Gunn | WAS WUSSTE MOLLY LISKERN? | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 301 Seiten

Gunn WAS WUSSTE MOLLY LISKERN?

Der Krimi-Klassiker!
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7487-5115-1
Verlag: BookRix
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Der Krimi-Klassiker!

E-Book, Deutsch, 301 Seiten

ISBN: 978-3-7487-5115-1
Verlag: BookRix
Format: EPUB
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Ein Stofffetzen hing unter dem geschlossenen Kofferraumdeckel hervor. Verwirrt trat der Tierarzt Dr. Conway hinter seinen Wagen und klappte den Deckel hoch. Mit weit aufgerissenen Augen starrte er auf die zusammengekrümmte Gestalt eines jungen Mädchens. 'Großer Gott! Molly Liskern!', stieß er entsetzt hervor... Der Roman Was wusste Molly Liskern? von Victor Gunn (eigentlich Edwy Searles Brooks; * 11. November 1889 in London; ? 2. Dezember 1965) - ein weiterer Fall für Chefinspektor Cromwell - erschien erstmals im Jahr 1962; eine deutsche Erstveröffentlichung erfolgte 1963. Der Apex-Verlag veröffentlicht eine durchgesehene Neuausgabe dieses Klassikers der Kriminal-Literatur in seiner Reihe APEX CRIME.

