Griffin | Der stumme Ruf der Nacht | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2, 446 Seiten

Reihe: Tödliche Liebe und romantische Spannung der US-Bestseller-Autorin

Griffin Der stumme Ruf der Nacht


1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-7517-0234-8
Verlag: beTHRILLED
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 2, 446 Seiten

Reihe: Tödliche Liebe und romantische Spannung der US-Bestseller-Autorin

ISBN: 978-3-7517-0234-8
Verlag: beTHRILLED
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Die scharfzüngige Courtney ist Schwierigkeiten gewohnt. Aber nie war sie in größerer Gefahr als jetzt, denn sie wird Zeugin eines brutalen Mordes. Die Lage scheint hoffnungslos und Courtney bleibt nur eine einzige Möglichkeit, um ihre Unschuld zu beweisen: Sie muss dem mürrischen, aber ziemlich attraktiven Polizisten Will vertrauen ...

Ein packender romantischer Thriller der New-York-Times-Bestseller-Autorin Laura Griffin jetzt als eBook bei beTHRILLED. Mörderisch gute Unterhaltung.

'Dieses Buch hat alles, was einen guten Thriller ausmacht: eine spannende Story, sympathische Charaktere und eine Romanze.' - krimi-fan.de

Griffin Der stumme Ruf der Nacht jetzt bestellen!

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Kapitel 1


Courtney Glass fuhr auf den Kiesparkplatz und verfluchte den Schwachkopf, der sich hier mit ihr verabredet hatte. Es war Mitte August. Draußen hatte es siebenunddreißig Grad. Da verbarrikadierte sich jeder halbwegs vernünftige Mensch in einem Gebäude mit Klimaanlage und trieb sich nicht auf einem gottverlassenen Wander- und Mountainbikepfad herum. Und das alles nur in der Hoffnung, nach dem Mittagessen schnell noch ein Schäferstündchen einzulegen?

Hielt er das etwa für romantisch? Oder für originell? Obwohl John David Alvin an einer der besten Universitäten Amerikas studiert hatte, war er manchmal einfach nur ein Idiot.

Courtney schnaubte wütend und klappte die Sonnenblende mit dem Schminkspiegel herunter. Idiot hin oder her – gut aussehen wollte sie auf jeden Fall. Gut aussehen war sowieso die beste Rache, vor allem wenn es um einen Ex ging.

Doch die Götter der Schönheit waren ihr heute nicht hold. Die hohe Luftfeuchtigkeit ließ ihr Haar langweilig herunterhängen, und ihr Make-up zerlief fast. Sie kramte in ihrer Handtasche in der Hoffnung auf eine rettende Idee, doch vergeblich. Also tupfte sie sich bloß mit einem Taschentuch die Stirn ab und fuhr sich ein paar Mal mit den Fingern durch ihr Haar. Dann begann sie, Lippenstift aufzutragen, hörte jedoch sofort wieder auf. Was für eine Rolle spielte es, welchen Eindruck sie auf David machte? Er war der Letzte, den sie momentan sehen wollte. Eigentlich hätte sie gar nicht kommen sollen. Doch seine ständigen Nachrichten gingen ihr auf die Nerven. Höchste Zeit, dass sie endlich einen Schlussstrich zogen.

Eine Bewegung im Rückspiegel erregte ihre Aufmerksamkeit. Er kam. Sie beobachtete, wie ein schwarzer Porsche Cayenne neben ihr parkte. Den roten Carrera hatte er wohl verkauft. Nach dem, was passiert war, überraschte sie das nicht. Plötzlich wurde sie nervös. Sie musterte das Innere ihres alten Buick, dessen verblichener Charme ein leeres Bankkonto verriet. Courtney war zwar ein richtiges Genie, wenn es um die unerkannten Möglichkeiten billiger Drogeriemarkt-Kosmetika ging, und auch als Schnäppchenjägerin in Secondhand-Läden war sie gut, aber bei diesem Wagen war jegliche Liebesmüh vergebens. Solange sie ihre Kreditkartenschulden nicht abbezahlt hatte, gab es keine Alternative zu dieser Karre mit der altersschwachen Klimaanlage. Sie stellte die Kühlung noch stärker ein und richtete den Luftstrom auf sich.

