E-Book, Deutsch, Band 10, 236 Seiten
Reihe: HOPF Autorenkollektion
Griese Im Bann der Psi-Intelligenz
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-86305-380-2
Verlag: Verlag Peter Hopf
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
E-Book, Deutsch, Band 10, 236 Seiten
Reihe: HOPF Autorenkollektion
ISBN: 978-3-86305-380-2
Verlag: Verlag Peter Hopf
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Im Bann der Psi-Intelligenz Zwei skrupellose Gangster fliehen mithilfe von echsenhaften Außerirdischen vom Strafplaneten Moonhone. Allerdings verfügt das gekaperte Raumschiff über keine überlichtschnelle Dimkom-Funkverbindung. Ohne diese können die Echsen keinen Kontakt zu ihrer Basis aufnehmen, um die Verbrecher in Sicherheit zu bringen. Daher beschließen die Gangster, auf dem dünn besiedelten Planeten Baidom zu landen und sich gewaltsam eine Dimkom-Anlage zu beschaffen. Sie landen nahe eines abgeschiedenen Anwesens, in dem sich außer Carola Delgado mit ihrem jungen Sohn Thor niemand aufhält. Als das gewaltsame Vorgehen eskaliert, erscheint unvermittelt ein fremdartiges, schattenhaftes Wesen, das sich ?Parafutus? nennt und die Gangster mit schier unglaublichen Kräften besiegt. Monate später setzt unvermittelt ein Prozess ein, der in der völligen Vernichtung Baidoms endet. Wie durch ein Wunder finden sich Carola Delgado und Thor auf der Erde wieder. Doch auch hier lauert die tödliche Gefahr für den Planeten. Ohne ihr Wissen wird Carola vom Geheimdienst SEDOR eingesetzt. Sie soll unbewusst das Wesen ?Parafutus? noch einmal entstehen lassen, um den schier unbesiegbaren Gegner, der sich ?Tolban? nennt, zu bezwingen ... Dieser Roman erschien 1977 als Terra Astra 294. Die Intelligenzfresser Ohne ihr Wissen wecken Energiephysiker unter Leitung von Professor Zademack und seiner Tochter Dirgis mit einem Experiment auf dem Wissenschaftsplaneten Laboratory das Interesse einer unbekannten außerirdischen Spezies. Ein Raumschiff, dessen Technologie allem überlegen zu sein scheint, das die ?Planets of Sol? aufbieten können, landet auf dem Planeten. In aller Eile bringt der Raumkreuzer ZAMAMPHAS die SEDOR-Agenten Zoltan Phrag und Thor Delgado nach Laboratory, um den Fall vor Ort zu untersuchen. Doch die beiden Agenten stehen dem Phänomen der fremden Außerirdischen, die sieben überdimensionale Kugeln auf der Planetenoberfläche materialisiert haben, genauso ratlos gegenüber wie die Wissenschaftler. Henrik Sochczewski, einer der Physiker, wagt es, sich den Kugeln zu nähern - und bricht nur Sekunden später zusammen. Sein Zustand lässt nur einen Schluss zu: die Außerirdischen haben ihm seine gesamte Intelligenz entzogen! Derweil sucht Doktor Tylomon Ktasi, Spezialist für Parapsychologie, nach einer Erklärung für die eigentümliche Nachricht eines Mannes, der von einem Wesen namens ?Skuld Vendandi? berichtet ... Dieser Roman erschien 1977 als Terra Astra 322. Die beiden Romane bilden den Beginn der 7-teiligen Serie um Thor Delgado.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
1.
Die großen, runden Augen des Echsenwesens blickten in die weite Ebene des Strafplaneten Moonhone. Die kleine Sonne war seit Kurzem hinter dem Horizont verschwunden.
»Es ist soweit«, zischte die eine Echse in einer Sprache, die der Wachrobot vor dem Käfig nicht verstehen konnte.
Die beiden Lebewesen, die bis zu diesem Zeitpunkt auf allen vier Gliedmaßen gekauert hatten, richteten sich zur vollen Größe auf. Im Dunkel des Käfigs sahen sie nun wie zwei menschliche Gestalten aus.
Der Wachrobot, der draußen vor den Käfigen seine Routinerunden drehte, bemerkte nichts von der Veränderung. Er sah auch nicht, wie die eine Echse aus einer Falte ihres schuppigen Körpers eine kleine Waffe hervorzog.
»Es besteht keine Gefahr, Klamacka«, flüsterte die zweite Echse.
Sorgfältig zielte Klamacka. Die Waffe blitzte kurz auf, und der Wachrobot schlug polternd zu Boden. Sekunden später waren die Stäbe des Gefängnisses durchgeschweißt. Die beiden Echsen stürzten hinaus und verbargen sich in einem nahen Gebüsch.
Während Klamacka die Waffe sorgfältig verstaute, ließ Wold’ehing seinen Parasinn alle Eindrücke der Umgebung aufnehmen.
