Groth | Mister Black | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 344 Seiten

Groth Mister Black

aus seiner Sicht
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7407-4003-0
Verlag: TWENTYSIX LOVE
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

aus seiner Sicht

E-Book, Deutsch, 344 Seiten

ISBN: 978-3-7407-4003-0
Verlag: TWENTYSIX LOVE
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Er hat alles, was andere Menschen sich wünschen: Geld, Macht und Frauen, so viele er haben kann. Doch Ryan Black ist gelangweilt von seinem Leben. Es gibt keine Spannung mehr, keine Überraschungen. Doch dann geht er mit seinem besten Freund Carl eine Wette ein. Er soll eine Kellnerin verführen. Was sich Ryan und Carl einfach vorstellen, verändert Ryans Leben.

Groth Mister Black jetzt bestellen!

Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


Kapitel 2


Carl ist wie immer nicht pünktlich. Ich arbeite weiter, bis er endlich auftaucht. Bei ihm weiß man nie, ob es nur 2 Minuten oder 2 Stunden sind, die er zu spät kommt. Da nutze ich die Zeit lieber sinnvoll. Als Carl endlich eine Stunde zu spät aufschlägt, lasse ich einfach alles stehen und liegen. Mir ist egal, was Clara denkt, wenn sie nachher meine Unterlagen zusammenräumt.

Ich habe ihr zwar schon tausendmal gesagt, dass sie das nicht tun soll, aber sie will mir einfach nicht zuhören. Wenn die Putzfrauen kommen, verschließe ich schon selber alle wichtigen Unterlagen. Ich bezahle zwar alle meinen Angestellten gut, aber wenn jemand Firmengeheimnisse haben möchte, wird er sicher noch mehr bezahlen oder einen anderen Weg finden, einen Angestellten zu überzeugen.

Obwohl Carl und ich im selben Alter sind, sieht er jünger aus. Liegt vielleicht auch an seiner Kleidung. Während ich im Büro immer Anzüge trage und meistens keine Zeit habe, privat wegzugehen, ist Carl in der Modebranche und kann anziehen, was er möchte. Zum Glück trägt er heute wenigstens Jeans und T-Shirt und nicht wieder irgendetwas Ausgefallenes, was seiner Meinung nach der letzte Schrei ist. Mir wäre ein solcher Aufzug peinlich. In was ich Carl schon mitnehmen musste. Ich schüttle bei dem Gedanken daran den Kopf. Immerhin stehe ich dann nicht im Mittelpunkt. Keiner berichtet über mich, wenn ich neben einem Paradiesvogel stehe, der die angesagtesten und neuesten Modetrends trägt.

Wir entscheiden, erst einmal etwas zu essen. Das Look out ist brechend voll. Schon als ich die Pläne gesehen hatte, hatte ich das Gefühl, dass es sich zu einer Art In-Lokal entwickeln würde. Sonst hätte ich auch sicher nicht investiert. Der Vorteil daran, dass ich in so viele Lokale in New York investieren konnte, liegt nicht nur in der Dividende, die ich erhalte, sondern auch daran, dass man vergessen kann, einen Tisch zu reservieren. Oft muss ich das zwar nicht in Anspruch nehmen, aber heute zeigt sich, wie praktisch es ist.

Der Geschäftsführer überschlägt sich fast vor Freundlichkeit, was mich etwas anwidert. Diese Schleimerei mag ich nicht. Freundlich ja, aber mich würde bei diesem Kerl nicht wundern, wenn er noch den Boden küssen würde, auf dem ich stehe. Wie kann ein Mensch so wenig Selbstwertgefühl besitzen?

Wir bekommen einen Tisch in einer ruhigen Ecke, wie ich es gerne mag. Ob es überhaupt Menschen gibt, die gerne mitten im Raum sitzen? Wie oft muss ich das ertragen bei irgendwelchen Eröffnungen und Wohltätigkeitsveranstaltungen und würde doch viel lieber am Rand sitzen und etwas Ruhe haben.

„Ihre Kellnerin kommt gleich. Kann ich schon etwas für sie tun?“ fragt der Schleimer.

„Nein, danke,“ sage ich knapp. Ich will nur, dass er verschwindet.

„Was für ein Schleimer,“ sagt Carl, als der Typ außer Hörweite ist.

„Seufz. Wie ich solche Leute hasse.“

„Hoffentlich ist die Kellnerin wenigstens süß,“ grinst er.

Carl ist zwar in der Modebranche, steht aber auf Frauen. Das führt hin und wieder zu einem kleinen Wettbewerb, der die Sache dann nur spannender macht. Carl hat nach eigenen Angaben keine Zeit für eine feste Beziehung und ich sehe ihn selten mit ein und derselben Frau zweimal. Wer mit Models arbeitet, der hat sicher auch genug Auswahl.

Dass ich ihm schon die eine oder andere vor der Nase weggeschnappt habe, freut mich im gleichen Maße, wie es mich ärgert, wenn er das Rennen macht. Streit haben wir deswegen nie, aber Rivalität macht die Eroberung noch besser.

Die Uniform der Kellnerinnen im Look out sind unscheinbar, aber funktionell und sehen nicht so nuttig aus wie in anderen Lokalen. Es verdeckt zwar die besten Hautstellen, aber so konzentriert man sich mehr auf sein Essen als auf die Kellnerin und man kann auch mit Frauen Geschäftstermine abhalten, ohne, dass sie sich unwohl fühlen. Außerdem steht eine knappe Uniform nun einmal nicht jeder Frau.

