Groh | Farbenrauschen (Sweet Lemon Agency, Band 2) | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2, 464 Seiten

Reihe: Sweet Lemon Agency

Groh Farbenrauschen (Sweet Lemon Agency, Band 2)

Enemies to Lovers mit Werbeagentur-Vibes - Band 2 der heißen Office Romance von SPIEGEL-Bestsellerautorin Kyra Groh
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-7320-2184-0
Verlag: Loewe Intense
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Enemies to Lovers mit Werbeagentur-Vibes - Band 2 der heißen Office Romance von SPIEGEL-Bestsellerautorin Kyra Groh

E-Book, Deutsch, Band 2, 464 Seiten

Reihe: Sweet Lemon Agency

ISBN: 978-3-7320-2184-0
Verlag: Loewe Intense
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Sie hassen sich. Bis sie zusammenarbeiten müssen. In Frankas Leben zählen drei Dinge: Freiheit, Kunst und Freundschaft. Für Felix ist nur eines wichtig: seine Arbeit. Und auch sonst scheinen die beiden nichts gemeinsam zu haben - außer eine Vorliebe für Tattoos und spitze Kommentare. Bis die Grafikdesignerin und der Texter an einem großen Projekt zusammenarbeiten müssen und einander plötzlich in mehr als einer Hinsicht unter die Haut gehen. Zwischen hitzigen Schlagabtauschen und heimlichen Office Dates kommen nicht nur ihre Gefühle füreinander an die Oberfläche, sondern auch die Geheimnisse, die sie seit Jahren unter ihrer rauen Fassade verstecken. Der zweite Band der Sweet Lemon Agency-Reihe von Kyra Groh Heiße Workplace Romance mit deepem Hintergrund: In dem zweiten Band ihrer New-Adult-Reihe mit Setting in der deutschen Werbeszene verknüpft Kyra Groh Kreativität mit ernsten Themen, tiefen Freundschaften und einer unvergesslichen Enemies-to-Lovers-Romance.

Kyra Groh wurde 1990 in Seligenstadt am Main geboren, wohnt jedoch seit über zehn Jahren in ihrer Wahlheimat Frankfurt. Sie schreibt Geschichten direkt aus dem Leben - immer mit Humor, Tiefgang und authentischen Figuren. Wenn sie nicht gerade am nächsten Buch feilt, verbringt sie Zeit mit ihrer Familie, trinkt Cappuccino, treibt sich auf Konzerten rum oder hat Musik und Hörbücher auf den Ohren. Nach der Alles-Trilogie ist die Sweet Lemon Agency die zweite New-Adult-Reihe der SPIEGEL-Bestsellerautorin. Weitere Informationen zur Autorin auf Instagram und TikTok unter @kyraschreibt
Groh Farbenrauschen (Sweet Lemon Agency, Band 2) jetzt bestellen!

Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


2

Ei

sprung

FRANKA

Ein Monat später

Ich hasse es, wenn Leute mich ansehen.

Ich hasse es so sehr, dass ich vor gut zehn Jahren beschlossen habe, dass nur ich entscheide, welche Version von mir die Außenwelt sehen darf.

Doch jetzt sitze ich hier und wünsche mir, er würde wenigstens einmal herüberschauen. Wünsche mir, er würde seinen beknackten Kopf mit den beknackten Halstattoos und dem beknackten Haarschnitt ein einziges Mal in meine Richtung drehen. Denn es kann ja wohl nicht sein, dass ich mich seit einem Monat zwingen muss, ihn zu ignorieren, während es ihm so beschissen leichtzufallen scheint, das Gleiche mit mir zu tun.

Seit dem Abend, an dem es passiert ist, würdigt Felix Mattuschek mich in der Werbeagentur, in der wir beide arbeiten, keines Blickes mehr. Er streitet sich nicht einmal mit mir. Dabei war genau das unser Ding – dieses Ding, das sich in der Personalumkleide des Restaurants entladen hat, in dem wir den Launch eines unserer Kundenprojekte gefeiert haben. Er kommt mir vor wie eine Bombe, die irgendwann hochgehen wird. Vielleicht schmeißt er mich ja bald einfach raus? Und dann? Es gibt so vieles an meinem Job als Designerin in der Sweet Lemon Agency, das ich hasse, aber ich kann es mir auch nicht leisten, ihn zu verlieren. Obwohl ich lieber meine eigene Kunst schaffen würde statt ätzende, kommerzielle Designs für Banken, Süßigkeitenmarken und Kosmetikfirmen, die ihre Produkte an Tieren testen.

