Groh | Breakups and Butterflies | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 384 Seiten

Groh Breakups and Butterflies

Manchmal ist gar kein Plan auch eine Lösung | Die Office-Romance von SPIEGEL-Bestsellerautorin Kyra Groh annotiert und erweitert
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-98978-070-5
Verlag: Forever
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Manchmal ist gar kein Plan auch eine Lösung | Die Office-Romance von SPIEGEL-Bestsellerautorin Kyra Groh annotiert und erweitert

E-Book, Deutsch, 384 Seiten

ISBN: 978-3-98978-070-5
Verlag: Forever
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Die annotierte und erweiterte Jubelausgabe in wunderschöner Neuausstattung: Die Office-Romance von Kyra Groh Mara hat alles im Griff - wenn sie nicht gerade den Zwergspitz ihrer Chefin hüten muss und ihr Verlobter Sebastian sich nicht aus heiterem Himmel von ihr trennt und sie aus der Wohnung schmeißt. Plötzlich steht Maras ausgeklügelter Lebensplan kopf, und sie muss sich nicht nur einen Plan B überlegen, sondern auch eine neue Bleibe finden. Fürs Erste fällt ihr da nur das Co-Working-Office ein. Doch dort trifft sie immer wieder auf Marius. Seines Zeichens Filmemacher, wahnsinnig charmant, sieben Jahre jünger, und planlos glücklich. Also definitiv kein Mann für Mara. Bis sie merkt, dass sie ihm nicht nur seinen Joghurt klauen kann, sondern dass manchmal gar kein Plan auch eine Lösung ist ... »Niemand verbindet Herzklopfen und Humor so wie Kyra Groh.« Lilly Lucas Tropen: Office Romance, Friends to Lovers, Opposites Attract Die Neuausgabe von 'Gar kein Plan ist auch eine Lösung' mit Bonusmaterial und Annotationen von der Autorin

Kyra Groh wurde 1990 in Seligenstadt am Main geboren. Sie schreibt Geschichten direkt aus dem Leben - immer mit Humor, Tiefgang und authentischen Figuren. Mit ihrer Familie wohnt Kyra in Frankfurt, sie liebt Bücher, Serien und Livekonzerte und gibt zu viel Geld für Kaffee aus. Auf Instagram und Tiktok gibt sie unter @kyraschreibt Einblicke in ihre Bücher und das Leben als Autorin.
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Kapitel 2



Ich mache mich pünktlich um achtzehn Uhr auf den Heimweg. Zeus ist verwirrt, weil er mit der Bahn fahren muss. Ich bin verwirrt, weil mich der Arbeitstag nicht loslässt. Die anderen Fahrgäste sind verwirrt, weil ich einen Hund in einer Louis-Vuitton-Tasche durch die Gegend schleppe.

Zur Ablenkung überprüfe ich Alex’ letzten Upload auf Blogged.

Das Foto zeigt ihre sauber manikürten Finger, die gerade einen Zettel entfalten, auf dem (in meiner Schrift) steht. Im Hintergrund sieht man ein Marmeladenglas, das bis zum Rand mit weiteren Papierschnipseln gefüllt ist. So verkaufen wir Alex’ Last-minute-Reise an ihre Fans: ein lang gehegter Traum von ihrer Bucketlist. Dabei sind ihr in Wahrheit lediglich die Fotos von atemberaubenden Ferienorten ausgegangen, und Marrakesch war ein pittoreskes Ziel, das ich auf die Schnelle buchen konnte. Noch dazu hat Alex’ Freund endlich einmal kurzfristig Zeit, sie auf eine ihrer Pressereisen zu begleiten. klingt als Bildunterschrift aber einfach besser als .

Ich habe kein Marmeladenglas voller besonderer Dinge, die ich in meinem Leben noch erreichen will. Ich habe nicht mal eine zerrissene Menükarte von Pho Ngon. Doch wenn ich ein solches Glas hätte, dann könnte ich zumindest Zettel herausnehmen und als erledigt erachten: Ich habe einen Freund, mit dem ich sehr zufrieden bin. Er braucht zwar manchmal etwas länger im Bad, aber unsere Beziehung kommt dem Bild, das ich immer von meiner Partnerschaft hatte, schon sehr nahe. Sebastian ist ein Versorgertyp. Jemand, der Dinge anpackt. Der mir sagt, welche Laufschuhe ich kaufen soll, wenn ich überfordert im Laden stehe. Der aktiv Vorschläge für Urlaubsreisen und Restaurants macht. Sebastian weiß, was er will. Dazu gehören zwar dummerweise auch eine ganze Menge Statussymbole, denen ich nicht allzu viel abgewinnen kann, aber wenn Basti diese Dinge nun mal besitzen möchte, kann ich ihm ja schwer reinreden.

