Gunn | DER SÜSSE DUFT DES TODES | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, 267 Seiten

Gunn DER SÜSSE DUFT DES TODES

Der Krimi-Klassiker!
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-7487-7703-8
Verlag: BookRix
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Der Krimi-Klassiker!

E-Book, Deutsch, 267 Seiten

ISBN: 978-3-7487-7703-8
Verlag: BookRix
Format: EPUB
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Skandal in Llangethy, einem kleinen Dorf in Wales! Enoch Spencer, der Gutsbesitzer, hat seine Frau verlassen und ist mit Effie Ford, der kleinen Schlampe, durchgebrannt. Damit jedoch tut man Enoch Spencer bitter unrecht: In Wirklichkeit liegt er seit zwei Tagen tot in einem Graben - mit eingeschlagenem Schädel. Chefinspektor Cromwell von Scotland Yard und sein Assistent Johnny Lister übernehmen den Fall... Der Roman Der süße Duft des Todes von Victor Gunn (eigentlich Edwy Searles Brooks; * 11. November 1889 in London; ? 2. Dezember 1965) erschien erstmals im Jahr 1961; eine deutsche Erstveröffentlichung erfolgte im gleichen Jahr (unter dem Titel In blinder Panik). Der Apex-Verlag veröffentlicht eine durchgesehene Neuausgabe dieses Klassikers der Kriminal-Literatur in seiner Reihe APEX CRIME.

