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Groh | Funkenstille (Sweet Lemon Agency, Band 3) | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 3, 464 Seiten

Reihe: Sweet Lemon Agency

Groh Funkenstille (Sweet Lemon Agency, Band 3)

Second-Chance-Romance mit Starfußballer: Die New-Adult-Reihe rund um die Sweet Lemon-Werbeagentur
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-7320-2185-7
Verlag: Loewe Intense
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Second-Chance-Romance mit Starfußballer: Die New-Adult-Reihe rund um die Sweet Lemon-Werbeagentur

E-Book, Deutsch, Band 3, 464 Seiten

Reihe: Sweet Lemon Agency

ISBN: 978-3-7320-2185-7
Verlag: Loewe Intense
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Funkenstille ist SPIEGEL-Bestseller! Sie will sich nicht verlieben. Bis er um sie kämpft. Amelie hat keine Zeit für Ablenkung. Sie opfert alles, um ihrer kleinen Schwester die Kindheit zu ermöglichen, die ihr selbst verwehrt geblieben ist - sogar ihre große Liebe. Sechs Jahre ist es her, dass Joscha ohne sie nach England gegangen ist, um seine Fußballkarriere voranzutreiben. Als der Torwart jetzt zu seinem Heimatverein zurückkehrt, hat er nicht nur sportliche Ziele. Er will Amelie zurückerobern. Doch kaum glaubt auch sie an eine gemeinsame Zukunft, beginnt die Presse, in ihrer Vergangenheit zu wühlen. »Joscha und Amelie sind Sehnsucht und Hoffnungsfunken und eine ganze zerrissene Welt von Gefühlen. Ein absolutes Herzschlagfinale der Sweet Lemon Agency inmitten des schillernden Profifußballkosmos.« SPIEGEL-Bestsellerautorin Marina Neumeier Eine Sports Romance zwischen Regeln und Strukturen: Im abschließenden Band ihrer New-Adult-Reihe in der Sweet Lemon Agency lässt SPIEGEL-Bestsellerautorin Kyra Groh Projektmanagerin Amelie in einer berührenden Second Chance Romance auf ihre erste große Liebe treffen - Fußballstar Joscha.

Kyra Groh wurde 1990 in Seligenstadt am Main geboren. Nach einem kleinen Umweg über die Uni Gießen, verschlug es sie 2012 nach Frankfurt, wo sie noch immer mit ihrem Freund und ihrem kleinen Sohn lebt. Sie schreibt Geschichten direkt aus dem Leben - immer mit Humor, Tiefgang und einigen Seitenhieben zur aktuellen Popkultur. Denn neben dem Schreiben hängt ihr Herz vor allem an Musik, (Hör)Büchern, Serien und lustigen Hundevideos auf Instagram. Alles, was ich in dir sehe ist ihr erster Roman für New-Adult-Leserinnen.
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Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


1

Stamm

torfrau

AMELIE

»Oh nein, was willst du denn schon wieder?!«

Der Mann auf meinem Screen lacht der Person zu, die das Handy zum Filmen auf ihn gerichtet hat. Es ist eindeutig zu erkennen, dass er die Frage scherzhaft meint und es ihn überhaupt nicht stört, ein Interview geben zu müssen. All seine Teamkollegen, die vor ihm auf dem Weg zum Trainingsplatz an der Social-Media-Managerin vorbeigelaufen sind, haben sich ähnlich verhalten. Sie führen einstudierte Handschläge oder Posen vor, bevor sie die Fan-Fragen der Woche beantworten. Manche tun so, als wollten sie sich zieren oder davonlaufen, andere genießen sichtlich ihren Promistatus.

Aber keiner – wirklich keiner – strahlt dabei so offen und ehrlich wie Joscha Rittberger.

Sechs Jahre lang habe ich es geschafft, alles zu meiden, was mit ihm zu tun hat. Wenn im Radio die Ergebnisse aus der Premier League durchgesagt wurden, habe ich den Sender gewechselt. Wenn ein Song von diesem britischen Indie-Sternchen Tiffy Echo lief, habe ich Lolas Hörspiel gestartet. Wenn meine Arbeitskollegen am Montagmorgen in der Kaffeeküche das Wort Fußball in den Mund genommen haben, musste ich plötzlich ganz dringend in die entgegengesetzte Richtung. Und das alles nur, weil sein Name hätte folgen können. Und jetzt? Jetzt ist er seit einem halben Jahr wieder in der Stadt, in der alles mit uns angefangen hat. Sein Name steht jede Woche in der Zeitung und im Kollegium fällt er ununterbrochen – entweder weil er einen Ball besonders geschickt abgewehrt oder besonders trottelig reingelassen oder weil er neuen Gerüchten zufolge doch wieder mit seiner Ex angebandelt hat.