»Sebastian?« Meine Stimme hallt merkwürdig, als sie durch den Flur der Eigentumswohnung dröhnt. Sebastian hat mich vor einer halben Stunde auf WhatsApp gefragt, wann ich daheim sein würde. Das habe ich als Ankündigung verstanden, dass wir den Abend gemeinsam verbringen werden. Zeus tapert über den Altbauflur und blickt neugierig in die offen stehenden Türen. Ich mache mich darauf gefasst, dass Basti wegen Zeus einen Nervenzusammenbruch bekommen wird und ich die nächsten fünf Tage damit zubringe, dem Hund hinterherzuputzen. Sebastian ist ein wenig penibel, wenn es um Schmutz und Bakterien geht. Schon das eine oder andere Mal habe ich ihn Hunde als »Keimschleudern« bezeichnen hören.

»Basti?«, frage ich noch einmal. »Es ist richtig gutes Wetter draußen, wir könnten uns eine Flasche Wein und ein Baguette besorgen und im Olympiapark zu Abend essen, wenn du magst.« Ich entledige mich meiner Jeansjacke und des vollgestopften Rucksacks und streife die Plateausandalen von meinen Füßen. Mein kleiner Zeh fühlt sich an, als hätte er sich in den hohen, noch neuen Tretern einige Prellungen zugezogen. Ich kann förmlich spüren, wie sich je zwei Blasen an den Fußinnen- und -außenseiten mit Wasser zu füllen beginnen.

Beim Aufhängen meiner Jacke bemerke ich einen Flyer unter der blauen Keramikschale auf der Anrichte, in der wir Kleingeld und Schlüssel aufbewahren: . Ich ziehe den Flyer mit zusammengezogenen Augenbrauen unter der Schale hervor und bin drauf und dran, einen Witz über die vielen Bindestriche zu machen. Aber Sebastian findet es nicht lustig, wenn ich Dinge wie falsche Apostrophe oder unnötige Wortkopplungen korrigiere. Er sagt, das sei überheblich. Also verkneife ich es mir und entfalte das Flugblatt. bietet anscheinend jede denkbare Dienstleistung an, mit der man die beiden namensstiftenden Körperregionen aufhübschen kann. Microblading, Microneedling, Acidpeeling, Laser-Haarentfernung … Irgendwie klingt das alles eher nach neumodischen Begriffen für mittelalterliche Foltermethoden. Aber die Preise, die dafür veranschlagt, sind ganz und gar aus diesem Jahrhundert. Wieso hat Basti das nicht direkt in der Tonne versenkt? Will er sich ein Wimpernlifting machen lassen?

»Schnuppes? Hast du vor, dir die Achselhaare weglasern zu lassen?«, witzele ich und sehe in der Küche nach ihm. Zeus folgt mir. Sicher hat er sich gemerkt, dass der klinisch weiße Raum am Ende des Flurs bei seinem letzten Besuch der Ort der Raubtierfütterung war.

Vielleicht habe ich mich geirrt, und Basti ist noch gar nicht zu Hause? Er ist superehrgeizig und macht nicht selten am Freitagabend oder an den Wochenenden Überstunden – eine Angewohnheit, der ich gleichermaßen mit Stolz und Argwohn gegenüberstehe. Ich habe mir schon zu oft ausgemalt, wie sich seine Arbeitswut auf unsere Beziehung auswirken wird, wenn wir eines Tages Kinder haben. Und in allzu weiter Ferne liegt dieses Szenario nicht. Ich gehe – wie meine Mutter mich bei jedem Telefonat erinnert – stark auf die dreißig zu, und Sebastian hat selbige schon vor sieben Jahren hinter sich gelassen.

