Grünewald | Silvia-Gold 219 | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 219, 64 Seiten

Reihe: Silvia-Gold

Grünewald Silvia-Gold 219

Neue Wege für die Liebe
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-7517-7187-0
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Neue Wege für die Liebe

E-Book, Deutsch, Band 219, 64 Seiten

Reihe: Silvia-Gold

ISBN: 978-3-7517-7187-0
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Nach Jahren in München kehrt die bezaubernde Sienna zurück an den Bodensee - fest entschlossen, sich in die Arme ihrer großen Jugendliebe Marco zu stürzen! Sie meint, nahtlos wieder da anknüpfen zu können, wo Marco und sie einst aufgehört haben - schließlich hat er sie mal angebetet! Doch die Enttäuschung könnte nicht größer sein: Marco ist inzwischen vergeben und bis über beide Ohren verliebt in seine Eva! Brennende Eifersucht lodert in Sienna auf, und sie beschließt, mit allen Mitteln Marco zurückzugewinnen.
Marco scheint zunächst für Siennas Reize unempfänglich zu sein. Er plant seine Verlobung mit Eva - und ausgerechnet Sienna soll dabei helfen! Genauso wie sein Kumpel Dominik. Dieser verliebt sich unsterblich in Sienna - sie aber hat weiter nur Augen für Marco. Bis eine leidenschaftliche Nacht alles verändert und Sienna eine schwere Entscheidung treffen muss ...

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Neue Wege für die Liebe

Ein Roman über unerwartete Gefühle und eine wichtige Entscheidung

Von Amelie Grünewald

Nach Jahren in München kehrt die bezaubernde Sienna zurück an den Bodensee – fest entschlossen, sich in die Arme ihrer großen Jugendliebe Marco zu stürzen! Sie meint, nahtlos wieder da anknüpfen zu können, wo Marco und sie einst aufgehört haben – schließlich hat er sie mal angebetet! Doch die Enttäuschung könnte nicht größer sein: Marco ist inzwischen vergeben und bis über beide Ohren verliebt in seine Eva! Brennende Eifersucht lodert in Sienna auf, und sie beschließt, mit allen Mitteln Marco zurückzugewinnen.

Marco scheint zunächst für Siennas Reize unempfänglich zu sein. Er plant seine Verlobung mit Eva – und ausgerechnet Sienna soll dabei helfen! Genauso wie sein Kumpel Dominik. Dieser verliebt sich unsterblich in Sienna – sie aber hat weiter nur Augen für Marco. Bis eine leidenschaftliche Nacht alles verändert und Sienna eine schwere Entscheidung treffen muss ...

Zehn Jahre zuvor

»Marco, lass das gefälligst!«

Sienna stieß ihn spielerisch von sich weg und sah ihn tadelnd an, konnte jedoch nicht aufhören zu kichern. Im Moment war er nämlich damit beschäftigt, sie gnadenlos von oben bis unten durchzukitzeln – nicht gerade förderlich, wenn man eine strenge Miene bewahren wollte.

Das Mädchen hatte den Verdacht, dass seine Attacke nur ein Vorwand war, um die plötzliche Nähe zwischen ihnen zu rechtfertigen ...

Die beiden waren schon seit der Grundschule befreundet und verbrachten seither fast jede freie Minute zusammen. Die Teenager hatten das Glück, in dem malerischen Örtchen Kressbronn am Bodensee aufgewachsen zu sein – und zwar in direkt nebeneinanderliegenden Häusern. Siennas Eltern waren Immobilienmakler, während Marcos Familie schon seit vielen Jahren eine gut gehende Frühstückspension betrieb.

Die beiden waren immer schon beste Freunde gewesen, aber vor Kurzem, seit Siennas fünfzehntem Geburtstag, um genau zu sein, hatte sich auf einmal etwas zwischen ihnen verändert. Sie konnte es deutlich spüren ...