In wenigen hundert Metern Entfernung lagen im Halbdunkel die Baracken, in denen die terranischen Strafgefangenen untergebracht waren. Der kleine Planet Moonhone war die Gefängniswelt des Planets of Sol. Die Verbrecher, die hier ihre Strafe abzubüßen hatten, lebten frei und über den ganzen Planeten verstreut. Die wenigen Wachorgane konzentrierten sich auf einen Stützpunkt mit einem Raumhafen, zu dem die Strafgefangenen keinen Zutritt hatten.
Da die Gefangenen nur Gerät für das tägliche Leben besaßen, jedoch keine Waffen oder Flugkörper, war eine Flucht nahezu unmöglich. Robotische Kontrollen, über den gesamten Planeten verteilt, sorgten für ein frühzeitiges Erkennen unerlaubter Maßnahmen.
Die POS-Regierung auf Terra bemühte sich aber auch, den Strafgefangenen das Leben abwechslungsreich zu gestalten. Schließlich war Moonhone nicht nur ein Strafplanet, sondern auch wichtiger Rohstofflieferant. Eine der terranischen Maßnahmen war die Tierschau, die jährlich einmal durch die Lager des Planeten zog. Klamacka und Wold’ehing hatten es verstanden, sich als wilde, extraterrestrische Bestien in diesen Zirkus einzuschleusen.
»Man hat nichts bemerkt. Ich spüre keine Gefahr.«
Klamacka wusste, dass er sich auf den Parasinn seines Freundes verlassen konnte. Wold’ehing vermochte Gefahren zu spüren, bevor diese für die normalen Sinne wahrnehmbar wurden.
»Wir müssen uns trotzdem beeilen«, erwiderte Klamacka. »Der Ausfall des Wachrobots wird bald festgestellt werden.«
Die beiden Echsenwesen aus dem Volk der Mulings hetzten in großen Sprüngen zu den Baracken, in denen die Gefangenen wohnten. Klamacka übernahm die Hauptarbeit, während Wold’ehing mit seinem Parasinn sicherte. Aus den Beobachtungen der letzten Tage wussten sie, wo ihr Ziel lag.
Als die Tür aufflog und die riesige Echse mit einer Waffe in der dreifingrigen Hand in den Raum sprang, schreckten die Gefangenen hoch. Sie waren zum Teil schon entkleidet.
»Alles bleibt stehen«, rief Klamacka laut und mit knarrender Stimme. Nun benutzte er die Sprache der Terraner.
Die Augen der Echse suchten die Männer ab. Zwölf Gefangene waren hier untergebracht. Die schuppige, grüne Hand der Echse deutete auf zwei der Männer.
»Ihr beiden. Schnell hinaus. Wir sind Freunde.«
Die beiden Betroffenen zögerten nicht lange. Sie warfen sich einen kurzen Blick zu, zogen sich ein paar Kleidungsstücke über und rannten hinaus.
Draußen empfing Wold’ehing die beiden Gefangenen.
»Ihr seid Duncan und Grocy?«
Ein stummes und erstauntes Nicken war die Antwort.
»Dann rasch hier fort. Wir brauchen keine Zeugen.«
Wold’ehing schob die beiden verblüfften Terraner vor sich her. Ein Blick zurück zeigte ihm, dass auch Klamacka folgte. Dieser hatte die Tür hinter sich zugeschlagen, bevor weitere Gefangene aus der Baracke treten konnten. Dann stellte er seine Waffe auf breite Fächerung und überstrich das Gebäude mit Flammenglut.
»Was macht ihr da?«, fuhr der eine Mann Wold’ehing an.
»Es darf niemand etwas von unserer Existenz wissen«, erwiderte die Echse kalt. »Wir sollen nur euch zwei herausholen.«
Ohne sich weiter um die beiden Männer zu kümmern, zog Wold’ehing ein kleines Gerät aus einer Körperfalte. Er klappte eine Antenne aus und drückte in rascher Folge mehrere Knöpfe an dem Kasten. Als unmittelbar darauf eine grüne Lampe an dem Gerät aufleuchtete, stieß Klamacka einen hörbaren Pfiff aus. Beruhigend wandte er sich an die beiden Männer.
»Wir werden gleich hier abgeholt. Dies war das Signal unseres Freundes Galsch. Er hat unseren Ruf gehört und bestätigt.«
Dann wandte sich die Echse noch einmal dem brennenden Gebäude zu. Als er bemerkte, dass mehreren Gefangenen die Flucht aus dem Flammenmeer gelang, tötete er diese rücksichtslos.
»Vergiss die Tierkäfige nicht«, rief Wold’ehing ihm zu. Die Echse nickte nur und lenkte dann das Feuer auf das genannte Ziel. Ein Teil der Tierkäfige ging in Flammen auf, darunter auch der, in dem zuvor Klamacka und Wold’ehing gewesen waren.
»Es darf keine Spuren geben, die darauf hinweisen, dass wir euch hier herausgeholt haben«, erklärte Wold’ehing. »Es steht zu viel auf dem Spiel.«
»Ich nehme an, ihr werdet das noch genauer erklären«, meinte Duncan, während er ungerührt das Schauspiel betrachtete, in dem seine ehemaligen Mitgefangenen ihr Ende fanden.
