E-Book, Deutsch, 256 Seiten
Reihe: Studienführer
Große Deters Und in fünf Jahren lese ich Gedanken
1. Auflage 2013
ISBN: 978-3-944296-39-5
Verlag: Eden Books - ein Verlag der Edel Verlagsgruppe
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Was man wissen muss, bevor man Psychologie studiert
E-Book, Deutsch, 256 Seiten
Reihe: Studienführer
ISBN: 978-3-944296-39-5
Verlag: Eden Books - ein Verlag der Edel Verlagsgruppe
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Die Autorin Fenne Große Deters hat in Bonn studiert. Nach einem Forschungsaufenthalt in Arizona promoviert sie an der Freien Universität Berlin zum Thema »Psychologische Auswirkungen von Facebook-Nutzung«.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
3
STUDIENPLATZBEWERBUNG
UND DIE WAHL DER
RICHTIGEN HOCHSCHULE
Du bist Dir sicher, dass Psychologie der richtige Studiengang für Dich ist? Damit ist ein wichtiger Schritt geschafft und Du kannst Dich darum kümmern, wie Du einen Studienplatz bekommst. Das ist leider nicht ganz so einfach. Rund 30.000 Abiturienten bewerben sich jedes Jahr auf knapp dreitausend Studienplätze für Psychologie.7 Weil die Nachfrage das Angebot bei Weitem übersteigt, ist Psychologie ein sogenannter örtlich zulassungsbeschränkter Studiengang oder auch Numerus-clausus-Studiengang. Du kannst Dich also nicht einfach einschreiben, sondern musst Dich um einen Studienplatz bewerben. In diesem Kapitel gibt es Infos zum Bewerbungsprozess und Hilfe bei der Auswahl des Studienplatzes.
3.1
DIE BEWERBUNG
Früher musste man sich für einen Psychologiestudienplatz bei der ZENTRALEN VERGABESTELLE FÜR STUDIENPLÄTZE (ZVS) bewerben und bekam dann aufgrund verschiedener Quoten und Kriterien einen Studienplatz zugeteilt (allerdings nicht unbedingt dort, wo man ihn gern bekommen hätte – daher der Begriff »ZVS-Opfer«). Vor wenigen Jahren wurde dieses System dann dadurch ergänzt, dass die Hochschulen sich einen Teil ihrer Studenten selbst nach eigenen Kriterien aussuchen durften, um ihr Profil zu schärfen. Dadurch wurde das Bewerbungsverfahren nicht nur deutlich unübersichtlicher und zeitaufwändiger, sondern es führte auch dazu, dass einige Bewerber gleich mehrere Zusagen von verschiedenen Unis erhielten. Die nicht angetretenen Studienplätze wurden dann in zeit- und nervenraubenden Nachrückverfahren besetzt und so mancher Student saß erst irgendwann im November endlich im Hörsaal.
Um diesem Problem beizukommen, wird jetzt gerade die ZVS 2.0. entwickelt. Sie trägt den klingenden Namen HOCHSCHULSTART.DE. Leider verzögert sich die flächendeckende Einführung seit Jahren (und nur, wenn alle Hochschulen sich daran beteiligen, ist diese Einrichtung wirklich sinnvoll) und aufgrund zahlreicher Probleme bei der Umsetzung übernehmen die Hochschulen die Studienplatzvergabe für das Fach Psychologie bislang lieber komplett selbst. Die Nachteile für Dich liegen auf der Hand:
- Du musst lauter einzelne Bewerbungen verschicken und Dich bei jeder Bewerbung wieder genau über Anforderungen und Fristen informieren.
- Wegen der Nachrückverfahren kann es sich sehr lange hinziehen, bis Du endgültig weißt, ob und wo es mit dem Studienplatz klappt.
BEWERBUNG DIREKT BEI DER UNIVERSITÄT8
Etwas Allgemeingültiges lässt sich über die Bewerbungsverfahren der einzelnen Hochschulen kaum sagen. Während beispielsweise die Technische Universität Dresden neunzig Prozent der Studienplätze aufgrund der Abiturnote und zehn Prozent aufgrund von Wartesemestern vergibt, hat die Freie Universität Berlin für die Vergabe von sechzig Prozent der Studienplätze ein kompliziertes Punktesystem eingeführt, das das Kriterium Abiturnote ergänzt (beispielsweise geben Mathe- und Bio-LK Extrapunkte). Der Bewerbungsschluss für das Wintersemester ist meist am 15. Juli, aber auch das kann von Uni zu Uni abweichen.
DIE FOLGENDEN KRITERIEN WERDEN BEI DER BEWERBUNG EINE ROLLE SPIELEN
Die Abiturnote
Ein Teil der Studienplätze wird auf Basis der Abiturnoten vergeben. Dabei werden alle Bewerber nach ihrem Abischnitt sortiert und je nach Anzahl der über diese Quote zu vergebenen Studienplätze wird an die Besten zwanzig, fünfzig etc. eine Zusage verschickt. Die Abinote des schlechtesten Bewerbers ist dann der sogenannte NUMERUS CLAUSUS (NC). Der NC gibt also an, mit welchem Abischnitt man gerade noch einen Studienplatz bekommen hat. Der NC kann sich folglich in jedem Jahr ändern, denn er bestimmt sich immer wieder neu aufgrund der Anzahl der über die Abiturbestenquote zu vergebenen Studienplätzen und der jeweiligen Abiturnoten der Bewerber. NCs aus vergangen Jahren liefern deswegen nicht mehr als einen Anhaltspunkt. Wer einen Abischnitt von 3,0 hat, sollte sicherlich intensiver über Alternativen und einen Plan B nachdenken als jemand, der einen Schnitt von 1,0 in der Tasche hat. Aber auch mit einem Einser-Schnitt ist eine Bewerbung zumindest bei mehreren Unis ratsam.
