Guth | Perry Rhodan Neo 251: Hinter der Dunkelwolke | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, Band 251, 160 Seiten

Reihe: Perry Rhodan Neo

Guth Perry Rhodan Neo 251: Hinter der Dunkelwolke


1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-8453-5451-4
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 251, 160 Seiten

Reihe: Perry Rhodan Neo

ISBN: 978-3-8453-5451-4
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Vor fast sieben Jahrzehnten ist der Astronaut Perry Rhodan als erster Mensch auf Außerirdische getroffen. Seither hat die Menschheit ihren Einflussbereich ausgedehnt und ferne Sonnensysteme besiedelt. Allerdings kommt es im Jahr 2102 zu einem Konflikt mit den Kolonien. Um einen Krieg zu verhindern, wird der Notfallplan Laurin eingeleitet - er geht jedoch schrecklich schief. Erde und Mond stranden im Blauen System der Akonen, rund 34.000 Lichtjahre von der Heimatsonne entfernt. Rhodan will Terra und Luna zurückbringen. Eine erste Spur sind mysteriöse Impulse aus dem Zentrum des Sternhaufens M 3. Um diesem Hinweis nachgehen zu können, setzen die Terraner auf ein neues Großraumschiff mit ungeahnten Möglichkeiten. An Bord der SOL beginnt Perry Rhodans gefahrvolle Suche HINTER DER DUNKELWOLKE ...

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1.

Ehekrach

Das Schiff hing im Weltall wie eine Herausforderung. Zwei Kugeln mit Ringwülsten, verbunden über einen Zylinder und damit eine Gesamtstruktur, die am ehesten mit einer Hantel zu vergleichen war – Perry Rhodan hatte ein Raumschiff ähnlicher Bauart noch nie gesehen. Kugeln, Walzen, Spindeln, Kegel, Diskusse, das alles waren bekannte und verbreitete Formen. Aber die SOL, wie Nathalie das von ihr angekündigte Raumfahrzeug genannt hatte, war völlig anders.

»Sie ist wunderschön, nicht wahr? Und NATHAN unterstellt sie deinem Kommando, damit seine Expedition überhaupt gelingen kann.« In Nathalie Rhodan da Zoltrals Stimme schwang unverhohlener Stolz mit.

»Sie ist auf jeden Fall außergewöhnlich.« Rhodan musterte das Schiff, das mannshohe Hologramm, das mitten in der Zentrale der CREST II schwebte.

Die Aufmerksamkeit der gesamten Zentralebesatzung war auf das Schiff gerichtet, das vor wenigen Minuten am Rand des Akonsystems aufgetaucht und mittlerweile in der Nähe der Erde zum Stillstand gekommen war. Die meisten machten einen ungläubigen bis irritierten Eindruck. Ein paar Leute sahen beunruhigt aus. Wie Thora.

»Auf jeden Fall ist sie riesig.« Thora Rhodan da Zoltral runzelte die Stirn. »Miss Maas, haben Sie in dieser Hinsicht ein paar Daten für uns?«

»Selbstverständlich, Kommandantin.« Die Ortungs- und Funkoffizierin Sarah Maas rief ein Tasterwerteholo auf. »Das Schiff ist viertausend Meter lang, die Kugeln haben einen Durchmesser von fünfzehnhundert Metern.« Maas unterbrach sich, um auf ein blinkendes Signal ihrer Funkanlage zu reagieren. »Ma'am, Auris von Las-Toór ruft uns.«

Mit einem resignierten Seufzer nickte Rhodan. Natürlich. Wir würden auch nachfragen, wenn plötzlich so ein Ungetüm in unserem Sonnensystem auftauchen würde.

»Das habe ich befürchtet.« Thora dachte wohl ähnlich. »Legen Sie sie ins Hauptholo, vor das Bild der SOL.«

Sofort rückte das Raumschiff in den Hintergrund. Stattdessen erschien das dreidimensionale Bild einer attraktiven Frau mit seidigen, kupferfarbenen Haaren, die mit sehr viel Weiß durchwirkt waren. Die Haarsträhnen hatten nichts mit ihrem Alter zu tun, sondern waren ein Merkmal der Akonen, als deren Sprecherin die Hohe Rätin agierte. Schon kurz nachdem Erde und Mond durch das verunglückte Projekt Laurin im Akonsystem gestrandet waren, hatten die Menschen es mit Auris von Las-Toór zu tun bekommen, wobei der Namenszusatz eine Herkunft und keinen Titel darstellte. Zu Rhodans Erleichterung handelte es sich offensichtlich um eine vernünftige Gesprächspartnerin; allerdings wusste er noch nicht, wie sie auf die SOL reagieren würde.