Marco ging auf einmal ganz anders mit ihr um, irgendwie vorsichtiger, bedachter. Es kam ihr so vor, als würde er über jedes Wort, das er zu ihr sagte, genau nachdenken. Und dann waren da noch seine diversen Annäherungsversuche, die sie nicht so richtig deuten konnte.

Immer wieder berührte er wie zufällig ihren Arm, oder er rückte ganz nahe an sie heran, wenn sie nebeneinandersaßen. Jedes Mal, wenn sich dann ihre Oberschenkel streiften, begann Siennas Herz ganz wild zu pochen, und sie wartete verzweifelt darauf, dass er endlich den nächsten Schritt wagen würde.

Aber wenn es darum ging, dieses seltsame Zwischenstadium zu überwinden und seine Freundin zu küssen, schien Marco auf einmal recht feige zu sein ...

Es war ein herrlicher Sommertag, und die beiden hatten es sich auf einer Picknickdecke gemütlich gemacht. Vor ihnen erstreckte sich der See, der in der Sonne glitzerte.

Marco zeigte nun endlich Gnade und hörte auf, sie mit seinen Attacken zu quälen – die Hände verweilten jedoch weiterhin auf ihrem Körper. Überrascht sah Sienna auf, und ihre Blicke trafen sich. Langsam, fast in Zeitlupe, näherte er sich ihrem Gesicht und legte seine Hand in ihren Nacken.

Ihr Puls beschleunigte sich, und sie öffnete ihre Lippen ein kleines Stück – eine Reaktion, die ihm deutlich zeigte, dass sie das, was gleich passieren würde, genauso wollte wie er. Sein Mund berührte ihren – erst zaghaft, dann etwas forscher.

Sienna seufzte glücklich auf. Der Augenblick war einfach perfekt, und sie konnte nicht glauben, dass sie endlich ihren allerersten Kuss erhalten hatte. Sie hätte sich keinen besseren Partner für diesen wichtigen Moment vorstellen können als ihren liebsten Freund seit Kindheitstagen.

Er war der Erste, der sie geküsst hatte, und bestimmt würde er auch der Letzte sein. Sie wollte mit ihm zusammen alt werden, das wusste Sienna jetzt schon.

Der Blick des Mädchens war ganz verklärt, als die beiden sich schließlich wieder voneinander lösten. Schweigend lagen sie nebeneinander und wussten nicht so recht, wie sie sich nach diesem Moment der Innigkeit verhalten sollten.

»Wie findest du eigentlich das neue Computerspiel, das uns die Funnygames-Gruppe geschickt hat? Etwas verbesserungswürdig, oder?«, durchbrach Marco irgendwann das Schweigen.

Schmunzelnd antwortete Sienna: »Die Grafik ist nicht schlecht. Aber es hakt am Endgegner. Ich war so schnell durch, dass ich es kaum glauben konnte!«

Die beiden hatten in der Schule einen Nerd-Club gegründet und alle möglichen Computerspiele durchgetestet. Irgendwann war dann sogar ein großer Anbieter auf sie aufmerksam geworden und bezahlte die Jugendlichen seither dafür, dass sie ihre Spiele vor der Veröffentlichung durchspielten und die Programmierer auf kleine Fehler aufmerksam machten.

Dieser kurze Ausflug in die Gaming-Welt hatte dafür gesorgt, dass die verlegene Spannung zwischen ihnen verschwunden war – sie verhielten sich beide so, als wäre nie etwas passiert. Trotzdem wusste Sienna ganz genau, dass es in Wahrheit nie wieder so sein würde wie vorher – denn das Kribbeln in ihrem Bauch sagte ihr ganz deutlich, dass sie sich Hals über Kopf in Marco verliebt hatte. Sie konnte nur hoffen, dass es ihm ebenso erging.

Eines stand jedenfalls für sie fest – er war derjenige, den sie eines Tages heiraten würde ...

???