Die Wartesemester
Als Wartesemester zählt jedes Halbjahr nach Deinem Abitur, in dem Du nicht an einer deutschen Universität eingeschrieben warst. Dabei spielt es keine Rolle, was Du in der Zeit gemacht hast und auch nicht, wann Du Dich das erste Mal um einen Studienplatz beworben hast. Häufig gibt es neben der Abiturbestenquote auch eine Quote für Studienplätze, die nur aufgrund von Wartesemestern vergeben werden. Äquivalent zur Vergabe nach Abinote werden die Bewerber auf Basis ihrer Wartesemester in eine Reihenfolge gebracht und die Studienplätze danach vergeben. Die Zahl der Wartesemester gibt also an, wie viele Wartesemester man mindestens angesammelt haben musste, um noch einen Platz zu ergattern. Auch hier gilt das Gleiche wie beim NC: Die erforderliche Anzahl an Wartesemestern kann jedes Jahr unterschiedlich ausfallen. Manchmal geben Unis bei der Zahl der Wartesemester noch einen NC an und beim NC eine Anzahl Wartesemester; NC und Wartesemester haben dann bei der jeweils anderen Quote noch als zweites Kriterium gedient. Lag der NC beispielsweise bei 1,5 und die Wartesemester bei zwei, dann gab es zu viele Bewerber mit einem Abischnitt von 1,5 und es wurden nur diejenigen ausgewählt, die zusätzlich zwei Wartesemester vorweisen konnten.
Andere Auswahlkriterien
Was andere und zusätzliche Auswahlkriterien betrifft, sind der Fantasie der Universitäten keine Grenzen gesetzt. Es gibt Auswahlgespräche, Motivationsschreiben und Auswahltests. So werden an einigen Universitäten bestimmte Noten im Abiturzeugnis (beispielsweise in Mathematik oder Biologie) oder Praktika und Ausbildungen mit psychologischem Bezug besonders gewürdigt. Manchmal vergibt die Universität den Großteil ihrer Psychologiestudienplätze über solche selbstbestimmten Kriterien (beispielsweise die Universität Tübingen), manchmal nur einen sehr geringen Anteil. Der Vorteil der verschiedenen Verfahren ist, dass Du je nach Uni auch mit einem nicht so berauschenden Abischnitt gute Chancen haben kannst. Der Nachteil besteht in dem hohen Zeitaufwand, den Du bei Deinen Bewerbungen betreiben musst.
Nachrückverfahren
Meist ist ein Nachrückverfahren nötig, um alle Studienplätze zu besetzen. Aufgrund von Mehrfachbewerbungen werden nicht alle Plätze angetreten und diese dann an die jeweils nächsten Bewerber auf der Liste vergeben.
Losverfahren
Studienplätze, die auch nach den Nachrückverfahren übrig bleiben, werden im Losverfahren vergeben. Die Chancen sind hier zwar etwas besser als für einen Sechser im Lotto, aber auch nicht gerade besonders gut. Häufig meldet man sich mit der Bewerbung für einen Psychologiestudienplatz an der entsprechenden Universität auch gleich mit für das Losverfahren an. Es ist sinnvoll, sich nach der ersten Runde Nicht-Zusagen noch mal extra dort zu registrieren und vielleicht auch noch bei weiteren Universitäten. Auf der Seite www.hochschulstart.de/index.php?id=4061 kannst Du erfahren, wo noch Plätze frei sind und Dich von dort auch direkt auf die jeweilige Seite der Universitäten weiterleiten lassen, um Dich für das Losverfahren anzumelden.
Härtefälle
In bestimmten Fällen, zum Beispiel bei Behinderung oder Krankheit, wird man bei der Vergabe der Studienplätze bevorzugt behandelt. Genauere Infos hierzu findest Du unter www.fu-berlin.de/studium/docs/DOC/sonderantraege.pdf.
Grundsätzlich gilt: Lass Dich nicht entmutigen und sei bereit, entsprechend viel Zeit in die Bewerbungen zu investieren – der Urlaub nach dem Abi kann auch noch bis Ende Juli warten.
3.2
ALTERNATIVEN ZUM STUDIUM
AN EINER STAATLICHEN DEUTSCHEN HOCHSCHULE
Falls es mit dem Studienplatz an einer staatlichen Hochschule in Deutschland nicht klappt, hast Du folgende Alternativen: Ein Studium im Ausland oder ein Studium an einer privaten Hochschule.
STUDIUM IM AUSLAND
Beliebte Ausweichmöglichkeiten sind für Psychologieinteressierte natürlich zunächst das deutschsprachige Ausland, also Österreich und die Schweiz; aber auch die Niederlande, Belgien und England sind attraktiv, da man dort häufig auf Englisch studieren kann. Da für jedes Land wieder andere Bedingungen gelten, verweise ich hier nur auf eine Internetseite, die einen guten Start für eine Webrecherche bietet: www.studieren-psychologie.de/13,1,auslandsstudium.html.
STUDIUM AN EINER PRIVATEN HOCHSCHULE
Immer mehr private Hochschulen bieten Psychologiestudiengänge an. Wenn man das nötige Kleingeld hat, um die Studiengebühren von dreitausend und mehr Euro pro Semester zu bezahlen, ist das sicherlich eine...