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  Erstes Kapitel
    Peter Conway wollte eben das Licht ausschalten und die Garagentür schließen, als ihm etwas Seltsames auffiel. Er runzelte die Stirn. Seine Hand blieb regungslos in der Luft hängen... Es war genau dreiundzwanzig Uhr... Der Lichtschein der Lampe, die draußen über der Tür angebracht war, beleuchtete den vorderen Teil der Garage und ließ Peters elegante, zweifarbige Hillman-Minx-Limousine - in Silbergrau mit einem tiefroten Dach - ziemlich klar erkennen... Peter Conway hatte etwas entdeckt, was ihm bisher draußen in der Dunkelheit entgangen war. Ein Stückchen Stoff, blaugetupft, hing aus dem verschlossenen Kofferraum heraus. Ein Windstoß, der raschelnd durch die Büsche- fuhr, ließ es leicht aufflattern. Verwirrt trat Peter an seinen Wagen heran und stellte den Deckel des Kofferraumes hoch... Mit weit aufgerissenen Augen starrte er auf die zusammengekrümmte Gestalt eines jungen Mädchens im blauweiß-getupften Sommerkleid. »Großer Gott! Molly Liskern!«, flüsterte er entsetzt. Trotz ihres grauenhaft entstellten Gesichtes erkannte er sie augenblicklich. Und er erfasste mit einem Blick, dass das Mädchen tot war. Um ihren Hals lag eine fest zusammengezogene Nylonschlinge - offensichtlich war es erwürgt worden. Peter stand wie angewurzelt da und sah fassungslos auf die Tote. Er war unfähig sich zu rühren, nicht einmal als er Schritte näher kommen hörte... Elf Uhr. Erst eine Stunde war vergangen, seit er sich mit Jennifer wegen Molly Liskern ausgesprochen hatte...   Ja, genau zehn Uhr war es gewesen. Peter hatte in seinem kleinen Laboratorium in Tipley End gearbeitet. Als er das vertraute Motorengeräusch des Mini-Cooper seiner Braut näher kommen hörte, blickte er erstaunt auf. Es war ungewöhnlich, dass Jennifer Perryn ihn um diese Zeit noch besuchen kam. Als der Wagen knirschend auf dem Kies vor seiner Garage anhielt, öffnete Peter die Tür seines Laboratoriums. Laboratorium... Schuppen wäre wohl die treffendere Bezeichnung gewesen. Er blickte dem schlanken, grazilen Mädchen mit dem blonden Haar erwartungsvoll entgegen. Auf dem Arm trug Jennifer ihren kleinen Pudel Kim. »Fehlt Kim etwas?«, fragte Peter rasch. »Kim? Oh, nein. Ich habe ihn nur so mitgenommen... Ich muss mit dir sprechen, Peter«, sagte das junge Mädchen in ernstem Ton. »Vorhin, als wir uns in der Stadt getroffen haben, war keine Gelegenheit dazu.« Peter zog ein unglückliches Gesicht, als er Jennifer ins Laboratorium folgte. Dieses Laboratorium war sein Hobby, seine Leidenschaft-sein Allerheiligstes. Er war Tierarzt und verdiente mit seiner Praxis genug Geld, um recht gut davon zu leben. Aber seine kleinen privaten Forschungsarbeiten füllten seine ganze Freizeit aus. Oft saß er in den wenigen Stunden, die ihm zur Verfügung standen, über Mikroskope und Kulturen gebeugt und versuchte den geheimnisvollen Erkrankungen und Krankheitserregern der Tiere auf den Grund zu gehen. Peters Eltern lebten in Kent. Als jedoch eines Tages seine Lieblingstante starb und ihm ein kleines Häuschen und dazu ein geringfügiges Legat hinterließ, hatte er zunächst einmal das Geld dazu Verwandt, sein Studium an der Tierärztlichen Hochschule abzuschließen, und war dann, als er sein Diplom in der Tasche hatte, hierher in dieses Häuschen gezogen, wo er sich als vollapprobierter Tierarzt selbständig machte. Es war ihm in verhältnismäßig kurzer Zeit gelungen, sich in Tregissy einen guten Namen zu machen. In Tregissy, das eine verschlafene Kleinstadt, fast noch ein Dorf, in Cornwall war und nur wenige Kilometer landeinwärts von dem Ferienziel St. Hawes an der Mündung des Hal-Flusses lag. Peter war ein hochgewachsener, breitschultriger junger Mann; ein wenig schwerfällig und unbeholfen in seinen Bewegungen - er erinnerte manchmal an einen freundlichen, großen Neufundländer. Aber wenn er seine vierbeinigen Patienten untersuchte und behandelte, waren seine Hände behutsam und zart wie die einer Frau. Im Augenblick jedoch - als er Jennifer Perryn abwartend anblickte - machte er- einen bekümmerten und fast schuldbeladenen Eindruck. Obwohl doch nicht der geringste Grund dafür bestand. Er konnte sich schon denken, weshalb sie so spät noch gekommen war: »Es ist wegen Molly Liskern, nicht wahr?«, fragte er. »Ja, Peter. Die Leute im Städtchen reden so allerhand.« Jennifers Ton war ziemlich ernst. »Das Mädchen hat schreckliche Dinge über dich erzählt... Peter, sie stimmen doch nicht... Nicht wahr?« »Nein!« »Vater glaubt, dass sie stimmen. Und er verlangt von mir, dass ich unsere Verlobung löse.« »Er hat mich von Anfang an nicht gerade besonders gut leiden mögen, das musst du doch zugeben?