David saß in seinem Porsche und machte keinerlei Anstalten auszusteigen. Courtney spürte seinen Blick auf sich, als sie den Beifahrersitz freiräumte, erwiderte ihn aber nicht. Er hatte das Treffen gewollt. Also sollte er gefälligst zu ihr ins Auto steigen. Der Gedanke, in dieser Klapperkiste mit ihm zu reden, stimmte sie zwar nicht gerade glücklich. Aber sie dachte gar nicht daran, ihren Heimvorteil aufzugeben und zu ihm in den Porsche zu steigen.

Aus dem Augenwinkel gewahrte sie, wie er aus dem Wagen stieg und die Fäuste in die Seiten stemmte. Sie setzte eine entschlossene Miene auf. Mit ihm würde sie es zu jeder Tages- und Nachtzeit aufnehmen. Während sie auf ihn wartete, bildeten sich zwischen ihren Brüsten kleine Schweißperlen. Vor der Windschutzscheibe sah sie kleine Libellen im Sonnenschein tanzen.

Endlich ging die knarrende Tür des Buick auf, und David setzte sich auf den Beifahrersitz. Er trug ein gut gebügeltes weißes Hemd mit Monogramm auf der Manschette, eine rote Krawatte und – wie immer – eine schwarze Hose. Kaum hatte er die Tür geschlossen, war der Wagen von seinem Parfüm erfüllt.

Angewidert blickte ihn Courtney an und ließ das Fenster herunter.

»Und?«

»Was und?«, fauchte sie zurück. »Du hast mich angerufen.«

»Das hab ich sicher nicht getan.«

»Dann eben eine SMS geschrieben. Oder irgendwas.« Meine Güte, was für ein Arschloch. Allein von seinem Geruch wurde ihr übel.

Er sah sie wütend an. »Ich habe keine Zeit für diesen Mist. Das grenzt ja an Nötigung.«

»Nötigung?«

Plötzlich wurde eine der Hintertüren des Buick aufgerissen. Courtney fuhr herum und starrte in ein maskiertes Gesicht.

Der Mann zog eine Pistole aus der Hosentasche und hielt sie David an den Kopf. »Gib mir dein Handy.«

Mit einem Schlag blieb Courtney alle Luft weg. Sie starrte in die grauen Augen, die unter der Maske hervorblickten.

Er schlug David die Waffe ins Genick. »Mach schon, Arschloch.«

Courtney starrte auf ihren Ex-Freund. Seine Arroganz hatte sich in nackte Angst verwandelt, und er saß wie angewurzelt da. Mach schon. Sie versuchte, es ihm irgendwie telepathisch zu sagen, aber er bewegte sich kein bisschen. Endlich legte er eine Hand auf das Armaturenbrett und kramte mit der anderen in der Hosentasche.

Sie warf einen panischen Blick ins Freie. Kein Mensch. Das konnte doch nicht wahr sein. Es war helllichter Tag! Natürlich war es draußen heiß, aber irgendwer musste doch da sein ...

Jetzt richtete sich der Lauf auf sie, und ihr wurde flau im Magen.

»Deins auch.«

Sie glotzte auf den Mund, der diese Worte gesprochen hatte, und versuchte zu verstehen. Ihres auch. Ihr Handy. Er wollte ihr Handy. Wollte er auch Geld? Ihr Handy war in der Handtasche, und da war auch ihr Pfefferspray.

»Beeilung!«

David warf sein Handy in Richtung des Mannes, und es landete scheppernd auf der Hutablage. Der andere nahm es und steckte es in die Tasche seiner Trainingsjacke.

Danach wandte sich das Maskengesicht ihr zu. »Los, oder ich blas ihm die beschissene Birne weg.«

David wurde blass und blickte sie panisch an. »Beeilung, Courtney!«

Die Handtasche lag zu ihren Füßen. Auf dem Boden. Und darin war ihr Pfefferspray. Sie hob die Tasche auf ihren Schoß und tastete nach der Dose, fand sie in dem ganzen Krimskrams jedoch nicht. Ich kann jetzt noch nicht sterben. Ich muss noch so viel erledigen.