Jetzt

»Frau Moser, hören Sie mir überhaupt zu?«

Schuldbewusst zuckte Sienna zusammen. Ihr Kollege in der Steuerberatungskanzlei gab sich wirklich Mühe, sie professionell einzuschulen und ihr alles zu zeigen – und sie war so unhöflich und driftete gedanklich immer wieder in ihre Vergangenheit ab.

Sie konnte nichts dagegen unternehmen – seit einiger Zeit wurde sie ständig von diversen Erinnerungen eingeholt. Die Fünfundzwanzigjährige hatte lange nichts mehr von ihrem Kindheitsfreund gehört, und aus irgendeinem Grund schlich er sich in letzter Zeit immer wieder in ihren Kopf.

»Bitte entschuldigen Sie – natürlich höre ich Ihnen zu. Wie war das noch mal mit der Ablage der Dokumente?«

Herr Langenthaler bedachte sie mit einem weiteren vorwurfsvollen Blick, dann seufzte er und wiederholte das Gesagte noch einmal.

Die junge Frau nickte eifrig und atmete innerlich auf. Sie konnte es sich nicht leisten, das hier zu versauen, denn sie brauchte diesen Job, wenn sie sich ihre neue Wohnung in München leisten können wollte.

Für den Rest der Einführung ließ sich Sienna nicht mehr ablenken, und am Ende des Arbeitstags war Herr Langenthaler mehr als zufrieden mit ihrer schnellen Auffassungsgabe. Er klopfte ihr auf die Schulter und wünschte ihr einen schönen Feierabend, bevor er sich von ihr verabschiedete und in seinem Büro verschwand.

Beschwingten Schrittes lief sie nach Hause und ließ sich im Schutz ihrer eigenen vier Wände auf dem Sofa nieder.

Die Wohnung war ihr ganzer Stolz – dank der Unterstützung ihrer Eltern hatte sie sie bereits geschmackvoll eingerichtet. Trotzdem war die Miete nicht gerade günstig, deshalb war es auch so wichtig, dass sie bei ihrem Job ihr Bestes gab. Die Stelle als Assistentin der Steuerberatung war gut bezahlt, und wenn sie sich gut anstellte, durfte sie schon bald ihre eigenen Kunden betreuen.

Sienna überlegte gerade, welchen Feierabend-Drink sie sich zur Feier des Tages genehmigen sollte, als das Handy klingelte. Ein Blick auf das Display verriet ihr den Störenfried, und sie stöhnte genervt auf.

»Hallo?«

Hannes säuselte ins Telefon: »Hallo, meine Süße! Na, wie war dein Tag? War es nett bei der Arbeit?«

Die junge Frau konnte es sich nicht wirklich erklären, aber in letzter Zeit kam es immer öfter vor, dass sie Hannes auf Abstand hielt. Sie war wahnsinnig froh, dass sie sich dazu entschlossen hatte, ihre Unabhängigkeit zu bewahren und ohne ihn eine Wohnung anzumieten. Sie konnte es sich nämlich absolut nicht vorstellen, mit ihm zusammenzuwohnen.

Die beiden unterhielten sich eine Weile, und er versuchte, sie zu einem Treffen am selben Abend zu überreden. Aber Sienna hatte definitiv keine Lust, ihn zu sehen, und fand schnell eine Ausrede, um ihn abzuwimmeln. Dann setzte sie sich an den Laptop und surfte im Internet, ohne ein spezielles Ziel zu verfolgen.

Irgendwann fand sie sich auf dem Profil von Marco wieder, das er auf einem sozialen Netzwerk erstellt hatte. Ihr Finger kreiste unschlüssig über dem Nachrichten-Button – sollte sie, oder sollte sie nicht? Sie hatte schon viel zu lange nichts mehr von ihm gehört, und sie vermisste es, sich mit ihm über Belanglosigkeiten zu unterhalten.

Während der letzten zehn Jahre hatten sie sich ein wenig aus den Augen verloren. Zwar hielten sie weiterhin Kontakt, aber nur sporadisch. Fest entschlossen, dies nun zu ändern, klickte sie auf das...



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