Guth | Perry Rhodan Neo 348: Die Schwarze Kreatur des Todes | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, Band 348, 160 Seiten

Reihe: Perry Rhodan Neo

Guth Perry Rhodan Neo 348: Die Schwarze Kreatur des Todes

Staffel: Paragon
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-8453-5548-1
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Staffel: Paragon

E-Book, Deutsch, Band 348, 160 Seiten

Reihe: Perry Rhodan Neo

ISBN: 978-3-8453-5548-1
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Irgendwann in ferner Zukunft: Einst hat der Astronaut Perry Rhodan die Menschen zu den Sternen geführt. Als er jedoch aus einer langen Stasis erwacht, ist nichts mehr so, wie es einmal war. Mehr als drei Jahrhunderte sind vergangen. Das Sternenreich der Terraner ist zerschlagen, die Erde entvölkert. Immerhin haben mehrere von Rhodans engsten Weggefährten überlebt. Sie erreichen Gäa - die Welt, auf der viele Menschen eine Zuflucht gefunden haben. Aber im Zentrum der Milchstraße lauert eine feindliche Macht namens Paragon. Dahinter steckt der Garbeschianer Amtranik, getrieben von einem unversöhnlichen Hass auf die Menschheit. Nun bereitet er einen Großangriff gegen Gäa vor. Ein Hoffnungsschimmer für die Menschen: Tagrep Kerrek stellt sich auf Rhodans Seite. Der Befehlshaber von Paragons Flotte ist ein Azaraq - er revoltiert gegen den Kriegstreiber, der sich maskiert als DIE SCHWARZE KREATUR DES TODES ...

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1.

Flucht

Hoch aufgerichtet eilte Tagrep Kerrek durch die Gänge seines Flaggschiffs MIGUROT. Der dunkelblaue Umhang, der seinen Rang verdeutlichte, flatterte wie ein Banner hinter ihm her. Da er Oberbefehlshaber der Azaraqflotte war, fragte niemand danach, wohin der Tharvis unterwegs war. Sein hinteres Augenpaar bemerkte hin und wieder verwunderte Blicke, die ihm folgten, doch selbst das war selten.

Auf Azaraqraumschiffen hatte schon immer Disziplin geherrscht – und in den vergangenen Jahrhunderten war diese Disziplin noch schärfer geworden. Seit sie in Paragons Diensten standen, waren sich die Azaraq ihres göttlichen Auftrags bewusst. Ein guter Soldat hinterfragte nicht, er tat seine Pflicht.

Kerrek war froh, dass keiner ihn ansprach. Denn tatsächlich war er unterwegs, um gegen die Regeln zu verstoßen. Er wollte mit dem Feind kollaborieren. Mit Perry Rhodan. Den ersten Schritt dazu hatte er bezüglich des Planetoiden Xarfax getan. Den verheerenden Explosionen, bei denen die XIINEX zerstört worden war, war er nur mit knapper Not entkommen. Danach war er auf die MIGUROT zurückgekehrt, ohne dass einer seiner Untergebenen etwas davon mitbekommen hatte. Nun jedoch wollte er endgültig überlaufen.

Er wusste, dass er ein hohes Risiko einging. Er hatte lange darüber nachgedacht und war zu dem Schluss gekommen, dass ihm keine Wahl blieb, wenn er nicht seinen Seelenfrieden verlieren wollte.

Zweifellos machte sich kein anderer Azaraq der Führungsebene Gedanken dieser Art. Sie folgten alle Paragons Befehlen – bedingungslos. Sie waren in diesem System aufgewachsen. Er nicht. Vielleicht lebe ich einfach bereits zu lange, um Befehlen blind zu folgen.

Dann kam der Moment, in dem es heikel wurde. Er hatte den Hangar im Unterschiff des Diskusraumers erreicht. Nun würde es sicher Fragen geben. Er holte tief Luft und trat durch das Eingangstor. Er zwang sich, nicht mehr so hastig zu gehen. Das würde auffallen. Gemessenen Schritts durchquerte er den Hangar und strebte dem Bereich zu, in dem die kleinen, schnellen Ein-Personen-Raumjäger abgestellt waren.