Zumindest hielt sie sich nicht mit langen Vorreden auf. »Kommandantin da Zoltral, Mister Rhodan, können Sie mir erklären, wo dieses Schiff plötzlich herkommt? Gehört dieser ... Koloss zu Ihnen?«

»Es sieht ganz so aus.« Thora warf ihrer Tochter Nathalie, die mit verschränkten Armen neben ihrem Vater stand, einen vorwurfsvollen Blick zu. »Es tut mir leid, dass wir Sie nicht vorwarnen konnten. Aber wir haben selbst gerade erst von der Ankunft der SOL erfahren.«

Nathalie hob entschuldigend die Schultern und schenkte ihrer Mutter ein strahlendes Lächeln.

»Ist das so?« Die Miene der Akonin blieb unbewegt, doch Rhodan meinte, ein leises Misstrauen in ihrer Stimme zu hören.

Er schaltete sich in die Unterhaltung ein. »Tatsächlich hat uns ein langjähriger Verbündeter dieses Raumschiff geschickt, nachdem er von unserem Dilemma hörte. Er hat uns damit alle überrascht.«

»Von welchem der vielen Dilemmata reden Sie genau?«

»Davon, dass wir in das Zentrum des Sternhaufens M Drei vordringen müssen. Es scheint, als sei dieses Schiff eine reelle Möglichkeit, dieses Ziel zu erreichen.«

Dass sie dringend in den Kernbereich von M 3 vordringen mussten, ein Areal, das die Akonen Bacor-Kavi nannten, stand für Rhodan außer Frage, seit er erfahren hatte, dass die Akonen von dort im Moment des Erscheinens der Erde und dem Verschwinden ihres Planeten Na-Thir starke Hyperimpulse empfangen hatten. Er war sicher, dass sie dort eine Antwort darauf finden konnten, was geschehen war – und wie sie es wieder rückgängig machen konnten. Die Akonin hatte auf dieses Vorhaben extrem skeptisch reagiert – und tat es nun wieder.

»Ich habe Ihnen doch bereits gesagt, dass es noch niemand in das Zentrum des Kugelsternhaufens geschafft hat – oder zumindest nicht wieder heraus. Dieses Gebiet wird von einer extrem dichten Dunkelwolke umhüllt.« Auris verzog spöttisch den Mund. »Und Sie denken, dass diesem Schiff gelingen wird, woran Generationen von Akonen gescheitert sind?«

»Das ist zumindest das, was man uns sagt«, antwortete Rhodan. »Sie werden diesen ... Wie sagten Sie? ... diesen Koloss jedenfalls nicht lange in ihrem System dulden müssen.«

»Solange das Schiff zu Ihnen gehört und Sie dafür bürgen, dass keine Aggression davon ausgeht, kann es bleiben. Wir haben Besseres zu tun.«

»Danke für Ihre Kooperation. Das wissen wir zu schätzen. Wie schreiten die Reparaturarbeiten voran?«, erkundigte sich Thora.

Die Versetzung der Erde und ihres Trabanten hatte nicht nur auf den zwei solaren Himmelskörpern große Schäden angerichtet; auch das Blaue System hatte stark gelitten. Unter anderem war der sogenannte Große Blaue Schirm ausgefallen, der die Heimat der Akonen jahrtausendelang vor der Außenwelt verborgen hatte.

»Nur sehr schleppend.« Die Hohe Rätin schürzte die Lippen. »Wir haben momentan an vielen Fronten zu kämpfen.«

»Vielleicht können unsere Techniker Sie unterstützen.« Rhodan wusste, dass er dieses Angebot nicht mit Thora abzusprechen brauchte.