»Schluss mit der Rederei«, ermahnte Klamacka. »Galsch wird gleich hier auftauchen, und das dürfte einen Höllenlärm machen. Haltet euch die Ohren zu.«
»Dein Freund will doch nicht etwa hier in der Atmosphäre mit einem Raumschiff rematerialisieren?«, fragte Grocy erstaunt. Er wusste, dass die Rückkehr eines Raumschiffs in das Einstein-Kontinuum innerhalb von Atmosphären streng verboten war. Die dabei entstehende Druckwelle führte stets zu erheblichen Zerstörungen.
»Wir haben keine andere Wahl, Freunde«, erwiderte Klamacka. »Die Zeit drängt. Wir müssen stets mit dem Auftauchen der Robotkontrollen rechnen.«
Die zwei Männer und die beiden Mulings legten sich flach auf die Erde und pressten die Hände über die Ohren. Duncan registrierte dabei, dass auch die Echsen an ihren Schädeln empfindliche Hörorgane besitzen mussten. Die breiten, dreifingrigen Hände bedeckten die Schädelseiten.
Grocy und er hatten vor einigen Tagen die beiden Echsen in der Tierschau gesehen. Daher waren ihnen die Mulings nicht völlig fremd. Dass von den beiden eine Befreiungsaktion gestartet werden würde, hätten sie nicht im Traum geahnt und schon gar nicht, dass sie selbst das Ziel dieses Unternehmens sein würden. Andererseits hatten beide Männer stets damit gerechnet, dass man sie gewaltsam von Moonhone wegholen würde. Schließlich waren noch einige gute Verbündete in Freiheit.
Als das kleine Diskusschiff in wenigen hundert Metern über ihnen auftauchte, raste eine Druckwelle über das Gelände. Die brennenden Reste der Gefangenenbaracke und der Tierunterkünfte wurden durcheinandergewirbelt. Das Raumschiff sank rasch auf seinen Antigravpolstern herab.
Im Halbdunkel des späten Abends waren die Umrisse des Diskus gut zu erkennen, als das Schiff nur noch knappe fünfzig Meter über dem Boden schwebte. In diesem Augenblick stieß die Echse Wold’ehing einen spitzen Schrei aus. Mit ihrem Parasinn hatte sie eine Gefahr gespürt.
»Es kommt etwas auf uns zu. Vermutlich eine Robotkontrolle.«
Das leise Geräusch des sinkenden Flugkörpers wurde von lautem Zischen übertönt. Zwei Robotgleiter der Gefangenenkontrolle rasten heran. Lichtstarke Scheinwerfer erhellten die Umgebung.
Die Echse Galsch in dem Diskusschiff hatte die Robotgleiter ebenfalls entdeckt. Mit dem Bordgeschütz eröffnete sie das Feuer. Da das kleine Raumschiff aber gleichzeitig zur Landung ansetzte, lagen die Schüsse zu ungenau.
Kaum berührten die Landestützen den Boden, als Duncan, Grocy und die beiden Mulings auf das Schiff zustürzten. Die Robotgleiter hatten sich in gute Schussposition gesetzt und eröffneten ebenfalls das Feuer. Die Echse Wold’ehing lief direkt in eine Feuergarbe und verging.
Die beiden Terraner und Klamacka konnten das rettende Luk des Diskusschiffs erreichen und hechteten durch das geöffnete Außenschott. Dies wurde geschlossen, und der Diskus hob vom Boden ab. Die drei eilten in die Zentrale.
Das Raumschiff gewann schnell an Höhe, aber die beiden Robotgleiter folgten unerbittlich. Dabei konzentrierten sie ihr Feuer auf eine Stelle des Diskus.
Gerade als die drei Flüchtigen die Zentrale betraten, durchschlug ein kombinierter Feuerschlag die schützenden Hüllen des Raumschiffs. Die Ladung zerriss den vor den Kontrollen stehenden Galsch und schlug in die Wand dahinter ein. Blitze zuckten aus den Geräten, die dort untergebracht waren. Der Geruch von verbranntem Plastik erfüllte den Raum.
Der Diskus schwankte einmal kurz, setzte seinen Flug jedoch fort. Erleichtert registrierten die beiden Terraner, dass keine Teile des Antriebs getroffen worden waren.
Duncan eilte zum Kontrollpult. Der Diskus war ein Raumschiff aus der terranischen Produktion, und Duncan hatte keine Schwierigkeiten mit der Bedienung. Die Kontrollleuchten zeigten ebenfalls an, dass keine für den Weiterflug wichtigen Teile ausgefallen waren. Vor allem zeigten die Lichter für den überlichtschnellen Zerodim-Flug nur Grünwerte. Die weitere Flucht würde gelingen, wenn die Robotgleiter abgehängt wären.
Mit zunehmender Entfernung von der...