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  Erstes Kapitel
    Mit elastischen, kräftigen Schritten schlenderte Dilys Roberts vergnügt und unbeschwert die Dorfstraße von Llangethy in der Grafschaft Carmarthen entlang. Es war ein ruhiger, friedlicher Sonntagabend im Juni, und die Luft war nach der Hitze des Sommertages jetzt frisch und kühl. Ein letzter rötlicher Schimmer vom Sonnenuntergang war noch über den Bergspitzen am Himmel zu sehen, aber das Tal selbst lag schon im tiefen Schatten. Dilys war vierundzwanzig und für ein Waliser Mädchen ungewöhnlich hellblond. Sie trug ein farbenfrohes Sommerkleid, das ihre schöne Figur voll zur Geltung brachte, und so bot sie einen hübschen Anblick. Wenn ihr überhaupt ein Gedanke durch den Kopf ging, so war es der an das Abendbrot, das sie in der elterlichen Wohnung erwartete, die eine halbe Meile außerhalb des Dorfes lag. Sicherlich hatte sie nicht das geringste Vorgefühl einer Gefahr. Aber eine Gefahr sehr unschöner Art erwartete sie, als sie das letzte Häuschen hinter sich gelassen hatte. Schon eine Minute später kam ihr eine erste Ahnung davon; sie veranlasste sie, stehenzubleiben und sich umzublicken. Hinter sich hörte sie unsichere, schlurfende Schritte, und jetzt sah sie auch unbestimmt die Gestalt eines Mannes, der ihr näher kam. Offenbar beeilte sich dieser Mann und beabsichtigte, sie einzuholen. Dabei waren seine Bewegungen unzweifelhaft die eines Betrunkenen. Dilys biss sich ärgerlich auf die Lippen und setzte ihren Weg schneller fort. Aber leider musste sie feststellen, dass ihr unbekannter Verfolger sein Tempo ebenfalls beschleunigte und sogar so sehr, dass er sie rasch einholen musste. Denn Dilys war viel zu selbstsicher und mutig, um etwa feige wegzurennen. »Warum so eilig, Mädel?«, fragte eine belegte, kehlige Stimme. »Können wir nicht zusammen gehen?« Sie fühlte, wie sich eine kräftige Hand auf ihren Arm legte, und versuchte vergeblich, sich loszureißen. Auch roch sie den Alkoholdunst, als der Mann nahe an sie herankam. Das bestätigte ihre Ansicht, dass er betrunken sein musste. »Was ist denn, Mädel? Sie haben doch nicht etwa Angst vor mir?« »Ach, Sie sind es, Mr. Spencer!«, sagte sie, als sie ihn erkannte. »Ich habe schon von Ihnen gehört...« »Von mir gehört?«, fiel er ärgerlich ein. »Was haben-Sie denn da gehört? Nun los - was haben Sie von mir gehört? Sie sind doch die Roberts, nicht? Aber das ist doch kein Grund, warum wir nicht zueinander nett sein sollten, nicht?« »Wenn Sie das wollen, Mr. Spencer, so lassen Sie zunächst einmal meinen Arm los!«, erwiderte sie ärgerlich. »Damit Sie mir fortrennen, wie?« »Ach, Sie sind ja betrunken, Mr. Spencer!« »Vielleicht - aber nicht so sehr, dass ich nicht sehen kann, dass Sie wirklich eine nette Krabbe sind!« Der Mann grinste, hielt ihren Arm noch fester als zuvor und zog ihren schlanken Körper an sich heran. »Wie wäre es mit einem Küsschen? Nur ein kleines Küsschen zwischen Freunden - wie?« Dilys’ Ärger verwandelte sich in Furcht. Enoch Spencer vom Owen-Hof weiter das Tal hinauf hatte einen sehr schlechten Ruf. Aber Dilys hatte stets angenommen, dass er mit dieser Effie Ford ging, die in Abergollen arbeitete. Effie war - was jedermann im Dorf wusste - keineswegs eine Heilige. Stets war sie hinter Männern her; aber offensichtlich war Enoch Spencer einer Abwechslung durchaus nicht abgeneigt. »Wenn Sie mich nicht gehen lassen, Sie betrunkener Kerl, dann schreie ich!«, stieß Dilys jetzt wirklich verängstigt hervor. »Schön, schreien Sie nur!« Er kicherte höhnisch. »Wer wird Sie schon hören? Mein Gott, sind Sie aber hübsch!« Er brachte sein Gesicht so nahe an das ihre, dass ihr vor dem Alkoholdunst fast übel wurde. »Na, kommen Sie schon - nur ein Küsschen!« »Nein, nein - lassen Sie mich los!«, rief sie empört. Jetzt klang aus ihrer Stimme schon panische Angst, denn er hielt sie mit beiden Händen fest und zog sie trotz ihres Widerstandes an sich heran. Seine Finger griffen in ihr Kleid; krachend zerriss der dünne Stoff und fiel herunter. Nun schrie sie auf. Ihr Schrei hatte eine von ihr ganz unbeabsichtigte Wirkung. Der Betrunkene, der schon vorher unbeherrscht gewesen war, wurde nämlich daraufhin wirklich gefährlich. Er hielt ihr mit der Hand den Mund zu und fluchte dabei unflätig. Es gelang ihr zwar mit einer verzweifelten Drehung des Kopfes, den Mund wenigstens für einen Augenblick freizubekommen und nochmals um Hilfe zu rufen, aber nun wurde der Mann völlig rücksichtslos. Während seine Augen zornig blitzten, schloss sich seine Hand fest über ihrem Mund. Er war damit so beschäftigt, dass er gar nicht hörte, wie sich leichte, rasche Schritte auf der Straße näherten. »He - was geht denn hier vor?