Den enttäuscht wirkenden Zeus dicht auf den Fersen sehe ich im Arbeitszimmer nach ihm. Aber der Designer-Bürostuhl von Vitra ist leer, und auch auf dem Schreibtisch und dem USM-Haller-Sideboard gibt es kein Anzeichen für seine Anwesenheit. Sein Arbeitslaptop ist nirgends zu sehen, was ein todsicheres Zeichen dafür ist, dass Basti heute Abend nicht mehr arbeiten wird. Er hasst das fette Teil, weil es nicht mit seiner stylishen Büroeinrichtung harmoniert. Der Laptop »verschandelt den Raum«, hat er einmal gesagt, deswegen schließt er ihn immer weg, sobald er ihn nicht mehr braucht.

Sebastian umgibt sich gern mit schönen Dingen. Markenkleidung und Designobjekte sind sein Ding, selbst sein Haarschnitt wird in einem Münchner Edelsalon zurechtgeschnippelt, in dem die Rechnung dreistellig wird, sobald der Friseurmeister einem den Umhang umlegt. Ich werfe einen Blick auf den Flyer und spüre einen alten, wohlbekannten Druck in mir aufsteigen. Keine Ahnung, wie ich in Sebastians Welt der schönen Statussymbole hineinpasse.

Ich öffne die Schlafzimmertür einen Spalt weit, um zu verhindern, dass Zeus den Raum betritt. Sebastian bekommt einen Anfall, wenn Tierhaare auf den weißen Teppich oder gar ins Bett kommen! Das ist auch der Grund, wieso wir niemals Haustiere haben werden. Von dem Hund, den ich als Teenager immer haben wollte, habe ich mich daher mit Sebastians Eintritt in mein Leben verabschiedet.

Sorgfältig quetsche ich mich durch den Türspalt, halte mit dem Fuß Zeus zurück und schließe die Tür schnell hinter mir.

»Was zum …«, entfährt es mir. Vor Schreck lasse ich den Flyer mit den vielen Bindestrichen fallen.

Sebastian sitzt kerzengerade am Fuß unseres großen, mittig im Raum platzierten Boxspringbettes, die Hände sittsam im Schoß gefaltet wie ein Gläubiger im Beichtstuhl. Sein Körpergewicht drückt eine Kuhle in die ansonsten makellose Oberfläche der blütenweißen Tagesdecke. Das Doppelfenster zur Linken des Bettes steht weit offen, und die durchscheinenden, ebenfalls weißen Vorhänge flattern in der Abendbrise.

»Gott, hast du mich erschreckt.« Ich greife mir ans Herz und lache. »Ist alles in Ordnung?« Ich mustere meinen Verlobten genauer und stelle fest, dass er ungewöhnlich gerade auf dem Bett sitzt. Die Beine in einem Neunzig-Grad-Winkel aufgestellt, den man mit dem Geodreieck nachmessen könnte. Basti ist manchmal schon ein bisschen steif. Aber normalerweise sitzt er nicht wie ein Benediktinermönch auf unserem Bett und sieht mich an, als wäre jemand gestorben.

Normalerweise ist er dabei auch nicht von vier großen Reisekoffern flankiert. Ich erkenne das teure Set, das Sebastian für unseren letzten Urlaub in Thailand angeschafft hat. Das war der Trip, auf dem er mir endlich den Heiratsantrag gemacht hat, für den ich bereits drei Jahre lang das ergriffene »Ja! Ja! Natürlich will ich dich heiraten« geübt hatte.

Beim Anblick der Koffer überrollt mich auf einmal eine Erkenntnis, die mich auflachen lässt. Natürlich! Sebastian hat etwas vorbereitet! Bestimmt springt er gleich auf, enttarnt seine festgefrorene Miene als Scharade und eröffnet mir, dass wir übers Wochenende wegfahren. Er wird »Ich hab dich drangekriegt, du hättest dein Gesicht sehen sollen!« oder so etwas Ähnliches jubeln und mir dann Tickets für einen Kurztrip in einen Wellnesstempel unter die Nase halten. Ha! Bestimmt war er auch deswegen bei  – in letzter Zeit haben ihn die vereinzelten Haare auf seinen Schultern in Panik versetzt. Für unser Wochenende in Bademode und...



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