Wie er befürchtet hatte, eilte prompt der Hangarmeister auf ihn zu. »Tharvis Kerrek, was verschafft uns die Ehre Ihres Besuchs?«

Kerrek war auf diese Frage gefasst gewesen. »Eine unangekündigte Sonderinspektion. Ich wünsche, dabei nicht gestört zu werden.«

Der Hangarmeister wirkte verwirrt. Sonderinspektionen kamen vor, die nahm allerdings normalerweise nicht der Tharvis selbst vor. »Soll ich Sie herumführen?«

Kerrek blieb stehen und musterte den Hangarmeister kalt. »Sagte ich nicht eben, dass ich nicht gestört werden will?«

Sein Gegenüber zuckte zusammen. »Natürlich, Tharvis. Verzeihen Sie.« Der Azaraq zog sich zurück.

Kerrek ging weiter, behielt den Untergebenen über sein hinteres Augenpaar aber im Blick. Der Hangarmeister kehrte tatsächlich in seine Klause zurück und schien Kerrek nicht weiter behelligen zu wollen. Vielleicht fragte er bei der Schiffsleitung wegen der Inspektion nach, vielleicht auch nicht. Nun musste Kerrek schnell sein. Er steuerte auf eines der kleinen Diskusboote zu. Wenn er den Margor-Schwall durchdringen wollte, hatte er nur mit einem so winzigen Raumfahrzeug eine Chance.

Rasch bestieg er das Gefährt und zog sich den darin bereitliegenden Schutzanzug an. Er ließ sich auf den Pilotensitz gleiten und leitete den Startvorgang ein. Noch während die Triebwerke hochfuhren – im Innern des Hangars benutzte man eigentlich vor allem das Antigravaggregat zum Rangieren –, veranlasste er mit seinen Kommandocodes, dass sich die Ausflugschleuse an der Unterseite der MIGUROT öffnete.

Sofort kam eine Anfrage über Funk. »Wer ist da an Bord dieses Raumjägers? Sie haben keine Starterlaubnis!«

Kerrek erkannte die Stimme. Das war Hafretesi Polko, eine der wenigen Frauen an Bord. Die meisten Azaraqfrauen blieben nach wie vor auf den Planeten zurück, um sich um ihre Kinder zu kümmern und neue in die Welt zu setzen. Gerade in Kriegszeiten und seit sie Paragons Pfad folgten, war Personalnachschub für die Streitkräfte gefragter denn eh und je. Doch es gab auch Ausnahmen wie Polko, die eine militärische Karriere verfolgte. Sie hatte es zu einem hohen Rang als Yerkek gebracht – ein Yerkek war auf einem Azaraqkampfschiff für die Starts und Landungen der Beiboote, die Organisation und Kommunikation verantwortlich und dem Hangarmeister über- sowie dem Tharvis untergeordnet.

»Hier spricht Tharvis Kerrek«, gab er zurück. »Ich erteile mir selbst Starterlaubnis und habe bereits veranlasst, dass das System die Außenschleuse öffnet.«

Kurz blieb es still. »Verstanden, Tharvis. Aber ... warum?«

»Ich mache einen Kontrollflug. Sicherheitsstufe null-vier-zwei.« Das bedeutete in Militärkreisen, dass es sich um eine geheime Mission handelte und niemand weiter nachfragen sollte – vor allem Untergebene nicht.

Noch einmal hörte er: »Verstanden!« Dann blieb es still.

Kerrek absolvierte mit dem Kampfjäger die Ausschleusungsprozedur und fand sich im Weltraum wieder – inmitten einer zahlenstarken Flotte der Azaraq. Die schwarzen Diskusraumer, auch die MIGUROT, sahen äußerlich fast wie die eher schlichten Kriegsschiffe seiner Jugend aus, die einen Molkexpanzer gehabt hatten. Die aktuellen Kampfschiffe waren mit modernster Hochtechnik ausgerüstet – Technik, die sie Paragon zu verdanken hatten. Sein winziger Raumjäger mutete an wie ein Klioskäfer zwischen einer Herde Nuuhks.

Nur nicht davon beeindrucken lassen!, dachte Kerrek und beschleunigte mit Maximalschub.

Es kamen keine weiteren Anfragen – wahrscheinlich hatte Polko den Rest der Kriegsflotte über den Kontrollflug eines Raumjägers informiert. Trotzdem musste er sich beeilen. Er machte sich nichts vor: Auch wenn er unter seinen Leuten als Legende galt, war er nicht unantastbar. Irgendwann würden sie sich fragen, was los war.