Auf unseren Tisch kommt eine junge Frau zu, die ich auf höchstens 21 schätzen würde, wenn überhaupt. Sie ist nicht so dürr, wie die meisten Frauen in New York, sondern hat an den richtigen Stellen Kurven. Ihre braunen Locken umrahmen ihr Gesicht. Sie schaut nicht auf, sondern weicht Gästen und anderen Kellnerinnen aus. Sie sieht geschickt dabei aus.

Erst an unserem Tisch sieht sie auf und beginnt ihr Sprüchlein aufzusagen: „Guten Abend, ich bin Mary und für heute Abend ihre Kellnerin. Darf ich ihnen die Karte geben oder wissen sie schon was sie möchten?“

„Wir nehmen die Karte,“ sagt Carl.

Mary hat strahlend blaue Augen. Obwohl sie uns anlächelt, wirkt sie etwas unsicher. Schüchtern wir sie so sehr ein? Sie ist wirklich attraktiv. Auch in dieser Uniform werden ihr die Männer reihenweise nachschauen.

Ihre Hände zittern leicht. Ich stöhne innerlich auf, warum muss sie sich nur so davon beeindrucken lassen, dass ich hier Investor bin? Und warum musste ihr der Geschäftsführer das sagen?

„Gerne.“ Sie reicht uns jedem eine Karte. „Darf es schon etwas zu trinken sein?“

„Entschuldigen Sie Sir, unsere Mary hat heute ihren ersten Tag. Ich werde sofort dafür sorgen, dass sie eine erfahrene Kellnerin bekommen?“

Ich habe den Schleimer gar nicht kommen sehen, weil ich mir in Ruhe den attraktiven Körper unter dieser einfachen Uniform angesehen habe. An ihr sieht sie irgendwie sexy aus.

„Nein,“ sage ich bestimmt. Ich will sie mir weiter ansehen und vielleicht noch mehr über sie erfahren. Wollte ich mir nicht eh ein neues Betthäschen suchen?

„Wir sind sehr zufrieden, danke,“ sage ich knapp und unfreundlich zu dem Schleimer, in der Hoffnung, dass er den Wink versteht und sich verzieht. Mit einem Hofknicks macht er sich vom Acker. Boah, geht der mir auf die Nerven.

„So,“ lächle ich Mary an, „das ist also Ihr erster Abend?“

„Ja,“ sie strahlt mich an. Ihre Unsicherheit kommt also gar nicht daher, dass sie weiß, wer ich bin, sondern weil es ihr erster Arbeitstag ist. Das ist nachvollziehbar und verzeihlich.

„Sind Sie neu in New York?“

„Ja, gerade erst gestern hergezogen. Darf ich Ihnen schon etwas zu trinken bringen?“

Sie bleibt höflich, aber scheint das Gespräch beenden zu wollen. Das ist neu für mich. Ich schiele zu Carl, der mich auch etwas verwirrt ansieht.

„2 Bier.“

„Was für welches?“

„Das überlassen wir Ihnen.“

„Okay, bringe ich Ihnen gleich.“

Sie sagt es und schon ist sie weg. Ich sehe ihr nach, wie sie flink zwischen den Tischen zur Bar zurückeilt.

„Die scheint gegen dich immun zu sein,“ stichelt Carl.

„Na, auf dich ist sie anscheinend auch nicht geflogen,“ gebe ich zurück.

Ich sehe ihr zu, wie sie die anderen Gäste bedient. Sie ist flink und lächelt die ganze Zeit. Man würde nicht merken, dass es ihr erster Tag ist. Hoffentlich dauert das Bier nicht so lange, so dass sie wieder an unseren Tisch kommen muss.

Schweigend sehen Carl und ich uns die Karte an, bis wir beide etwas gefunden haben.

„Also,“ fängt Carl an. „Wie komme ich zu der Ehre?“

„Es hat keinen besonderen Grund. Darf ich nicht einfach mit meinem Kumpel ausgehen?“

„Doch, aber bei deinem engen Terminkalender ist es eine Seltenheit, dass du von dir aus, ein Treffen vorschlägst.“

Wieso lässt er einfach nicht locker? Kann er nicht einfach hinnehmen, dass ich ausgehen wolle?

„Ich sehe es dir an, du suchst nur eine neue Frau,“ sagt er auf einmal.

Ich ertappe mich dabei, wie ich gerade den wohlgeformten Arsch unserer Kellnerin begutachtet habe.

„Suchen? Naja, das nicht direkt, aber wenn sich eine Gelegenheit ergibt, sage ich sicher nicht nein.“

Carl lacht und scheint mit meiner Antwort zufrieden zu sein. Im selben Moment erscheint unsere Kellnerin mit dem Bier.

„Bitte schön. Zum Wohl. Haben Sie sich schon etwas ausgesucht?“ fragt sie.

„Ich nehme das Wiener Schnitzel,“ sagt Carl.

Ich bestelle die Pilzpfanne.

„Gerne. Kann ich sonst noch etwas für Sie tun?“ fragt sie und mir schießen tausend Dinge durch den Kopf, die sie für mich tun könnte. Aber für alle müssten wir alleine sein und für einige müsste sie ihre Uniform ausziehen.

Um mich abzulenken, frage ich sie, was sie uns für ein Bier gebracht hat.

Sie überrascht mich, als sie fragt: „Meinen Sie nicht, sie erraten es?“

Ich konnte Herausforderungen noch nie gut ablehnen. Warum also jetzt damit anfangen, zumal sich hier vielleicht eine einmalige Gelegenheit ergibt, ein Treffen mit ihr zu arrangieren.

„Machen wir es spannender,“ schlage ich vor, „wenn einer von uns es errät, darf er Sie zum Essen einladen.“

„Und wenn Sie es nicht erraten?“

Das ist eine gute Frage. Auch wenn ich mir sicher bin, dass ich so schon weiß,...



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.