der Echtgold-Stücke befanden. Die Eingangshalle war schick, hohe Decken, viel Weiß und Gold, Marmor, helle Möbel, Glas und Blumen, die ein Vermögen kosten mussten und jeden zweiten Tag frisch geliefert wurden. Die große, elegante Rezeption war gerade nicht besetzt, was das Telefon nicht daran hinderte, trotzdem zu klingeln.

Marco, der Security-Mann, nickte ihr zu. Er trug eine Uniform, die ihn aussehen ließ, als gehörte er einer Spezialeinheit an. Er war einschüchternd groß, neben ihm kam sich Chiara mit ihren ein Meter sechzig vor, als könnte er sie mit Leichtigkeit umpusten. Aus diesem und anderen Gründen war sie nie auf seine offensichtlichen Annäherungsversuche eingegangen. Sie fürchtete, von ihm erdrückt zu werden – so doof das auch klingen mochte.

»Spät dran?«, fragte er amüsiert.

»Frag nicht …«, antwortete sie und ruderte dabei wild mit den Armen, um ihm zu verstehen zu geben, dass sie einen chaotischen Morgen gehabt hatte.

Er lächelte verständnisvoll, zeigte dabei eine ganze Reihe an Zähnen, die Chiara an das Gebiss eines Pferdes erinnerten. Bevor er noch etwas hinzufügen konnte, winkte sie ihm im Vorbeigehen zu und lief in Richtung Aufzug, der zum Glück im Erdgeschoss auf sie wartete.

Chiara arbeitete im Kreativbüro im dritten Stock und hatte das Vergnügen, ihr Know-how in die relativ neue Modeschmuck-Abteilung einfließen zu lassen. Ihre Aufgabe war es, die halbjährlich neu erscheinenden Kollektionen mitzugestalten, was ihr unglaublichen Spaß machte. Zwar vermisste sie manchmal den praktischen Teil der Schmuckherstellung, aber man konnte nicht alles haben.

Der Aufzug sprang mit einem auf, und endlich konnte Chiara auf den zentralen, nur mit Glaswänden abgetrennten Raum zusteuern, in dem sie im Team Ketten, Ringe, Ohrringe, Armbänder und, und, und neu erfand, neu zeichnete, neu zusammenstellte. Immer und immer wieder neu, was gar nicht so einfach war. Ein Ring blieb nun einmal ein Ring. Ganz egal, wie man ihn drehte und wendete. Doch Chiara liebte die Herausforderung und bemühte sich, das Rad trotzdem ein klein wenig neu zu erfinden. Sie spielte gerne mit Steinen und Mustern und hatte ein gutes Händchen für Trends. Die -Kollektion, die Chiara entwickelt hatte, war ein durchschlagender Erfolg gewesen. Im letzten Sommer war Instagram voll mit Bildern von Influencerinnen gewesen, die ihren Anhänger getragen hatten, der einer Drachenfrucht nachempfunden gewesen war. Am Strand, beim Tanzen oder beim Shoppen. Chiara hatte sich einige besonders hübsche Bilder aus dem Internet sogar per Screenshot aufs Handy geladen. Ein kleines bisschen stolz war sie nämlich schon auf ihre Kreativität.

An ihren eigenen Fingern steckten unzählige Ringe, sogar am Daumen. Die meisten hatte sie selbst gemacht, manche waren noch aus ihrer Ausbildung, also noch gar nicht perfekt, und erinnerten sie an eine Zeit, in der sie nur von einer Zukunft als Goldschmiedin träumen konnte. Vielleicht liebte sie sie deshalb alle so sehr.

Chiara schloss die Glastür hinter sich und lächelte ihren Kollegen Fulvio und Anita zu.

» …«, sagte Anita und blickte nur ganz kurz von ihrem Bildschirm auf.

Fulvio hingegen sagte gleich gar nichts und nickte Chiara nur zu.

Sie waren so vertraut miteinander, dass das nichts ausmachte. Höflichkeitsfloskeln konnten sie sich getrost sparen, da sie sowieso den ganzen Tag – und wenn es mal knapp mit einer Kollektion wurde, gerne auch mal die Nacht – auf engem Raum miteinander verbrachten.

Fulvio nieste laut.

Er reagierte allergisch auf Katzenhaare. Und Chiara war übersät damit. Normalerweise passte sie penibel darauf auf, keine Tierhaare mit ins Studio zu schleppen. »Ernesto«, versuchte sie, entschuldigend zu erklären.

Fulvio rollte mit den Augen und sprühte sich irgendetwas in die Nase. Und damit war das Thema für ihn wohl erledigt.

Chiara setzte sich an das Ende des großen zentralen Tischs, an dem sie gemeinsam arbeiteten. Sie war komplett durch den Wind und musste sich einen Moment fangen, bevor sie hier ihr Bestes geben konnte.

»Du sollst übrigens zu Gianmaria ins Büro …«, erwähnte Anita wie beiläufig. Dabei kannte Chiara ihre Kollegin gut genug, um zu wissen, dass sie vor Neugierde starb. Und das war so eine Eigenschaft, mit der Chiara nicht gut...



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.