Umso erstaunter war er, als Thora rasch hinzusetzte: »Sofern genug Zeit dafür ist und Sie die Hilfe von uns überhaupt wollen.«

»Wir sind für jede Hilfe dankbar.« Auris nickte knapp. »Wir melden uns.«

Sobald das Kommunikationshologramm erloschen war, fuhr Thora zu Rhodan herum. »Ist es nicht etwas leichtfertig, unsere Hilfe anzubieten, wenn wir gar nicht wissen, wie lange wir noch in diesem System bleiben?«

Rhodan blinzelte überrascht. »Ich denke, dass wir vorerst festsitzen – zumindest, bis wir nach Bacor-Kavi vorgedrungen sind und mehr herausgefunden haben.«

»Eben. Und dafür wird die CREST II das Blaue System verlassen müssen.«

Rhodan räusperte sich und zeigte auf das Holo der SOL. »Für diese Expedition ist die SOL, denke ich, besser geeignet.«

»Woher willst du das wissen? Wir kennen dieses Raumschiff überhaupt nicht.«

»Weil ich es sage, Mom!« Nathalie trat einen Schritt vor. »Ich versichere dir, dass die SOL durchaus in der Lage ist, in den Bereich vorzudringen, an dem die Akonen bisher gescheitert sind. Die technischen Voraussetzungen der CREST II jedoch reichen dafür nicht aus.«

Thora presste die Lippen zu einem schmalen Strich zusammen. »Ich denke, wir besprechen das besser in meinem Büro.«

Wenn Thora von ihrem Büro sprach, meinte sie ihren Arbeitsbereich im privaten Quartier der Eheleute. Und wenn sie Rhodan dort sprechen wollte, statt einfach ein Privatsphärefeld in der Zentrale zu nutzen, war die Sache ernst.

Thora erhob sich aus ihrem Kommandosessel und ging zügig auf den Ausgang zu. Die Zimmerflucht mit den zwei Büros des Ehepaars lag nur wenige Schritte entfernt.

Rhodan bemerkte, dass zahlreiche Mitglieder der Zentralebesatzung den Streit verfolgt hatten und sich nun hastig ihren Aufgaben zuwandten. Er folgte Thora leicht verlegen. Weil Nathalie nicht mitkam, drehte er sich zu ihr um und zog fragend die Augenbrauen nach oben.

Nathalie schüttelte den Kopf. »Macht das lieber unter euch aus, Dad. Ich störe da nur.«

Wahrscheinlich hatte sie recht. Rhodan querte den Durchgang zum Ringflur vor der Zentrale, das Schott glitt selbstständig hinter ihm zu.

Wenige Minuten später trafen Rhodan und Thora im Arbeitszimmer der Kommandantin wieder zusammen.

»Es tut mir leid, ich wollte das nicht vor aller Augen ...«, begann Rhodan.

Thora ließ ihn nicht ausreden. »Bist du völlig verrückt geworden? Du kannst doch nicht ernsthaft darüber nachdenken, mit diesem fremden Schiff zu dieser Mission aufzubrechen!«

»Warum sollte ich das nicht?« Rhodan war ehrlich verblüfft. »Nathalie hat erzählt, dass NATHAN und die Posbis viele Jahre an der SOL gearbeitet haben. Wenn ich jemandem zutraue, ein Raumschiff für besonders gefährliche Missionen zu konstruieren, dann ihnen.«

»Du traust NATHAN und den Posbis so bedingungslos? Wir haben die SOL noch nicht mal selbst inspiziert. Die CREST II ist zuverlässig, und meine Besatzung beherrscht sie im Schlaf. Wir sind ein eingespieltes Team.« Thora schnaubte. »Die SOL dagegen ist mehr oder weniger aus dem Nichts aufgetaucht – mit einer von NATHAN ausgewählten Crew, über die wir nicht das Geringste wissen. Es könnten Mörder und Terroristen sein.«

»Warum sollte NATHAN ein derart wichtiges Schiff solchen Leuten überlassen?« Rhodan bemühte sich, ein Lächeln zu unterdrücken. Er wusste genau, dass es in diesem Moment bei seiner Frau ganz und gar nicht gut angekommen wäre. »Thora, ich sage ja nicht, dass wir sofort aufbrechen sollen. Natürlich will ich mir das Schiff erst genauer ansehen. Ich habe aber keinen Grund, an Nathalies Worten zu zweifeln. Sie sagt, mit der SOL ist die gefährliche Expedition möglich und dass ihre Bordsysteme die Impulse, die wir suchen, zuverlässig orten konnten.«

Thora ging unruhig um ihren futuristischen, beigeweißen Schreibtisch herum, der wie immer klinisch leer und sauber war. Thora arbeitete...



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