Dann ist auch noch Lolas Interesse an Fußball aufgekommen und irgendein Mitspieler aus ihrem Kinderteam hat ihr verraten, dass auf den Social-Media-Kanälen seines Vereins exklusives Behind-the-Scenes-Material gezeigt wird.

Jetzt denkt mein Algorithmus, dass ich mir die Zusammenschnitte vom Fan-Fragen-Freitag jede Woche ansehen will. Nicht Lola. Was ich ihm gerne verübeln würde, wenn nicht etwas dran wäre. Denn immerhin bin ich diejenige, die sich gerade am Freitagmorgen um kurz vor halb sieben zum zweiten Mal den Clip reinzieht. Keine Lola weit und breit. Nur ich, allein auf der Ausziehcouch im Wohnzimmer, und sein Gesicht, das mir vorgaukelt, ich würde ihn kennen. Dabei habe ich keine Ahnung, wer dieser Mann ist. Nicht mehr.

Ein scharfer Schnitt unterbricht das Video. Das Intro zum Fan-Fragen-Freitag taucht auf und die erste Frage wird eingeblendet. Schnitt zurück auf Joschas Gesicht. Es ist reine Freude. Pures Glück. Wenn er lacht, reißt der Himmel auf. Das war schon immer so. Er war meine erste Sonne. Hell, warm und der Mittelpunkt meines Planetensystems. Bis ich gelernt habe, dass es nicht guttut, der Sonne zu nahe zu kommen.

»Welche Musik ich im Kraftraum höre?« Er schaut schräg nach oben, als müsse er überlegen, und klopft sich ein paar Mal mit den Torwarthandschuhen auf die ausgestreckte Handfläche. »Ähmmm, viel Hip-Hop. Old School meistens.« Er nickt bekräftigend, lacht dann jedoch schallend auf und erhebt gespielt drohend den Zeigefinger Richtung Kamera: »War Zach schon hier? Wenn der was anderes behauptet, glaub ihm kein Wort!«

Joscha Rittberger zwinkert ein letztes Mal seinen Fans zu, dann streckt er der Social-Media-Managerin, deren Arm am unteren Bildrand auftaucht, freundschaftlich die Faust entgegen und verschwindet mit einem Winken.

Du alter Lügner, denke ich, Old School Hip-Hop? Ernsthaft?

Wenn Joscha Rittberger – Stammtorwart des Frankfurter Bundesligateams, Fanliebling und Dauergast in den Promispalten der Nation – im Kraftraum auch nur ein einziges Mal Tupac auf seinen überteuerten Kopfhörern laufen hatte, dann fresse ich einen seiner Torpfosten.

Ich schlucke etwas herunter, von dem ich nicht so genau weiß, was es ist. Es kommt mir gleichzeitig schwer und leicht vor. Alt und neu. Verboten und so absolut, grundlegend richtig.

Am liebsten würde ich mir die Decke über den Kopf ziehen und noch eine halbe Stunde schlafen. Oder ein halbes Jahr. Keine Ahnung, wann ich zuletzt ausgeschlafen habe. Es muss zu einer Zeit gewesen sein, als der Mann aus dem Handyvideo mir noch anvertraut hat, dass er zum Training ausschließlich Musicalnummern, Céline-Dion-Balladen und Disney-Soundtracks hört. Anders gesagt: Es ist ein ganzes Leben her.

Die Zeiger meines altmodischen Weckers bewegen sich unablässig auf halb sieben zu. Dann wird er klingeln. Mit diesem ohrenbetäubenden scheppernden Geräusch, das mich selbst dann aufwecken würde, wenn ich über Nacht mumifiziert werden würde. Doch ich habe das Geräusch schon seit Monaten nicht mehr gehört. Ich bin immer vor ihm wach. Entweder weckt mich die Urangst, ich könnte verschlafen, zu spät kommen und aller Welt beweisen, wie eindeutig ich mit meinem Leben überfordert bin. Oder Lola schmeißt mich aus dem Bett, bevor das Klingeln auch nur eine Chance hat.

»Ammi?«

Ein Lichtspalt auf dem Boden wird größer und größer, bis er die Schlafcouch trifft und mich blendet.

»Mh?«, mache ich und blicke blinzelnd hoch.

Lola steht in der Wohnzimmertür. Sie trägt ihren zu kurzen Schlafanzug, die abgegriffenen Torwarthandschuhe ihres Vereins und Schienbeinschoner, die ich ihr groß genug kaufen wollte, damit sie nächstes Jahr noch passen. Aber sie sind so riesig, dass sie darin kaum ihre Knie beugen kann.