Und was ist eigentlich los? Kerrek programmierte seinen Zielkurs und lehnte sich in seinem Sitz zurück. Er genoss es, den kräftigen Hals einen Moment entspannen zu können.

Eigentlich, musste er sich eingestehen, wusste er selbst nicht recht, was los war. Jahrzehnte-, nein, jahrhundertelang hatte er geglaubt, das Richtige für sein Volk zu tun. Er hatte immer nur das Beste gewollt. Mittlerweile aber hatte er Zweifel daran bekommen. Kerrek war nicht mehr sicher, ob der von Paragon vorgegebene Pfad der richtige war.

Seit er Perry Rhodan und dessen Frau Thora überraschend auf Styx begegnet war, hatte ihm deren Auftauchen keine Ruhe gelassen. Nachdem Rhodan und seine Begleiter durch den Charon-Schacht nach Gäa geflohen waren, hatte zudem ein Terraner namens Galto Quohlfahrt mit Kerrek Kontakt aufgenommen. Quohlfahrt lebte anscheinend in den unterplanetaren Posbianlagen von Styx und hatte aus der Ferne mitverfolgt, dass Kerrek Rhodan und dessen Gruppe geholfen hatte.

Quohlfahrt hatte, wie er erzählte, hieraus geschlossen, dass der Azaraq ein wertvoller Verbündeter gegen Paragon sein könnte. Er hatte Kerrek umfangreich darüber informiert, was sich in den vergangenen Jahrhunderten in der Milchstraße ereignet hatte – vor allem in dem Gebiet, das die Menschen als »Lokale Blase« bezeichneten. Kerrek hatte in all der Zeit nur einmal einen Abstecher dorthin unternommen und war über die chaotischen Zustände im Umfeld der terranischen Heimatwelt entsetzt gewesen. Von Quohlfahrt erfuhr er, welche Ereignisse das verursacht hatten.

Kerrek betrachtete Perry Rhodan als einen Freund und wollte ihm deshalb nun seinerseits die Informationen über das zukommen lassen, was sich im gleichen Zeitraum in der Eastside abgespielt hatte, wie die Terraner die Heimatregion der Azaraq nannten. Sanft strich er mit den drei Daumen seiner rechten Hand über das Montram, das er an einer Kette um den Hals trug. Dieses Amulett war neu – früher hatte er eines getragen, das nur die zu einem Diamanten gepresste Asche seines Sohns Jolkar enthalten hatte. Jenes Montram hatte er in einer würdigen Zeremonie bestattet. Dieses neue Amulett enthielt vor allem die Asche von ... jemand anderem.

Dennoch musste er bei jeder Berührung auch an Jolkar denken. Perry Rhodan hatte Kerreks Sohn einst das Leben gerettet und den Azaraq das Heilmittel gegen eine schreckliche Seuche gebracht. Kerrek war dem Terraner etwas schuldig.

Genau deswegen haderte der Tharvis nun wieder einmal mit dem Schicksal. Er hatte viel, viel mehr erlebt, gesehen und gehört als jeder andere Azaraq. Seine Hoffnung auf Frieden für sein Volk war so viele Male zerstört worden. Mit Paragon hatte er neuen Mut geschöpft – doch nun verlangte die Schwarze Kreatur des Todes etwas von ihm, das unmöglich war: die Eroberung Gäas und die Vernichtung der Menschheit, die dort Zuflucht gefunden hatte.

Auch wenn Paragon uns dafür Frieden, Wohlstand und genug Lebensraum verspricht – das ist etwas, das ich nicht mit meinem Gewissen vereinbaren kann.

Nach allem, was Kerrek von Quohlfahrt erfahren hatte, wusste er zudem mittlerweile, dass dieser Garbeschianer Amtranik, der mit seinem Hordenzug die Lokale Blase verwüstet hatte, und Paragon ein und dieselbe Person waren ...

Der Raumjäger ließ die Flotte hinter sich und raste nun geradewegs auf den Margor-Schwall zu. Diese rings um den Planeten Gäa und die Sonne Mokosch gelegte Hyperenergiebarriere, die von einer besonderen Gypsvarietät auf dem Planeten gespeist wurde, war kürzlich geschwächt worden, stabilisierte sich jedoch allmählich wieder. Kerrek hoffte, noch durch eine Lücke schlüpfen zu können, ehe sich der Wall wieder vollständig schloss. Er musste dringend mit...



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