«, rief eine frische männliche Stimme. Der Besitzer der Stimme war ein sportlich gestählter junger Mann in Flanellhosen und einem am Halse offenen Hemd. »Hilfe...«, konnte Dilys nochmals leise hervorstoßen. Enoch Spencer drehte verwundert den Kopf. Die plötzliche Unterbrechung hatte ihn ernüchtert; er dachte jetzt nur noch daran, unbemerkt zu entkommen. Er ließ Dilys los und schickte sich an fortzulaufen. »Nein, so geht das nicht!«, herrschte ihn der junge Mann an, den schon ein kurzer Blick auf das Mädchen erschreckt hatte. »Nein, Sie schmutziges Schwein!« Er packte Spencer bei der Schulter, und als der Betrunkene sich umdrehte, schlug er ihm seine Faust mit so vernichtender Gewalt ins Gesicht, dass Spencer vor Schmerz aufheulend rücklings zu Boden fiel. Undeutlich sah der junge Mann dabei auf der Straße zwei andere Gestalten, die aus einiger Entfernung rasch hinzueilten. »Ich weiß zwar nicht, wer Sie sind, aber ich werde Sie schon wiedererkennen«, sagte der junge Mann streng. »Sollte ich Sie nochmals bei so etwas erwischen, dann schlage ich Ihnen den Schädel ein! Leute wie Sie verdienen nur, dass man sie totschlägt!« Enoch Spencer war inzwischen auf die Füße gekommen und rannte eiligst fort. Peter Marlowe zögerte noch einen Augenblick und beugte sich dann über das Mädchen, das halb ohnmächtig zu Boden gesunken war. Er fühlte sich verlegen, als er auf sie, die ohne Kleid in sommerlich leichter Unterwäsche dalag, herabblickte. Als sie bemerkte, dass sich Peter über sie beugte, wurde ihr der Zustand ihrer Kleidung erst bewusst, und sie stieß einen kleinen Schrei der Verlegenheit aus. »Ist bei Ihnen alles in Ordnung?«, fragte Peter törichterweise. Schon während er sprach, hatte er sein Jackett ausgezogen. Im nächsten Augenblick half er ihr auf die Beine und legte es ihr um die nackten Schultern. Dankbar hielt sie es über ihrer Brust zusammen. »Hat er... ich meine...« »Nein...«, flüsterte sie. »Sie sind noch rechtzeitig gekommen.« »Gott sei Dank!«, rief Peter erleichtert. »Jedenfalls habe ich ihm einen Hieb versetzt, an den er denken wird. Wer war es denn? Ich hörte Sie aufschreien...« »Es war der Besitzer vom Owen-Hof, Enoch Spencer«, unterbrach ihn Dilys. »Er war betrunken...« »Sind Sie das, Miss Roberts?«, fragte nun eine neue Stimme. Erst jetzt bemerkten Dilys und Peter, dass noch andere Menschen hinzugekommen waren-ein Ehepaar in mittleren Jahren von solidem Aussehen. Der Mann war derjenige, der gesprochen hatte; seine Stimme hatte eifrig und besorgt geklungen. »Es ist gar nichts geschehen«, antwortete Peter beiläufig. »Ein Betrunkener namens Spencer wurde handgreiflich - das war alles. - Fühlen Sie sich schon wieder wohl, Miss Roberts?« »Wieder dieser Spencer?«, meinte die Frau in entrüstetem Ton. »Sie haben ganz recht, junger Mann. Er ist wirklich ein übler Bursche.« Peter wünschte nicht, Dilys’ Verlegenheit zu vermehren, indem er die Unterhaltung verlängerte. So fasste er sie am Arm und führte sie die Straßen entlang, nachdem er dem Ehepaar kurz gute Nacht gewünscht hatte. »Vielen Dank...«, sagte sie leise, nachdem sie sich etwas entfernt hatten. »Jetzt habe ich mich schon wieder ganz erholt. Sie brauchen sich nicht weiter zu bemühen... Aber ich habe ja ganz vergessen - ich trage doch noch Ihre Jacke!« fügte sie rasch hinzu. »Ja, und darum muss ich Sie auch nach Hause begleiten«, erwiderte der junge Mann zufrieden. »Übrigens scheint mir dieser Spencer ein ausgemachter Halunke zu sein. Er arbeitet wohl auf dem Owen-Hof, wie?« »Der Hof gehört ihm«, erklärte Dilys. »Das heißt, eigentlich gehört er wohl seiner Frau. Sie hat ihn erst vor zwei oder drei Jahren geheiratet. Er ist kein Waliser, sondern stammt aus England. Aber Sie sind ja auch Engländer, nicht? Verzeihen Sie, ich wollte damit natürlich nicht sagen...« »Ich bin erst gestern angekommen - auf Ferien - und wohne im Schloss-Gasthof im Dorf«, erklärte Peter gesprächig. »Ich werde wohl vierzehn Tage hier bleiben. Meine Mutter - sie ist jetzt tot - wohnte vor Jahren hier, und ich erinnere mich an den Ort noch dunkel aus meiner Kinderzeit. Das Tal hier ist doch ganz entzückend - aber gehen wir auch in der richtigen Richtung?« »Ja - da vor uns liegt unser Haus!«, erwiderte das Mädchen. »Ich weiß wirklich nicht, wie ich Ihnen danken soll - aber wenn Ihre Mutter hier gelebt hat, so ist sie wohl auch Waliserin gewesen...« »Nein - sie war waschechte Londonerin«, unterbrach er sie. »Aber sie brachte mich während des Krieges her - wegen der Bomben. Damals war ich natürlich noch sehr jung, und deshalb kann ich mich nicht mehr sehr gut an den Ort erinnern. Sie sind wohl von hier?« »Ja, mein Vater ist hier Schullehrer«, erwiderte sie. »Ich selbst habe den Schönheitssalon im Dorf. Genaugenommen ist es nur ein...



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