Die Nüstern vor Wut über meine eigenen Gedanken gebläht, lasse ich den Blick durch den voll besetzten Konferenzraum schweifen. Sweet Lemon sitzt in einem stylisch restaurierten Hafengebäude im Frankfurter Ostend. Die Wände sind aus unverputztem Backstein, die Inneneinrichtung besteht aus Glas und grauem Stahl. Es ist dieser Industrial-Werbeagentur-Chic, der darüber hinwegtäuschen soll, dass die Work-Life-Balance zum Kotzen ist. Es gibt Tischkicker statt Gehaltserhöhungen. Obstkorb statt Lob. Eine Gin-Bar statt Aufstiegschancen. Auf der Website von Sweet Lemon steht, dass wir wie eine große Familie sind. Und manchmal hasse ich, dass diese abgedroschene Phrase sogar stimmt. Ich sehe den Beweis links und rechts von mir, wo Klara und Jesse auf Eames-Stühlen sitzen und dem Meeting lauschen. Klara auf ihre engagierte, aber zurückhaltende Weise, Jesse mit gelangweilt aufgestütztem Kopf, aber – im Gegensatz zu mir – immerhin aufmerksam. Klara ist letzten Herbst als Texterin zu uns gekommen und seither mit ihrer sensiblen einfühlsamen Art Tag für Tag tiefer in mein schwarzes Herz vorgedrungen. Jesse kenne ich schon seit meiner Ausbildung zur Mediengestalterin. Wir haben uns hier zusammen für das Designteam beworben, mittlerweile arbeitet er hauptsächlich im Bereich Fotografie. Die beiden sind für mich weit mehr als Kollegen. Sie sind meine besten Freunde und Mitbewohner. Vor allem Jesse ist seit Jahren das, was einer Bezugsperson für mich am nächsten kommt.

»Wir reichen auf jeden Fall den Wüthrich-Case ein. Bestes Kreativkonzept, beste Neupositionierung – da gibt es ’ne Menge Kategorien, in denen wir abräumen können.« Felix nickt in die Runde, als erwarte er, dass wir gleich vor Begeisterung klatschen oder ihm auf andere Weise Tribut zollen. Dabei verdankt er das Wüthrich-Konzept ganz allein Klara. Sie hatte im März den genialen Einfall, das Image des eingestaubten Schokoladenherstellers mit ziemlich heißen Kurzgeschichten aufzumöbeln. Inzwischen sind fünf Monate vergangen und die Kampagne, die sie erstellt hat, läuft ab nächstem Monat auf allen Kanälen. Ich habe den Großteil der Designs gemacht. Trotzdem klingt das Wir aus Felix’ Mund immer wie ein Ich.

Die Einzige, die überhaupt erkennbar auf seinen Monolog reagiert, ist unsere Projektmanagerin Amelie. Natürlich. Die beiden verstehen sich ein bisschen zu gut. Sie notiert etwas in dem Dokument, in dem sie Protokoll über das Meeting führt, und lächelt ihm dann freundlich zu. Ihre kirschrot geschminkten Lippen öffnen sich dabei einen kleinen Spalt und in ihren Augen leuchtet etwas auf. Zum etwa eintausendsten Mal frage ich mich, ob sie auf ihn steht. Irgendetwas ist da zwischen den beiden. Irgendetwas, das sie verbindet. Ein Geheimnis. Eine Geschichte. Ob sie ihn auch schon einmal in eine Besenkammer geschleppt hat, weil sein Verhalten gegenüber einem sexistischen Kunden sie alle Prinzipien hat vergessen lassen?

Wenn ich die Augen schließe, sehe ich noch immer vor mir, wie Felix den Marketingchef von Wüthrich Chocolatier am Schlafittchen gepackt und von Klara, die der Kerl gerade begrapschen wollte, weggezerrt hat … So was kann Felix einfach nicht bringen. Nicht direkt vor meiner Nase. Nicht, wenn ich meinen Eisprung habe und hormonell darauf programmiert bin, dominante Alpha-Typen entgegen jeder Logik heiß zu finden.

»Wir müssen das Projekt auf ein oder zwei Slides so vorstellen, dass auch ein Schimpanse versteht, wieso es geil ist, kapiert?«

Gott, er treibt mich in den Wahnsinn. Seit Felix sich in den Kopf gesetzt hat, im nächsten Jahr alle wichtigen Awards der Werbeszene abzustauben, ist er unausstehlicher als je zuvor. Er arbeitet noch länger, scheißt noch mehr auf unseren Feierabend und verlangt immer noch verrücktere Ideen. Dabei hätte ich es nicht für möglich gehalten, dass sich seine Obsession in diesen drei Punkten überhaupt steigern ließe. But here we are …

Er hat ein wöchentliches Meeting am Freitag eingeführt, in dem alle Kreativen antanzen und ihm Bericht über aktuelle Projekte erstatten müssen, die wir bei nationalen und internationalen Marketingwettbewerben einreichen könnten. Das Problem: Die meisten Jobs, die wir unter der Woche erledigen, sind stinklangweilig und ihre Auftraggeber – also unsere Kunden – viel zu geizig und beschränkt, um sich auf wirklich gute Kreativkonzepte einzulassen. Und weil Newsletter mit Clickbate-Betreffzeile, hässliche Banken-Websites und Plakatwerbung für Katzenfutter nun mal keine Auszeichnungen gewinnen, will Felix, dass wir uns proaktiv preisverdächtige Ideen ausdenken. Und ich? Ich hasse alles an diesem Plan.