«, meinte Peter verbittert. »Ihm kommt diese Geschichte gerade recht, um mich loszuwerden - oder nicht? Ich bin ihm einfach nicht gut genug für dich...« »Oh, Peter, nein - das ist nicht wahr!«, fiel ihm das junge Mädchen ins Wort. Impulsiv lief sie auf ihn zu und fiel ihm um den Hals. Der kleine Pudel sprang fröhlich kläffend neben ihr her. »Hör doch - Peter -, ich glaube es ja gar nicht. Bestimmt nicht! Aber es ist alles so scheußlich.« Jennifer stellte sich auf die Zehenspitzen und hielt ihm ihr Gesicht entgegen, damit er ihr einen Kuss geben konnte. »Du weißt doch, Vater ist eben altmodisch. Als ihm Mollys Behauptungen zu Ohren kamen...« »Ich bin ja nicht der einzige, von dem sie solche Sachen behauptet!«, unterbrach Peter sie erregt. »Sie hat die gleichen Skandalgeschickten ja auch schon über andere Männer verbreitet. Sie ist eine verdammte kleine Lügnerin! Wenn ich das früher geahnt hätte, würde ich sie niemals als Assistentin eingestellt haben. Du lieber Himmel! Wer konnte das wissen - sie ist ja noch fast ein Kind! Wie alt kann sie schon sein? Höchstens siebzehn oder achtzehn! Ihre Mutter arbeitet für mich... Sie kommt jeden Tag ein paar Stunden, um zu putzen und aufzuräumen... Und als ich damals nach hier umzog, war Molly noch ein Schulmädchen.«              »Sie hat überall herumerzählt, dass sie deine Geliebte gewesen ist.« »Lüge... das ist eine verdammte Lüge!«, brüllte Peter erbost. »Es besteht gar kein Grund, gleich so ärgerlich zu werden...« »Ich bin nicht ärgerlich - ich bin wütend! Bloß weil ich ihr kündigte, wagt es diese Gans, derartige Lügen über mich zu verbreiten... Als Mollys Mutter mich damals bat, ihre Tochter einzustellen, dachte ich, dass die Kleine nichts als ein ganz gewöhnliches, solides junges Bauernmädchen wäre. Anfangs hat sie sich in der Praxis ja auch sehr geschickt angestellt und war mir eine große Hilfe. Sie versteht es wundervoll, mit Tieren umzugehen.« Peter runzelte nachdenklich die Stirn. »Es scheint, als ob sie mit Männern ebenso gut umgehen könnte. Aber ich hatte davon nicht die geringste Ahnung, bis der Krach mit ihr und Captain Goole in St. Hawes passierte. Goole ist ein Typ für sich. Er dachte gar nicht daran, sich von Molly Frechheiten bieten zu lassen!« »Sie ist letzte Woche plötzlich abends zu ihm gegangen und hat Geld von ihm verlangt - war es nicht so?«, erkundigte sich Jennifer. »Die Leute behaupten, dass er. sie einfach auf die Straße geworfen hat. Und sie war so außer sich vor Wut darüber, dass sie anfing, überall die gemeinsten Dinge über Captain Goole zu erzählen.«                   »Ich bin sehr schnell dahintergekommen, dass Molly trotzig und eigenwillig war; es ist ihr nie ganz gelungen, es zu verbergen. - Aber als ich erfuhr, dass Sie über mich auch ihre gemeinen Lügen verbreitete, setzte ich sie sofort an die Luft. Eine Unverschämtheit von ihr, sogar zu behaupten, dass es zu gewissen Intimitäten zwischen uns gekommen sein soll, hier in der Praxis, nach der Sprechstunde. Jennifer, du glaubst diesen Unsinn doch nicht etwa?« »Nein, Peter. Ich habe kein Wort davon geglaubt«, gab seine Verlobte ruhig zurück. »Aber ich musste trotzdem mit dir darüber sprechen. Vater wiederholte immer wieder, dass, wo Rauch ist, auch ein Feuer sein muss. Und er betont, es wäre ein Glück für mich, dass mir noch beizeiten die Augen über dich geöffnet wurden.« Peter nickte. Er wusste schon lange, dass Sir Nicholas Perryn, Eigentümer von Tregissy Hall, nicht allzu große Stücke von ihm hielt. Ganz im Gegensatz zu seiner Frau, Lady Perryn, die Peter stets mit größter Herzlichkeit entgegenkam. Gerade gestern erst war er auf der winzigen Hauptstraße von Tregissy Sir Nicholas begegnet. Und dieser hatte ihn ohne alle Umschweife mitten ins Gesicht hinein gefragt, ob an den Gerüchten über ihn und Molly etwas Wahres sei.      Jetzt erzählte Peter seiner Braut Jennifer von dieser unerfreulichen Begegnung... »Ich muss schon sagen, ich finde es reichlich unverschämt von deinem Vater, mir solche Fragen zu stellen«, schloss er gereizt. »Ich war, fürchte ich, ziemlich kurz und unhöflich und äußerte lediglich dazu, dass Molly meiner Ansicht nach ein unmögliches Frauenzimmer sei. Und dass es gut wäre, wenn ihr jemand endgültig ihr vorlautes und verlogenes Mundwerk stopfen würde. Woraufhin er mir auch bloß mit seiner albernen Redensart antwortete - wo Rauch sei, müsste auch ein Feuer sein. Na, wir sind ja nie besonders gut miteinander ausgekommen - dein Vater und ich. Und nun hat er ja endlich etwas, worauf er gründlich herumhacken kann. Das Ganze ist so gemein und hässlich, Jennifer, Liebling, ich schwöre dir, ich habe das Mädchen nie angerührt. Ich...



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