»Wenn Frankfurt gegen Cristiano Ronaldo spielt, wer glaubst du gewinnt?«

Ich setze mich auf. »Cristiano Ronaldo alleine oder mit seinem Team?«

»Allein.«

»Hm, ich glaube nicht, dass er allein gegen zwölf andere gewinnt.«

»In einer Fußballmannschaft sind nur elf, du Löwenzahnbirne.«

Mit einem Lächeln greife ich nach dem Haargummi auf dem Couchtisch und binde mir einen Knoten. Ich fürchte mich vor dem Zeitpunkt, an dem ihr klar wird, dass ich diese kleinen Fehler mit Absicht mache, damit sie mich korrigieren kann. Und noch mehr vor dem, an dem sie es nicht mehr witzig finden wird, ausgedachte Schimpfworte zu benutzen, sondern mich geradeheraus Arschloch nennt.

»Weiß ich doch, du Vollkorntoastrandstück.«

Lola kommt entschlossen auf mich zu, setzt sich ans Fußende der ausziehbaren Couch und schaltet selbst den Wecker aus. Und so beginnt unser Tag.

»Hasan glaubt übrigens, Ronaldo würde gewinnen.« Lola beugt sich, so weit es ihr Anschnallgurt erlaubt, in ihrem Kindersitz nach vorne. Die Wolldecke, in die ich sie jeden Morgen einwickle, seit die Heizung in meinem alten Opel Agila ohne Hoffnung auf Wiederbelebungsmaßnahmen das Zeitliche gesegnet hat, rutscht von ihren Knien. »Aber er ist da nicht ganz objektiv, weil er trägt ja auch immer ein Ronaldo-Trikot.«

»Verstehe.« Wieso eine Fünfjährige Worte wie objektiv benutzen kann, während sie sich gleichzeitig darum sorgt, wer in einem Match eins gegen elf gewinnen würde, ist mir ein absolutes Rätsel. »Ich glaube auch, Hasan ist befangen.« Den Blick starr auf die Straße mit dem dichten Frankfurter Berufsverkehr gerichtet, versuche ich, nach der Decke zu tasten. Es ist Ende Februar und besonders um halb acht morgens noch immer verdammt kalt. Ich will nicht, dass Lola friert, und ich will nicht, dass sie schlotternd in der Kita ankommt. Wie stünde ich denn dann da? Die Eltern der anderen Kinder schauen mich bei der Übergabe sowieso schon so komisch an, weil nicht wenige von ihnen zwanzig Jahre älter sind als ich.

»Hasan hat gesagt, ich werde nie Stammtorwart bei uns.«

Ah. Da liegt das Problem. »Das hatten wir doch geklärt: Du wirst nicht Stammtorwart. Du wirst Stammtorfrau.« Lola geht seit etwa sechs Monaten zu den Minikickern unseres Stadtteilvereins und ist dort eines von nur zwei Mädchen. Seitdem bin ich regelmäßig überrascht, wie unfassbar sexistisch bereits Fünfjährige sein können.

»Hasan sagt, das geht nicht.«

»Dann zeigst du es Hasan einfach.«

Ich suche im Rückspiegel ihren Blick. Lola guckt allerdings verträumt aus dem Seitenfester. »Ammi? Weißt du, was richtig cool wäre?«

»Was denn?«

»Wenn Joscha Rittberger mein Freund wäre. Dann könnte er in mein Training kommen und Hasan sagen, dass Mädchen auch Torwart sein können!« Unsere Blicke begegnen sich nun doch im Rückspiegel. »Torfrau, meine ich.«

»Mhm«, mache ich bestätigend, in Gedanken wieder bei dem Video. Und bei seinem Lachen, das noch immer durch jede Wolkendecke dringt. »Du hast recht, das wäre richtig cool.«

»Hast du dir gemerkt, welches Joscha-Rittberger-Torwart-Torfrau-Trikot ich zum Geburtstag haben will?«

»Ist abgespeichert, ja.« Egal, wie oft ich seinen Namen in den Medien höre – sei es im sportlichen Kontext oder in Bezug auf sein Privatleben, das während seiner On-Off-Beziehung mit der Indie-Sängerin Tiffie Echo ständig thematisiert wurde –, es tut immer ein kleines bisschen weh. Aber wenn ich seinen Namen in Lolas süßer, kräftiger Stimme höre, bricht es mir das Herz.

Was irgendwie beruhigend ist. Weil ich mir manchmal gar nicht sicher bin, ob ich noch so etwas wie ein Herz besitze. Zumindest eines, das brechen kann. Das Wehmut empfindet. Und Eifersucht beim Gedanken an eine ätherische Hippie-Schönheit, die am laufenden Band virale TikTok-Sounds über ihre angeblich beendete Beziehung zu einem deutschen Profikicker produziert.

»Das blaue Trikot, nicht das rosane. Nicht verwechseln, du Mähdrescher! Und neue Schuhe brauche ich auch.«

Mein Geldbeutel weint ein wenig bei dem...



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