Ich bin nicht Mediengestalterin geworden, um Preise zu gewinnen. Allerdings auch nicht, um Newsletter zu gestalten. Streng genommen habe ich die Ausbildung nur begonnen, damit ich mit siebzehn von zu Hause ausziehen und mir die Miete in einer viel zu teuren Frankfurter WG leisten konnte.

Und jetzt sitze ich hier und muss mich von einem arroganten Workaholic-Arschloch ignorieren lassen, der vor vier Wochen noch seine Finger zwischen meinen Beinen hatte.

»Klara? McDowall? Geht das klar?«

Felix hat diese schreckliche Eigenart, uns beim Nachnamen zu nennen. Wie ein Drill Instructor, der seine Kadetten frühmorgens Runden laufen lässt. Seit dem Vorfall mit dem Marketingchef von Wüthrich verwendet er jedoch Klaras Vornamen. Und Amelie – seine Lieblingsprojektmanagerin – hatte diese Ehre schon immer. Ich bin nach wie vor McDowall. Zuletzt muss er mich in meinem Vorstellungsgespräch Franka genannt haben.

Beim bloßen Gedanken daran beiße ich mir auf die Innenseite meiner Wange. Es ist gut zwei Jahre her, dass ich ihm in genau diesem Konferenzraum gegenübersaß und mich gefragt habe, ob er ebenfalls weiß, wer ich bin. Ob er sich an diesen Abend erinnert, den ich nur zu gern vergessen würde. Seit dem Zeitpunkt unserer ersten Begegnung mag er größer und breiter geworden sein und sich mit mehr schlecht gestochenen Tattoos zugekleistert haben, als er selbst zählen kann. Aber diese eisgrauen Augen hätte ich immer und überall wiedererkannt. Sein Vater hatte dieselben – auch wenn Felix seine Abstammung gern ignoriert. Er will nicht mit dem mittlerweile verstorbenen Werbemogul Wolfgang Mattuschek in Verbindung gebracht werden.

Möglicherweise ist das unsere einzige Gemeinsamkeit: Wir gehen beide nicht damit hausieren, wer unsere Eltern sind. Mich verbindet nichts mehr mit meiner Mutter. Nicht einmal der Nachname. Auf den Wahlplakaten meiner Mutter steht ihr Mädchenname, den sie nach der Scheidung wieder angenommen hat und unter dem Wolfgang Mattuschek sie kannte: Beate Frey. Der Nachname, bei dem Felix mich ausschließlich nennt, dient also nicht als Brücke zu unserer gemeinsamen Vergangenheit. Und trotzdem werde ich die stille Furcht nicht los, dass er ganz genau weiß, wer ich bin. Und was damals passiert ist.

Ich mustere ihn ein weiteres Mal argwöhnisch. Die etwas zu große Nase, die kurz rasierten Seiten … die eisgrauen Augen.

Plötzlich fällt mir ein, dass er doch noch einmal meinen Vornamen gebraucht hat. Vor vier Wochen. Ein einziges Mal, während sich alle um Klara gesorgt haben. Vermutlich hat mich das so aus dem Konzept gebracht. Und, dass er einen schwarzen Anzug getragen hat. Komplett schwarz. Auch das Hemd und die Krawatte. Was seine Augen und die Tattoos noch gefährlicher hat wirken lassen.

»Können wir machen«, antwortet Klara mit einem Strahlen und lächelt erst Felix, dann mir zu. Ich habe keine Ahnung, was Felix zuletzt gesagt hat, weil ich geistig abgedriftet bin. Deswegen weiß ich auch nicht, welcher Aufgabe Klara in unser beider Namen zugestimmt hat. Sie ist die Gewissenhafte von uns. Aber sie ist auch neu in der Branche. Klara hat noch Ehrgeiz und Ziele und den ehrlichen Glauben daran, dass Felix sie eines Tages aus vollem Herzen für einen getanen Job loben wird – alles Hoffnungen, die ich niemals gehegt habe.

»Nächste Woche ist allerdings ziemlich viel zu tun«, fährt Klara fort. »Die Ausschreibung für Mercedes, wenn du dich erinnerst?« Den letzten Satz formuliert sie wie eine...



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.