»Los!« Die Augen, die sie durch die Sehschlitze fixierten, wurden schmal.

Ihre tauben Finger schlossen sich um das Telefon und zogen es heraus. Sie hielt es ihm hin.

Die Zeit schien stillzustehen, als das Telefon in ihrer zitternden Hand lag. Er griff danach. Als sie die schwarzen engen Handschuhe heranschweben sah, wusste sie – mit plötzlicher Gewissheit – dass dies schlecht ausgehen würde.

Er packte sie am Handgelenk, und dabei fiel das Handy zu Boden. Ihre Hand ließ er dennoch nicht los.

»Hier ist mein Geld«, sagte David und zog seinen Geldbeutel aus der Gesäßtasche. »Nehmen Sie, was Sie wollen.«

Wie erstarrt verfolgte Courtney, wie die schwarz behandschuhte Hand ihr die Finger aufbog. Wollte er ihren Ring? Das billige Silberding aus Santa Fe?

»Ich habe Bargeld.« Davids Stimme überschlug sich. »Ich habe eine Rolex.«

Die Pistole klatschte in Courtneys Hand, und die dicken schwarzen Finger pressten sie um den Griff. Sie versuchte, ihren Arm zurückzureißen. Vergebens.

»Nein!«, schrie sie und zerrte an ihrem Arm, bis ihre Schulter schmerzte.

Davids und ihr Blick trafen sich.

Peng!

Sie zuckten beide gleichzeitig zusammen. In Davids Gesicht trat ein Ausdruck ungläubigen Erstaunens. Auf dem weißen Hemd erschien ein roter Fleck, der sich immer weiter ausbreitete. Dann sank er zur Seite und prallte mit dem Kopf gegen das Fenster.

Courtney dröhnten die Ohren. Sie starrte auf die Waffe in ihrer Hand. Auch ein hohes schrilles Geräusch war zu hören. Aus ihrem eigenen Mund. Und wieder pressten die behandschuhten Finger ihre Hand zusammen. Mit aller Kraft fuhr sie herum und versuchte, sich loszumachen.

»Nein!« Mit ihrer freien Hand schlug sie mit aller Kraft gegen die Maske. Danach ging ein Zucken durch ihren Arm.

Peng!

Die Windschutzscheibe zerbarst in tausend Teile. Mit einem Schrei duckte sie sich in ihren Sitz. Dabei fiel ihr Blick auf die Handtasche zwischen der Tür und ihrem Bein. Und da war auch das Pfefferspray, das etwas aus der Tasche hervorlugte. Ihre rechte Hand wurde wieder zusammengedrückt, als der Mann die Finger um den Griff presste. Sie griff mit der Linken nach dem Spray. Ein stechender Schmerz fuhr durch ihr Handgelenk. Langsam richtete sich der Lauf der Waffe gegen sie.

Mit dem Daumen ertastete sie den Sprühknopf. Sofort schoss ein heißer Strahl aus dem Spray hervor, genau in den hässlichen Mund in dem Loch in der Maske.

»Scheiße!«

Sie knallte vorne gegen das Lenkrad, als er ihren Arm plötzlich losließ. Das Wageninnere war von Flüchen und Stöhnen erfüllt, während sie hektisch nach dem Türgriff tastete. Mit einem Klacken öffnete sich die Tür, und sie fiel seitlich auf den Kies. Beim Blick zurück sah sie, dass Davids Körper gegen das Armaturenbrett gesunken war.

Da ging quietschend die Hintertür auf.

In Panik rappelte sie sich auf und rannte los.

Nathan Devereaux warf ein paar Münzen in den Snack-Automaten im Krankenhaus und überlegte, was er zu Mittag essen sollte. Seine Schicht hatte um zwei Uhr nachts begonnen, und außer Kaffee hatte er seit vierzehn Stunden nichts zu sich genommen.

»Willst du auch was?« Er...



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